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Alte Historische Fotos und Bilder Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Old historical photos and pictures , Mecklenburg-Western Pomerania

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben


Wappen Greifswald

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Geschichte von Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern in Fotos
History of , Mecklenburg-Western Pomerania in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Kommunalrechtlich gibt es nach § 20 der Hauptsatzung vom 6. Oktober 2015 acht Ortsteile, in denen zum Teil mehrere der historisch gewachsenen Stadtteile bzw. Viertel zusammengefasst werden. In diesen kommunalrechtlichen Ortsteilen wird jeweils eine Ortsteilvertretung mit je neun Mitgliedern gewählt.

  • Gemarkung „Greifswald“
      Innenstadt
  • Gemarkungen „Groß Schönwalde“ und „Koitenhagen“ (eingemeindet 1974)
      Schönwalde I und Südstadt, Schönwalde II
  • Gemarkungen „Eldena“, „Ladebow“ und „Wieck“ (1939), „Friedrichshagen“ (1974), „Riems“ (1957)
      Eldena, Friedrichshagen, Ostseeviertel, Riems, Wieck/Ladebow

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 57 985

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Greifswald. Am Mühlentor mit Marienkirche
Am Mühlentor mit Marienkirche
Greifswald. Marienkirche, 1930
Marienkirche, 1930
Greifswald. Bahnhof, 1960
Bahnhof, 1960
Greifswald. Bahnhofsplatz, 1902
Bahnhofsplatz, 1902
Greifswald. Gymnasium, 1907
Gymnasium, 1907
Greifswald. Gymnasium, 1927
Gymnasium, 1927
Greifswald. Lehrerinnenseminar, 1902
Lehrerinnenseminar und Kaiserin Auguste-Viktoria-Schule, 1902
Greifswald. Kaserne, Soldaten, 1906
Kaserne, Soldaten, 1906
Greifswald. Kloster Eldena, 1922
Kloster Eldena, 1922
Greifswald. Altes Giebelhaus am Markt, 1920
Altes Giebelhaus am Markt, 1920
Greifswald. Marktplatz und Kinder, Marienkirche, 1904
Marktplatz und Kinder, Marienkirche, 1904
Greifswald. Nikolaikirche von Südwesten
Nikolaikirche von Südwesten
Greifswald. Private Photo, 1928
Private Photo, 1928
Greifswald. Seesportschule und Segelschulschiff 'Wilhelm Pieck', 1974
Seesportschule und Segelschulschiff 'Wilhelm Pieck', 1974
Greifswald. Stadthalle, 1915
Stadthalle, 1915
Greifswald. Steinbecker Tor
Steinbecker Tor
Greifswald. Marktplatz, Rathaus mit Polizeidirektion, Apotheke
Marktplatz, Rathaus mit Polizeidirektion, Apotheke
Greifswald. Rathaus, 1980
Rathaus, 1980
Greifswald. Rathaus, Apotheke und Denkmal am Marktplatz, 1912
Rathaus, Apotheke und Denkmal am Marktplatz, 1912
Greifswald. Theater, 1955
Theater, 1955
Greifswald. Universität und Rubenow Denkmal, 1906
Universität und Rubenow Denkmal, 1906
Greifswald. Universität
Universität
Greifswald. Universität, Hauptgebäude, 1920
Universität, Hauptgebäude, 1920
Greifswald. Wiecker Brücke
Wiecker Brücke

Geschichte

Mittelalter

um 1199 - Gründung des Klosters Hilda durch aus Dargun vertriebene Zisterzienser. Das später Eldena genannte Kloster liegt südlich der Ryckmündung, in der Nähe befinden sich Salzpfannen.

1209 - Rügenfürst Jaromar I. gestattet dem Kloster Eldena die Ansiedlung von Kolonisten.

1241 - Fürst Wizlaw I. von Rügen und Herzog Wartislaw III. von Pommern-Demmin genehmigen dem Kloster Eldena, wöchentlich einen Markt abzuhalten. Es ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung der späteren Stadt Greifswald.

1248 - Unter den in einer Urkunde aufgeführten Besitzungen des Klosters Eldena wird das „oppidum Gripheswald“ genannt – erste urkundliche Erwähnung Greifswalds.

1249 - Das Kloster Eldena tritt die Siedlung „Gripheswald“ als Lehen an den Pommernherzog Wartislaw III. ab.

1250 - Verleihung des lübischen Rechts und damit der freien Selbstverwaltung nach dem Vorbild der Stadt Lübeck durch den Pommernherzog Wartislaw III. (14. Mai).

1254 - Herzog Wartislaw III. übereignet den Mönchen des Dominikanerordens einen Platz im Nordwesten der Stadt zur Anlage eines Klosters („Schwarzes Kloster“).

1262 - Graf Jaczo von Gützkow überlässt den Mönchen des Franziskanerordens einen Platz am südöstlichen Stadtrand zur Anlage eines Klosters („Graues Kloster“).

1262 - Ersterwähnung des Heilig-Geist-Hospitals (St. Spiritus).

1264 - Vereinigung von Alt- und Neustadt sowie Verleihung des Verteidigungs- und Befestigungsrechts durch Herzog Wartislaw III. In der Folge umfassende Bautätigkeit in der Stadt.

1280 - Der Bischof von Kammin bestätigt dem Kloster Eldena das Patronat über die drei Greifswalder Stadtkirchen St. Nikolai, St. Marien und St. Jacobi, die in der betreffenden Urkunde erstmalig gemeinsam erwähnt werden.

1321/22 - Älteste überlieferte Statuten des Greifswalder Rates, sie ergänzen das lübische Recht.

1326-1328 - Im Rügenschen Erbfolgekrieg unterstützt die Stadt Greifswald (neben Stralsund, Anklam und Demmin) die Erbansprüche des pommerschen Herzogshauses.

1349 - Erstmalige Nennung des Rathauses (als „Kophus“) in den schriftlichen Quellen.

1354 - Als letztes der Greifswalder Stadttore wird das an der Ausfallstraße nach Stralsund gelegene Steinbecker Tor in den schriftlichen Quellen erwähnt. Bereits früher werden das Fleischertor (1293/94), das Mühlentor (1301) und das Vettentor (1304) genannt.

1451 - Verfassung der Stadt Greifswald, ausgearbeitet vom Bürgermeister und späteren Universitätsgründer Dr. Heinrich Rubenow.

1456 - Eröffnung der Greifswalder Universität auf Initiative des Greifswalder Bürgermeisters Dr. Heinrich Rubenow. Im Zusammenhang mit der Universitätsgründung wird St. Nikolai zur Kollegiatskirche erhoben.

In der Hanse

1262 - Haakon, König von Norwegen, und sein Sohn Erik gewähren den Greifswaldern Handelsfreiheit in ihren Landen.

1270/1274 - Barnim I. überlässt den Greifswaldern das Niederlags- und Stapelrecht für Holz, Pech und andere Waren aus seinem Lande, ausgenommen Getreide. Damit festigt er die Position der Stadt im Ostseehandel. Das Privileg der freien Getreideein- und -ausfuhr erhält Greifswald 1289.

1280 - Der dänische König Erich weist den Greifswalder Kaufleuten einen Platz in Falsterbo im Südwesten Schonens zur Anlage einer Vitte, eines Heringsanlande- und Handelsplatzes, zu.

1283 - Rostocker Landfrieden: Schutzbündnis pommerscher und mecklenburgischer Fürsten und Herren und mehrerer Städte, darunter Lübeck, Hamburg, Lüneburg, Rostock, Wismar, Stralsund, Anklam, Demmin, Greifswald, Stettin.

1297 - Wizlaw II., Fürst zu Rügen, verleiht der Stadt Greifswald das Recht, einen Hafen an der Mündung des Rycks anzulegen. Bestätigung 1304 durch Fürst Wizlaw III.

1310 - Schutzbündnis zwischen den Städten Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald, abgeschlossen auf vier Jahre, besonders für die handeltreibenden Bürger.

1310-1363 - Blütezeit Greifswalds als Hansestadt, während dieser Zeit kommen die Abgesandten der Hansestädte nachweislich achtmal zu Tagfahrten (Hansetagen) in Greifswald zusammen.

1320 - Herzog Wartislaw IV. verleiht den Städten Demmin, Anklam und Greifswald das Recht zur freien Schifffahrt auf der Swine und der Peene.

Der dänische König Christoph II. gewährt den Greifswaldern Handels- und Zollfreiheit im dänischen Königreich sowie das Recht, für ihre Niederlassungen auf den schonischen Märkten einen eigenen Richter zu bestellen.

1330 - In Rønne auf Bornholm ist ein Stützpunkt der Greifswalder Bornholmfahrer belegt.

1356 - Statuten der Kopenhagenfahrerkompanie. Ihre Haupthandelsrichtung verlagert sich später von Kopenhagen nach Schonen, auf die Messen und Heringsumschlagplätze von Skanør und Falsterbo. Sie gilt als Vorläuferin der bedeutenderen Schonenfahrerkompanie.

1361 - Als Reaktion auf den Überfall des Dänenkönigs Waldemar IV. Atterdag auf den hansischen Handelsstützpunkt Visby auf Gotland beschließen die in Greifswald versammelten Sendboten der Hansestädte militärische Aktionen gegen Dänemark, die jedoch zunächst keinen erfolgreichen Verlauf nehmen.

1370 - Stralsunder Frieden. Der Dänische Reichsrat muss der Hanse freien Handel in Dänemark einräumen. Die Vertreter der Hansestädte, darunter Greifswald, besiegeln diesen Vertrag, der den Höhepunkt hansischer Macht im Ostseeraum darstellt.

1435 - Ersterwähnung der sicher älteren Bergenfahrerkompanie in den schriftlichen Quellen. Es ist die bedeutendste der Greifswalder Fahrtrichtungsgenossenschaften.

1644 - Stralsund, Anklam, Kolberg, Greifswald und andere pommersche Hansestädte vereinbaren, nur noch bedingt an den Aktivitäten der deutschen Hanse teilzunehmen.

1644 - Die pommerschen Hansestädte Stralsund, Greifswald, Anklam und Stettin erklären, dass sie aufgrund der nach dem Westfälischen Frieden eingetretenen Veränderungen nicht mehr in der Lage seien, ihre Verbindungen zur Hanse in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten.

Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg

1499 - Greifswald zählt nach dem ältesten erhaltenen vollständigen Steuerregister ca. 4 500 Einwohner.

1515 - Einsturz des nahezu 120 Meter hoch aufragenden gotischen Turmhelms von St. Nikolai durch einen Nordweststurm.

1531 - Johann Knipstro hält die erste evangelische Predigt in der Greifswalder Nikolaikirche.

1535 - Nach Einführung der Reformation in Pommern wird das Kloster Eldena in ein herzogliches Amt umgewandelt. Der gesamte Grundbesitz des Klosters fällt an die Herzöge von Pommern.

1539 - Die Universität, die ihren Lehrbetrieb infolge der konfessionellen Auseinandersetzungen der Reformationszeit zwischenzeitlich hatte einstellen müssen, wird als protestantische Hochschule wiedereröffnet.

1541 - Ab 1541 tagen in Greifswald regelmäßig die Generalsynoden der evangelischen Kirche im Herzogtum Pommern.

1553 - Greifswald wird Sitz des Generalsuperintendenten von Vorpommern. Als erster Generalsuperintendent wirkt Johann Knipstro.

1566 - Das Gelände des säkularisierten Dominikanerklosters („Schwarzes Kloster“) am nördlichen Stadtrand wird der Universität übereignet. Zwischen 1900 und 1903 erfolgt hier der Bau der Chirurgischen Klinik.

1591 - Baubeginn des ersten Universitätsgebäudes (Vorgängerbau des heutigen Universitätshauptgebäudes).

1604 - Gründung der Universitätsbibliothek.

1623 - Ein „Bürgervertrag“ regelt Pflichten und Befugnisse des Rates, der Bürgerschaft sowie eines neu eingerichteten Fünfzigmännerkollegiums. Mit der Einrichtung dieser ständigen Bürgervertretung enden die innerstädtischen Verfassungskämpfe.

1627 - Beginn der Besetzung der Stadt durch kaiserliches Militär. Unter den drückenden Besatzungslasten kommen Handel und Wirtschaft zum Erliegen, als Folge verarmen große Teile der Bevölkerung.

1631 - Nachdem der kaiserliche Stadtkommandant Oberst Perusius bei einem Erkundungsritt getötet worden ist, wird die Stadt den Schweden übergeben. Am 17. Juni 1631 zieht der Schwedenkönig Gustav II. Adolf unter dem Jubel der Bevölkerung in Greifswald ein.

Schwedenzeit

1634 - Der letzte Pommernherzog Bogislaw XIV. übereignet der Universität die Ländereien des nach der Reformation in ein herzogliches Amt umgewandelten Klosters Eldena.

1648 - Infolge des Westfälischen Friedens fällt Vorpommern mit Rügen an Schweden (bis 1815).

1650 - Ein Sturm zerstört den – nach dem Einsturz im Jahre 1515 Anfang des 17. Jh. erneuerten – Turmhelm von St. Nikolai. 1653 erhält der Turm den heutigen Barockhelm.

1651 - „Renovierte“ Greifswalder Stadtstatuten, diese tragen den seit 1451 (Rubenowsche Stadtverfassung) insbesondere durch Reformation, herzogliche Rezesse und den Bürgervertrag von 1623 geänderten kirchlichen, staats- und verwaltungsrechtlichen Verhältnissen Rechnung.

1659 - Vergebliche Belagerung Greifswalds durch die Truppen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg.

1678 - Im schwedisch-brandenburgischen Krieg (1674-1679) kapituliert Greifswald nach heftigem Beschuss vor den Truppen des Großen Kurfürsten.

1681 - Ernst Bogislaw von Croy, letzter Nachkomme des pommerschen Herzogshauses, vermacht der Universität testamentarisch einen kostbaren Gobelin, den berühmten Croy-Teppich.

1711-1713 - Im Nordischen Krieg (1700-1720) besetzen sächsische, russische und dänische Truppen Greifswald. 1713 wird das Rathaus durch einen infolge von Fahrlässigkeit der Soldaten ausgebrochenen Brand in Schutt und Asche gelegt.

1712 - Der russische Zar Peter I. weilt einige Tage in Greifswald.

1716-1720 - Als Folge des Verlaufs des Nordischen Krieges steht Greifswald unter dänischer Verwaltung.

1736 - Teile der Greifswalder Innenstadt fallen einer Feuersbrunst zum Opfer. Wiederum wird auch das – nach dem Brand von 1713 fast wiederhergestellte – Rathaus beschädigt.

1745 - Der Rat erteilt die Konzession für eine neue Saline am Nordufer des Ryck, die bis 1869 in Betrieb ist.

1747-1750 - Errichtung des heutigen Universitätshauptgebäudes.

1748 - Johann Carl Dähnert (1719-1785) wird zum Professor und Universitätsbibliothekar ernannt.

1758/59 - Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) besetzen preußische Truppen Greifswald.

1774 - Caspar David Friedrich (1774-1840), der bedeutendste Maler der deutschen Romantik, wird am 5. September in Greifswald geboren.

1788 - Johann Gottfried Quistorp (1755-1835) wird als Universitätszeichenlehrer eingestellt. Nach seinen Plänen wird das Gymnasium in der Mühlenstraße (heute Galerie des Pommerschen Landesmuseums) erbaut. Quistorps bedeutendster Schüler ist Caspar David Friedrich.

1791 - Ernst Moritz Arndt (1769-1860) wird an der Greifswalder Universität immatrikuliert, ab 1806 ist er außerordentlicher Professor an der Philosophischen Fakultät.

1807-1810, 1812-1813 - Zeitweilige Besetzung der Stadt durch französische Truppen. Zu den drückenden Forderungen der Besatzer kommen die Auswirkungen der 1806 verhängten Kontinentalsperre, wodurch Handel und Schifffahrt erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden.

1815 - Übergang Vorpommerns aus schwedischem in preußischen Besitz im Ergebnis des Wiener Kongresses nach Napoleons endgültiger Niederlage.

19. Jahrhundert

1818 - Anlegung des jetzigen „Alten Friedhofs“ an der Wolgaster Straße.

1824-1832 - Neogotische Umgestaltung der Nikolaikirche unter Leitung von Christian Johann Gottlieb Giese.

1835 - Eröffnung der (bis 1876 bestehenden) Landwirtschaftlichen Akademie in Eldena, einer der ersten Landwirtschaftsschulen Deutschlands.

1835-1836 - Fertigstellung der Chaussee Berlin-Greifswald-Stralsund.

um 1840 - Ansiedlung einer Reihe von Unternehmen mittlerer Größe in Greifswald, darunter eine Maschinenbauanstalt, eine Eisengießerei, eine Papiermühle und eine Essigfabrik, in der 1841 die erste Dampfmaschine in Greifswald in Betrieb genommen wird.

1845 - Anstelle der westlichen Klausurgebäude des ehemaligen Franziskanerklosters wird ein Armenhospital errichtet (heute Teil des Pommerschen Landesmuseums).

ab 1853 - Großzügige Neubauten der Universität im Nordwesten der Altstadt auf dem Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters. Es entstehen das Anatomische Institut (1853-1855), das Universitätskrankenhaus (1856-1858), das Pathologische Institut (1869-1871) sowie das Chemische Institut (1862-1864; seit 1908 Pharmakologisches Institut). Als letzter großer Bau auf diesem Gelände entsteht zwischen 1900 und 1903 die Chirurgische Klinik. Bereits zwischen 1875 und 1878 ist im nordwestlichen Winkel der Altstadt die Frauenklinik gebaut worden.

1856 - 400-Jahrfeier der Universität und Einweihung des Rubenowdenkmals. Seit den 1850er Jahren entwickelt sich die Universität zu einer modernen Hochschule, an welcher bedeutende Wissenschaftler wirken wie die Theologen August Hermann Cremer und Victor Schulze, der Palästinaforscher Gustaf Dalman, die Juristen Georg Beseler und Bernhard Windscheid, die Mediziner Paul Grawitz, Leonhard Landois, August Bier, Ferdinand Sauerbruch und Gerhardt Katsch, der Hygieniker und Virologe Friedrich Loeffler, die Physiker Gustav Mie und Johannes Stark, der Mathematiker Felix Hausdorff, der Philologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, die Historiker Ernst Bernheim und Adolf Hofmeister.

1863 - Anschluss Greifswalds an die Berlin-Stettiner Eisenbahnlinie.

1870 - Eröffnung des Gymnasiums am damaligen Wilhelmsplatz.

1871 - Einweihung der katholischen Pius-Kirche (seit 1932 St. Josephs-Kirche).

1872 - Die höhere Töchterschule bezieht das an der südlichen Altstadtgrenze neuerbaute Gebäude, seit 1891 Kaiserin-Auguste-Victoria-Schule (heute Haus II des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums).

1873 - Ein neuer Stadtrezess beendet die Teilung der Bürger in drei Stände bzw. Klassen, fortan gilt in Greifswald ein einheitliches Bürgerrecht.

ab 1880 - Neubauten der Universität, gruppiert um das Hauptgebäude am Rubenowplatz. Es entstehen die Universitätsbibliothek (1880-1882; Erweiterungsbau 1890-1892), das Auditoriengebäude (1884-1886), die Augenklinik (1885-1887; Operationssaalanbau 1897-1898) und das Physikalische Institut (1889-91) mit Sternwarte.

1883 - Verkauf der seit 1291 im Besitz der Stadt Greifswald befindlichen Insel Greifswalder Oie an den Preußischen Staat.

1887 - Bau der Wiecker Zugbrücke nach holländischem Vorbild.

1888 - Bau des Wasserwerks auf der Feldmark Diedrichshagen und Inbetriebnahme der ersten Abschnitte der Wasserversorgungsleitung.

1892 - Errichtung des Brunnens auf dem Markt mit der Statue einer Siegesgöttin (Abbruch 1936).

1896 - Nach Abriss der Häuser an der Südseite des Marktes entsteht dort das Hauptpostamt (heute Stadthaus).

20./21. Jahrhundert

1903 - Anschluss der Stadt an das Stromnetz.

ab 1903 - Errichtung weiterer Universitätsgroßbauten in der Vettenvorstadt. Es entstehen die Psychiatrische und Nervenklinik (1903-1906), das neue Chemische Institut (1904-1907) sowie die ersten Häuser der Kinderklinik (1912-1913) und das Säuglingsheim (1914-1915).

1910 - Gründung des Instituts für Tierseuchenforschung auf der Insel Riems durch Friedrich Loeffler. Es ist die weltweit erste virologische Forschungsstätte.

1913 - Greifswald erhält die Kreisfreiheit, welche die Stadt 1950 zwar einbüßt, 1974 aber wiedererlangt, um sie 2011 erneut zu verlieren.

1913-1915 - Bau des Stadttheaters und der Stadthalle.

1925 - Die Stadt übereignet der Universität für den Bau weiterer Institute und Kliniken ein Baugelände zwischen Wolgaster und Anklamer Straße. 1929 wird die Hautklinik, 1935 die Hals-, Nasen- und Ohrenklinik eröffnet.

1929 - Eröffnung des Museums im damals so genannten Guardianshaus des ehemaligen Franziskanerklosters (heute Teil des Pommerschen Landesmuseums).

1936-1938 - Bau des Militärflugplatzes in Ladebow. In der Gützkower Landstraße, in der heutigen Hans-Beimler-Straße und Franz-Mehring-Straße entstehen Flak- und Infanteriekasernen.

1939 - Eingemeindung von Wieck und Eldena sowie des Gutes Ladebow nach Greifswald.

1945 - Kampflose Übergabe der Stadt Greifswald an die Rote Armee und damit Rettung der Stadt vor der Zerstörung.

1946 - Wiedereröffnung der Universität.

1951 - Abbruch des Steinbecker Tores, des letzten Stadttores.

1955 - Ein Brand zerstört den Turmhelm der Jacobikirche. Zehn Jahre später wird das heutige Pyramidendach aufgebracht.

1955 - Studentenprotest gegen die Umwandlung der Medizinischen Fakultät der Universität in eine militärmedizinische Sektion.

1956 - 500-Jahrfeier der Universität, die den 1945 kriegsbedingt nach dem Westen Deutschlands ausgelagerten Croy-Teppich zurückerhält.

1956-1963 - Errichtung des ersten Neubauwohngebietes für etwa 2 000 Einwohner, des alten Ostseeviertels, und des Wohngebietes Südstadt.

1956-1961 - An der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße werden die naturwissenschaftlichen Institute der Universität gebaut.

1957 - Die Insel Riems, die Insel Koos und Kalkvitz werden verwaltungsmäßig in die Stadt Greifswald eingegliedert.

1967 - Grundsteinlegung für den VEB Nachrichtenelektronik Greifswald (Produktionsaufnahme 1969). Beginn der Ansiedlung von Großindustrie, die Greifswald zum ökonomischen Zentrum im östlichen Teil des Bezirks Rostock macht.

1968 - Beginn der Erschließungsarbeiten für das Kernkraftwerk in der Lubminer Heide. Der erste Reaktorblock geht 1973 in den Probebetrieb. Seit 1990/91 stufenweise Abschaltung aller fünf betriebenen Reaktorblöcke.

1969-1988 - Die Stadtteile Schönwalde I und II und Ostseeviertel Ryck- und Parkseite entstehen.

1978 - Beginn der Altstadtsanierung durch Ersatzneubau im Nordosten der Innenstadt nach vorangegangenem Flächenabbruch.

1989 - Wiedereinweihung des seit 1977 sanierten und restaurierten Domes St. Nikolai im Beisein von Staats- und Parteichef Erich Honecker.

1989 - Nach dem Vorbild der Leipziger Montagsdemonstrationen findet am 18. Oktober im Greifswalder Dom der erste Friedensgottesdienst als Ausdruck des Protestes gegen die Staats- und Parteiführung statt. Am 4. Dezember werden die Gebäude der SED-Kreisleitung und des Staatssicherheitsdienstes durch oppositionelle Gruppen besetzt. Am Folgetag konstituiert sich ein Untersuchungsausschuss der Stadt Greifswald.

1990 - Erste freie Wahlen eines Stadtparlaments seit 1933 bzw. den letzten halbwegs freien Kommunalwahlen vom September 1946.

1991 - Der Stadthafen wird dem „Museumshafen Greifswald e.V.“ zur Nutzung überlassen.

1994 - Mit dem Baubeginn eines Biotechnikums (Eröffnung 1996) und dem bereits 1991 eingerichteten Technologiezentrum Vorpommern entwickelt sich die Stadt Greifswald zum Technologiestandort. Weitere neu angesiedelte innovationsorientierte Unternehmen sind das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und das heutige Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

1999 - Schließung des Museums der Hansestadt Greifswald. Die Gebäude und der Fundus des Museums werden Teil des neuen Pommerschen Landesmuseums.

2000 - Eröffnung der Gemäldegalerie als erstem Teilabschnitt des im Aufbau begriffenen Pommerschen Landesmuseums im klassizistischen „Quistorp-Bau“ (ehemals Knaben-Mittelschule).

2002 - Eröffnung des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs.

2003 - Eröffnung des sanierten Koeppen-Hauses als Literaturzentrum Vorpommern.

2004 - Eröffnung des Caspar-David-Friedrich-Zentrums.

2005 - Eröffnung des Pommerschen Landesmuseums.

2005 - Inbetriebnahme der Fußgängerbrücke über den Ryck.

2005 - Die Stadt (seit 1990 „Hansestadt“) führt die offizielle Bezeichnung „Universitäts- und Hansestadt Greifswald“.

2009 - Wiedereröffnung der Stadthalle nach umfänglichen Sanierungsarbeiten.

Quelle: greifswald.de



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