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Alte Historische Fotos und Bilder Flechtingen, Sachsen-Anhalt
Old historical photos and pictures Flechtingen, Saxony-Anhalt

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Wappen Flechtingen

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Geschichte von Flechtingen, Sachsen-Anhalt in Fotos
History of Flechtingen, Saxony-Anhalt in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Flechtingen ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitgliedsgemeinde und zugleich Hauptsitz der Verbandsgemeinde Flechtingen. Flechtingen wurde 1999 als Luftkurort staatlich anerkannt.

Zur Gemeinde Flechtingen gehören folgende Ortsteile:

Behnsdorf, Belsdorf, Böddensell, Flechtingen, Flechtingen Bahnhof, Hasselburg, Hilgesdorf, Lemsell

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 2 815

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Flechtingen. Bahnhof, 1982
Bahnhof, 1982
Flechtingen. Belsdorf - Bau eines Wohnhauses, 1949
Belsdorf - Bau eines Wohnhauses, 1949
Flechtingen. Belsdorf - Gasthof von Emil Denkmana
Belsdorf - Gasthof von Emil Denkmana
Flechtingen. Burg Flechtingen
Burg Flechtingen
Flechtingen. Hilgersdorf - Abbruch eines Fachwerkhauses, 1951
Hilgersdorf - Abbruch eines Fachwerkhauses, 1951
Flechtingen. Median Klinik, Wasserschloss, Holzmühlenteich, 1998
Median Klinik, Wasserschloss, Holzmühlenteich, 1998
Flechtingen. Panorama, Polytechnische Oberschule, Dorfstraße, 1970
Panorama, Polytechnische Oberschule, Dorfstraße, 1970
Flechtingen. Wasserburg, Feierabendheim, Lindenplatz, Flechtinger See
Wasserburg, Feierabendheim, Lindenplatz, Flechtinger See

Geschichte

Flechtingen gehört zu den ältesten Orten der Altmark. Er wird bereits 961 in einer für das Magdeburger Moritzkloster bestimmten Schenkungsurkunde von König Otto I. erwähnt und gehörte seinerzeit zum Nordthüringgau. Spätestens seit dem 12. Jahrhundert befand sich Flechtingen im Besitz des Bistums Halberstadt, das den Ort nach und nach vollständig an die ursprünglich Magdeburger Adelsfamilie Schenck als Lehen vergab. 1307 werden die Schencken als Inhaber der Wasserburg genannt, es ist die erste Erwähnung der Burg. Die Familie, zunächst als Schenck von Dönstedt genannt, nahm später den Namen Schenck von Flechtingen an. Im Laufe des 14. Jahrhunderts ging Flechtingen in den landesherrlichen Besitz der brandenburgischen Markgrafen über, unter denen die Schencken von Flechtingen 1442 Erbkämmerer und Erbschatzmeister wurden. Sie waren bereits 1436 als eines der acht schlossgesessenen Geschlechter der Altmark genannt, zusammen mit den Alvensleben, Bartensleben, Bismarck, Jagow, von dem Knesebeck, Platen sowie von der Schulenburg, die unmittelbar dem Landeshauptmann unterstanden und vom Kaiser und den Markgrafen als zum Heeresstande gehörend das Prädikat Edle bekamen.

1483 wurden Burg und Dorf von einem Großfeuer fast vollständig zerstört. Die von Schencks begannen jedoch noch im gleichen Jahr mit dem Wiederaufbau. Während des Dreißigjährigen Krieges lag das Dorf zwischen den Fronten der kaiserlichen und der dänischen Truppen. Im Sommer 1629 besetzte Wallenstein den Ort, der am 1. August 1631 samt Burg von seinen Soldaten vollständig ausgeplündert wurde.

Seit dem 16. Jahrhundert war Flechtingen administrativ dem Holzkreis des Erzstiftes Magdeburg unterstellt. Nach der Säkularisation des Erzstiftes übte das Herzogtum Magdeburg die landesherrliche Gewalt aus, bis dieses 1701 in das Königreich Preußen überging. Von 1807 bis 1813 gehörte der Ort zum Kanton Calvörde des vom Bruder Napoleons, Jérôme Bonaparte, regierten Königreichs Westphalen. Mit der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde Flechtingen in den Landkreis Gardelegen eingegliedert. Der Ort begann sich industriell zu entwickeln. Von großer Bedeutung war das Hartgesteinvorkommen des Flechtinger Steinbruches, das bereits für den Bau des Magdeburger Domes Verwendung gefunden hatte. Mit der Eröffnung des Eisenbahnabschnittes Neuhaldensleben – Oebisfelde 1872 erhielt Flechtingen einen eigenen Bahnhof, allerdings in drei Kilometer Entfernung vom Ortskern. Hier entstand im Laufe der Jahre der Ortsteil Flechtingen-Bahnhof.

Vom Bahnanschluss profitierte neben dem Steinbruch das Schenck'sche Gut. Bereits 1853 war mit Karl Schenck von Flechtingen das letzte männliche Mitglied der Gutsherrenfamilie gestorben und damit der Schencksche Familienstamm ausgestorben. 1869 erhielt jedoch der Adoptivneffe Eduard von Peucker die Genehmigung, künftig das Gut weiterzuführen, und wurde neuer Gutsherr auf Flechtingen. Der Gutsbezirk mit Gut und Vorwerk hatte 1910 185 Einwohner, während die Landgemeinde Flechtingen zu diesem Zeitpunkt 878 Einwohner zählte. Am 30. September 1928 wurde Hauptteil des Gutsbezirks Flechtingen (der vorher eigenständige kommunale Einheit war) mit der Landgemeinde Flechtingen vereinigt und das Vorwerk Damsendorf mit der Landgemeinde Belsdorf. Als Wirtschaftsbetrieb existierte das Schenck'sche Gut bis 1945. Im Rahmen der von der sowjetischen Besatzungsmacht angeordneten Bodenreform wurden der Landbesitz und das Schloss 1945 enteignet. Die Ländereien wurden aufgesiedelt und an Neubauern vergeben, das Schloss diente zunächst ausgebombten Familien und Flüchtlingen aus den Ostgebieten als Wohnraum.

Flechtingen, das 1939 922 Einwohner zählte, war im April 1945 zuerst von amerikanischen, anschließend von britischen Truppen besetzt worden. Am 1. Juli 1945 wurde der Ort an die sowjetischen Besatzungstruppen übergeben. Neben der Bodenreform traten 1949 nach der Gründung der DDR weitere tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen ein. Die Flechtinger Steinbrüche wurden verstaatlicht und zum Betriebsteil des Volkseigenen Betriebes „VEB Zuschlagstoffe Haldensleben“. Als einer der größten Arbeitgeber entwickelte sich der Dämmstoffe produzierende VEB MIWOLL. Besonders einschneidend waren die Veränderungen in der Landwirtschaft. Im Zuge der DDR-Verwaltungsreform von 1952 wurde Flechtingen dem Kreis Haldensleben zugeschlagen. Im gleichen Jahr wurde in Flechtingen von drei Kleinbauern die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) namens „Frieden“ gegründet. Sie gab bereits 1953 wegen Unwirtschaftlichkeit wieder auf, und erst 1960 war nach massiven Druck der staatlichen Behörden Flechtingen „vollgenossenschaftlich“ geworden. Damit gaben auch die noch verbliebenen Züchter des Deutschen Edelschweins auf, die noch in den 1950er Jahren Herdbuchzucht betrieben hatten. Von besonderer Bedeutung für die landwirtschaftlichen Betriebe der umliegenden Region war die 1952 gegründete Maschinen-Traktoren-Station (MTS). 1964 hatte sich die Zahl der Einwohner Flechtingens auf 1280 erhöht.

Die politischen Wende von 1989 und die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 brachten erneut einschneidende Veränderungen mit sich. Landwirtschaft und Industrie wurden wieder privatisiert, die Norddeutsche Naturstein GmbH übernahm den Steinbruch, die Rockwool GmbH das Mineralwollewerk, die MEDIAN-Gruppe errichtete 1993 und 1995 zwei neue Rehabilitationskliniken. Administrativ gehörte Flechtingen ab 1990 zum neuen Bundesland Sachsen-Anhalt. Pläne, das Wasserschloss zu einem Hotel umzubauen, scheiterten bisher. Nach der Kreisgebietsreform vom 1. Juli 1994 wurde der Ort in den Ohrekreis eingegliedert, der 2007 in dem neu gebildeten Landkreis Börde aufging. Seit 1994 war Flechtingen Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Flechtinger Höhenzug und ab 2005 der Verwaltungsgemeinschaft Flechtingen. Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Behnsdorf, Belsdorf, Böddensell und Flechtingen zur neuen Gemeinde Flechtingen zusammen. Diese wurde Mitgliedsgemeinde und Sitz der ebenfalls am 1. Januar 2010 gegründeten Verbandsgemeinde Flechtingen.

Quelle: de.wikipedia.org



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