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Alte Historische Fotos und Bilder Kabelsketal, Sachsen-Anhalt
Old historical photos and pictures Kabelsketal, Saxony-Anhalt

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Wappen Kabelsketal

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Geschichte von Kabelsketal, Sachsen-Anhalt in Fotos
History of Kabelsketal, Saxony-Anhalt in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Kabelsketal ist eine Gemeinde im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Sie entstand am 1. Januar 2004 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Dieskau, Dölbau, Gröbers und Großkugel.[2] Der Bach Kabelske, zum Einzugsgebiet der Weißen Elster gehörend, ist namensgebend für die Gemeinde.

Das Gemeindegebiet umfasst die Ortschaften

Dieskau mit Zwintschöna

Dölbau mit Kleinkugel und Naundorf (mit Stennewitz)

Gröbers mit Benndorf (mit Bennewitz und Proitz), Gottenz, Osmünde und Schwoitsch

Großkugel mit Beuditz

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 8 837

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Kabelsketal. Dieskau - Blick zur Strasse, 1964
Dieskau - Blick zur Strasse, 1964
Kabelsketal. Dieskau - Blick zur Strasse, 1964
Dieskau - Blick zur Strasse, 1964
Kabelsketal. Dieskau - LPG-Vorsitzender zu Besuch im Hort, 1960
Dieskau - LPG-Vorsitzender zu Besuch im Hort, 1960
Kabelsketal. Dieskau - LPG-Vorsitzender zu Besuch im Hort, 1960
Dieskau - LPG-Vorsitzender zu Besuch im Hort, 1960
Kabelsketal. Dieskau - Kindergarten 'Weltfrieden', um 1960s
Dieskau - Kindergarten 'Weltfrieden', um 1960s
Kabelsketal. Dieskau - Schloß, jetzt Polytechnische Oberschule, um 1960s
Dieskau - Schloß, jetzt Polytechnische Oberschule, um 1960s
Kabelsketal. Dieskau - Schloß, jetzt Polytechnische Oberschule
Dieskau - Schloß, jetzt Polytechnische Oberschule
Kabelsketal. Schwoitsch - Getreideernte mit Mähdrescher, Gerste, 1953
Schwoitsch - Getreideernte mit Mähdrescher, Gerste, 1953

Geschichtliche Entwicklung der Einheitsgemeinde Kabelsketal

Die Gemeinde Kabelsketal ist ein Ergebnis der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt.

Zuvor gab es die Verwaltungsgemeinschaft Kabelske-Tal, die die Angelegenheiten ihrer eigenständigen Mitgliedsgemeinden Dieskau, Dölbau, Döllnitz, Gröbers, Großkugel, Lochau und Queis verwaltete. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform hatten sich die Bürger in einer Bürgeranhörung am 10.06.2001 mit großer Mehrheit für die Bildung einer Einheitsgemeinde entschieden. Die Gemeinderäte hatten daraufhin entsprechend diesem geäußerten Willen die Bildung der Einheitsgemeinde Kabelsketal beschlossen.

Seit dem 01.01.2004 besteht die Einheitsgemeinde Kabelsketal. Sie war bis zum 31.12.2004 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kabelske-Tal. Bitte beachten Sie die feine Unterscheidung der Namensbezeichnung (mit/ohne Bindestrich). Im August 2004 wechselten die Gemeinden Döllnitz und Lochau aus der Verwaltungsgemeinschaft Kabelske-Tal in die Einheitsgemeinde Schkopau. Zum Jahresende 2004 wechselte dann schließlich auch die Gemeinde Queis zur Stadt Landsberg. Damit war nur noch die Gemeinde Kabelsketal übrig, die Verwaltungsgemeinschaft wurde aufgelöst.

Ende 2004 wurde Kurt Hambacher zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.

Um den Zusammenschluss umzusetzen, waren viele Dinge zu beachten und zu regeln. Die Änderung von Straßennamen weckte (zu Recht) viele Befindlichkeiten, zum einen, weil sie für alle Betroffenen mit Aufwand verbunden war, zum anderen weil ein vertrauter Name verloren ging. Aber Voraussetzung für die Übernahme des gesetzlichen Gemeindenamens "Kabelsketal" für die Deutsche Post, die Rettungsdienste und Freiwilligen Feuerwehren war das Vorhandensein eindeutiger Anschriften im gesamten Gemeindegebiet der neuen Gemeinde. Das heißt es durften keine Straßennamen mehrfach vergeben sein. Aus diesem Grunde waren die Gemeinderäte der Gemeinden Dieskau, Dölbau, Gröbers und Großkugel gezwungen, untereinander einvernehmlich die Mehrfachbenennung durch neue Straßennamen zu ersetzen.

Außer der Änderung der Straßenbezeichnung kam auch teilweise für einige Grundstücksbesitzer die Änderung der Hausnummern in Betracht. Ursachen sind die namentliche Zusammenziehung, bzw. Teilung von Straßen oder auch eine notwendige Neuordnung von Hausnummern, um die Auffindbarkeit der Gebäude zu gewährleisten.

Die Gemeinde Kabelsketal feierte 2014 ihr 10-jähriges bestehen. Die Schwierigkeiten, die der Zusammenschluss mit sich brachte, sind lange überwunden, die Gemeinde und ihr etwas fremd wirkender Name haben sich etabliert.

Wie kam es zu der Namensgebung? Zum einen trug die damalige Verwaltungsgemeinschaft bereits den Namen "Kabelske-Tal". Die vier zusammengeschlossenen Gemeinden Dieskau, Dölbau, Gröbers und Großkugel mussten einen Begriff finden, der alle gemeinsam verbindet und keine der einzelnen Orte in besonderer Weise heraus hebt.

Da die Kabelske, der Stutenbach, durch alle vier Ortsteile fließt, war es das geeignete, alle verbindende Element.

Und so entschied man sich schließlich für den Namen "Kabelsketal".

Näheres zu der geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Ortschaften finden Sie im Informationsbereich zu den Ortschaften selbst:

Geschichte Dieskau

Dieskau wurde erstmals 1121 als Thizgoe erwähnt, während Zwintschöna 1370 seine Ersterwähnung fand. Die Herren von Dieskau machten das Dorf zum Zentrum ihres beträchtlichen Landsitzes. Neben Getreidekulturen wurde Wein angebaut und in den nahe gelegenen Teichen Fischzucht betrieben. Aus zwei Sattelhöfen ging das Rittergut hervor. Ende des 18. Jahrhundert gehörte das Rittergut Carl Christoph von Hoffmann, Kanzler der Universität Halle. Er legte am Schloss einen großen Garten englischen Stils und einen Park nach Wörlitzer Vorbild an, wobei die Gegebenheiten der Auenlandschaft der Reide berücksichtigt wurden.

Besonders schön sind die Teiche in dem Park. Im 19. Jahrhundert kam das Rittergut an die Herren von Bülow, die es bis zur Bodenreform 1945 bewirtschafteten.

Ein starkes Anwachsen der Bevölkerung war im Beginn des Kohlebergbaus Anfang 1900 zu verzeichnen.

Geschichte Dölbau

Siedlungsgeschichte der Ortschaft Dölbau

Die Ersterwähnung des Ortes bzw. der einzelnen Ortsteile datiert aus dem 13. / 14. Jahrhundert. Dölbau erscheint 1347 als Tolpen / Tölpe, Kleinkugel wird 1370 als parva Kubele erwähnt und Naundorf 1286 als Niendorp. Stennewitz wird 1378 als Steynewitz / Steinewitz (sténé "junger Jagdhund") erwähnt. Poppendorf und Gelte wurden im 30 jährigen Krieg zerstört, wobei ihre Namen sich bis heute als Flurbezeichnungen erhalten haben.

Diese Orte sind ursprünglich slawische Ansiedlungen, worauf die noch heute erkennbare Dorfform, der slawische Rundling, hinweist. Eine Ausnahme bildet Naundorf. Hier handelt es sich um eine germanische Gründung, was wiederum an der Dorfform, dem germanischen Rundling, zu erkennen ist.

Entwicklung

Mit dem Machtantritt des Königs Otto I. im Jahr 936 begann die allmähliche Eroberung slawischer Gebiete östlich von Saale und Elbe. Mit der Ausdehnung seines Herrschaftsgebietes nach Osten ging der Ausbau der Verkehrswege einher. Das erleichterte den Warenaustausch in diesem Gebiet und führte zu einem allmählichen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Zeit werden die Namen unserer Ortsteile erstmals urkundlich erwähnt.

Naundorf wurde im 13. Jahrhundert von deutschen Kolonisten gegründet. Der Name bedeutet „das neu gegründete Dorf“. Der urkundliche Beleg lautet: 1286 Niendorp. Bereits um 1220 entstand hier die guterhaltene, spätromanische Wehrkirche. Besonders bemerkenswert an dieser Kirche ist ihr zweistufiges Säulenportal und ein Blockaltar mit einstückiger Sandplatte.

1855 wurde die Kirche mit einer Waldner – Orgel ausgestattet, die original erhalten, noch heute voll funktionstüchtig ist und auch gespielt wird.

Im 15. Jahrhundert vergrößerte Naundorf seine Flur, als das benachbarte Poppendorf einging. Durch Naundorf führte die mittelalterliche Salzstraße von Halle nach Leipzig. Naundorf gehörte seit 1347 zu Sachsen und wurde vom Amt Delitzsch verwaltet.

Dölbau, eine sorbische Siedlung, erscheint 1347 als Tolpen/ Tölpe. Dölbau gehörte ebenfalls zum Amt Delitzsch.

Das altsorbische Kleinkugel wurde etwa im 9. Jahrhundert gegründet. Der Ortsname weist auf Pferdezucht hin (Kobyla= Stute). Um parva Kubele, so die erste urkundliche Überlieferung 1371, gab es besonders viele Weideflächen, die später in Ackerland umgewandelt wurden. Kleinkugel war ursprünglich erzstiftisch und gehörte zum damaligen Saalkreis. Im Ergebnis des 30 jährigen Krieges kam es zu Brandenburg und damit zum späteren Königreich Preußen.

Stennewitz wurde von Sorben im 9./10. Jahrhundert gegründet. Der Ortsname bedeutet: Ort wo junge Hunde gezüchtet werden. Der urkundliche Beleg lautet 1378 Steynewitz (sténé "junger Jagdhund"). Stennewitz gehörte seit 1347 zum Amt Delitzsch und damit ebenfalls zu Sachsen.

Die Kabelske bei Stennewitz bildete die Grenze zwischen dem Erzbistum Magdeburg und Kursachsen. Unsere Ortsteile waren also seit dieser Zeit Grenzregion. Zwischen Stennewitz und Naundorf auf der einen Seite und Kleinkugel auf der anderen Seite kam es häufig zu Grenzstreitigkeiten. Ein Vertrag zwischen dem Erzbistum Magdeburg und Kursachsen regelte 1558 den Grenzverlauf.

Weitere Grenzveränderungen gab es nach Beendigung der Napoleonischen Befreiungskriege durch die Vereinbarungen des Wiener Kongresses 1815. Sachsen hatte an Preußen umfangreiche Gebiete abzutreten. Auf diese Weise kamen die Orte Dölbau, Naundorf und Stennewitz zu Preußen.

1936 wurde Stennewitz nach Naundorf eingemeindet.

Seit 1950 bilden Dölbau, Naundorf und Kleinkugel den Gemeindeverband Dölbau.

In früheren Zeiten erwies sich die Lage an der mittelalterlichen Salzstraße Halle - Leipzig für den bäuerlichen Handel als sehr vorteilhaft. Der Ort war und ist geprägt von der Landwirtschaft (Getreide, Zuckerrüben und Gemüse).

Ehemals wurden die Dörfer östlich der Großstadt Halle als "Küchendörfer von Halle" bezeichnet.

Quellenangabe:

Reide und Kabelske - eine Bachlandschaft im Fluß der Zeiten, Autoren: Hans-Werner Sonntag, Manfred Döll, René Zimmer

Der Saalkreis zur Jahrtausendwende

Geschichte Gröbers

Der Ortsteil Osmünde, im damaligen Gau Neletici gelegen, wurde am 26. Juni 952 durch Otto I. an seinen Vasallen Billing vertauscht und als marca Ozmina erwähnt. Die Osmünder Kirche ist eine der ältesten Kirchen des Kreises (bekannt durch Ablaß und Wallfahrten im Mittelalter). Ab dem 13. Jh. war das Dorf mit seinen Nachbardörfern als "Osmünder Pflege" dem Amt Giebichenstein unterstellt.

1898 wurde ein Konsumverein für Osmünde und Umgebung gegründet. Im März 1920 kämpften die Arbeiter gegen die Kapp-Putschisten und hoben ein Waffenlager aus. Die Waffen wurden in Osmünde zwischengelagert, ehe sie in Ammendorf zu Einsatz kamen.

Schwoitsch wurde 1371 als Zwoytz erwähnt. Um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) war der Ort bekannt für seine Rüben-, Blumen-, Gemüsesamenzucht. Mitte des 19. Jh. entstanden Zuckerfabriken (1851, 1864), die für die Umgebung von Bedeutung waren.

In Verbindung mit den Fabriken wurde Braunkohle im Tiefbau abgebaut. Schwoitscher Arbeiter nahmen an Kampfaktionen der Arbeiterklasse teil (z. B. Märzkämpfe, Niederschlagung des Kapp-Putsches u. a.)

Benndorf (dazugehörig Bennewitz) besteht seit dem 11./12. Jahrhundert als eine deutsche Siedlung.

Die Siedlung wurde 1313 als Bennendorp erwähnt. Die Siedlung Bennewitz wurde als ein slawischer Rundling angelegt. Proitz ist der größere, durch die Kabelske getrennte Teil von Benndorf. Der Ortsname ist slawisch. (Ersterwähnung: 1182 als Broize).

Gottenz wurde 1371 als Gotentz erwähnt. (Scherzhafte Gemüter meinen, dass in Gottenz damals auch die Gottenzmilch für die Kaffeetrinker erfunden wurde.)

Die Gemeinde Gröbers wurde im Jahre 1182 erstmals urkundlich erwähnt.

Der damals zuständige Erzbischof Wichmann bestätigte dem Kloster Neuwerk den Besitztum von einer Hufe (exakt abgemessenes Landstück) in Groberwice (heute: Gröbers).

Um das Jahr 1400 wurde das Dorf vom Erzbischof Kuno Baldewin für nur 200 Gulden verkauft, und geriet mit seinen Ortsteilen in die Hände des Vasallen Billing.

Gröbers, Osmünde, Schwoitsch und ein Teil von Benndorf waren damals Teil des preußischen Amtes Giebichenstein. Der andere Teil von Benndorf gehörte zum preußischen Patrimonialgericht Benndorf.

Gottenz war Teil des preußischen Patrimonialgerichtes Lochau. Durch den Erzbischof "Friedrich vom Amte" Giebichenstein wurde Groberwice im Jahre 1459 wieder eingelöst, nachdem es von durchziehenden Hussiten stark verwüstet und abgebrannt worden war.

Es wurde auch als Branddorf bezeichnet. Etwa um 1650 wurde die Leipziger Chaussee geschaffen, welche 1745 vom "Alten Dessauer" als Truppenaufmarschstraße gegen die Sachsen benutzt wurde.

Die Bezeichnung von Gröbers als westfälisches Dorf erklärt sich aus der Zugehörigkeit zum, von 1807 bis 1813 unter der Regierung des Bruders Napoleons I. Jerome Bonaparte, bestehenden Königreich Westfalen.

Im Jahre 1825 bestand Gröbers aus 33 Häusern mit 176 Einwohnern. Am 18. August 1848 hielt in Gröbers der erste Zug, womit die Bahnstation Gröbers geboren wurde. 1851 wurde die Zuckerfabrik "Zeising & Co." erbaut, die ihren Betrieb bis zur Vereinigung mit der Fabrik Schwoitsch im Jahre 1914 aufrecht erhalten hat.

Bis in das späte Mittelalter war die Gemeinde Gröbers eine der wichtigsten Flecken des Saalkreises. Diese Bedeutung läßt sich zurückführen auf die alte Salzstraße, welche durch die Gemeinde führt. Noch heute kann man sie augenscheinlich verfolgen.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung. In der Gemarkung Gröbers wurde Braunkohle im Tiefbau abgebaut. Die Grube "Klara" belieferte die Zuckerfabriken in der Umgebung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts arbeitete ca. ein Viertel der Bevölkerung in Halle. Gröbers, insbesondere OT Schwoitsch entwickelten sich zu Zentren der Arbeiterbewegung des Saalkreises. Mit der Gründung des Arbeiterturnvereins (1901), des Arbeiterradfahrerbundes und des Arbeitergesangvereins (1908) organisierten sich die Arbeiter von Gröbers und Umgebung.

Im Zuge der demokratischen Bodenreform wurde durch die Gemeindebodenkommission insgesamt 1160 Hektar Grund und Boden an 102 Neubauern vergeben. 1946 gründete sich auch die VdgB (BHG) und es wurden die ersten Neubauernhäuser errichtet. 1947 entstand das Provinzialgut (dann VEG), 1949 die MAS Gröbers.

Am 01. Mai 1950 fand die Einweihung des Kindergartens und des Sportplatzes statt. Im gleichen Jahr, am 01. Juli, bildete sich die Großgemeinde Gröbers als Verbund ihrer fünf Ortsteile. Am 28.07.1952 wurde in Gröbers die LPG "08. Mai" und kurz danach die LPG "07. Oktober" gegründet.

Im Zeitraum von 1947 bis 1955 sind 49 Bauernhöfe entstanden. Weiterhin wurden 1952 zwei neue Kindergärten und zwei Krippen in den Ortsteilen Schwoitsch und Benndorf eröffnet.

Am 24.09.1862 erschien ein Aufruf der Brüder Knauer zur Gründung einer neuen Zuckerfabrik in der Nähe von Gröbers.

So erfolgte am 01.03.1864 die Gründung der Zuckerfabrik "Knauer & Co." durch 14 Anteilseigner im OT Schwoitsch.

Knauer kaufte im Jahre 1857 in der Nähe der Fabrik Land, und ließ eine Villa mit Parkanlage errichten. Die Villa wurde mit verkieseltem Holz aus der Braunkohlengrube verkleidet, und ist heute noch gut erhalten. Über dem Haupteingang ließ Knauer ein Medaillon mit einer Rübe anbringen. Die Kreisrunde angebrachte Inschrift lautet: "Dir verdankt diese Haus sein Entstehen".

Villa und Parkanlage erregten großes Aufsehen. Sie wurden als "Zierde der Gegend" beschrieben. Parkgelände und Villa sind auch heute noch gut erhalten, wenn auch stark verändert.

Der Bornhöck, ein Hügel mit einer alten Gerichtsstätte (auf dem Weg Richtung Raßnitz), wird erstmals erwähnt in einer Urkunde von 1353, die ihn als Besitz des Petriklosters zu Merseburg ausweist.

Aus dem 18. Jahrhundert ist die Nachricht überliefert, wonach auf dem Hügel Gericht gehalten worden ist. Es handelt sich wohl um ein Rügegericht des Abtes von St. Peter für die Bauern von Weßmar und der wüsten Marck Dölitz. An bestimmten Tagen im Jahr hatten sie auf dem Bornhöck zu erscheinen und ihre Rügen (Weide-, Feld-, Wald- und Gemeindestreitigkeiten) vorzubringen.

Bornhöck ist wohl als "Born" und "Höch", beides im Sinne von Berg, Kulthügel, Begräbnishügel zu deuten.

Der große Grabhügel, den er einstmals trug, wurde im vorigen Jahrhundert abgetragen.

Die Menschen haben den Bornhöck stets als ehrwürdigen Ort betrachtet. Trotz des intensiven Ackerbaues -schon der Chronist Dreyhaupt lobte im Jahr 1755 den "schönen Ackerbau" von Gröbers- ließen sie ihn nahezu unberührt.

Die Reste des Bornhöck liegen heute im Braunkohleabbaugebiet.

Der Ortsteil Osmünde hat sich eine vorherschende Stellung in alter Zeit errungen. Es verdankte dies einer von den Erzbischöfen begünstigten Stellung seiner Kirche und ferner einer wichtigen ehemaligen Landstraße, die durch den Ort führte. Noch heute sind alle Ortsteile der Gemeinde Gröbers in die Kirche eingepfarrt. Keiner hat je eine eigene Kirche besessen. Sie sind also schon in alter Zeit abhängig von Osmünde gewesen.

Die Kirche hat im Jahre 1179 schon existiert; ein rein romanischer Baustil. Die Kirche ist dem heiligen Petrus geweiht, und gesellt sich deshalb zu den alten Kirchen auf dem Petersberge, auf der Wettiner Burg, in Löbejün und in Halle.

Das etwa 200 Jahre alte Pfarrhaus steht seitwärts zur Kirche, es ist um 1870 vergrößert worden und dient als Wohnraum.

1977 wurde die Schule "W. I. Lenin" fertiggestellt, welche am 27. Februar 1978 von Schülerinnen und Schülern erstmals bezogen wurde. Aus der POS Lenin wurde 1991 die Grundschule und die Sekundarschule Gröbers. Als am Ende des Schuljahres 1996/97 die Grundschule einen Neubau erhielt, blieb die namenlose Sekundarschule übrig.

Anläßlich des 20-jährigen Bestehens der Schule im Februar 1998 verlieh man ihr den Namen des, am 03. Februar 1860 in Großkugel geborenen, Professors Otto Schmeil. Er war als Rektor in Halle und Magdeburg nicht nur Pädagoge, sondern gleichzeitig ein hervorragender Biologe.

Geschichte Großkugel

Großkugel ist sorbischen Ursprungs, worauf noch die Dorfform, der nach Osten offene Rundling sowie der Name des Ortes hinweist. In der Mitte des Dorfes erhebt sich ein kleiner Hügel, auf dem die Kirche steht. Sie wurde aus Naturstein gebaut und trug bis 1817 den Namen St. Moritz. Heute heißt sie Martinskirche.

Der hohe Kirchturm wurde 1850 erbaut und mit Ziegeln gedeckt. Darauf sitzt ein achteckiger schiefergedeckter Dachreiter.

In alten Schriftstücken tauchen für Großkugel die Namen Großkubel und Großkaubel auf, also "Stutendorf". Das Pferd hatte also schon immer eine große Bedeutung für Großkugel und wurde deshalb auch im Wappen der Gemeinde aufgenommen.

Ursprünglich war die Gemeinde Großkugel rein landwirtschaftlich geprägt. Erst mit der Einrichtung der Zugverbindung Halle - Leipzig in den 40 er Jahren des 19. Jahrhunderts ergaben sich für die Bewohner neue Verdienstmöglichkeiten in den beiden Großstädten.

Quelle: kabelsketal.de



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