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Alte Historische Fotos und Bilder Aspach (bei Backnang), Baden-Württemberg
Wappen Aspach

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Geschichte Aspach (bei Backnang), Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen und ehemaligen Gemeinden Großaspach, Kleinaspach, Allmersbach am Weinberg und Rietenau. Zu diesen Ortsteilen gehören noch weitere räumlich getrennte Weiler und Wohnplätze mit eigenem Namen, die nur sehr wenige Einwohner haben:

zu Großaspach: die Weiler Fürstenhof, Karlshof und Wüstenbachhof und die Wohnplätze Stegmühle und Talmühle.

zu Kleinaspach: die Weiler Altersberg, Einöd, Hintervöhrenberg, Hornungshof, Röhrach (oder Röhrachhof), Sinzenburg, Steinhausen, Völkleshofen und Warthof.

zu Rietenau: das Gehöft Schönenbühl.

Einwohner: 8035

Aspach. Bad Sanatorium, 1957
Bad Sanatorium, Dorfstraße, Ort Panorama, 1957
Aspach. Grossaspach - Co-op Markt
Grossaspach - Co-op Markt, Schule, Dorfstrassen
Aspach. Grossaspach - Kirche
Grossaspach - Kirche, Brucknerstraße, Schule, Friedrich-List-Straße
Aspach. Kleinaspach - Panorama
Kleinaspach - Panorama
Aspach. Kleinaspach - Rathaus
Kleinaspach - Rathaus, Kirche und Albrecht-Bengel-Straße
Aspach. Rietenau - Heil- und Mineralbad
Rietenau - Heil- und Mineralbad
Aspach. Rietenau - Panorama
Rietenau - Panorama
Aspach. Rietenau - Spezereihandlung, 1911
Rietenau - Spezereihandlung und Metzgerei von Ernst Beerwart, 1911

Geschichte

Allmersbach am Weinberg

„Innige“ Verbundenheit mit Kleinaspach bis zur Loslösung im Jahr 1820

Der Ortsteil Allmersbach am Weinberg liegt im Tal des gleichnamigen Bachs und ist in erster Linie von Landwirtschaft, Obst- und Weinbau geprägt. Die Geschichte von Allmersbach ist über viele Jahrhunderte eng mit der von Kleinaspach verknüpft. Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ort, dessen Name sich vom gleichnamigen Gewässer und den Rufnamen „Alamar“ oder „Altmar“ ableiten lässt, im Jahr 1247, als Papst Innozenz IV. dem Frauenstift St. Johannes in Oberstenfeld dessen gesamtes Besitztum - darunter auch Teile von „Almarsbach“ - bestätigte.

Zusammen mit Kleinaspach kam Allmersbach 1357 unter württembergische Herrschaft. Die schon länger unterschwellig vorhandene Abneigung zwischen den Einwohnern beider Orte eskalierte schließlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Grund war der Ausbau der Straße von Backnang durch Kleinaspach nach Oberstenfeld, zu dem auch Allmersbacher Bürger in Fronarbeit herangezogen werden sollten. Diese weigerten sich jedoch mit dem Argument, dass die Straße weder durch ihren Ort noch durch ihre Markung verlaufen würde.

Lange Weinbautradition

Letztlich mussten sie jedoch am Straßenbau mithelfen, bekamen allerdings 1820 die oberamtliche Genehmigung zur Trennung von Kleinaspach. Die Allmersbacher Selbständigkeit, die übrigens nicht das kirchliche Leben mit einschloss, dauerte 152 Jahre und endete mit dem Zusammenschluss der Gemeinde Aspach im Jahr 1972. Dass auch Allmersbach eine lange Weinbautradition besitzt, zeigt sich unter anderem daran, dass bereits für das Jahr 1522 die Existenz einer Kelter belegt ist. Die heute noch von der Weingärtnergenossenschaft Aspach genutzte Kelter stammt allerdings aus dem 18. Jahrhundert.

Die Ortstafeln

Katastrophenpläne sind nichts Neues. Doch wo der moderne Katastrophenplan alles umfasst, von Überschwemmung bis Flugzeugabsturz, richtete er sich früher nur auf eine Eventualität: Dem Einfall feindlicher Truppen. Damit in diesem Fall die Mobilisierung der Einheiten geordnet von sich ging, wurde die Zugehörigkeit der Mannschaften des Beurlaubtenstandes (Reservisten) auf den Ortstafeln angegeben und sie so im Falle der Meldepflicht an ihren Gestellungsort erinnert. Ab 1876 musste deshalb die Einteilung des Landes Württemberg in Landwehr-Bataillone und Kompanie-Bezirke auf den Ortstafeln angegeben werden.

Großaspach

Geteilter Ort mit berühmtem Sohn

Großaspach ist, wie schon der Name sagt, bevölkerungsmäßig der größte Teil von Aspach und liegt westlich von Backnang, im sich nach Südwesten öffnenden Tal des Klöpferbachs.

Im berühmtem Lorscher Codex ist verzeichnet, dass zu einem nicht genauer bestimmten Zeitpunkt zwischen 856 und 864 der Abt Eigelbert von Lorsch seinen Besitz in „Asbach“ an einen hochadligen Herrn namens Volkwin übertragen hat. Dies stellt die erste schriftliche Erwähnung Aspachs dar, wobei sich der Name auf die Pflanzenbezeichnung „Aspe-Espe“ (Zitterpappel) beziehen dürfte und als „Siedlung im/am Espenwald“ gedeutet werden kann.

Obwohl eine klare Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinaspach erst im 14. Jahrhundert erfolgte, geht man heute davon aus, dass mit „Asbach“ in dieser frühen Zeit der Ort Großaspach gemeint ist. Um 1050 wechselte „Aspach“ in den Besitz der Grafen von Calw und gehörte später deren Verwandten, den Grafen von Löwenstein.

Mehrere Renovierungen

Diese verkauften den nun „Großen Aspach“ genannten Ort 1388 an die Familie von Sturmfeder in Oppenweiler. 1442 wurde Großaspach schließlich zweigeteilt, als Swigger von Sturmfeder die Hälfte des Orts an Ulrich von Württemberg verkaufte. Dies hatte zur Folge, dass es in Großaspach bis ins 18. Jahrhundert hinein zwei Schultheißen gab.

1693 wurde der überwiegende Teil des Orts durch französische Truppen dem Erdboden gleichgemacht. Die meisten Gebäude fielen einem verheerenden Brand zum Opfer, so auch das historische Pfarrhaus von 1612, das 1698 wieder aufgebaut wurde und heute – nach mehreren Renovierungen – zu den schönsten Gebäuden Großaspachs zählt.

Das heutige Aussehen der evangelischen Juliana-Kirche, deren Geschichte sich bis ins Jahr 1278 zurückverfolgen lässt, geht auf das Jahr 1780 zurück, als das Kirchenschiff auf einen Umfang von mehr als dem Doppelten der Vorgängerkirche vergrößert wurde.

Vermittler in Nordamerika

1709 wanderte die Großaspacher Familie Weiser nach Nordamerika (Pennsylvania) aus. Conrad Weiser (1696-1760) spielte dort eine wichtige Rolle beim Aufbau des Landes und der Friedenssicherung in den englischen Kolonien, wobei er unter anderem als Vermittler zwischen den einheimischen Indianervölkern und den vordringenden Siedlern tätig war.

Wie die meisten Ortschaften in ländlicher Gegend war auch Großaspach lange Zeit von der Landwirtschaft (Ackerbau und Viehzucht) geprägt, ehe Handwerk und Handel allmählich einen größeren Stellenwert einnahmen. Erst mit der Zuwanderung der Heimatvertriebenen in Folge des Zweiten Weltkriegs explodierte die Bevölkerungszahl von Großaspach und überschritt Mitte der 1950er Jahre erstmals die Marke von 2000 Einwohnern.

Entsprechend dieser Entwicklung entstanden nach und nach neue Wohngebiete. 1964 wurde das Gewerbegebiet „Mairich“, 1983 das Gewerbegebiet „Forstboden“ erschlossen, in denen auch heute noch die meisten Arbeitsplätze der Gesamtgemeinde Aspach angeboten werden.

Kleinaspach

Ursprung im Dunkeln

Im Südwestabfall der Löwensteiner Berge, an der Vereinigung zweier Bachtäler, liegt der beliebte und bekannte Weinort Kleinaspach mit einigen stattlichen Fachwerkhäusern und der 1791/92 errichteten evangelischen Nikolaus-Kirche im alten Dorfkern. Wann Kleinaspach gegründet wurde, lässt sich nicht genau bestimmen, da eine klare Unterscheidung zwischen Klein- und Großaspach erst für das 14. Jahrhundert vorliegt. Erst im Jahr 1357, als die Herren von Lichtenberg ihren Besitz - darunter auch „Clainen Aspach“ - an das Haus Württemberg verkauften, wird der Ort unzweifelhaft benannt. Zu der Gemeinde Kleinaspach gehörten damals schon die Teilorte Allmersbach, Einöd, Altersberg, Völkleshofen, Vöhrenberg, Sinzenburg, Warthof und Röhrachhof. Später kamen noch Steinhausen, Hetzelhof (im 19. Jahrhundert abgegangen), Karlshof und Hornungshof hinzu.

Historische Torkelkelter

Ab 1810 gehörte die Gemeinde Kleinaspach zum Oberamt Marbach, ehe sie dann 1938 dem neu geschaffenen Landkreis Backnang zugeordnet wurde und 1972 als Bestandteil der Gemeinde Aspach zum Rems-Murr-Kreis kam. Besonders erwähnenswert ist noch das an der Gemeindegrenze zum benachbarten Oberstenfeld liegende Segelfluggelände bei Völkleshofen. An die lange Tradition des Weinbaus - für das Jahr 1522 ist erstmals eine Kelter in Kleinaspach schriftlich belegt - erinnert die historische Torkelkelter an der Straße nach Vöhrenberg, die 1793/94 erbaut wurde, bis 1936 in Betrieb war und heute aufgrund der vollständig erhaltenen historischen Einrichtung mit zwei Bäumen das bedeutendste weinbaugeschichtliche Denkmal unseres Landes darstellt.

Rietenau

Streitbare Geister und jede Menge Mineralwasser

Rietenau, das am Ausgang zweier reizvoller Waldtäler (Heiligental und Forstbachtal) liegt, besitzt ähnlich wie Kleinaspach in seinem verwinkelten Ortskern mehrere prachtvolle Fachwerkhäuser. Neben der evangelischen Ulrich-Kirche, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, ist vor allem noch die Brunnenanlage neben dem ehemaligen Badgebäude aus dem Jahr 1826 sehenswert. Im Jahr 1103 wurde „Rietenowa“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort, dessen Name sich von dem Rufnamen „Rioto“ und der Lage in einer Bachaue ableitet, kam in diesem Jahr in den Besitz des Klosters Hirsau. Rund anderthalb Jahrhunderte später – im Jahr 1262 – wurde der Ort an das Dominikanerinnenkloster Mariental in Steinheim/Murr verkauft.

Rietenauer Bad

Dabei geschah das Ungeheuerliche: Die Einwohner von Rietenau, die befürchten mussten, dass das räumlich viel näher liegende Kloster in Steinheim seine Abgaben mit aller Macht eintreiben würde, weigerten sich, den Verkauf anzuerkennen. Der Streit ging vor Gericht und zog sich insgesamt fast acht Jahre hin, ehe die Rietenauer, denen zwischenzeitlich sogar der Kirchenbann angedroht worden war, schließlich nachgeben mussten. Das Rietenauer Bad, das im 15. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt ist, befand sich im darauf folgenden Jahrhundert im Besitz der Familie Minner, deren prachtvolle Grabmale aus Sandstein noch heute in der Ulrichs-Kirche bewundert werden können. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten das Bad und die dazugehörige Wirtschaft mit Tanzsaal und Kegelbahn eine erneute Blütezeit. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neue Quellen erschlossen und mit der Abfüllung von Mineralwasser begonnen. 1958 stellte man schließlich den Badebetrieb ein und konzentriert sich seitdem auf Gewinnung, Abfüllung und Verkauf des Mineralwassers.

Quelle: www.aspach.de


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