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Alte Historische Fotos und Bilder Bempflingen, Baden-Württemberg
Old historical photos and pictures Bempflingen, Baden-Wuerttemberg

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Wappen Bempflingen

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Geschichte von Bempflingen, Baden-Württemberg in Fotos
History of Bempflingen, Baden-Wuerttemberg in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Bempflingen besteht aus den beiden Ortsteilen Bempflingen und Kleinbettlingen.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 3 474

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Bempflingen. Bahnhof
Bahnhof
Bempflingen. Brunnen vor der Kelter
Brunnen vor der Kelter
Bempflingen. Gebäuden
Gebäuden
Bempflingen. Ortsmitte mit Rathaus
Ortsmitte mit Rathaus

Geschichte Bempflingen

Die erste Namensnennung von Bempflingen erfolgte im sogenannten "Bempflinger Vertrag", der im Jahr 1090 geschlossen wurde und in den "Zwiefalter Chroniken Ortliebs und Bertholds" erhalten geblieben ist. Hierin ist leider nichts über die geschichtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse Bempflingens zu erfahren. Aber Bempflingen ist, wie alle Ermstalgemeinden, viel älter und verdankt wohl seinen Namen einem alemannischen Sippenoberhaupt, das mit den Seinen etwa um 600 n.Chr. hier, in dem idyllischen Ermstal zwischen Steidenbach und Krottenbach, seßhaft wurde. Aber auch sie waren nicht die ersten Siedler. Der Flurname "Auf Mauren" auf der Anhöhe links von der Bahnhofstraße weist eindeutig auf einen römischen Siedlungshof hin. Zwei Lanzenspitzen aus jener Zeit wurden dort ausgegraben. Zu dem oft erwähnten Reihengräberfriedhof zwischen Kirche und Bahnhof sind auch während der Bebauungsarbeiten in den Jahren 1953 bis 1958 keinerlei Hinweise gefunden worden.

Spuren einer Burg, nördlich der Kirche, wie in der Ortschronik wiederholt erwähnt, haben sich auch während der Bauerschließungsarbeiten und der Friedhofserweiterung nicht gezeigt.

Weitere urkundlich belegte Hinweise über Bempflingen erhalten wir erst aus den Jahren 1275, 1295, 1297 und 1325 über die Kirche, die schon 1275 dem Heiligen Stephan geweiht wurde. Von 1295 bis 1325 war Bempflingen Sitz des Dekanats, zu dem Dettingen und Pfullingen zählten. Ein Dekan Heinrich von Boenphelingen siegelte Kaufverträge mit seinem Siegel.

Als Ortsherren erschienen ab 1325 die Kaib, ein aus Hohenstein auf der Münsinger Alb stammender Zweig der Adelsfamilie Speth. Ein Benz-Kaib "von der Mühlin, zu Boenphelingen gelegen", Lamparter genannt, ein Frik-Kaib und seine Söhne Hans und Rafen siegelten Zinsverschreibungen und Kaufbriefe mit ihrem Siegel: "Ein sägeartig gezahntes Fangeisen aus einer Wolfsfalle in ihrem Wappenschild."

Im Jahre 1385 schenkte ein Ulrich Kaib alle seine Güter, Rechte und Leute zu Bempflingen dem Kloster Denkendorf. Nach seinem Tode verzichtete das Kloster auf diese Schenkung, mit Ausnahme des Kirchensatzes und des zum Unterhalt der Pfarrei dienenden Widumhofes. Diesen Widumhof verlieh das Kloster als Erblehen; der Hofinhaber hatte jährlich ein Drittel des Ertrages abzuliefern (Drittelhof). Diese enge Bindung an das Kloster Denkendorf blieb bis ins 18. Jahrhundert hinein erhalten.

Beta Kaib und ihr Ehemann Heinrich von Baustetten, seine Stammburg stand bei Laupheim/Biberach, verkauften ein Viertel des Ortes an den Ritter Hans von Lichtenstein bei Neidlingen. In Erbfolge ging dieses Viertel an die Tochter und ihren Ehemann Heinrich von Mansberg bei Dettingen u. Teck über. Die Bempflinger hatten so ein halbes Jahrhundert lang zwei Ortsherren: die Herren von Baustetten mit drei Viertel und die Herren von Mansberg mit einem Viertel Besitzanteil. Das Bempflinger Ortswappen erinnert an jene Zeit, denn es zeigt zu drei Vierteln der Wappenfläche das Wappen der Herren von Baustetten (der in Blau gelegte silberne [weiße] Schrägbalken mit drei roten Pfeilspitzen) und zu einem Viertel das Wappen derer von Mansberg (ein in Silber [Weiß] geschachter Schild). Am 13. August 1448 verkauften die Herren von Baustetten ihren Bempflinger Besitz dem Hause Württemberg um 1800 Florin und einer Jahresrente von 100 Florin für ihren Bruder Rudolf. Das Mansberg-Lichtensteinsche Viertel wurde am 7. Februar 1425 für 399 Florin an das Kloster Güterstein bei Urach verkauft, von wo es im Jahre 1465 im Tausch an Württemberg gelangte. Seitdem war ganz Bempflingen unter württembergischer Herrschaft, bis auf die Zeit von 1634 bis 1648, als nach der verlorenen Nördlinger Schlacht dem besiegten Württemberg die Grafschaft Achalm entzogen wurde und an die Landesherrin von Vorderösterreich kam. Bempflingen gehörte zum Oberamt Urach, zeitweise zum Unteramt Metzingen, bis zum Jahr 1938, als es nach einer Neugliederung Württembergs dem Kreis Nürtingen zugeteilt wurde.

Aus dem Lagerbuch von 1455 erfahren wir, daß Graf Ludwig von Württemberg sein Haus, das zu Bempflingen "im Dorf uff einem steinen Stock steht", dem zurückgetretenen Probst von Denkendorf, Melchior Ringelstein, zu lebenslänglicher Nutznießung überließ. Gemeint ist das "Schlößle", vermutlich der ehemalige Herrenhof, nahe bei den Herrenwiesen gelegen.

Die der Herrschaft selbst gehörigen Güter wurden als Lehen vergeben und waren gültpflichtig. Für die Bempflinger Güter mußte bis ins 16. Jahrhundert hinein immer eine bestimmte Quote ihres Ertrages und nicht, wie sonst üblich, eine feststehende Gült abgegeben werden. In der Regel war es ein Drittel, mindestens aber ein Viertel des gesamten Ertrages, das in Fron nach Urach geliefert werden mußte. Auch die Mühle, schon 1345 in einem Zinsbrief erwähnt, wurde bis 1849 als Lehen vergeben.

Über die Einwohnerzahlen Bempflingens haben wir erst ab 1600 genaue Zahlen. So hatte Bempflingen im Jahr 1602 326 Einwohner, eine Schule und Kirche am Ort, zu der auch die Filialgemeinden Riederich und Kleinbettlingen zählten. Die Nördlinger Schlacht im Jahr 1634 und die Notzeit des 30jährigen Krieges haben auch Bempflingen hart getroffen und die Einwohnerzahl um mehr als die Hälfte verringert. Selbst nach einem weiteren Jahrhundert war die Einwohnerzahl von vor 1634 immer noch nicht erreicht.

Die wirtschaftliche Grundlage der Gemeinde Bempflingen war bis vor 130 Jahren ausschließlich die Landwirtschaft. Mit dem Bau der Baumwollspinnerei und -weberei im Jahr 1853/55 und dem Bau der Eisenbahn Plochingen – Tübingen im Jahr 1859 vollzog sich ein grundlegender Wandel in der Struktur der Erwerbstätigen am Ort. So waren im Jahr 1895 von 792 Einwohnern nur noch 45 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und 55 Prozent in der Industrie und anderen Erwerbszweigen beschäftigt. Dieser Strukturwandel verstärkte sich weiter, was Vergleichszahlen aus dem Jahr 1939 belegen, wo nur noch 26 Prozent in der Landwirtschaft und 74 Prozent in anderen Erwerbszweigen ihren Lebensunterhalt verdienten.

Die Nachkriegsjahre haben Bempflingen durch die Aufnahme von über 600 Vertriebenen aus dem Osten gewaltig verändert. So hat sich die Einwohnerzahl von 1939 bis heute verdreifacht. Bempflingen hat sich nach allen Seiten ausgeweitet und zählt heute zusammen mit dem Ortsteil Kleinbettlingen mehr als 3 200 Einwohner. Das einstige Bauerndorf ist heute zu einer Pendlerwohngemeinde mit Industrieansiedlung herangewachsen.

Geschichte Kleinbettlingen

Kleinbettlingen wird zusammen mit Großbettlingen erstmals im Jahr 1386 urkundlich erwähnt, als Güter "ze großen Betlingen" und "kleinen Betlingen" von Konrad Glaheimer, Kirchherr und Schreiber der Herren von Württemberg, an die Pfarrkirche zu Urach verkauft werden. Ob mit den früheren Nennungen "Batilingen" 1137/1138 (Kopie um 1550) und "Bettelingen" 1275 (Kopie um 1350) Groß- oder Kleinbettlingen oder gar beide gemeint sind, läßt sich nicht eindeutig klären. Naheliegend ist wohl, daß die Gründungsgeschichte beider Gemeinden personen- und besitzbezogene Zusammenhänge vermuten läßt.

Um 1100 war Kleinbettlingen im Besitz der Grafen von Urach und wurde wie Grafenberg, zu dessen Gericht es gehörte, im Jahr 1301 an Württemberg verkauft. Bis 1806 zählte Kleinbettlingen zum Württemberger Amt Neuffen.

Die grundherrlichen Rechte sind im Mittelalter weitgehend zersplittert. Neben den Landesherren sind noch die Dienstmannsfamilie der Kudis (Kudis-Wiesen), die Herren von Sondelfingen (1313 – 1360), das Patriziergeschlecht Munt (1316) und die Herren von Breitenstein (1316 – 1391) als Besitzer zu nennen. Von 3 Kleinbettlinger Höfen lassen sich die grundherrlichen Verhältnisse über Jahrhunderte hinweg verfolgen. Es sind dies "der Hivers-Hof, des Spröchlings-Hof und des Staimers Hof", die der Edelknecht Burkhard Schilling 1441 um 380 Florin erwarb. Durch die Reformation kamen die drei Höfe an das Reutlinger Spital und durch weitere Veräußerungen über den Neckartenzlinger Hans Jakob Spengler an das reiche Nürtinger Spital.

Im Jahr 1602 zählte Kleinbettlingen 69 Einwohner. Nach der Nördlinger Schlacht im Jahr 1634 war der Ort über ein Jahrzehnt unbewohnt. Der Wiederaufbau danach vollzog sich nur schleppend, denn im Jahr 1661 zählte der Ort erst wieder 33 Einwohner, das war die knappe Hälfte des Jahres 1602.

Das Erwerbsleben der Gemeinde Kleinbettlingen beschränkte sich bis zum Jahre 1850 fast ausschließlich auf die Landwirtschaft und Viehzucht. Auch der Weinbau ist seit dem 16. Jahrhundert nachweislich belegt. Die Kleinbettlinger waren in die Bempflinger Mühle und Kelter gebannt. Eine enge Bindung zu Bempflingen hatte Kleinbettlingen durch seine Zugehörigkeit zur Pfarrei Bempflingen, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Bis zum Jahre 1902 wurden auch die Kleinbettlinger Toten auf dem Bempflinger Friedhof bestattet. Der Frucht- und Weinzehnte mußte daher an das Kloster Denkendorf abgegeben werden. Die Kleinbettlinger Kinder gingen bis zum Jahre 1805, mit kurzer Unterbrechung, nach Bempflingen in die Schule. Der Kleinbettlinger Schultheiß Friedrich Gaiser hat im Jahr 1790 an diese gemeinsame Schule eine Stiftung von 100 Florin bereitgestellt. Von den jährlichen Zinsen sollten Bücher und Papier für arme Kinder beider Gemeinden angeschafft werden. Ab dem Jahre 1805 wurde dann für Kleinbettlingen ein Provisor eingesetzt, der in seiner Wohnung, später im Rathaus und ab 1875 im neuen Schulhaus die Kinder unterrichtete.

Das Haufendorf Kleinbettlingen ist erst ab 1918 um eine ganze Reihe von Bauten und Einrichtungen erweitert worden; so das Milchhaus im Jahr 1934, die Pumpstation im Jahr 1934 und die Kanalisation in den Jahren 1946/48. Im Jahr 1950 zählte das Dorf 51 Wohngebäude mit 56 Wohnungen. Das Gewerbe am Ort war von untergeordneter Bedeutung: zwei Gaststätten, das Gasthaus zum "Löwen" und die "Traube", zwei Schneidereien, eine Bäckerei mit Handlung und ein Fuhrunternehmen waren vorhanden.

Es fällt auf, daß die Einwohnerzahl Kleinbettlingens von 1834 (197 Einwohner) bis zum Jahr 1933 (203 Einwohner) über ein Jahrhundert hinweg fast unverändert geblieben ist. Erst nach der Zuweisung von 61 Heimatvertriebenen in den Jahren 1946/1950 ist die Einwohnerzahl auf 270 angewachsen.

Kleinbettlingen ist im Zuge der Gemeindereform seit dem 1.1.1972 Ortsteil der Gemeinde Bempflingen geworden. Obwohl der Ort seit der vorreformatorischen Zeit vielerlei enge Bindungen zu Bempflingen hatte, ist den Kleinbettlingern diese Entscheidung nicht leichtgefallen. Zwischenzeitlich aber kann man feststellen, daß das Zusammenleben der Menschen in den beiden Ortsteilen sehr gut funktioniert und durch die Erschließung von Neubaugebieten eine wohltuende Belebung stattgefunden hat.

Quelle: www.bempflingen.de



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