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Alte Historische Fotos und Bilder Bretzfeld, Baden-Württemberg
Old historical photos and pictures Bretzfeld, Baden-Wuerttemberg

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Wappen Bretzfeld

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Geschichte von Bretzfeld, Baden-Württemberg in Fotos
History of Bretzfeld, Baden-Wuerttemberg in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Die Gemeinde Bretzfeld in ihrer heutigen Form wurde wesentlich durch die Gebietsreform in Baden-Württemberg bis 1975 geschaffen. Sie besteht heute aus diesen Ortsteilen:

  • Die ehemalige Gemeinde Adolzfurt umfasst das 1327 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Adolzfurt, die Weiler Hälden (auch zu Geddelsbach), Hahnenbusch und Hohenacker (auch zu Scheppach) und das Haus Wiesental sowie eine abgegangene Burg auf dem Schloßbuckel, die möglicherweise mit dem 1334 genannten Burgstall „Nuwen Heimeberc“ identisch ist. Adolzfurt gehört seit dem 1. Januar 1975 zur Gemeinde Bretzfeld und hat mit Stand 31. Dezember 2015 1038 Einwohner.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Bitzfeld gehören das Dorf Bitzfeld und der Weiler Weißlensburg sowie die abgegangenen Ortschaften Laubach und Hapbach. Bitzfeld wurde erstmals 1255 urkundlich erwähnt und gehört seit dem 1. Januar 1975 zur Gemeinde Bretzfeld, mit Stand 31. Dezember 2015 leben hier 1755 Einwohner.
  • Der Weiler Brettach gehörte ursprünglich zu Maienfels. Diese Gemeinde wurde am 1. Januar 1974 nach Wüstenrot im Landkreis Heilbronn eingemeindet. Am 1. Januar 1977 wurde Brettach nach Bretzfeld umgemeindet und zählt mit Stand 31. Dezember 2015 172 Einwohner.
  • Die Gemeinde Bretzfeld bestand bis zum 31. Januar 1972 nur aus dem gleichnamigen Dorf. Innerhalb der damaligen Grenzen leben 1984 Einwohner
  • Zur ehemaligen Gemeinde Dimbach gehören das im Jahr 1289 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Dimbach sowie die abgegangene Ortschaft Bayershof. Dimbach gehört seit dem 1. Januar 1975 zur Gemeinde Bretzfeld und zählt mit Stand vom 31. Dezember 2016 900 Einwohner.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Geddelsbach gehören das Dorf Geddelsbach, das erstmals im Jahr 1337 urkundlich erwähnt wurde, und der Weiler Hälden (auch zu Adolzfurt) sowie die abgegangenen Ortschaften Kropfstatt und Himmelsweiler. Seit dem 1. Januar 1975 gehört Geddelsbach zur Gemeinde Bretzfeld und hat mit Stand vom 31. Dezember 2015 253 Einwohner.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Rappach gehören das erstmals 1215 urkundlich erwähnte Dorf Rappach sowie die abgegangene Ortschaft Steinfurt. Das Markungsgebiet Rappach reicht bis Einsteinstraße. Somit befindet sich auch das Bildungszentrum und das in den letzten Jahrzehnten daneben entstandene große Neubaugebiet Steinsfeld, oft genannt "Bretzfeld beim Bildungszentrum", auf Rappacher Markung. Rappach wurde zum 1. Februar 1972 nach Bretzfeld eingemeindet und zählt mit Stand 31. Dezember 2015 1364 Einwohner.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Scheppach gehören das Dorf Scheppach, das erstmals 1257 erwähnt wurde, und der Weiler Hohenacker (auch zu Adolzfurt). Seit dem 1. Januar 1975 gehört Scheppach zur Gemeinde Bretzfeld, mit Stand 31. Dezember 2015 leben hier 1010 Einwohner.
  • Die ehemalige Gemeinde Schwabbach besteht aus dem gleichnamigen, erstmals 1037 urkundlich erwähnten Dorf und gehört seit dem 1. Januar 1975 zur Gemeinde Bretzfeld. Mit Stand 31. Dezember 2015 leben hier 1368 Einwohner.
  • Die ehemalige Gemeinde Siebeneich besteht aus dem gleichnamigen Dorf und wurde erstmals 1335 urkundlich erwähnt. Siebeneich gehörte ursprünglich zu Schwabbach und war von 1836 bis zur Eingemeindung nach Bretzfeld am 1. Januar 1975 selbstständig. Mit Stand 31. Dezember 2015 leben hier 220 Einwohner.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Unterheimbach gehören das 1300 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Unterheimbach und der Weiler Herrenhölzle sowie die abgegangene Ortschaft Hagenawe. Unterheimbach gehört seit dem 1. Januar 1975 zur Gemeinde Bretzfeld und hat mit Stand 31. Dezember 2015 1030 Einwohner.
  • Die ehemalige Gemeinde Waldbach besteht aus dem gleichnamigen, erstmals 1264 urkundlich erwähnten Dorf und gehört seit dem 1. Januar 1975 zur Gemeinde Bretzfeld. Mit Stand 31. Dezember 2015 leben hier 1452 Einwohner.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 12 367

Sehenswürdigkeiten:

Bretzfeld. Bitzfeld - Obere Hauptstraße
Bitzfeld - Obere Hauptstraße, königliches Rentamt, Kloster Heilbronn, Untere Hauptstraße, Münster
Bretzfeld. Brettach - Kirche, Schloß, 1939
Brettach - Kirche, Schloß, 1939
Bretzfeld. Panorama von Brettach mit Schloß Maienfels
Panorama von Brettach mit Schloß Maienfels
Bretzfeld. Panorama von Dimbach
Panorama von Dimbach
Bretzfeld. Panorama von Unterheimbach
Panorama von Unterheimbach
Bretzfeld. Panorama von Unterheimbach
Panorama von Unterheimbach
Bretzfeld. Panorama von Waldbach, Schulhaus, Kirche
Panorama von Waldbach, Schulhaus, Kirche
Bretzfeld. Bahnhofsrestauration von Otto Kircher, 1905
Bahnhofsrestauration von Otto Kircher, 1905

Geschichte der Ortsteile

Adolzfurt

Die Ortschaft Adolzfurt wurde erstmals 1327 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit lautete der Ortsname Adelhardtsfurth. Der Name des Ortes ist wohl von dem Personennamen Adelhard abgeleitet.

Im 13. Jahrhundert war Adolzfurt unter der Herrschaft Weinsberg. 1336 gingen die Hoheitsrechte auf die Fürsten von Hohenlohe über. Ebenfalls im Jahre 1336 wurde Adolzfurt durch Kaiser Ludwig das Stadtrecht verliehen, es erlangte jedoch nie große städtische Bedeutung, und so erscheint es ab 1350 in den Urkunden wieder als Dorf. 1806 wurde Adolzfurt Württemberg einverleibt und gehörte dann zum Oberamt Neuenstein. Ab 1812 kam der Ort unter die Verwaltung des Oberamtes Öhringen, aus dem 1938 der Landkreis Öhringen wurde. Anlässlich der Kreisreform ging Adolzfurt 1972 in den neugebildeten Hohenlohekreis über. 1975 wurde die Ortschaft im Zuge der Gemeindereform der Gesamtgemeinde Bretzfeld angegliedert. In der heutigen Gemeinde Bretzfeld ist Adolzfurt der einzige Ortsteil, der nie dem Oberamt Weinsberg angehört hat.

Der Weinbau, der seit jeher in Adolzfurt eine bedeutende Rolle gespielt hat, wird ebenfalls 1327 erstmals urkundlich erwähnt. Die Adolzfurter Weinberge gehören heute alle zur Großlage "Schneckenhof".

Bitzfeld

Bitzfeld wurde 1260 erstmal urkundlich erwähnt. Das Dorf gehörte ursprünglich zum Reichsgut um Weinsberg, kam dann jedoch an die Herrschaft Weinsberg. 1446 wurde Weinsberg an die Kurpfalz verkauft. Aufgrund des bayrischen Erbfolgekriegs wurde die Herrschaft Weinsberg 1504 Württemberg zugeschlagen.

Beim Oberamt Weinsberg verblieb Bitzfeld dann bis zu dessen Auflösung im Jahre 1926. Ab 1926 gehörte es dem Oberamt Öhringen an, aus dem 1938 der Landkreis Öhringen wurde. 1972 wurde der Ort Bestandteil des neugegründeten Landkreises Hohenlohekreis und 1975 Teilort der Gemeinde Bretzfeld.

Nach den Urkunden zu schließen, galt Bitzfeld 1495 als sehr armes Dorf. Bis zum 19. Jahrhundert hat sich dieses Bild jedoch grundlegend gewandelt. In der Oberamtsbeschreibung des Jahres 1861 heißt es wörtlich:" Die ökonomischen Verhältnisse des Einwohner gehören zu den ziemlich guten bis guten."

Der Weinbau spielte in Bitzfeld eine wichtige Rolle. Vor allem aber war die Rinderzucht im 18. und 19. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Auch die Schweinehaltung und der Obstbau haben im vergangenen Jahrhundert mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Als erstes Dorf Bretzfelds wurde Bitzfeld im Jahre 1980 in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen, was zu einer Ortsbildverschönerung führte.

Ein intaktes Vereinsleben prägt den Ort. Dies hat zur Folge, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl in Bitzfeld besonders ausgeprägt ist. Im Übrigen wird in Bitzfeld gerne "gefestelt". (Heimatbuch Bitzfeld: "Ein Dorf an der Grenze", 2010)

Weißlensburg

Die Sage, der Name des Ortes und die Flurnamen weisen darauf hin, dass am südöstlichen Ortsrand von Weißlensburg eine Burg gestanden haben muss. Im Jahre 1837 wurde Weißlensburg als Folge des Schulgesetztes mit der Schultheißerei Bitzfeld verbunden. Ackerbau und Viehzucht sind heute nur noch zum Teil die Haupterwerbsquellen. Von ursprünglich sieben Steinbrüchen ist lediglich noch ein Betrieb, bis 2005 Firma Kern jezt BMK, übriggeblieben, welcher sich durch unternehmerischen Weitblick zu einem bedeutenden modernen Betrieb entwickelt hat.

Brettach

Brettach wird seit 1376 als Ober- und Niederbrettach urkundlich erwähnt. Das Schicksal des Weilers Brettach war bis in die neuere Zeit eng mit dem der Burg Maienfels verbunden.

Das Dorf war bis 1423 im Besitz der Herren von Weinsberg, die es in diesem Jahr an die Kurpfalz verkauften. Im Jahre 1805 fiel die Burg Maienfels und damit auch Brettach auf Veranlassung des französischen Kaisers Napoleon an Württemberg. Bis 1809 bildete der Burgfriede Maienfels das Patrimonialamt Maienfels des Oberamtes Neuenstein im Kreis Öhringen.

Ab 1809 war Brettach Bestandteil des Oberamtes Weinsberg bis zu dessen Auflösung im Jahre 1926. Bis 1972 war das Dorf in das Oberamt, ab 1938 in den Landkreis Öhringen, eingegliedert. Von 1972 bis 1977 gehörte Brettach dann kurzzeitig dem Landkreis Heilbronn an. Seit 1.1.1977 ist die Ortschaft Teilort der Gemeinde Bretzfeld und gehört damit zum Hohenlohekreis.

Bemerkenswert ist, dass die Weiler Kreuzle und Busch, die heute zur Gemeinde Wüstenrot gehören, aus Brettach erwachsen sind. Der Weinbau hatte in Brettach, aufgrund des relativ rauhen Klimas, seit jeher keine Bedeutung. Von allen Ortschaften im Bereich des Maienfelser Burgfriedens weist Brettach jedoch neben Oberheimbach die wärmsten Temperaturen auf, und so wird hier schon immer der Obstbau verstärkt betrieben.

Bretzfeld

Bretzfeld wird im Jahre 1037 erstmals als Bretesfeld genannt. Bis 1423 war Bretzfeld je zur Hälfte unter der Obrigkeit des Öhringer Stifts und im Reichsbesitz. Das Reichsgut wurde von den in Weinsberg ansässigen kaiserlichen Ministerialen verwaltet.

Auf diesem Wege gelangte Bretzfeld unter den Einfluss der Herren von Weinsberg, die hier auch die hohe Gerichtsbarkeit ausübten. 1423 kam Bretzfeld mit anderen weinsbergischen Orten durch Verkauf an die Pfalz. 1504 wurde die Ortschaft württembergisch. 1806 kam sie an den Kreis Heilbronn, 1812 an das Oberamt Weinsberg.

Hier verblieb Bretzfeld bis zur Auflüsung des Oberamtes Weinsberg im Jahre 1912 und wurde dann in das Oberamt Öhringen, ab 1938 Landkreis Öhringen eingegliedert. Bei der Neugliederung der Landkreise wurde die Ortschaft 1972 dem Hohenlohekreis angeschlossen. Nach der Gemeindereform im Jahre 1975 wurde aus Bretzfeld die Verwaltungszentrale der neugebildeten Gesamtgemeinde Bretzfeld. Der Ort erlangte jedoch schon früher, nämlich durch den Bau der Eisenbahnstation, besondere Bedeutung. Der Eisenbahnanschluss führte früh zur Bildung von Arbeitersiedlungen und trug damit zu einem beschleunigten Bevölkerungszuwachs bei.

Eine bedeutende Rolle im Bauernkrieg spielte der Bretzfelder Schultheiß Hans Koberer beim Angriff auf Weinsberg.

Der Weinbau ist in Bretzfeld seit 1357 bezeugt und war schon in früherer Zeit sehr bedeutsam. Bretzfeld war insbesondere wegen seiner vorzüglichen Schillerweine sehr bekannt. Zwischen 1939 und 1960 verlor der Weinbau jedoch etwas an Bedeutung, die Rebfläche ging von 22 ha auf 17 ha zurück. Obwohl sich die Weinberge am Lindelberg in guter Lage befinden, war der Weinbau wegen der nicht ausreichenden Erschließung der Anbaugebiete behindert. Diesem Umstand hat allerdings die Rebflurbereinigung am Lindelberg abgeholfen.

Dimbach

Dimbach wurde 1289 erstmals als Tindebach urkundlich erwähnt. Bis 1311 war die Ortschaft unter der Herrschaft von Weinsberg. Danach kam sie an das Kloster Lichtenstern bis nach der Reformation Württemberg die Herrschaft übernahm.

Dimbach gehörte dann bis 1806 dem Klosteramt Lichtenstern an, das 1807 dem Landkreis Heilbronn zugeteilt wurde. Nach der Auflösung des Amtes Lichtenstern gehörte Dimbach dem Oberamt Weinsberg bis zu dessen Auflösung 1926 an.

Danach wurde es in das Oberamt, ab 1938 Landkreis Öhringen, übernommen. 1972, bei der Bildung des Hohenlohekreises, wurde der Ort in diesen einbezogen. Seit 1975 gehört Dimbach zur Großgemeinde Bretzfeld.

Der Weinbau spielt in Dimbach nur eine untergeordnete Rolle, wird allerdings bereits 1311 urkundlich erwähnt. Die hiesige Kirche ist unausgebaut geblieben und war mindestens seit der Reformation genutzt. Kirchlich war Dimbach ohnehin seit jeher eine Filiale von Waldbach.

Geddelsbach

Geddelsbach wird erstmals 1337 als Geydelsbach urkundlich erwähnt. Ob Geddelsbach im 13. Jahrhundert Zubehör der Burg Heimberg ( heute als Ruine Hellmath bekannt ) oder der Burg Maienfels war, ist heute nicht eindeutig geklärt. Im 15. Jahrhundert war Geddelsbach jedenfalls im Besitz der Familie Berler, einer Haller Patrizierfamilie. 1482 wurde Gedelsbach von Heinrich Berler an Graf Kraft zu Hohenlohe verkauft. Bei den Hohenlohern blieb Geddelsbach bis zum Jahr 1806.

In diesem Jahr fiel es an Württemberg. 1809 wurde es in das Oberamt Öhringen eingegliedert, kam aber 1812 an das Oberamt Weinsberg. Hier verblieb die Ortschaft bis zur Auflösung des Oberamtes Weinsberg zum 1.April 1926 und wurde dann vom Oberamt Öhringen, seit 1938 Landkreis Öhringen, übernommen.

Nach der Kreisreform 1972 wurde Geddelsbach dem Hohenlohekreis zugesprochen. Seit 1975 gehört die Ortschaft, die vorher zusammen mit Maienfels verwaltet wurde, zur Gemeinde Bretzfeld.

Der Weinbau ist seit 1573 bezeugt und hat in Geddelsbach große Bedeutung. Infolge von Rebkrankheiten wurde sie nach der Jahrhundertwende jedoch etwas geschmälert. Von 1908 bis 1933 ging auf der Gemarkung Geddelsbach die Rebanbaufläche von 40 ha auf 33 ha zurück.

Von 1939 bis 1960 verringerte sich die Anbaufläche nochmals von 24 ha auf 17 ha. Nach dem Auftreten der Reblaus im Jahre 1953 wurde in Geddelsbach die gesamte Rebanbaufläche bereinigt. Auf der neuen Fläche wachsen vor allem Weißweine, von denen besonders der „Geddelsbacher Schneckenhof" überregionale Wertschätzung genießt.

Rappach

Rappach wird erstmals 1215 als Rohbach erwähnt. 1253 heißt es Rotbach und 1277 Rotpach, seit dem 16. Jahrhundert nur noch Rappach. Der Ort, dessen Name wahrscheinlich von einem roten Bach herzuleiten ist, dürfte im 9. oder 10. Jahrhundert entstanden sein.

Die ersten Ansiedlungen sind wohl auf dem Landrücken zwischen den Flüsschen Brettach und Dimbach bei der Kirche entstanden. Der zwischen dem Dimbach und dem Schwabbach liegende Ortsteil dürfte im Anschluss an die Burg entstanden sein. Von der Burg, die in der Nähe des sogenannten „Edelmannhofes" gestanden haben dürfte, ist keine Spur mehr vorhanden.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Rappach sehr häufig. Es ist anzunehmen, dass Rappach bis 1450 unter der Herrschaft der Reichsministerialen von Weinsberg war.

1450 kam der Ort an die Pfalz und 1504 an Württemberg. Als selbständige Schultheißerei des Bitzfelder - bzw. seit 1807 Bretzfelder Stabs, kam es 1806 zum Kreis Heilbronn und 1812 zur Landvogtei am unteren Neckar. Nach Auflösung des Oberamtes Weinsberg 1926 wurde Rappach in das Oberamt Öhringen, ab 1938 dem Landkreis Öhringen, eingegliedert. Bei der Kreisreform 1972 wurde Rappach in den neugebildeten Hohenlohekreis übernommen und ebenfalls seit 1972 auf freiwilliger Basis gemeinsam mit Bretzfeld verwaltet.

Rappach, seit wenigstens 1824 selbständige Gemeinde, wird 1975 Bestandteil der Großgemeinde Bretzfeld.

Der Ort erfuhr am Anfang der 80er Jahre eine Erweiterung im großen Stil, als das Neubaugebiet „Steinsfeld" begründet wurde. Bemerkenswert ist, dass hier in früherer Zeit ein Ort Steinfurt bestanden hat, der aber schon vor längerer Zeit abgegangen ist. Quellen aus dem 16. Jahrhundert geben hierfür Hinweise.

Besonders zu erwähnen ist die Rappacher Kirche, die wohl zu den ältesten im Umkreis zählt und früher ein Wehrturm, später eine Kapelle war. Im 15. Jahrhundert wurde die Westwand durchbrochen und das eigentliche Kirchenschiff im romanischen Baustil angebaut. In der Kirche, die unserer lieben Frau St. Jakobus und St. Johannes geweiht ist, kann man 18 Fresken besichtigen, welche die Passions- und Ostergeschichte schildern. Die Gemälde wurden bei Renovierungsarbeiten 1966/67 freigelegt und restauriert.

Die Bevölkerung von Rappach hatte ihr Auskommen hauptsächlich in der Land- und Forstwirtschaft. Noch 1961 gingen 54,5% der Erwerbspersonen einer Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft nach. Heute gibt es nur noch sehr wenige landwirtschaftliche Betriebe. Auch der Weinbau spielte in früheren Jahren eine größere Rolle als heute, was die große Kelter inmitten des Ortes bezeugt. Urkundlich bereits 1343 erwähnt, befanden sich die besten Lagen am „Breuningersrain" und im „Himmelreich".

Scheppach

Die Ortschaft Scheppach wird erstmals 1257 als Schepach urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert war Scheppach Reichsbesitz. Nach dieser Zeit lag der Ort an der Grenze der löwensteinischen und weinsbergischen Herrschaftsbereiche. 1407, als sich die Gemeinde Scheppach in den Schutz Konrads von Weinsberg begab, wird sie endgültig weinsbergisch. 1423 wird der Ort an die Kurpfalz verpfändet, mit der Kurpfalz kam er in späterer Zeit an Württemberg.

Nach Schaffung der Oberämter wurde Scheppach in das Oberamt Weinsberg eingegliedert. Nach der Auflösung des Oberamtes Weinsberg wurde die Gemeinde Bestandteil des Oberamtes Öhringen, ab 1938 Landkreis Öhringen. Seit 1972 gehört Scheppach dem Hohenlohekreis an und seit 1975 der Gesamtgemeinde Bretzfeld.

Scheppach wurde im 15. Jahrhundert zweimal stark zerstört. 1445 fiel es einer Fehde Hohenlohes mit denen von Berlichingen zum Opfer und 1449 wurde die Ortschaft im Städtekrieg stark mitgenommen.

Bemerkenswert ist, dass in der amtlichen Kreisbeschreibung von 1861 die „ausgezeichnete Zungenfertigkeit der Scheppacher Weiber" erwähnt wird.

Der Weinbau in Scheppach ist seit 1528 bezeugt, ging jedoch ab der Jahrhundertwende stark zurück und wurde in den Fünfziger Jahren völlig eingestellt. Der Grund hierfür war, dass sich das ehemalige Weinbaugebiet „Essigkrug" in einer relativ niedrigen Lage befand und so die Reben selten von den Frühjahrsfrösten verschont blieben.

Schwabbach

Die Ortschaft wird 1037 erstmals als Suabbach erwähnt. Die hohe und niedrige Obrigheit lag bis 1446 bei den Herren von Weinsberg, danach wurde der Ort an die Kurpfalz verkauft. Zusammen mit Weinsberg fiel Schwabbach 1504 an Württemberg. 1806 kam es an den Kreis Heilbronn, 1812 zur Landvogtei am unteren Neckar.

Später war Schwabbach Bestandteil des Oberamtes Weinsberg, bis dieses im Jahre 1926 aufgelöst wurde. Ab 1926 wurde der Ort in das Oberamt Öhringen, später Kreis Öhringen, übernommen. Nach der Kreisreform 1972 wurde Schwabbach in den Hohenlohekreis einbezogen und gehört seit 1975 zur Gemeinde Bretzfeld.

Im Bauernkrieg herrschte von Seiten der Schwabbacher rege Beteiligung. 1514 versammelten sich hier die aufständischen Bauern und zogen nach Schorndorf, außerdem war der Schwabbacher Schultheiß Dionysius Schmid ein bedeutender Bauernführer und maßgeblich an der Erstürmung Weinsbergs im Jahre 1525 beteiligt.

Der Weinbau in Schwabbach ist seit 1528 bezeugt, er ging seit der Jahrhundertwende nur wenig zurück. Der Schwabbacher „Schloßberg" gehört zu den überaus bekannten Weinlagen.

1495 wurden zirka 200 Seelen gezählt, diese Zahl stieg bis 1769 auf etwa 297 an. 1806 wurden bereits 418 Einwohner gezählt.

Siebeneich

Siebeneich wird 1335 unter dem heutigen Namen erstmals urkundlich erwähnt. Obwohl er bereits anfänglich unter der heute bekannten Schreibweise in den Urkunden erscheint, unterlag der Ortsname zahlreichen Wandlungen (1505 lautete die Schreibweise des Ortsnamens „Sybenaych"). Die Ortschaft Siebeneich entstand aus wenigen zusammengewachsenen Einzelhöfen.

Bis 1836 war sie mit Schwabbach verbunden, danach war Siebeneich eine selbständige Gemeinde. Die Ortsherrschaft lag bis in das Jahr 1450 bei den Herren von Weinsberg, dann wurde der Ort an die Pfalz verkauft.

Durch den bayerischen Erbfolgekrieg gelangte Siebeneich 1504 an Württemberg. 1806 wurde die Ortschaft dem Oberamt Weinsberg im Kreis Heilbronn zugeteilt. Seit 1812 war der Ort Bestandteil der Landvogtei am unteren Neckar. Nach der Auflösung des Weinsberger Oberamtes im Jahre 1926 wurde Siebeneich an das Oberamt Öhringen angegliedert, aus dem später der Kreis Öhringen entstand. Nach der Kreisreform 1972 ging die Ortschaft in den Hohenlohekreis über. Seit 1975 ist Siebeneich ein Teilort der Gemeinde Bretzfeld.

Der Weinbau wird bereits 1335 urkundlich erwähnt. Schon im 19. Jahrhundert galt der Ort als eine der bedeutendsten Weinbaugemeinden der Umgebung. Der Bekanntheitsgrad des Siebenreicher „Himmelreich" dokumentiert, dass der Weinbau hier auch heute noch die beherrschende Rolle spielt.

Zusätzlich wird Siebeneich von einer modernen Landwirtschaft geprägt. Dort wird in großem Stil Anbau von Sonderkulturen betrieben.

Unterheimbach

Unterheimbach ist erstmals seit 1300 als Heinebach urkundlich erwähnt. Zu früherer Zeit war Unterheimbach unter der Obrigheit verschiedener Fürsten, fiel aber Anfang des 19. Jahrhunderts an Württemberg. Zu diesen Fürsten zählten auch die Herren von Heimberg, von denen heute noch die Ruine der Burg Heimberg (heute fälschlicherweise oft als „Ruine Hellmath" bezeichnet) zeugt.

Unklar ist, ob das in Unterheimbach befindliche, sogenannte „hohe Haus" der Teil einer historischen Schlossanlage ist.

Sicher ist, dass dieses Gebäude bereits sehr bald im Besitz der Hohenloher war und seit dem 16. Jahrhundert als Sitz der gräflichen Forstmeister diente. 1810 fiel Unterheimbach an das Oberamt Öhringen, 1811 an das Oberamt Weinsberg. Nachdem das Oberamt Weinsberg im Jahre 1926 aufgelöst wurde, wurde Unterheimbach wiederum dem Oberamt Öhringen, ab 1938 Landkreis Öhringen, zugeteilt. Seit der Kreisreform 1972 ist Unterheimbach Bestandteil des Hohenlohekreises und seit 1975 gehört es zur Gemeinde Bretzfeld.

Der Weinbau spielt in Unterheimbach eine beachtliche Rolle, er ist seit 1537 bezeugt. Der Bekanntheitsgrad der Lage „Schneckenhof" beweist, dass die Weinbauwirtschaft auch heute noch in Unterheimbach einen großen Stellenwert einnimmt.

Waldbach

Die Ortschaft Waldbach wird erstmals 1264 als Waltbach urkundlich erwähnt. Das Dorf war zu Anfang des 14. Jahrhunderts unter der Oberherrschaft der Grafen von Löwenstein. Von diesen gelangte es noch vor dem Jahr 1375 in den Besitz des Hauses Habsburg. Im Austausch mit dem Dorf Gerabronn kam Waldbach dann im Jahre 1387 an Hohenlohe. Von 1450 bis 1504 nahm hier die Kurpfalz die Rechte der Oberhoheit wahr, danach wurde das Dorf württembergisch.

Im Jahre 1534 wurde die Reformation durchgeführt, in deren Folge Waldbach dann dem Klosteroberamt Lichtenstern unterstellt wurde. Von 1806 bis 1807 gehörte es, nachdem die Klosterämter aufgelöst wurden, zum Amt Lichtenstern im Kreis Heilbronn. Ab 1807 war Waldbach Bestandteil des Oberamtes Weinsberg und nach dessen Auflösung, des Oberamtes Öhringen aus dem ab 1938 der Landkreis Öhringen wurde. Nach der Kreisreform 1972 wurde die Ortschaft in den Hohenlohekreis übernommen, seit 1975 ist sie Teilort der Gemeinde Bretzfeld. Besonders kirchlich war das Dorf schon immer von großer Bedeutung.

So war seit 1264 der Waldbacher Pfarrer zugleich Dekan des Weinsberger Kapitels (Dekanat). Den kirchlichen Stellenwert Waldbachs unterstreicht zusätzlich die stattliche Kilianskirche, die über die schönste Barockdecke des Unterlandes verfügt. Die Kirchengemeinde Waldbach umfasst zusätzlich Dimbach.

Erwähnenswert ist auch die starke Beteiligung am Bauernkrieg. 1525 wurde Waldbach von den hellen Haufen geplündert. Trotzdem sind darauf viele Bürger mit den hellen Haufen vor Weinsberg gezogen.

Bei der darauf stattfindenden Schlacht um Weinsberg ließen sieben Waldbacher ihr Leben. Ein Bürger des Dorfes, Ulrich Metzger, war ein bedeutsamer Bauernführer.

Der Weinbau in Waldbach wird bereits 1438 bezeugt und hat auch heute noch größere Bedeutung. Die Weinlagen der Gemarkung gehören alle zur Großlage „Himmelreich".

Quelle: bretzfeld.de



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