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Alte Historische Fotos und Bilder Gunzenhausen, Bayern
Old historical photos and pictures , Bavaria

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben


Wappen Gunzenhausen

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Geschichte von Gunzenhausen, Bayern in Fotos
History of , Bavaria in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Gunzenhausen besteht aus 34 amtlichen Ortsteilen:

Aha, Büchelberg, Cronheim, Edersfeld, Filchenhard, Frickenfelden, Gunzenhausen, Höhberg, Laubenzedel, Lindenhof, Lohmühle, Maicha, Mooskorb, Nordstetten, Obenbrunn, Oberasbach, Oberhambach, Oberwurmbach, Pflaumfeld, Reutberg, Scheupeleinsmühle, Schlungenhof, Schnackenmühle, Schweina, Sinderlach, Steinabühl, Steinacker, Streudorf, Stetten, Unterasbach, Unterhambach, Unterwurmbach, Wald, Weinberg

Es existieren die Gemarkungen Cronheim, Aha, Frickenfelden, Pflaumfeld, Laubenzedel, Nordstetten, Oberasbach, Stetten, Unterwurmbach und Wald. Ferner existieren die nicht als amtliche Ortsteile anerkannten Wohnplätze Unterhambacher Mühle, Leonhardsruh und Fischhaus. Die Ortschaft Specksrod ist abgegangen.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 16 513

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Gunzenhausen. Färbertor mit Bäckerei
Färbertor mit Bäckerei
Gunzenhausen. Oberen Tor
Oberen Tor
Gunzenhausen. Stadtgarten und Gemeinschaftshaus, 1950-1960
Stadtgarten und Gemeinschaftshaus, 1950-1960
Gunzenhausen. Unterer Markt
Unterer Markt

Geschichte

Vorgeschichtliche Funde

Zahlreiche Ausgrabungsfunde im Bereich der Stadt belegen die Besiedlung bereits zu vorgeschichtlicher Zeit.

Numeruskastell am Limes

Um 90 n. Chr. besetzten die Römer die bis dahin von den Kelten bewohnten Gebiete nördlich der Donau und drangen bis in die Gegend um Gunzenhausen vor. Zur Kontrolle und Sicherung der Grenze der in das Römische Reich eingegliederten Gebiete wurde hier ein Numeruskastell am Limes errichtet. Die von Nordwesten einfallenden Alemannen zerstörten die Anlagen um 241 n. Chr.

Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis 1806

Eine Urkunde aus dem Jahr 823 (21. August 823) liefert den ersten verlässlichen schriftlichen Hinweis auf Gunzenhausen: Kaiser Ludwig der Fromme übereignete das Kloster Gunzinhusir dem Reichskloster Ellwangen. Im Mittelalter belehnten die Ellwanger Äbte zunächst die Adelsfamilien der Truhendinger und Oettinger mit Gunzenhausen, bis die Herrschaft 1349 an Burkhard von Seckendorff überging. 1368 erwarb Burggraf Friedrich von Nürnberg die Stadt, die dadurch in den Besitz der Hohenzollern wechselte. Die Stadt erhielt nun erstmals das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten, die Erlaubnis zum Bau umfangreicher Befestigungsanlagen mit Stadtmauer, Türmen und Graben sowie der großen Stadtkirche und gelangte in den ersten Jahrzehnten der Hohenzollern-Herrschaft zu einer ersten Blütezeit.

Die Hohenzollern-Nebenlinie des Markgraftums Brandenburg-Ansbach besaß und regierte die Territorien um Gunzenhausen. Architektonisch prägte der absolutistische Fürst Karl Wilhelm Friedrich (1712–1757), genannt auch der „Wilde Markgraf“, der Gunzenhausen zu seiner persönlichen Residenz ausbaute, das barocke Bild der Stadt im 18. Jahrhundert.

Am Ende des Alten Reiches fiel Gunzenhausen, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, 1806 an das Königreich Bayern.

Gunzenhausen war Sitz des 1862 eingerichteten Bezirksamts Gunzenhausen, aus dem 1939 der Landkreis Gunzenhausen wurde. 1972 wurde dieser Landkreis im Zuge der Gebietsreform mit dem Landkreis Weißenburg zusammengelegt und Gunzenhausen verlor seinen Status als Kreisstadt.

Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs

Westmittelfranken war eine strukturschwache Agrarregion mit meist kleinbäuerlichen Höfen, einer überwiegend protestantischen Bevölkerung und einem in zahlreichen Orten relativ hohen Anteil an Juden. In Gunzenhausen lebten 1933 bei einer Gesamtbevölkerung von 5686 Bewohnern 184 Bürger jüdischen Glaubens. Der mittelfränkische Protestantismus besaß eine große Affinität zum Nationalsozialismus. Die NSDAP war in Mittelfranken unter ihrem Gauleiter Julius Streicher gegen Ende der 1920er Jahre sehr stark geworden. Sie agitierte permanent mit zahlreichen Ansprachen, Massenkundgebungen und SA-Aufmärschen. Fast die gesamte Auflage der antisemitischen Zeitung Der Stürmer wurde bis 1933 in Nürnberg und Mittelfranken verkauft. Die NSDAP erzielte bei Wahlen überdurchschnittliche Ergebnisse: 1930 waren es bereits 35 % (gegenüber knapp 19 Prozent im Reichsdurchschnitt), 1932 66 %, am 6. März 1933 kam die NSDAP auf 67, 5 % gegenüber dem Reichsdurchschnitt von 43,9 % der Stimmen.

In der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung tat sich die damalige Kreisstadt und ihre Umgebung hervor. Seit der 1922/1923 erfolgten Gründung der NSDAP-Ortsgruppe kam es verstärkt zu antisemitischen Zwischenfällen. Der jüdische Friedhof wurde geschändet, die Fenster der Synagoge eingeworfen. Juden wurden von Rechtsradikalen verdächtigt, Kommunisten zu sein. 1928/1929 gab es eine antisemitische Hetzwelle, die auch zu Überfällen auf jüdische Kaufleute führte. Die jüdische Gemeinde versuchte – mit nur wenig Erfolg – gegen die Verdächtigungen und gegen die Angriffe vorzugehen. 1932 trat der 1927 noch parteilose für 10 Jahre zum Bürgermeister gewählte Heinrich Münch der NSDAP und der SA bei. Er war ein glühender Verehrer Adolf Hitlers und entpuppte sich auch als radikaler Antisemit. Als Adolf Hitler Ende Januar 1933 an die Macht kam, waren die Juden fortan der nationalsozialistischen Willkür gegenüber schutzlos ausgesetzt. Zu den Verfolgern der Juden gehörte auch der Finanzbeamte Johann Appler, der sich 1928 der NSDAP angeschlossen hatte. 1929 wurde er Ortsvorsitzender und 1930 Kreisleiter der NSDAP. 1931 gründete Appler eine Ortsgruppe der SS. Er war ein weit über die Kreisgrenzen bekannter Antisemit.Appler wurde auf Vorschlag des mächtigen Stadtrates und obersten SA Führers in Gunzenhausen, SA-Sturmbannführer Karl Bär, am 27. April 1933 zum Zweiten Bürgermeister ernannt. Karl Bär war der dritte starke Mann der Nationalsozialisten in Gunzenhausen. Bär war ein Alter Kämpfer der NSDAP und war als Steuersekretär in der Finanzverwaltung tätig. Ab 1929 saß er im Stadtrat von Gunzenhausen, 1926 war er der SS beigetreten und Regisseur des SA-Terrors in der Öffentlichkeit. Vor 1933 waren gegen Bär mehrere Strafverfahren im Zusammenhang mit seiner SA-Tätigkeit anhängig gewesen. Nach 1933 übernahm ein „Orts-Aktionskomitee zur Abwehr der jüdischen Lügen- und Greuelpropaganda“ unter der Führung von Appler die antisemitische Agitation. „Willkürliche Verhaftungen, Boykott jüdischer Geschäfte, öffentliche Anprangerungen, ärztliche Behandlungsverbote“ waren nur ein Teil der Maßnahmen. Am 1. April 1933 fand der reichsweite Boykott jüdischer Geschäfte in Deutschland und in Gunzenhausen statt. Dabei wurde die nichtjüdische Bevölkerung unter Druck gesetzt, u. a. nicht in jüdischen Geschäften zu kaufen, sich nicht von einem jüdischen Arzt behandeln zu lassen und beispielsweise nicht in der Gaststätte von „Simon Strauß“ zu verkehren. Der Gastwirt und sein Sohn wurden schon 1933 von der SA misshandelt. Am 30. Juni 1933 scharten sich etwa 100 Nationalsozialisten vor jüdischen Häusern und Geschäften und verlangten, dass im Ort wohnende Juden in Schutzhaft genommen werden sollten. Die Polizei zerstreute den Auflauf, steckte aber drei jüdische Einwohner ins Gefängnis. 1934 schrieb Münch an Goebbels: „Ein großer Tell des Wirtschaftslebens …befindet sich in jüdischen Händen…Politisch sind die Juden von jeher Demokraten.“ Neben der Politik machte Appler auch in der Finanzverwaltung Karriere. Nach dem überraschenden Tod des Bürgermeisters Münch im Juli 1935 setzte Julius Streicher Appler ins Amt des Ersten Bürgermeisters ein. Unter nationalsozialistischer Führung wurde in Gunzenhausen im April 1933 das erste Hitler-Denkmal des Deutschen Reiches errichtet. Der Völkische Beobachter bezeichnete Gunzenhausen als den „besten Bezirk“. Auch das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe suchte nicht nur mit seinem Engagement für die Deutschen Christen die Nähe zum Regime. Man pflegte auch eine enge Beziehung zu Julius Streicher, der vieles in der Politik Gunzenhausens bestimmte.

Im März 1934 schlugen SA-Männer einen jüdischen Bürger krankenhausreif, der sich beim Bürgermeister Münch über Angriffe der SA auf Leben und Gut beschwert hatte. Am sogenannten Palmsonntag, dem 25. März 1934 hatte der 22-jährige SA-Obersturmführer Kurt Bähr, der Neffe des SA-Sturmbannführers und SA Chefs von Gunzenhausen Karl Bähr, morgens Streit mit dem Inhaber des Bekleidungsgeschäftes Sigmund Rosenfelder gesucht, so dass dieser Schlimmeres befürchtete. Am Spätnachmittag überfiel Kurt Bähr mit seinen SA-Männern den Gasthof von Simon Strauß. Zuerst prügelten sie den deutschnationalen Gundelsheimer Bürgermeister Leopold Baumgärtner aus dem Gasthof von Simon Strauß, weil „er sein Bier beim Juden trank“. Danach griffen sie den Gastwirt Simon Strauß und seinen Sohn an und verletzten dabei den Sohn schwer. Darauf hielt Bär vor dem Gasthof eine judenfeindliche Hetzrede. Dort hatten sich eine schaulustige Menge und 15–20 SA-Männer und Arbeitsdienstangehörige versammelt. Als erstes wurde vor den Zuschauern die Gastwirtfamilie „zum Schutz“ ins Stadtgefängnis gebracht. Der bewusstlose Sohn Julius Strauß wurde von den ihn tragenden SA-Männern mehrfach fallengelassen und mit den Füßen getreten. Die um ihren Sohn besorgte Mutter Strauß erhielt von Kurt Bär einige Ohrfeigen. Das begrüßte die mittlerweile zusammengelaufene größere Volksmenge mit Zurufen wie „schlagt drauf“. In größeren und kleineren Trupps von meist 50 bis zu mehreren hundert Personen zog die Menge, angeführt von Kurt Bär und seinen Leuten, bis 23 Uhr durch die Altstadt vor die jüdischen Anwesen. Unter Rufen wie „Juden müssen raus“ wurden Haus- und Wohnungseingangstüren gewaltsam geöffnet und 29 jüdische Männer und 6 Frauen unter Misshandlungen teils im Nachthemd ins Gefängnis begleitet und dort in „Schutzhaft genommen“. Die Täter waren SA-Männer, Bürger und Polizisten sowie der erste Bürgermeister Münch. Die Zahl der an den Gewalttaten Beteiligten wird mit 750 bis 1500 Personen angegeben. Diese Vorgänge ereigneten sich auf einigen wenigen Straßen im Zentrum. Durch die Gewaltakte kamen zwei Männer ums Leben. Gegen 23 Uhr kam der heimliche Organisator des Pogrom, Obersturmbannführer Karl Bär, zum Gefängnis. Er ließ die Frauen frei und behielt die Männer bis zum nächsten Abend in Haft. Über die Übergriffe wurde weltweit in der Presse berichtet: New York Times, Manchester Guardian und das Neue Wiener Journal. Das veranlasste die Nazis dazu, ein Gerichtsverfahren in Ansbach zu eröffnen. Die Richter sprachen in den folgenden zwei Prozessen von dem Pogrom als einem „reinigenden Gewitter“. Die zwei zu Tode gekommenen jüdischen Bewohner waren einmal der 65-jährige Privatier Max Rosenau. Dieser hatte sich aus Angst vor dem in sein Haus einbrechendem Mob selbst Stichwunden beigebracht, die zu seinem Tod führten. Und zum andern der 30-jährige Kaufmann Jakob Rosenfelder, ein Sozialdemokrat, der erhängt in einem Schuppen gefunden wurde. Der Prozess gegen 24 SA-Mitglieder, die an dem Vorfall beteiligt waren, war eine rechtsstaatliche Farce. Die Mehrheit der SA-Leute wurde zu niedrigen Gefängnisstrafen verurteilt. Sie blieben aber auf freiem Fuß. Wenige Wochen später erschoss einer der Rädelsführer, der 22-jährige Obersturmführer Kurt Bär, Julius Strauß und verletzte den Vater schwer. Beide hatten vor dem Landgericht Ansbach gegen ihn ausgesagt. Bär wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch bereits nach drei Jahren freigelassen.

Einen Tag vor der Reichspogromnacht 1938 kaufte die Stadt der israelitischen Kultusgemeinde die Synagoge ab, so blieb sie auf Intervention des Kreisbrandinspektors Wilhelm Braun als städtischer Besitz von einer Brandschatzung verschont. Symbolisch stürzte man eine Woche später die Kuppeln herab. Auch der Jüdische Friedhof an der Leonhardsruhstraße wurde geschändet und weitgehend zerstört, die Reste wurden 1948 instand gesetzt, woran ein Gedenkstein erinnert. Anfang November 1938 sollen noch 64 jüdische Bürger in Gunzenhausen gelebt haben. Im Januar 1939 folgte die Erklärung zur „judenfreien Stadt“. Die Synagoge wurde bis zu ihrem Abriss 1981 gewerblich genutzt.

Luftangriff: Am 16. April 1945 griffen in fünf Wellen 100 Martin B-26 „Marauder“-Bomber der 9. US-Luftflotte Gunzenhausen an. 358 Gebäude wurden zerstört und 141 Einwohner getötet, darunter 46 Kinder. Wenige Tage später besetzten US-Truppen die Stadt.

Nach 1945

Im Juni 2019 wurde Gunzenhausen von einer Schwammspinner-Plage heimgesucht.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform kamen insgesamt 14 bis dahin selbständige Gemeinden zu Gunzenhausen. Am 1. April 1971 wurden die Gemeinden Cronheim, Laubenzedel, Nordstetten, Pflaumfeld, Schlungenhof, Stetten, Streudorf, Unterasbach, Unterwurmbach und Wald eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Oberasbach hinzu. Büchelberg folgte am 1. Januar 1978. Aha und Frickenfelden schlossen die Reihe der Eingemeindungen am 1. Mai 1978 ab.

Quelle: de.wikipedia.org



Robinson Rd, CB 13862 Nassau, NP, The Bahamas
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