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Alte Fotos Aitrach, Baden-Württemberg
Wappen Aitrach

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Geschichte Aitrach, Baden-Württemberg in Fotos

(Sie können senden alte Bilder von Aitrach in guter Qualität an die E-Mail: world@nailizakon.com)

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Neben dem Kerngebiet Aitrach bestehen noch folgende Teilgemeinden: Mooshausen und Treherz.

Daneben gehören zu Aitrach noch folgende Ortsteile und Wohnplätze: Marstetten, Ferthofen, Ober- und Untermuken, Schmiddis, Schnaggenberg, Rotengrund, Baniswald, Sigglis, Vogelherd, Wald, St. Johann, Stibi, Rank, Burghalde, Pfänders, Oberhausen, Riedhof.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 2544

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Aitrach - Pfarrhaus und Rathaus
Aitrach - Pfarrhaus und Rathaus, Kriegerdenkmal mit Pfarrkirche
Aitrach. Marstetten - Kirche, Panorama von Dorfstraße
Marstetten - Kirche, Panorama von Dorfstraße, Gebäudeansicht
Aitrach. Marstetten - Totalansicht, 1927
Marstetten - Totalansicht, 1927
Schloßruine bei Aitrach
Schloßruine bei Aitrach

Geschichte der Gemeinde Aitrach

Ob schon in früheren Tagen hier Menschen gelebt haben ist ungewiss, aber dass sich im Ortsgebiet von Aitrach um 400 v. Chr. die Kelten angesiedelt haben, davon zeugen nicht nur die Keltenschanzen und die Fliehburg in unserer Gegend, sondern auch die Funde in Iller und Aitrach. Die Ausgrabungen einiger Keltengräber im Jahre 1905 brachten viele Grabbeigaben aus den Hügelgräbern zutage.

Die erste geschichtliche Aufzeichnung von Aitrach stammt aus dem Jahre 838 und geht aus einer Urkunde hervor, die im Kloster St. Gallen aufbewahrt wird. Darin taucht erstmals der Name „Eitraha“ auf, und es geht darin um ein Tauschgeschäft zwischen dem Abt Tatto aus dem Kloster Kempten und dem Grafen Wanning.

Die Gemeinde Aitrach, die im nördlichen Bereich bei Mooshausen die Kreisgrenze vom Kreis Ravensburg bildet und gegen Osten durch die Iller von Bayern abgegrenzt wird, war schon in früheren Jahren Grenzgebiet. Die Entstehung des Dorfes Aitrach ist zurückzuführen auf den Illerübergang. Dieser Illerübergang im Ortsteil Ferthofen war früher eine Furt und wurde schon von den Kelten und später von den Römern benutzt. Um diesen Übergang bewachen zu können, bauten die Römer auf einer Anhöhe über der Iller oberhalb von Aitrach einen Wachturm. An der Stelle, wo einst der römische Wachturm stand, bauten die Grafen von Marstetten (einem Ortsteil von Aitrach) im Auftrage ihres Lehenherren, des Klosters Kempten, im Jahre 1050 eine Burg. Als im 14. Jahrhundert die einzige Tochter des Grafen von Marstetten, Anna, den Herzog Friedrich von Bayern heiratete, erlosch die Grafschaft Marstetten. Danach wurde die Burg an die Ritter von Königsegg-Aulendorf verkauft.

Im Jahre 1566 kaufte Reichserbtruchsess Jakob von Waldburg die Burg mit dem ganzen Umland für 100 000 Gulden. Die Burg wurde im 30-jährigen Krieg durch die Schweden niedergebrannt und kann heute noch als Ruine besichtigt werden.

Über den Illerübergang bei Aitrach wurde im 11. Jahrhundert die erste Brücke gebaut. Dieser wichtige Übergang war die Verbindungsstraße von Augsburg oder München Richtung Bodensee bis in die Schweiz oder in den Schwarzwald und weiter nach Frankreich. Diese Brücke war eine große Zolleinnahmequelle für die Burgherren. Die mit Salz beladenen Pferdewagen, die bis von Reichenhall kamen, mussten auf dem Hinweg und auf dem Rückweg, wo sie meist mit Weinfässern beladen waren, beim Überfahren der Brücke hohen Zoll bezahlen. So konnten die Burgherren und mit ihnen das Kloster Kempten innerhalb von 20 Jahren eine Zolleinnahme von 93 500 Gulden einkassieren.

Unterhalb der Burgruine steht noch heute das älteste und noch im Originalzustand befindliche Gebäude von Aitrach, der Zehntstadel. Erbaut im Jahre 1511, ist der Zehntstadel ein Fachwerkhaus, dessen Gebälk nur mit Zapfen und Holznägeln zusammengebaut und damit eine Meisterleistung der Zimmermannskunst ist. Dieses Gebäude überstand auch den 30-jährigen Krieg unbeschadet. Man vermutet, dass damals die Schweden das Gebäude als Verpflegungslager für die Soldaten und Pferde nutzten und es deshalb verschonten.

Um die Burg herum wuchs nach und nach auch das Dorf Aitrach. Dort siedelten sich verschiedene Handwerker an, die durch die Burgherren und den Handel ihren Lebensunterhalt verdienten. Die Haupteinnahmequelle war neben der Landwirtschaft der Holzhandel und die Illerflößerei. So war jeder zweite männliche Bürger Flößer.

Der 30-jährige Krieg und auch die Pest brachte viel Not und Elend über das Dorf. Mit 124 Pesttoten war das Dorf nahezu ausgestorben. Es erholte sich erst wieder um 1678, als man mit dem Aufbau einzelner Höfe begann. Der eigentliche Aufschwung des Dorfes Aitrach begann etwa 1850. Damals gab es schon 61 Handwerker, 17 Kleinhändler, fünf Mühlen, sechs Handlungen, neun Wirtschaften und fünf Getränkefabriken.

Der Strukturwandel vom armen Flößer- und Bauerndorf zu einer Gemeinde, die maßgeblich von Handwerk und Industrie geprägt wird, schritt besonders nach dem 2. Weltkrieg rasch voran. Es entstanden weitere Industriebetriebe, darunter einige Kieswerke, die auch Betonfertigteile herstellten und der Bevölkerung von Aitrach zahlreiche Arbeitsplätze brachten.

Bei der Gemeindesanierung der letzten Jahre sind einige Firmen aus dem Dorf ausgesiedelt worden und bilden nun mit anderen Fabriken das Industriegebiet in Ferthofen. Auch das Handwerk ist in Aitrach gut vertreten und zeigt einen gesunden Mittelstand, seine Produkte und Angebote tragen auch zur hohen Lebens- und Wohnqualität in Aitrach bei.

Quelle: www.aitrach.de


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