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Alte Historische Fotos und Bilder Mühlacker, Baden-Württemberg
Old historical photos and pictures Aalen, Baden-Wuerttemberg

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Wappen Mühlacker

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Geschichte von Mühlacker, Baden-Württemberg in Fotos
History of Aalen, Baden-Wuerttemberg in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Seit der Kreisreform, die am 1. Januar 1973 in Kraft trat, ist Mühlacker die einzige Große Kreisstadt im Enzkreis. Zuvor gehörte Mühlacker zum Landkreis Vaihingen.

Die Stadt Mühlacker besteht aus der Kernstadt Mühlacker mit Dürrmenz sowie den Stadtteilen Enzberg, Großglattbach, Lienzingen, Lomersheim und Mühlhausen an der Enz. Die einzelnen Stadtteile haben keine eigene Vertretung wie etwa einen Ortschaftsrat. Es wurde lediglich die unechte Teilortswahl eingeführt.

Neben den genannten Stadtteilen werden gelegentlich noch weitere separat gelegene Wohnplätze mit eigenem Namen unterschieden, wie Sengach, Senderhang oder Hasenberghof. Ferner gibt es teilweise Wohngebiete mit eigenem Namen, beispielsweise Eckenweiher oder Heidenwäldle, die sich entsprechend der Aufsiedelung im Laufe der Zeit eingebürgert haben, deren Grenzen jedoch meist nicht festgelegt wurden.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 25 649

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Mühlacker. Bahnhofstraße, 1914
Bahnhofstraße, 1914
Mühlacker. Lienzinger Straße
Lienzinger Straße
Mühlacker. Panorama von Brücke über Enz, 1956
Panorama von Brücke über Enz, 1956
Mühlacker. Panorama von Ortsstraße
Panorama von Ortsstraße

Geschichte von Stadtteile

Die Geschichte von Enzberg

Bereits die Römer siedelten sich zwischen 100 und 260 n. Chr. auf Enzberger Gebiet an und hinterließen am östlichen Ortseingang eine bedeutende Villa Rustica. Schriftlich ist der Ort erstmals im Jahr 1100 in einer Urkunde des Klosters Sinsheim belegt.

Als Erbauer der abgegangenen Burg und Gründer des Dorfes Enzberg gilt Graf Wolfram (1024-1056) aus dem Geschlecht der Zeisolf-Wolframe, die über den Kraich-, Pfinz- und Enzgau herrschten.

Nach mehrmaligem Besitzwechsel wurde die Burg zum Stammsitz der Herren von Enzberg. Heinrich I. von Enzberg wurde zum Vogt über das Kloster Maulbronn (spätestens 1236) berufen. Jahrzehntelange Streitigkeiten über diese bedeutende Schutzherrschaft führten 1384 zur Zerstörung der Burg und Wegzug der Herren von Enzberg nach Mühlheim an der Donau, wo das Geschlecht immer noch besteht.

Im 14. Jahrhundert ist kurzzeitig neben dem im Tal gelegenen Dorf auch eine kleine Stadt Enzberg direkt unterhalb der Burg nachzuweisen. 1504 wurde Enzberg württembergisch.

Als Folge der großen Einwohnerverluste im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden im Jahr 1701 protestantische Waldenser in einer eigenen Siedlung auf dem Sengachberg angesiedelt.

Bis weit ins 19. Jahrhundert lebte die Enzberger Bevölkerung mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft, doch schon um 1700 gab es zwei Papiermühlen, die eine beginnende Industrialisierung andeuten.

Enzberg wurde 1863 Bahnstation. Zunehmend sicherten sich die Enzberger einen kärglichen Lebensunterhalt durch Fabrikarbeit im nahegelegenen Pforzheim („Rassler“). 1911 begann der wegweisende „Gemeindeverband Elektrizitätswerk Enzberg“ mit der Stromproduktion aus Wasserkraft an der Enz.

In der NS-Zeit sorgten eine weitsichtige Ansiedlung von Gewerbebetrieben sowie der Bau neuer Siedlungen zwar vordergründig für einen Aufschwung, der aber auch ideologiebedingte Schattenseiten hatte. Die Zahl der Arbeitsplätze im Ort verringerte sich nach weiterem Aufschwung in der Nachkriegszeit seit den 1960er Jahren wieder und verlagert sich zunehmend auf den Dienstleistungsbereich.

Seit 1972 ist Enzberg ein Stadtteil von Mühlacker und feierte im Jahr 2000 sein 900-jähriges Bestehen. Es zählt heute rund 3 900 Einwohner.

Die Geschichte von Großglattbach

Archäologische Funde auf dem Riedberg belegen eine Besiedlung auf Großglattbacher Gemarkung schon vor 5000 Jahren. Urkundlich wurde der Ort dann 782 als Glatebach im Lorscher Codex zum ersten Mal genannt, doch erst seit 1469 setzte sich die Bezeichnung Großglattbach zur Unterscheidung von Kleinglattbach durch.

Das Kloster Weißenburg besaß hier schon im 10. Jahrhundert die heutige Pfarrkirche St. Petrus und die außerhalb des Orts gelegene, noch ältere Kirche St. Markus. Außerdem waren auch die Klöster Reichenbach, die Dominikanerinnen zu Pforzheim, Herrenalb und Maulbronn, das seit 1245 umfangreichen Besitz erwarb, in Großglattbach begütert.

Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert sind die Herren von Glattbach als Ministerialen der Grafen von Calw nachweisbar. Urkundlich nicht gesichert ist, ob sie auf einer lokalen Burg, deren Standort aber bis jetzt nicht genauer bestimmt werden kann, lebten.

Nach dem Kriegszug Herzog Ulrichs von 1504 gehörte Großglattbach zum neugebildeten württembergischen Klosteramt Maulbronn und unterstand seit 1842 dem Oberamt und späteren Landkreis Vaihingen.

Großglattbach besaß nicht nur zwei Kirchen, sondern schon im 15. Jahrhundert auch zwei Mühlen, womit es sich aus den Ortschaften der Umgebung heraushob. Der Dreißigjährige Krieg brachte schwere Zerstörungen und Bevölkerungsverluste.

In der Neuzeit lässt sich eine gewisse Stagnation in der Entwicklung des Dorfes konstatieren, dass keinerlei Industrieansiedlung zu verzeichnen hatte. So bewegen sich die Einwohnerzahlen in Großglattbach von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1970 nur zwischen rund 830 und 910 Personen. Bemerkenswert ist auch der Rückgang des Weinbaus, der vor dem Dreißigjährigen Krieg praktisch den gesamten Ort ernährte, während bereits die Oberamtsbeschreibung von 1870 vermerkt, dass der Weinbau stark abgenommen habe und nur noch auf einer Fläche von 30 Morgen betrieben werde. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war Großglattbach zehn Tage lang hart umkämpft.

Trotz historisch enger Beziehungen zu Vaihingen schloss sich Großglattbach im Zuge der Verwaltungsreform 1975 der Stadt Mühlacker an und zählt jetzt 1.250 Einwohner.

Die Geschichte von Lienzingen

In unmittelbarer Umgebung von Lienzingen sind Gräberfunde der keltischen Eisenzeit in einer mit großen Wall- und Grabenanlagen befestigten vorgeschichtlichen Höhensiedlung bezeugt, die auf das 7./6. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen. Spätestens um das Jahr 90 n. Chr. legten die Römer in unserer Gegend entlang der Verbindungsstraße von Stettfeld nach Cannstatt mehrere Gutshöfe an. Aus dieser Zeit sind zahlreiche Scherben und ein Relief der Diana überliefert. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts verdrängten die Alemannen die Römer und errichteten eine Siedlung, aus der das heutige Lienzingen hervorgegangen ist. Im Jahre 496 geriet Lienzingen, wie fast das ganze alemannische Gebiet, unter fränkische Herrschaft.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes als „Leonzingen“ stammt aus dem Jahr 766. Der erste schriftliche Nachweis einer Pfarrkirche in Lienzingen datiert auf das Jahr 1100 und regelt die Übergabe an das Kloster Sinsheim, woraus zu schließen ist, dass die Kirche schon einige Zeit früher existierte.

Bereits im 13./14. Jahrhundert profitierte die Ortschaft von der jetzt zum bedeutenden Handelsplatz Frankfurt führenden alten Römerstraße als Geleitstation in Richtung Knittlingen und wurde nach Norden erweitert. Wegen seiner exponierten Lage erhielt Lienzingen in den Streitigkeiten zwischen der Pfalz und Württemberg um die Oberherrschaft über das Kloster Maulbronn ein Befestigungssystem aus einem umlaufenden Graben, für den die Schmie und der Scherbentalbach umgelegt wurden. Als zusätzlicher Schutz wurde wohl im 15. Jahrhundert die Peterskirche zu einer der bis heute besterhaltenen Kirchenburgen im Land ausgebaut. Außerhalb des Ortsetters errichtete man 1476-1490 auf einem Vorgängerbau die Frauenkirche als Friedhofskapelle. Ihre gleichzeitige Funktion als Wallfahrtskirche verlor sie aber schon bald durch die Reformation. Mehrmals in dieser Zeit wechselten die Herrschaftsverhältnisse, aber schließlich gelangte Lienzingen dauerhaft in württembergischen Besitz. Nach Jahrhunderten der Not und ständig wachsender Unterdrückung durch geistliche und weltliche Herren erhoben sich die Bauern und wurden 1525 von den Fürsten blutig niedergeschlagen. Die seit 1534 in Württemberg erfolgte Auflösung der Klöster traf auch das Kloster Maulbronn (Weltkulturerbe). Doch widersetzte sich der aus Lienzingen stammende letzte Abt Johann IX. einige Zeit erfolgreich diesen Bemühungen und erreichte eine Umsiedlung seiner Mönche in das elsässische Kloster Pairis bei Colmar.

Auch die folgenden Jahrhunderte brachten viele Kriegsnöte, so etwa im Dreißigjährigen Krieg von 1618-1648. Nur wenige Jahrzehnte danach, während des Pfälzischen Erbfolgekriegs, wurde Lienzingen sogar noch stärker durch Plünderungen und Kontributionen in Mitleidenschaft gezogen und im Jahre 1692 nach der Schlacht bei Ötisheim fast vollständig niedergebrannt. Nach den Revolutions- und den napoleonischen Kriegen kehrte jedoch eine längere Phase der Ruhe ein.

Der dörfliche Charakter mit dem fast geschlossenen Scheunengürtel und ohne größere Industrieansiedlungen blieb erhalten, was 2012 zur selten vergebenen Auszeichnung als „Etterdorf“ führte.

Im Zuge der Kommunalreform wurde Lienzingen auf Beschluss des Staatsgerichtshofes im Mai 1975 ein Stadtteil von Mühlacker.

Vorbildliche Sanierungsmaßnahmen galten den Kirchengaden und den schönen Fachwerkhäusern. Das Gasthaus "Nachtwächter" erhielt sogar den Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg. Auf kulturellem Gebiet ragen die Konzerte des "Musikalischen Sommers" in der Frauenkirche hervor. Lienzingen liegt zudem an der touristisch interessanten Weinstraße Kraichgau-Stromberg und zählt heute rund 2 050 Einwohner.

Die Geschichte von Lomersheim

Aus römischer Zeit ist eine Villa Rustica nachgewiesen, bevor der Ort erstmals im Jahr 800 als Lotmarsheim in einer Urkunde des Klosters Lorsch genannt wird. Während auf dem jetzigen "Doktorbuckel" die ältere Niederburg stand, überragte die wohl im 11. Jahrhundert von den Ortsherren errichtete Rotenburg auf einem Sporn das Dorf. Der erhaltene Bergfried, der nach 1695 Teil der Eppinger Linien war, wurde erst 1815 zur Gewinnung von Baumaterial abgebrochen, ist in Resten aber noch heute erkennbar.

Der Edelfreie Walter von Lomersheim stiftete 1138 sein Erbgut Eckenweiler zur Gründung eines Zisterzienserklosters, das 1147 nach Maulbronn verlegt wurde. 1461 zogen die Herren von Lomersheim, die ihren Besitz nach und nach an Maulbronn verkauft hatten, nach Untereisesheim bei Wimpfen. 1504 wurde Lomersheim im bayrisch-pfälzischen Erbfolgekrieg schwer zerstört und gehörte fortan innerhalb des Herzogtums Württemberg zum Klosteramt Maulbronn.

Der Dreißigjährige Krieg vernichtete mit vielem anderen auch die Mühle, die schon Ende des 13. Jahrhunderts erwähnt wurde und neben der Enzflößerei die Grundlage des Lomersheimer Gewerbes bildete. Trotzdem wanderten im 18. und 19. Jahrhundert viele Einwohner aus wirtschaftlicher Not aus. 1901 fiel das letzte große Mühlengebäude, das zuletzt als Elektrizitätswerk genutzt wurde, einem Brand zum Opfer. Auf dem Gelände entstand eine große Weberei, die bis zu ihrer Schließung 1974 die bedeutendste Arbeitgeberin in Lomersheim war.

Seit 1945 hat sich der Ort durch rege Bautätigkeit bis an die Markungsgrenze von Mühlacker ausgedehnt. Der Gemeinderat entschied sich schon 1970 für den Anschluss an Mühlacker. Lomersheim zählt heute rund 2.800 Einwohner.

Ortsbildprägend sind die ummauerte Kirche St. Peter mit einem mächtigen Chorturm aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und die dreischiffige Fachwerkkelter von 1603 in der Illinger Str. 9.

Die Geschichte von Dürrmenz

Schon vor über 12.000 Jahren wurde der fruchtbare Lössboden an der Enz besiedelt. Die Spuren neolithischer, bronze- und eisenzeitlicher Bauern finden sich hier ebenso wie die der Kelten, Römer und Alemannen.

Dürrmenz wurde 779 als Turmenz im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt, der Weiler Mühlacker erst 1292. Der bekannte Ulrich von Dürrmenz, der zuvor Kanzler von Kaiser Friedrich I. Barbarossa war, starb kurz nach seiner Wahl zum Bischof von Speyer 1163.

Die heutige Burg Dürrmenz, später „Löffelstelz“ genannt, hatte zwar einen Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert, stammt in ihren heutigen Umrissen aber aus dem 13. Jahrhundert. Nach mehreren Zerstörungen und teilweisem Wiederaufbau wurde sie um 1620 endgültig aufgegeben.

Bis 1482 verkauften die kinderreichen, doch verarmten Herren von Dürrmenz ihren Besitz an das aufstrebende Kloster Maulbronn. Mit der Übergabe des Klosters an Herzog Ulrich 1504 wurden auch Dürrmenz und die zugehörigen Weiler Mühlacker und Untermberg württembergisch.

Der Dreißigjährige Krieg bedeutete vor allem Not und Elend für die einheimische Bevölkerung, die sich sehr stark dezimierte. Nachdem Mühlacker 1692 infolge der Schlacht bei Ötisheim von französischen Truppen geplündert worden war, wurden die „Eppinger Linien“ als Schutzwall errichtet. Um die Bevölkerungsverluste auszugleichen und die Wirtschaftskraft zu steigern, ließ der württembergische Herzog 1699 von Dürrmenz aus 1700 aus Frankreich vertriebene Protestanten über sein Territorium verteilen. Im sogenannten „Welschdorf“ in Dürrmenz siedelten sich 500 Hugenotten an, die erst 1823 in die württembergische Landeskirche eingegliedert wurden.

Auf dem Friedhof bei der Andreaskirche geben aufwendig konservierte Grabsteine des 18. und 19. Jahrhunderts einen guten Überblick über die verschiedenen Stilformen jener Epoche, die von christlichen Symbolen über gotische bis zu heidnisch-antiken Motiven reichen.

Dürrmenz zählt heute 3.650 Einwohner.

Die Geschichte von Stadt Mühlacker

Das Industriezeitalter begann für die Gemeinde nach dem Anschluss an zwei Eisenbahnlinien 1853 und 1863. Besonders um die Wende zum 20. Jahrhundert entwickelten sich aus kleinen Anfängen stattliche Betriebe, die sich großenteils in der Nähe des Bahnhofs ansiedelten. Der einstige Weiler Mühlacker wurde so zum bedeutenden Industriestandort und überflügelte den Hauptort Dürrmenz bei den Einwohnerzahlen. Dürrmenz hat heute 3.650 Einwohner, Mühlacker (nur Kernstadt) 11.000 Einwohner.

Inflation und Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg wirkten sich zwar wie überall in Deutschland hemmend aus, aber Mühlacker erlebte gleichzeitig durch die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen im neuerrichteten Uhlandbau seine „Goldenen Zwanziger Jahre“, die ihm überregionale Bedeutung verschafften.

1930 erfolgte die Erhebung der bisherigen Gemeinde Dürrmenz-Mühlacker zur Stadt Mühlacker. Der gleichzeitig errichtete erste deutsche Großrundfunksender – zunächst als zweitürmige Anlage, ab 1934 als 193 m hoher Holz-Sendemast – machte den Namen der jungen Stadt weithin bekannt. 1945 fiel der Sender dem Krieg zum Opfer, allerdings durch die eigenen Truppen. Er wurde schnell als Mittelwellensender wiedererrichtet und ist in dieser Form immer noch eines der markantesten Wahrzeichen der „Senderstadt“.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte Mühlacker aber noch weitere Zerstörungen durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss. Mehr als 3.000 Flüchtlinge und Vertriebene fanden in den folgenden Jahren hier eine neue Heimat. Neue Wohn- und Industriegebiete entstanden.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurden von 1971 bis 1975 die Gemeinden Lomersheim, Enzberg, Mühlhausen, Großglattbach und Lienzingen zu Stadtteilen der Großen Kreisstadt Mühlacker im neuen Enzkreis. Die 1978 begründete Städtepartnerschaft mit der norditalienischen Stadt Bassano wird seit 2016 durch das thüringische Schmölln als weitere Partnerstadt ergänzt.

Für das schon vor dem Zweiten Weltkrieg verfolgte Ziel einer richtigen Stadtmitte wurde zwischen 1970 und 1990 die Innenstadt fast völlig umgestaltet. Dabei führte man die B 10 in einem großen Bogen um das neugeschaffene Zentrum und die altehrwürdige Kelter von 1596 mit Stadtbibliothek und städtischem Museum herum. Zum Abschluss der Stadtmittegestaltung erhielt Mühlacker 1990 ein modernes Rathaus auf dem Kelterplatz.

Nach Schaffung zentraler Einrichtungen und Lenkung der Verkehrsströme in den 1970er und 1980er Jahren steht in den letzten Jahren die Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität der Bevölkerung im Mittelpunkt des kommunalpolitischen Interesses. Hierzu zählt im Zuge des äußerst erfolgreichen Grünprojekts „Enzgärten 2015“ vor allem die Anlage einer grünen Lunge an der renaturierten Enz. Die Gesamtstadt zählt heute rund 26.000 Einwohner.

Die Geschichte von Mühlhausen

Das abgelegen an einer Enztalschlinge liegende Dorf Mühlhausen ist urkundlich nur schwer zu fassen, da es häufig mit namensgleichen, zum Teil längst abgegangenen Siedlungen verwechselt wird. Spätestens aber in der Amtszeit des 1120 gestorbenen Abtes Bruno wird im Codex Hirsaugiensis ein Mulhusen genannt, das an der Enz lag.

Von 1233 bis zu einem Schiedsvertrag von 1484 bemühte sich das Kloster Maulbronn, immer mehr Rechte und Güter in Mühlhausen zu erwerben. In dieser Zeit wurden lange Prozesse geführt, um die Reichsunmittelbarkeit des Dorfes zu beweisen.

Nachdem Maulbronn 1504 an Herzog Ulrich von Württemberg gefallen war, gelangte Mühlhausen zwar 1508 an den württembergischen Erbmarschall Konrad Thumb von Neuburg, behielt aber seinen Status als vom Kaiser bestätigtes Reichsdorf.

Das Renaissanceschloss wurde 1566 unter Thumb’scher Herrschaft erbaut und nach den furchtbaren Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges zusammen mit der Ortschaft 1648 von Johann von Hohenfeld erworben, der Glaubensflüchtlinge aus seiner oberösterreichischen Heimat ansiedelte und die Mühlhäuser Gemarkung durch Ankäufe deutlich vergrößerte.

1689 gelangten Dorf und Schloss durch Heirat an die Freiherren von Stein, die nach Aussterben der männlichen Linie ihr Besitztum 1785 an Herzog Carl Eugen von Württemberg verkauften. Unter württembergischer Oberhoheit wurden das Schloss und das Schlossgut nach und nach an Privatpersonen veräußert.

Traurige Bekanntheit erlangte Mühlhausen 1913 mit dem ersten dokumentierte Amoklauf in der deutschen Geschichte, als ein früherer Lehrer in Mühlhausen neun Menschen tötete und elf weitere schwer verletzte.

Verwaltungsmäßig gehörte Mühlhausen seit 1807 zum Oberamt Vaihingen und ist seit 1972 ein Stadtteil von Mühlacker mit heute rund 1.000 Einwohnern.

Die dem heiligen Albanus geweihte Kirche ist romanischen Ursprungs und zeigt noch eindrucksvolle Grabmäler der früheren Ortsherren.

Seit Jahrhunderten wird in den warmen Steillagen der Enzschleife Wein angebaut. Aufgrund der außergewöhnlich reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt wurden 2012 sowohl die Felsengärten als auch der Kammertenberg (Richtung Lomersheim) als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Sie sind zugleich auch herrliche Kulissen für den beliebten Enztalradweg.

Quelle: muehlacker.de



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