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Alte Historische Fotos und Bilder Bad Dürrenberg, Sachsen-Anhalt
Old historical photos and pictures Bad Dürrenberg, Saxony-Anhalt

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben

Wappen Bad Dürrenberg

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Geschichte von Bad Dürrenberg Land Sachsen-Anhalt in Fotos
History of Bad Dürrenberg, Saxony-Anhalt in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Stadtgliederung

Bad Dürrenberg mit Balditz, Goddula-Vesta, Keuschberg, Kirchfährendorf, Lennewitz, Ostrau, Porbitz-Poppitz

Nempitz mit Oetzsch und Treben

Oebles-Schlechtewitz

Tollwitz mit Ellerbach, Kauern, Ragwitz, Teuditz und Zöllschen

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 11 745

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Bad Dürrenberg. Borlachturm
Borlachturm
Bad Dürrenberg. Gradierwerk - Kinder auf Esel, 1926
Gradierwerk - Kinder auf Esel, 1926
Bad Dürrenberg. Inhalierhalle, 1912
Inhalierhalle, 1912
Bad Dürrenberg. Kinderheim, Stadtrat Otto-Meissner-Stiftung
Kinderheim, Stadtrat Otto-Meissner-Stiftung
Bad Dürrenberg. Kurhaus und Gradierwerk, 1966
Kurhaus und Gradierwerk, 1966
Bad Dürrenberg. Kurheim Karl Liebknecht, 1956
Kurheim Karl Liebknecht, 1956
Bad Dürrenberg. Salzamt und Kunstturm, um 1940
Salzamt und Kunstturm, um 1940
Bad Dürrenberg. Trinkhalle, Trinkmännchen, 1961
Trinkhalle, Trinkmännchen, 1961

Geschichte von Bad Dürrenberg

Chronik

  • 6500 v.Chr. – nachgewiesene Besiedlung im Bereich des heutigen Ortsgebietes
  • 15. März 933 das deutsche Ritterheer unter Führung König Heinrich I besiegt in der sogenannten „Ungarnschlacht“ die eingefallenen Ungarn
  • 5. Juli 993 erste urkundliche Erwähnung des Ortsteiles Keuschberg: König Otto I. schenkt dem Kaplan Günther zwölf königliche Hufen im Dorfe Uglici (Öglitzsch) im Burgwart Cuskiburg (Keuschberg)
  • 1012 erste Erwähnung der Kirche Keuschberg
  • 1320 erste Erwähnung von Kirchdorf
  • 1333 Oebles wird als slawische Siedlung „Obeliz“ erstmals urkundlich erwähnt
  • 1333 erste urkundliche Erwähnung der Salzgewinnung in Teuditz
  • 1348 erste urkundliche Erwähnung des Rittergutes von Wolfferstorff „Uffm dürren Berge“
  • 1472 erste urkundliche Erwähnung von Slechtewitz, dem späteren Schlechtewitz
  • 1632 nach der Schlacht bei Lützen werden die Dörfer geplündert und gebrandschatzt
  • 1741 Der kurfürstlich-sächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach (1687-1768) unternimmt Bohrversuche bei Keuschberg
  • 1757 Unterbrechung der Schachtarbeiten durch den siebenjährigen Krieg
  • 1763 Bohrung erfolgreich, seither ständiger Solefluss (10,63 Prozent Salzgehalt)
  • 1836 Eröffnung der Tollwitzer-Dürrenberger Feldbahn (4,5 km) mit dem ersten deutschen Eisenbahntunnel (133 m)
  • 1845 Errichtung des ersten Badehauses
  • 1856 Feierliche Inbetriebnahme der Bahnstrecke von Leipzig über Barneck, Markranstädt, Kötschau, Dürrenberg nach Corbetha.
  • 1914/15 Bau der ersten Saalebrücke (Straßenbrücke)
  • 1930 Gründung der Großgemeinde Dürrenberg
  • 1934 Skelettfunde aus der Mittelsteinzeit im Kurpark (Dürrenberger Schamanin)
  • 1935 Verleihung des Prädikats "Bad", seither "Bad Dürrenberg"
  • 1946 Verleihung des Stadtrechts
  • 1950 Eingemeindung von Kirchfährendorf und Goddula-Vesta
  • 1963 Einstellung der Produktion von Siedesalz
  • 1964 Ende des Badebetriebes in Bad Dürrenberg
  • 1994 Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg mit Oebles-Schlechtewitz, Tollwitz, seit 1998 Spergau und seit 2006 Nempitz
  • erfolgreiche Niederbringung der neuen Solequelle DUE 1/99
  • 24. Juni 2000 Inbetriebnahme des neuen Solebrunnens
  • 2003 Sanierung der ehemaligen Trinkhalle im Kurpark und Wiedereröffnung für Soleanwendungen
  • 2006 Verleihung des Prädikates „Staatlich anerkannte Heilquelle“ für die Solequelle DUE 1/99
  • 2008 Verleihung des Prädikates "Staatlich anerkannter Erholungsort"
  • 2009 Aufnahme Bad Dürrenbergs in die Europäische Route der Industriekultur (ERIH-Route)
  • 01. Juli 2009 Eingemeindung von Oebles-Schlechtewitz• 01. Januar 2010 Eingemeindung der Orte Tollwitz und Nempitz
  • Oktober 2017 - Aufnahme des Kurparkes in das touristische Landesprojekt des Landes "Gartenträume"
  • Februar 2018 - Aufnahme der Laubenganghäuser und des Marktplatzes in das landesweite Netzwerk "Das Bauhaus Dessau und die Orte der Moderne in Sachsen-Anhalt"

Die (Bad) Dürrenberger Schamanin

Mitten im Kurpark von Bad Dürrenberg wurde 1934 bei Bauarbeiten ein sensationeller Fund gemacht – das Grab einer Frau.

Vor ca. 8000 Jahren wurde sie hockend, mit einem Kind im Schoß, begraben.

Die Einbettung in eine dicke Schicht Rötelerde, die ungewöhnlich reichen Grabbeigaben (gelochte Wildschweinhauer, Ur- und Wisentschneidezähne, Rehschädel mit Geweih sowie Steinwerkzeuge (Mikrolithen) und anatomische Besonderheiten (Halswirbelanomalie) der Urahnin, welche Trancezustände wahrscheinlich machten, bringen die Archäologen zu einer Erkenntnis:

Bei dieser Frau handelt es sich um eine Grenzgängerin zwischen Menschen- und Geisterwelt, also einer Schamanin.

Ungewöhnlich ist die Grabbeigabe männlicher Statussymbole. So fand man ein Beil, Mikrolithen (Teile von Waffen), Pfrieme zur Netzherstellung sowie Retuscheur (zum Klingenschlagen). Diese Beigaben bei einer Frau lassen auf ein hohes Ansehen schließen. Jedoch nicht nur die Grabbeigaben sind bemerkenswert, auch ihre Körpergröße, mit 164 cm in ihrer Zeit als sehr groß, lassen sie als außergewöhnlich erscheinen.

Geschichte als Kurort

Um 1800 konnte der Arzt Dr. med. Johann Wilhelm Tolberg die Heilwirkung der Sole in vielen Fällen nachweisen und errichtete in Salzelmen das erste Solbad.

1846 wurden auch in Dürrenberg die ersten Wannen für Solebäder aufgestellt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erstmals kamen dann auch Fremde nach Dürrenberg. Der Ort der Salzproduktion wurde zum Badeort.

1869 waren es 1000 Bäder, die durch das Mischen von Sole mit Leitungswasser als etwa dreiprozentige Lösung verabreicht wurde. Die Möglichkeit der Freiluftinhalation an den Gradierwerken wurde nach 1870 durch einen Inhalierraum bedeutend verbessert. Nach und nach wurden weitere Behandlungsmöglichkeiten geschaffen. Licht-, Moor-, Kohlensäure-, Sauerstoff-, Mutterlaugen- und Jodsolbäder waren möglich, Massagen und Trinkkuren konnten verabreicht werden.

Der 1. Weltkrieg brachte den Badebetrieb zum Erliegen. Erst 1927 erwachte Dürrenberg als Kur- und Badeort zu neuem Leben.

1935 wurde Dürrenberg auf Grund seiner Kurerfolge, welche nicht weniger erfolgreich waren als die anderer berühmter Kurorte, der Titel „Bad“ zuerkannt.

Der 2. Weltkrieg brachte Bad Dürrenberg mit seinen Einrichtungen zur Salzgewinnung und dem Kurbetrieb großen Schaden. Erst 1948 kamen Patienten wieder zur Kur. Stetig stieg die Zahl der verabreichten Bäder und Therapien in Bad Dürrenberg. 1960 waren es ca. 30000 Bäder und 75000 Inhalationen.

Die eingeschränkten Kapazitätsmöglichkeiten konnten jedoch die steigenden Kuranfragen nicht mehr bewältigen. Auch die sich erweiternde Chemieindustrie führte letztlich zur Schließung des Kurbetriebes im Jahre 1965.

Mit der politischen Wende im Herbst 1989 entstand für Bad Dürrenberg die Möglichkeit, sich wieder als Ort der Erholung und Soleanwendung zu etablieren. Wichtige Schritte hin zum Kurort waren 2006 die Verleihung „Staatlich anerkannte Heilquelle“ und 2008 der Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Chronik der Saline

Dank seiner geologischen Verhältnisse verfügt das (heutige) Land Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem benachbarten Niedersachsen über eine besonders große Dichte historisch bedeutsamer Salinestandorte. Die Salinen bildeten neben dem Erzbergbau über Jahrhunderte die Grundlage für die wirtschaftliche Bedeutung sowie die industriell führende Stellung der Regionen. In der Vergangenheit hatten die Salinen neben ihrer wirtschaftlich-industriellen auch eine erhebliche politische Bedeutung. An ihren erhaltenen Zeitzeugen spiegelt sich damit die Kulturgeschichte vergangener Jahrhunderte wider. In diesem Zusammenhang ist die Wertigkeit der Saline Dürrenberg zu sehen.

Die Saline Dürrenberg war die bedeutendste kursächsische Saline überhaupt. Seit ihrer Anlage im Jahr 1763 galt Dürrenberg neben Nauheim (Hessen) als richtungsweisendes Zentrum fortgeschrittener Salinentechnik in Europa. Die nach 1815 vom preußischen Staat übernommene Saline entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neben Schönebeck (Elbe) und Egestorffhall (Hannover) zur drittgrößten Saline Deutschlands. Aufgrund ihrer Technologie und Leistungskraft konnte sie noch bis in das 20. Jahrhundert hinein neben den billiger produzierenden Steinsalzwerken bestehen.

Die Saline Dürrenberg ist das Hauptwerk des Bergrates Johann Gottfried Borlach (1687 - 1768), eines bedeutenden Salinisten und Kunstmeisters seiner Zeit. Viele weitere bedeutsame und herausragende Salinisten wie Schröter und Senff sind mit der Geschichte Dürrenbergs eng verbunden.

Neben die Salzgewinnung tritt ab 1846 die Verwendung der geförderten Sole für Heilzwecke, wodurch sich der Salinestandort nebenher zu einem bedeutenden Kur- und Badeort entwickeln konnte. Nach der 1963 erfolgten Stillegung der Saline und dem Niedergang des Kurbetriebes im Jahre 1965 blieben die baulichen Zeugen dieser Kulturgeschichte weitgehend erhalten.

In räumlichen und funktionalen Zusammenhang sind die Gebäude der Salinenverwaltung (ehem. Salzamt), der Witzleben- und Borlachturm, der Gradierwerke, des ehemaligen Bauhofs, der Siedehäuser sowie der Wohn- und Sozialbauten erhalten. Hierzu kommen die Kurbauten mit dem Kurpark.

Städtebaulich verkörpern die Salineanlagen den Kulminationspunkt und das Zentrum der 1947 gebildeten Stadt Bad Dürrenberg. Als eine der ganz wenigen wurde die Saline Dürrenberg auf „freiem Feld“ abseits von Dorfanlagen, in der Nähe des 1488 erstmals erwähnten Gutes „Uff dem dürren Berge“ angelegt. Durch die Salinegeschichte wurden später neun angrenzende Dörfer zur heutigen Stadt administrativ zusammengefasst. Das erklärt, dass die Ortslage kein weiteres Zentrum entwickeln konnte und die Saline künftig die Funktion einer „Altstadt“ übernehmen sollte. Daher besitzen die Salinegebäude neben ihren kulturgeschichtlichen sowie bau- und kunstgeschichtlichen Wert landschafts- und stadtbildprägenden Charakter. Ihr hoher Aussagewert ergänzt unverzichtbar mit den erhaltenen Denkmalen der preußischen Quellsaline Halle sowie der Saline Bad Kösen die Darstellung der bedeutenden Salinengeschichten im Süden des heutigen Landes Sachsen-Anhalt.

Die Anlage der Saline Dürrenberg ist mit dem merkantilistischen Bestrebens Kursachsens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu verdanken, das sich darin äußerte, von Salzimporten unabhängig zu werden. Die Arbeiten am Soleschacht begannen 1744 und konnten 1763 beendet werden.

In einer Tiefe von 223 m wurde eine gewaltige Solequelle mit einem Salzgehalt von ca. 10 % erschlossen. Bald begann der Bau der ersten Gradierwerke und der ersten Siedehäuser. Die Saline entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur drittgrößten in Deutschland (1894 ca. 24.000 T Siedesalz).

Der zweite Weltkrieg zerstörte jedoch mehrere Siedehäuser, so dass die Produktion auf ca. 12.000 t zurückging. In dieser Höhe erzeugte die Saline Bad Dürrenberg nach 1945 noch knapp zwei Jahrzehnte Pfannensalz, bis der unrentabel gewordene Siedeprozeß 1963 eingestellt wurde.

Quelle: badduerrenberg.de



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