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Alte Fotos Altheim (Lkr. Biberach), Baden-Württemberg
Wappen Altheim

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Geschichte Altheim (Lkr. Biberach), Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Neben dem namengebenden Ortsteil Altheim bestehen Heiligkreuztal und Waldhausen.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 2147

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Altheim. Heiligkreuztal - Forst-  Kameralamt
Heiligkreuztal - Forst- Kameralamt, Weiner und Klostermühle, Schulhaus, Pfarrhaus, Kirche und Bräuhaus
Altheim. Heiligkreuztal - Klosterkirche im Torbogen
Heiligkreuztal - Klosterkirche im Torbogen
Altheim. Heiligkreuztal - Zisterzienserinnenkloster
Heiligkreuztal - Zisterzienserinnenkloster
Altheim. Heiligkreuztal - Zisterzienserinnenkloster, Kirche
Heiligkreuztal - Zisterzienserinnenkloster, Kirche
Altheim. Kirche und Schulhaus
Kirche und Schulhaus, Blick zur Siedlung
Panorama von Altheim
Panorama von Altheim
Panorama von Altheim
Panorama von Altheim
Panorama von Altheim, Alte Haus
Panorama von Altheim, Alte Haus

Geschichte von Altheim

Mutterpfarrei von Riedlingen

Das schmucke Dorf Altheim liegt in der Ebene zwischen Österberg und Donau im westlichen Teil des Landkreises Biberach, zu dessen ältesten Ortschaften es gehört. Für das hohe Alter des Ortes spricht die urkundliche Ersterwähnung im Jahr 835.

Die Geschichte der Besetzung unseres Raumes durch die Alamannen ist reichlich unübersichtlich, aber es wird angenommen, dass die Alamannen spätestens um das Jahr 300 n.Chr. unsere Gegend in Besitz nahmen. Die Alamannen teilten ihre Gebiete in Gaue ein. Unsere Gegend links der Donau zählte zum Appa-Gau, zu dem auch Waldhausen und Riedlingen gehörten. Der Name bedeutet der "wasserreiche Gau" oder der flussreiche Gau. Das Biberbach- und Donautal mussten den Alamannen, die von Norden her über die wasserarme Schwäbische Alb in unsere Gegend kamen, als eine wasserreiche Gegend erscheinen. Hauptort und Gerichtsstätte des Appa-Gaues war Altheim. Der große "Ratstein" direkt vor dem Chor der Sankt-Martins-Kirche bezeichnet eine in den Jahren 843, um1150 und 1186 bezeugte Gerichtsstätte.

Kirche und Pfarrei wurden im Jahre 1227 erstmals urkundlich erwähnt. Die Vollendung des stattlichen gotischen Kirchenbaues erfolgte 1486. Der Turm trägt die Jahreszahl 1493, sein unterer Teil jedoch ist bedeutend älter und weist auf eine Vorgängerkirche hin. Die wuchtige Erscheinung des Turmes und die sechs Meter hohe Mauer, mit der Kirche und Kirchhof bis zum Jahre 1838 umgeben waren, belegen die einstige Bedeutung der Anlage mit Kornspeicher und zwei geweihten Kapellen als Wehrkirche.

Altheim war die Mutterpfarrei von Riedlingen. Wegen enger markungs- und kirchengeschichtlicher Verbindungen mit dem Nachbarort werden siedlungsgeschichtliche Zusammenhänge vermutet. Riedlingen war wohl vor der Stadtgründung kein selbständiges Dorf, sondern ein eng mit Altheim verbundener Weiler, eine Tochtergründung.

Die Alamannen

Ende April 1981 wurde beim Ausbau des Sandgrubenweges in Altheim in einer Tiefe von ca. 1,70 - 2,00 m eine Reihe von Gräbern entdeckt.

In sieben Grabstellen lagen die Toten mit den Kopf nach Norden, in vier weiteren lag der Kopf nach Osten. Am 15. Juni wurde in einer Tiefe von 1,30 m ein weiteres Grab gefunden, bei dem der Kopf ebenfalls nach Osten zeigte. Es waren sowohl Gebeine von alten Menschen, die ihre Zähne schon verloren hatten, als auch Skelette junger Menschen mit kräftigem und vollständigem Gebiss. Zunächst sagten die Funde nichts über die Zeit, in der die Toten bestattet wurden aus. Erst als auch Grabbeigaben gefunden wurden konnten die Grabfunde als Alamannenfriedhof aus der Zeit um 600 n. Chr. bestimmt werden.

Die Alamannen glaubten an ein Fortleben nach dem Tode und gaben ihren Verstorbenen zahlreiche Beigaben mit ins Grab: den Männern ihre Waffen, den Frauen ihren Schmuck. Nach altgermanischem Recht stand den Toten darauf ein Eigentumsanspruch zu. Ferner sollte die Toten die Möglichkeit haben, ihren Stand, den sie im irdischen Leben innehatten, auch im Jenseits durch Kleidung, Waffen und Schmuck zur Schau zu tragen. Speise und Trank für die Reise dorthin wurden ihnen vielfach in Gefäßen mit ins Grab gegeben.

In den Gräbern am Sandgrubenweg wurden ein zweischneidiges Schwert, 77 cm lang (Spahta genannt), ein einschneidiges Schwert, 40 cm lang (Sax genannt), ein Schildbuckel aus Eisen, der ursprünglich auf ein Holzschild aufgenietet war, ein Teil einer Schuhschnalle und die Scherben eines großen Tongefäßes gefunden. Die Grabfunde können als restaurierte Leihgaben des Landesamtes für Denkmalpflege in Sitzungssaal des Altheimer Rathauses besichtigt werden. Zu sehen ist dort außerdem ein weiteres Schwert (Sax) das 1983 gefunden wurde. Zudem ein "Rixheimer Schwert", das ein Bauherr einige Jahre zuvor auf seinem Baugrundstück fand und das auf eine Besiedlung Altheims bereits im 13. Jahrhundert vor Christus hinweist.

1983 ließ die Gemeinde auf dem Altheimer Friedhof einen Alamannen-Gedenkstein aufstellen und mit Nachbildungen der beiden Schwerter zieren. Beim Gedenkstein wurden die gefundenen Gebeine bestattet.

Unter Habsburgerischer Herrschaft (1300 bis 1786)

Graf Rudolf von Habsburg war 1273 zum Deutschen König gewählt worden. Er hatte einigen Besitz in der Schweiz, im Elsass und in Schwaben.

1282 legte er den Grundstein für die habsburgische Hausmacht, als er seine Söhne Albrecht und Rudolf mit Österreich, Kärnten, Steiermark und Krain belehnte. Noch vor seinem Tode 1291 erwarb er von den Grafen von Veringen in unserer Gegend viele Dörfer und Städte. Um das Jahr 1300 kamen auch Altheim und Riedlingen unter habsburgische Herrschaft.

Die habsburgisch-österreichischen Fürsten konnten ihre weit verstreut liegenden Besitzungen auf die Dauer nicht selbst verwalten. Da sie in heftige Kämpfe mit der Schweizer Eidgenossenschaft verwickelt wurden, die große Geldsummen verschlangen, gaben sie bald einzelne Teile an andere Herren, die ihnen Geld liehen, als Pfand weiter.

Altheim bildete zusammen mit Unlingen, Hailtingen, Dentingen und einem Teil von Offingen die "Herrschaft Bussen", die mehrmals verpfändet wurde, zuletzt im Jahre 1386 an die Truchsessen von Waldburg. Man sprach dann von der "Pfandherrschaft Bussen".

Bei einer Neueinteilung des habsburgisch-österreichischen Besitzes wurden die Gebiete in Schwaben als "Vorder Österreichische Lande", kurz "Vorderösterreich", bezeichnet. Sitz ihrer Regierung war lnnsbruck.

Angehörige des habsburgischen Hauses wurden von 1438 bis 1806 fast ununterbrochen zum Deutschen König und zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt. In ihrem Wappen führten sie den doppelköpfigen Adler.

Die amtliche Bezeichnung für Altheim hieß dementsprechend mehrere Jahrhunderte lang: "Der kaiserlich-königlich vorderösterreichische, in der Pfandherrschaft Bussen gelegene Flecken Altheim".

Aus der Verpfändung Riedlingens und der Herrschaft Bussen entstanden große Streitigkeiten. Durch Teilung waren in der Familie der Truchsessen von Waldburg mehrere Linien entstanden. Eine davon hatte ihren Sitz in Scheer und dieser unterstand u.a. auch die Pfandherrschaft Bussen.

Die Truchsessen führten ein strenges Regiment. In den Dörfern und besonders in den Städten wurde immer wieder der Wunsch geäußert nach Ablösung aus der Pfandherrschaft und Rückgabe an das habsburgisch-österreichische Haus. Schließlich kam es zu einem offenen Aufstand gegen die Truchsessen. Die Altheimer machten im Juni 1600 den Anfang, die Unlinger schlossen sich an. Mit Hilfe durchziehender brandenburgischer Truppen konnte Truchsess Christoph von Waldburg sie wieder unter seine Botmäßigkeit bringen. Die Altheimer baten in Scheer um Verzeihung und Gnade und versprachen, wieder gehorsam zu sein. Am 21. Oktober 1610 schwor dies die ganze versammelte Gemeinde Altheim. Die Namen aller, die dies schworen, wurden aufgeschrieben; die Liste ist noch bekannt. Etliche, die nicht geschworen hatten, mussten das Dorf verlassen.

Nach dem 30-jährigen Krieg kam es zu einem neuen Streit, aber am 24. Mai 1680 wurde in Innsbruck ein Vertrag geschlossen, der den Streit beendigen sollte: Die Stadt Riedlingen und andere Städte fielen gegen Bezahlung der Pfandschuld an Österreich zurück. Die Städte mussten die Pfandsumme selber aufbringen, was ihnen nicht leicht fiel. Riedlingen musste 6300 Gulden zahlen. Die Landgemeinden konnten einen Geldbetrag aus dem Pfand nicht aufbringen und blieben weiterhin verpfändet. Die Altheimer und Unlinger wehrten sich weiterhin dagegen. Die Oberin des Unlinger Frauenklosters reiste mit Beschwerdeschriften nach Innsbruck. Auch an den Kaiser wandten sich die Gemeinden. Der Truchsess verklagte die Gemeinden in Innsbruck. Die Altheimer und Unlinger drangen mit ihren Wünschen nicht durch, weil der Wortlaut des Innsbrucker Vertrages von 1680 ihren Forderungen klar entgegen stand.

Gleichsam als Trostpflaster erhielten Altheim und Unlingen durch einen kaiserlichen Wappenbrief das Recht, ein eigenes Wappen und Siegel zu führen. Der Altheimer Wappenbrief wurde am 21. Januar 1681 in Linz an der Donau ausgefertigt, der Unlinger ist vom 09. Dezember 1682 datiert.

Die Klagen der Altheimer und Unlinger verstummten nicht. 1686 wollten sich die Unlinger, Altheimer und Hailtinger um 50 000 Gulden aus der Pfandherrschaft loskaufen. Ihr Angebot wurde nicht angenommen; im Gegenteil: Der Innsbrucker Vertrag von 1680 wurde am 12. August 1695 aufs Neue bestätigt. Der Landgemeinden blieben fast 100 Jahre noch verpfändet, bis die Truchsessen von Waldburg im Jahre 1786 ihren ganzen Besitz in unserer Gegend – und damit auch Altheim – um 2 100 000 Gulden an das fürstliche Haus Thurn- und Taxis verkauften.

Die Gemeinde heute

Obwohl Altheim im 19. Jahrhundert immer zu den größeren Gemeinden im Raum Riedlingen zählte, stieg die Einwohnerzahl bis in die sechziger Jahre vergangenes Jahrhunderts nicht über 1000 Personen an.

Kontinuierlich und weitsichtig betriebene Baulandpolitik ließ die Gemeinde dann maßvoll wachsen. Heute beherbergt Altheim allein rund 1692 Einwohner, Heiligkreuztal 260 und Waldhausen rund 194. Die beiden Teilorte waren bis zum 30. Juni 1974 selbständig und sind dann nach Altheim eingemeindet worden. Die Gemeinde und ihre Teilorte zeichnet großes Engagement in Sachen Dorfsanierung aus. So wurde nicht nur der Gasthof "Adler" zum Rathaus mit Bauhofbereich und Vereinsraum umfunktioniert, sondern auch das einstige Lehrerwohnhaus stilgerecht renoviert.

Das barocke Pfarrhaus und die 1861 erbaute ehemalige Schule, die heute vier Gemeindewohnungen beinhaltet, bilden mit der Kirche, gepflastertem Kirchplatz, alten Fachwerkhäusern und Neubauten ein sehenswertes Ensemble im Zentrum des ländlich strukturierten Dorfes, dessen Neubaugebiete in allen Teilorten ihre Bedeutung der Gemeinde als Wohnstätte für Pendler unter Beweis stellen. Die 1991 erstellte Grundschule mit der 1974 erbauten und 1989 sanierten und erweiterten Turn- und Festhalle bildet zentrumsnah eine harmonische Einheit. Aber auch der Strukturwandel macht sich bemerkbar. So nimmt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe immer mehr ab. Die Gemeinde besitzt ein ausgezeichnetes und großzügig angelegtes Feldwege und damit auch Radwegenetz.

Quelle: www.gemeinde-altheim.de


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