Author
Alte Historische Fotos und Bilder Detmold, Nordrhein-Westfalen
Old historical photos and pictures Detmold, North Rhine-Westphalia

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben


Wappen Detmold

Städte der Welt • Der Städte Deutschland • Liste der Städte Nordrhein-Westfalen

Geschichte von Detmold, Nordrhein-Westfalen in Fotos
History of Detmold, North Rhine-Westphalia in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Nach § 3 Abs. 1 ihrer Hauptsatzung gliedert sich die Stadt Detmold in folgende 27 Ortsteile:

Barkhausen, Bentrup, Berlebeck, Brokhausen, Detmold-Nord, Detmold-Süd, Diestelbruch, Hakedahl, Heidenoldendorf, Heiligenkirchen, Hiddesen, Hornoldendorf, Jerxen-Orbke, Klüt, Loßbruch, Mosebeck, Niederschönhagen, Nienhagen, Niewald, Oberschönhagen, Oettern-Bremke, Pivitsheide Vogtei Heiden, Pivitsheide Vogtei Lage, Remmighausen, Schönemark, Spork-Eichholz, Vahlhausen

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 73 899

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Detmold. Adolfstraße
Adolfstraße
Detmold. Blick zur Straße, 1934
Blick zur Straße, 1934
Detmold. Bruchstraße, Rückseite am Burggraben
Bruchstraße, Rückseite am Burggraben
Detmold. Burggraben
Burggraben
Detmold. Donopbrunnen vor dem Rathaus, 1938
Donopbrunnen vor dem Rathaus, 1938
Detmold. Donopbrunnen
Donopbrunnen
Detmold. Hiddesen - Hermannsdenkmal, Teutoburger Wald, 1920
Hiddesen - Hermannsdenkmal, Teutoburger Wald, 1920
Detmold. Hotel 'Lippischer Hof'
Hotel 'Lippischer Hof'
Detmold. Fürstliches Hoftheater
Fürstliches Hoftheater
Detmold. Fürstliches Residenzschloß (16.Jahrhundert), 1913
Fürstliches Residenzschloß (16.Jahrhundert), 1913
Detmold. Fürstliches Residenzschloß (16.Jahrhundert), 1926
Fürstliches Residenzschloß (16.Jahrhundert), 1926
Detmold. Fürstliches Residenzschloß
Fürstliches Residenzschloß
Detmold. Krumme Straße, 1926
Krumme Straße, 1926
Detmold. Krumme Straße
Krumme Straße
Detmold. Lange Straße, 1926
Lange Straße, 1926
Detmold. Langestraße
Langestraße
Detmold. Palais
Palais
Detmold. Palais, Musikakademie
Palais, Musikakademie
Detmold. Schloß
Schloß
Detmold. Schloß
Schloß
Detmold. Schloß, Innenhof
Schloß, Innenhof
Detmold. Stadtansicht mit Gasthof zur Hermannsburg und Turm der Stadtkirche (1564), 1926
Stadtansicht mit Gasthof zur Hermannsburg und Turm der Stadtkirche (1564), 1926
Detmold. Stadtansicht mit Alter Katholischer Kirche, 1928
Stadtansicht mit Alter Katholischer Kirche, 1928
Detmold. Theater, 1926
Theater, 1926

Geschichte

Mittelalter und Stadtgründung

Detmold wurde 783 als Theotmalli erstmals erwähnt (bei Piderit 1627 als Dithmal, Dithmaldt), nach Einhard und anderen leitet sich der Name von der althochdeutsch-altsächsischen Bezeichnung einer Volkgerichtsstätte (Thing) ab (Theot für das Volk; mahal für Gericht, Gerichtsstätte), deren Ursprung vermutlich bis zurück in die Römerzeit reicht. In diesem Jahre soll hier Karl der Große in den Sachsenkriegen von den Sachsen geschlagen worden sein. Ab 1005 wurde es in Altsachsen Tietmelli- oder Theotmalli-Gau genannt. Aus dem Jahre 1023 wird überliefert, dass es seinen 799 geweihten Altarstein an das Kloster Abdinghof in Paderborn abgab. Der Ort Detmelle am Werreübergang an der alten Handelsstraße von Paderborn nach Lemgo, wo es seit den Franken eine Siedlung mit Taufkirche und einigen bäuerlichen Anwesen gab, erhielt 1263 vom Edlen Herrn Bernhard III. zur Lippe das Lippstädter Stadtrecht. Im Zuge der Stadtgründung bekam Detmelle eine bescheidene Gemarkung von 971 Hektar und einen Diakon. Die früheste noch erhaltene und mit dem Stadtsiegel versehene Urkunde stammt aus dem Jahr 1305 und befindet sich im Stadtarchiv Paderborn. 1265 trug das Marktprivileg zur Weiterentwicklung Detmolds bei und führte zur Gründung eines Jahrmarkts. Um 1300 wurde ein zweiter Jahrmarkt am Sonntag vor Martini (11. November) eingeführt.

Ein Stadtplan aus dem Mittelalter zeigt ein Straßenkreuz, das innerhalb eines nahezu kreisrunden Rings von etwa 500 Meter Durchmesser liegt. Die beiden Hauptstraßen teilen den Ort in vier verschieden große Stadtviertel, wobei das nach Nordwesten ausgerichtete Quartier die Burg des Landesherrn enthielt. Um 1305 war die gesamte Stadt durch Graben, Wall und Mauer gesichert und innerhalb der Stadtmauer verlief eine schmale Gasse, die, wie auch einige Überreste der Mauer, zum Teil noch heute erhalten ist (Bruchmauer-, August-, Adolf- und Karlstraße). Die Nord-Süd-Achse bildete die Lange Straße mit je einem festen Doppeltor, dem Lemgoischen Tor an der Nordseite und dem Hornschen Tor an der Südseite. Die Ost-Westachse wurde durch die heutige Schülerstraße und die Bruchstraße gebildet. Am Ostende befand sich der Bürgerturm, wo sich jenseits der Mauer das Sumpfgebiet der Werreniederung ausdehnte, und im Westen öffnete sich die Bruchpforte zur Stadthude für das Vieh der Detmolder Ackerbürger.

Die Burg wurde im 14. Jahrhundert von einem landesherrlichen Vogt verwaltet. Die Hofhaltung und der Lebensaufwand der Burgmannengeschlechter, wie der von dem Busche, von der Borch, von Exterde und Schwartz, mussten von den Bürgern erwirtschaftet werden und hielten eine selbständige Entfaltung des kommunalen Lebens in Grenzen. Um 1450 besaß die Stadt erst 350 Einwohner und blieb bis in das 17. Jahrhundert die kleinste unter den lippischen Städten. Weitere Gründe für eine zögerliche Stadtentwicklung waren Plünderungen, Zerstörungen und Brände, so insbesondere durch die Soester Fehde 1447, als Detmold von kölnischen Truppen und böhmischen Hilfsvölkern erobert wurde. Danach baute man die Stadt zu einer starken Festung aus und 1468 wählte Graf Bernhard VII. zu Lippe Detmold zu seiner ständigen Residenz. Um 1590 hatte Detmold etwa 700 Einwohner.

Reformation und Dreißigjähriger Krieg

Detmold wurde Sitz der Lippischen Landeskirche. Die Reformation in Lippe nahm 1538 unter Graf Bernhard VIII. ihren Anfang in Lemgo, wo ab 1522 lutherisch gepredigt wurde. Vor der Reformation gehörte Detmold zum Bistum Paderborn. 1536 war Simon von Exter der letzte katholische und erste lutherische Pfarrer von Detmold. 1605 führte der calvinistisch geprägte Graf Simon VI. das reformierte Bekenntnis ein und besetzte freiwerdende Pfarrstellen nur noch mit reformierten Pfarrern. Seit dieser Zeit ist die zentral zwischen Schloss und Marktplatz gelegene Erlöserkirche das Gotteshaus der reformierten Gemeinde.

Im Jahre 1604 wurde der im Juni abgehaltene erste Jahrmarkt abgeschafft, der zweite auf den 30. November, dem Festtag des Apostels Andreas, verlegt und auf drei Tage verlängert. Seitdem wird dieser Markt Andreasmesse genannt. 1616 richtete Johann von den Birghden als Beauftragter der von der Familie der Taxis betriebenen Kaiserlichen Reichspost in Detmold eine Reitpoststation am Postkurs Köln – Hamburg ein. Damit ist die Stadt der älteste Postort im Bezirk der Oberpostdirektion Münster.

Zwischen 1625 und 1637 wüteten in der Stadt mehrere Pestepidemien, die 900 Todesopfer forderten. Mit Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs verpflichtete sich Lippe zur Neutralität und Detmold besaß als Residenzstadt Sonderrechte. Dennoch litt die Stadt mehrfach unter Truppendurchzügen, Plünderungen und Raubzügen. Die Besetzung des Detmolder Schlosses 1640 durch den kaiserlichen General von der Wahl war eine Folge des Lippischen Prinzenraubs. So wird eine Affäre innerhalb der gräflichen Familie genannt, bei der Gräfin Katharina das Schloss gewaltsam in Besitz nahm, nachdem sie ihre Kinder in Sicherheit gebracht hatte. 1648, am Ende des Dreißigjährigen Krieges, lebten nur noch knapp 900 Menschen innerhalb der Stadtmauern.

Nach dem wirtschaftlichen Niedergang während des langen Kriegs konnte sich Detmold in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erholen und es entstand auch die heute noch gut erhaltene Adolfstraße mit kleinen, unregelmäßigen Fachwerkhäusern, die an die Innenseite der Stadtmauer angebaut wurden. Um 1663/1665 stachen Elias und Heinrich van Lennep Ansichten von Schloss und Stadt Detmold in Kupfer. In der Detailtreue gehen diese Stadtansichten weit über den Merian-Stich hinaus.

Hexenverfolgungen

Im ausgehenden Mittelalter veröffentlichten die Dominikaner Heinrich Institoris und Jakob Sprenger den Hexenhammer, ein Kompendium des weit verbreiteten Hexenglaubens. Im Schutz der Kirche breitete sich auch der Hexenwahn in Detmold aus, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie im Hexennest Lemgo. In den Jahren zwischen 1599 und 1676 wurden in Detmold 19 Menschen als Hexen und Zauberer vom landesherrlichen Gericht zum Tode durch Feuer und Schwert verurteilt, darunter Mette Deppe. Die Prozessakten werden im Staatsarchiv Detmold verwahrt. Ab 1654 wurden 52 Kinder wegen angeblicher Hexerei verhaftet, in einem zum Gefängnis umgebauten Detmolder Gasthof inhaftiert, zu weiteren Denunziationen gegen Erwachsene und Gleichaltrige getrieben und in fünf Prozessen Hauptbelastungszeugen.

Öffnung der Stadtmauer und Zeitalter der Aufklärung

Graf Friedrich Adolf legte ab 1701 planmäßig die Neustadt im Süden an, nachdem der Mauerring erstmals durchbrochen worden war. Er ließ auf Kosten der Staatskasse das Palais und das Lustschloss Friedrichstal erbauen und dazu einen Kanal, über den diese Orte vom Schloss aus auf dem Wasserweg mittels Gondeln und Schleusen zu erreichen waren. 1720 wurde die Erlaubnis erteilt, Wälle und Gräben zu beseitigen, doch erst ab 1780 durften Stadttore und Mauertürme abgetragen werden. Das Weichbild der Stadt wurde im neuen Jahrhundert besonders im Süden für den Wohnungsbau erschlossen, aber auch innerhalb des ehemaligen Mauerrings veränderte sich das Stadtbild. Die in den vergangenen Jahrhunderten errichteten Fachwerk-Giebelhäuser blieben zwar erhalten, aber viele Neubauten im zeitgemäßen klassizistischen Stil kamen hinzu. Das eindrucksvollste Bauwerk dieser Zeit ist das Rathaus am Marktplatz, dem der alte Bau aus dem 16. Jahrhundert weichen musste.

Die lippische Schulreform im Zeitalter der Aufklärung machte das lippische Elementarschulwesen weithin als beispielhaft bekannt. Fürstin Pauline zur Lippe kümmerte sich unter Mithilfe ausgezeichneter Mitarbeiter um die Hebung der allgemeinen Volksbildung und die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Armen, Kranken, Waisen und alten Menschen. Auf ihre Initiative hin entstanden in Detmold eine Reihe von vorbildlichen sozialen Einrichtungen, wie eine Pflegeanstalt, ein Waisenhaus, eine Krankenstube und ein Arbeitshaus für Arbeitslose. 1802 wurde in Detmold der erste Kindergarten Deutschlands eröffnet, der 1856 den Namen Paulinenanstalt erhielt und bis heute existiert. 1809 führte Fürstin Pauline die Straßenbeleuchtung in Detmold mit 26 Öllaternen ein.

1818 wurden die Leopold- und die Hornsche Straße angelegt; 1825 wurde das Landestheater erbaut. Im Jahre 1835 war die Stadt mit 4137 Einwohnern die volkreichste Stadt in Lippe. Das kulturelle Leben blieb allerdings provinziell, trotz so hervorragender Vertreter geistigen Lebens wie Christian Dietrich Grabbe und Albert Lortzing. Die Standesunterschiede und das Bildungsgefälle waren hoch – mit dem fürstlichen Hof, der Hofgesellschaft und dem Beamtentum an der Spitze der Gesellschaft. Die Revolution von 1848 brachte auch in Detmold Bewegung in die Bürgerschaft, die sich in Demonstrationen vor dem Schloss und in den Straßen äußerte. Die Regierung gab den Wünschen des Volkes nach und holte den Oppositionsführer Moritz Petri, einen Freund Grabbes, ins Kabinett. Dies und die nach 1850 einsetzende Reaktion dämpften alsbald die Unruhe des Volkes.

Der Musik und Theater liebende Fürst Leopold III. regierte von 1851 bis 1875 und förderte das Theater- und Konzertleben in der Stadt. Er holte Clara Schumann und den jungen Johannes Brahms als Klavierlehrer der fürstlichen Familie und als Solisten für öffentliche Konzerte nach Detmold. Damit begann Detmolds Entwicklung als Stadt der Musen. Der Nachfolger, Fürst Woldemar war der krasse Gegensatz und strich kurze Zeit nach Amtsantritt 1875 die Ausgaben für die Kultur radikal. Er löste 1875 die Hofkapelle auf, begründete dies mit Sparmaßnahmen, erhöhte aber gleichzeitig die Ausgaben für Repräsentation erheblich.

Detmold ist vielen Menschen durch das Lied „Lippe-Detmold, eine wunderschöne Stadt …“ bekannt. Der Komponist dieses Volksliedes ist unbekannt, es wird jedoch mit der Schlacht bei Preußisch Eylau im Jahr 1807 in Verbindung gebracht. Das Lied wurde zunächst nicht auf Detmold bezogen, sondern von etwa 25 Orten in Anspruch genommen, auf die das Versmaß passte. Seit etwa 1880 ist es als Studenten-, Wander- und Soldatenlied in der jetzigen Fassung nur noch mit Lippe-Detmold verbunden.

Industrielles Zeitalter und Kaiserreich

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Bürger zu steigendem Wohlstand, der sich auch im Stadtbild bemerkbar machte. Die Einwohnerzahl stieg nun schnell: 1880 hatte Detmold 8.053 und 1910 schon 14.294 Einwohner. Detmold entwickelte sich in dieser Zeit von einer Handwerker- und Ackerbürgerstadt zu einer modernen Landeshauptstadt.

1898 schenkte Grafregent Ernst zur Lippe der Stadt Detmold die ewigen Nutzungsrechte an den Berlebecker Quellen. Ein Wasserleitungsnetz wurde verlegt für 909 Häuser mit 4.000 Wasserhähnen. Zur Erinnerung wurde auf dem Schlossplatz 1907 ein Denkmal des Grafregenten vom Bildhauer Heinrich Wefing eingeweiht.

Am 17. Mai 1907 wurde in Detmold die neue Synagoge eingeweiht. Zur Einweihung kamen neben anderen politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Vertretern Fürstin Bertha und Fürst Leopold IV. 1912 entschied man sich aufgrund von Beschwerden aus Detmold und Umgebung, die Andreasmesse aufzuheben und stattdessen während dieser Tage einen Vergnügungspark einzurichten. Jedoch führte auch dies nicht zu einer befriedigenden Lösung, so dass der Vergnügungspark bereits ein Jahr später aufgelöst und die Andreasmesse wieder eingeführt wurde. Sie lockt vom letzten Mittwoch im November bis zum darauffolgenden Sonntag jedes Jahr viele Besucher an.

Im Ersten Weltkrieg sind über 4.000 Angehörige des Infanterieregiments 55 gefallen, dessen III. Bataillon in Detmold stationiert war. Bei einem Explosionsunglück in einer Detmolder Munitionsfabrik verloren am 31. Mai 1917 72 Menschen, zumeist junge Mädchen, ihr Leben.

Bis 1918 blieb Detmold Sitz des Fürstenhauses und wurde dann nach Abdankung des Fürsten Hauptstadt des Freistaates Lippe.

Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus

In der Zeit zwischen dem 12. November 1918, als Fürst Leopold IV. auf den Thron verzichtete, und der nationalsozialistischen Machtergreifung am 7. Februar 1933 war die SPD die führende politische Kraft und stellte mit Heinrich Drake den Regierungschef der Landesregierung in Detmold über vier Legislaturperioden.

Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in der Weimarer Republik erhielten die rechts- und linksradikalen Parteien erhebliche Stimmenzuwächse und die SPD verlor ihre absolute Mehrheit im Landtag. 1923 wurde die erste Ortsgruppe der NSDAP in Lippe gegründet. Im Januar 1933 mobilisierten die Nationalsozialisten für den Landtagswahlkampf alle Kräfte; Adolf Hitler sprach sechzehnmal auf Kundgebungen. Sie knüpften große Hoffnungen an einen Wahlsieg am 15. Januar 1933 in Lippe. Diese Wahlen stießen auf internationales Interesse, da die Nationalsozialisten hier erstmals mit allen ihren Spitzenleuten, einschließlich Hitlers, demonstrierten, wie sie sich die zwei Wochen später erfolgende „Machtergreifung“ vorstellten.

Die NSDAP bekam 39,5 %, die SPD 30,2 % und die KPD 11,2 % der Stimmen. Eine Koalition aus NSDAP, DNVP und DVP konnte eine Minderheitsregierung im Lippischen Landtag bilden. Bereits im Jahr 1933 wurden die Gemeinden gleichgeschaltet, Kommunisten und Gewerkschaftsfunktionäre verhaftet und zum Teil ermordet. Wie im übrigen Reich zerschlugen die Nationalsozialisten auch in Lippe die Organisationen der Arbeiterbewegung und überzogen das Land mit Terror.

Der bekannteste Detmolder Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime war Felix Fechenbach. 1928 wurde er Redakteur des SPD-Organs Volksblatt in Detmold und schrieb Artikel gegen die Nationalsozialisten. Diese unter dem Pseudonym Nazi-Jüsken verfassten Glossen führten zu starken Anfeindungen. Am 11. März 1933 wurde er festgenommen und am 7. August 1933 auf dem Transport in das KZ Dachau im Kleinenberger Wald zwischen Detmold und Warburg „auf der Flucht erschossen“. Das Grab von Felix Fechenbach befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Rimbeck.

Am 10. November 1938 brannte die Synagoge in der Reichspogromnacht völlig aus, und im Verlauf der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verloren 162 jüdische Bürger aus Detmold ihr Leben. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933–1945) verzeichnet namentlich 151 jüdische Einwohner Detmolds, die deportiert und größtenteils ermordet wurden. Die meisten der etwa 600 Juden in Lippe wurden in die Massenvernichtungslager deportiert. Nur 52 von ihnen konnten vorher Deutschland verlassen. Die Deportation begann am 13. Dezember 1941 und die ersten 25 wurden nach Riga gebracht. Die zweite Deportationswelle mit 34 Juden führte am 31. März 1942 ins Warschauer Ghetto, während am 11. Juli 1942 sieben Personen direkt ins Vernichtungslager Auschwitz kamen. Der letzte Transport aus Lippe mit 79 Juden ging nach dem KZ Theresienstadt. Zum Gedenken der Verfolgten wurde hierfür im Mai 2011 der erste Stolperstein verlegt.

Alfred Meyer war Gauleiter Westfalen-Nord, Reichsstatthalter in Lippe und wesentlich verantwortlich am planmäßigen Völkermord an den Juden. Der oberste Nationalsozialistenführer in Lippe war Adolf Wedderwille, der als Kreisleiter der NSDAP und stellvertretender Staatsminister in Lippe herrschte. Das meiste Blut an seinen Händen hatte Jürgen Stroop, geboren 1895 als Sohn eines Polizeiwachtmeisters in Detmold. Er trat 1932 in die NSDAP ein und machte schnell Karriere. Inzwischen zum SS-Brigadeführer aufgestiegen, erhielt er am 19. April 1943 den Auftrag, den Aufstand im Warschauer Ghetto niederzuschlagen. Hierbei wurden nach Stroops eigenen Angaben über 56.000 Juden ermordet.

Detmold war im Zweiten Weltkrieg nur selten das Ziel von Bombenangriffen. Am 1. April 1945 erreichten die Amerikaner den Teutoburger Wald und beschossen ab Ostermontag, dem 2. April 1945 vornehmlich die Straßenkreuzungen und benachbarte Häuser in Detmold mit Granaten. Am 4. April gegen 19 Uhr drangen die Amerikaner über die Bandelstraße, Hans-Hinrichs-Straße und Schillerstraße mit Panzern in die Stadt ein und hatten bis zum späten Abend alle Ortsteile besetzt. Nachdem die nationalsozialistischen Führer geflohen waren, richteten sich Offiziere der Besatzungsmacht im Regierungsgebäude und im Detmolder Rathaus ein und setzten schon am 5. April den Fabrikanten Alex Hofmann, Inhaber der Firma Gebr. Klingenberg GmbH, als ersten Detmolder Bürgermeister der Nachkriegszeit ein. Seine Hauptaufgabe bestand anfangs darin, die Befehle der Besatzungsmacht auszuführen. Nach wenigen Tagen zogen sich die Amerikaner zurück, und die Briten übernahmen das Kommando. In der Zwischenzeit war der Detmolder Flugplatz zur Nachschubbasis ausgebaut worden. Dazu waren die Start- und Landebahnen mit Eisenplatten befestigt und verlängert worden. Die schweren Frachtflugzeuge landeten und starteten im Minutentakt.

Die Nachkriegszeit

Nachdem sich Lippe mit Aussicht auf einen neuen Regierungsbezirksverwaltungssitz in Detmold dem neu gebildeten Land Nordrhein-Westfalen angeschlossen hatte – und sich damit gegen einen Anschluss an Niedersachsen entschieden hatte –, legte die Regierung in Düsseldorf, der Hauptstadt des neu gebildeten Landes, 1947 fest, dass Detmold Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks wurde, der das Gebiet Ostwestfalen-Lippe umfasst (Lippische Punktationen). Dies ist bemerkenswert in der Hinsicht, dass Detmold zwar die größte Stadt Lippes ist, es aber im Regierungsbezirk mit Bielefeld, Paderborn und Gütersloh teilweise deutlich größere Städte gibt. Seit 1972 ist Detmold auch Sitz der Kreisverwaltung Lippe.

Mit dem Anschluss an NRW blieb Lippe das Landesvermögen, wie Forsten, Domänen, Staatsbäder, sowie soziale und kulturelle Einrichtungen, erhalten; ein neu gegründeter Landesverband Lippe wurde mit deren Pflege und Erhaltung beauftragt. Große Verdienste bei diesem Umwandlungsprozess erwarb sich Heinrich Drake. Bis 1950 hatten Vertriebene und Evakuierte die Einwohnerzahl Detmolds von 23.000 im Jahr 1938 auf etwa 30.000 ansteigen lassen. Einen hohen Anteil bildeten dabei Vertriebene aus Schlesien, so dass Detmold 1954 die Patenschaft für die niederschlesische Stadt Sagan und den Kreis Sprottau übernahm. 1967 kam im Zuge des sich vereinigenden Europa die nordfranzösische Stadt Saint-Omer als Partnerstadt hinzu.

Während des Kalten Krieges war die Stadt Garnison der 20. britischen Panzerbrigade (Armoured Brigade) der Britischen Rheinarmee. Der Fliegerhorst wurde in Hobart Barracks umbenannt und als Hubschrauberlandeplatz genutzt, später auch als Landeplatz für den Senkrechtstarter Hawker Siddeley Harrier. In der benachbarten Gemeinde Herberhausen wurden in den 1960er und 1970er Jahren Wohnungen und Versorgungseinrichtungen für die britische Soldaten und ihre Familien erbaut. Im Juli 1995 verließen die Briten ihre Garnison in Detmold und den Flugplatz.

Mit dem Abzug der britischen Soldaten im Juli 1995 war leerstehender kostengünstiger Wohnraum vorhanden, der in den folgenden Jahren überwiegend von Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion und anderen Migranten bezogen wurde. Heute sind etwa 90 % der Bewohner Migranten aus mehr als 20 verschiedenen Staaten. Zurzeit gibt es hier etwa 62 % Aussiedler, 20 % Kurden, 10 % andere Nationalitäten und 7 % Deutsche. Herberhausen ist heute ein sozialer Brennpunkt.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begann die Stadt Detmold mit den Planungen für ein modernes Einkaufszentrum in Detmolds Innenstadt im Lustgarten. Dies stieß bei den Bürgern und in der kommunalen Politik auf gespaltene Meinungen. Am 11. Juni 2006 kam es zu einem Bürgerentscheid, welcher aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung und der geringen Anzahl an Gegenstimmen scheiterte.

2014 wurde das umgestaltete leerstehende Karstadt/Hertiehaus als neues Einkaufszentrum eröffnet.

2016 wurde Detmold der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.

Geschichte des Schienenverkehrs

Am 31. Dezember 1880 wurde die Eisenbahnstrecke von Herford über Lage nach Detmold eröffnet, damit hatte Detmold einen Anschluss an das Eisenbahnnetz; allerdings fast 40 Jahre später als zum Beispiel Bielefeld und Herford. Diese Bahnstrecke wurde am 11. Juni 1895 nach Altenbeken verlängert, es entstand eine Verbindung in Richtung Paderborn und Kassel. Einige Jahre später konnte man per Eisenbahn auch über Oerlinghausen nach Bielefeld reisen.

Zwischen 1900 und 1954 verfügte Detmold über ein Straßenbahnnetz, das in seiner Blütezeit weit über die Stadtgrenzen hinausreichte. Die Straßenbahn der PESAG führte mit Überlandlinien über Horn nach Bad Meinberg, Blomberg, Bad Lippspringe und Paderborn. Weitere Strecken führten über Heidenoldendorf in den Ortsteil Pivitsheide V. L. und über Heiligenkirchen nach Berlebeck und Hiddesen. Bis 1954 wurden alle Strecken nach und nach eingestellt und durch einen Busverkehr ersetzt.

Eingemeindungen

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden zum 1. Januar 1970 die Stadt Detmold sowie die 25 Gemeinden Barkhausen, Bentrup, Berlebeck, Brokhausen, Dehlentrup, Hakedahl, Heidenoldendorf, Heiligenkirchen, Hiddesen, Hornoldendorf, Jerxen-Orbke, Leistrup-Meiersfeld, Loßbruch, Mosebeck, Niederschönhagen, Nienhagen, Niewald, Oberschönhagen, Oettern-Bremke, Pivitsheide (Vogtei Heiden), Pivitsheide (Vogtei Lage), Remmighausen, Schönemark, Spork-Eichholz und Vahlhausen zur neuen Stadt Detmold zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatte Detmold nur einige hundert Einwohner. Die Bevölkerungszahl wuchs langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So wurde die Stadt 1447 während der Soester Fehde verwüstet und hatte viele Tote zu beklagen. 1625 bis 1637 forderten mehrere Pestepidemien über 900 Todesopfer. Auch während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) gab es Einwohnerverluste. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in der Stadt Detmold ein stärkeres Bevölkerungswachstum ein.

Lebten 1835 erst rund 4000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits fast 12.000. Bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl nahezu auf rund 23.000. Auch danach stieg die Einwohnerzahl weiter. Durch zahlreiche Eingemeindungen am 1. Januar 1970 wuchs die Bevölkerungszahl von 29.552 im Jahre 1969 auf über 63.000 im Jahre 1970 an. Am 30. Juni 2007 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Detmold nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 73.714 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Von diesen waren 52,6 % weiblich und 47,4 % männlich. Der Ausländeranteil beträgt 6,0 % und liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt. Die Anzahl der Personen mit Migrationshintergrund beträgt 21,2 % und liegt damit leicht über dem Bundesdurchschnitt, wie aus dem Demografiebericht von 2006 hervorgeht.

In Detmold gibt es 8.562 Haushalte, in denen Kinder unter 18 Jahren leben. Dabei sind die Haushalte mit einem Kind am stärksten vertreten (49 % aller Haushalte mit Kindern). Die Arbeitslosenquote lag im Januar 2008 bei rund 9 bis 10 %.

Quelle: de.wikipedia.org



Robinson Rd, CB 13862 Nassau, NP, The Bahamas
Flag Counter