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Alte Historische Fotos und Bilder Muldestausee, Sachsen-Anhalt
Old historical photos and pictures Muldestausee, Saxony-Anhalt

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Geschichte von Muldestausee, Sachsen-Anhalt in Fotos
History of Muldestausee, Saxony-Anhalt in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Muldestausee ist eine kreisangehörige Gemeinde, die am 1. Januar 2010 im östlichen Landkreis Anhalt-Bitterfeld Sachsen-Anhalts entstanden ist. Namengebend ist der in der Gemeinde liegende Muldestausee.

Ortsteile:

Burgkemnitz, Friedersdorf, Gossa, Gröbern, Krina, Mühlbeck, Muldenstein, Plodda, Pouch, Rösa mit Brösa, Schlaitz, Schmerz, Schwemsal

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 11 611

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Muldestausee. Friedersdorf - Dorfplatz, Wohnhäuser
Friedersdorf - Dorfplatz, Wohnhäuser
Muldestausee. Muldenstein - Bezirksschule des staatlichen Handels
Muldenstein - Bezirksschule des staatlichen Handels
Muldestausee. Pouch - Berittene Soldaten, Halle
Pouch - Berittene Soldaten, Halle
Muldestausee. Pouch - Roter Turm, Dorfplatz, Schloss, Mulde
Pouch - Roter Turm, Dorfplatz, Schloss, Mulde

Geschichte Ortsteile

Die Gemeinde entstand am 1. Januar 2010 im Rahmen der Gemeindegebietsreform aus der Umwandlung der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach in eine Einheitsgemeinde. Neben den zehn Mitgliedsgemeinden der bisherigen Verwaltungsgemeinschaft sind auch die Gemeinden Mühlbeck und Friedersdorf (zuvor Verwaltungsgemeinschaft Bitterfeld-Wolfen) Ortsteile der neuen Gemeinde. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Pouch.

Die Ortsteile Friedersdorf und Mühlbeck bilden gemeinsam das erste Bücherdorf in Deutschland.

Burgkemnitz

Im Jahr 1456 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Im Dreißigjährigen Krieg 1637 wurde Burgkemnitz durch die Truppen des schwedischen Feldmarschalls Johan Banér geplündert und erheblich zerstört.

Bis zur Neubildung der Einheitsgemeinde Muldestausee am 1. Januar 2010 war Burgkemnitz eine selbständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach.

Friedersdorf

Am 6. Juni 1222 wurde die Friedersdorf erstmals als Fridrichestorf urkundlich erwähnt. Gegründet wurde der Ort (laut einer Veröffentlichung der Gemeinde im Internet 2009) im 12. Jahrhundert unter der Herrschaft des Grafen von Brehna – wahrscheinlich vom Grafen Friedrich I (1156–1182). Die niederdeutschen Belege für den Ortsnamen sprechen für eine Besiedlung durch Bewohner aus Gebieten westlich der Saale und nördlich der Unstrut. Unter Umständen sind die Urfriedersdorfer auch von dort gekommen. Graf Friedrich II schenkte 1217 den Ort wahrscheinlich dem Bistum Meißen. In der Schenkungsurkunde vom 6. Juni 1222 heißt der Ort „Friedrichestorf“, womit auch der wahrscheinliche Ursprung der Namensgebung verbunden sein wird.

1581 übernahmen die Kurfürsten von Sachsen das Territorium Friedersdorfs als Besitz, nachdem sie es vorher als Lehen innehatten. Im Meißner Bistumsartikel wurde der Ort „Freddersdorff“ genannt. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Die Gebrüder Hermann, Heimrich und Nicol von Sittewitz (Zitzewitz) übernahmen den Ort Friedersdorf 1448 von Hans und Bernhard von Ochelitz. 1454 verlagerte die Mulde ihr Bett, der Ciriuswerder entstand. Das zu Mühlbeck gehörende Land wurde durchschnitten und vor Friedersdorf entstand der Große Flemingswerder.

Bis 1464 war Friedersdorf selbständig. 1471 wurde Kurt von Ammendorf als Besitzer des Hofes Fridisdorff bezeichnet. Danach gehörte der Besitz zu Alt-Pouch. Nach einer Verwüstung im Jahre 1637 wurde das Dorf entlang des alten Verlaufs der Mulde wiederaufgebaut. Kurt von Ammendorf gründete 1476 das Franziskanerkloster in Stanislaussigk (Muldenstein), das aber durch die Reformation 1531 wieder aufgelöst wurde. 1517 war der Reformator Dr. Fleck der Prior. Um 1547 wurde auch die Kirche in Friedersdorf von spanischen Landsknechten geplündert, die mit Karl V. nach Bitterfeld gekommen waren, um Fronleichnam zu feiern. Altar und Glocke blieben verschont, während in Mühlbeck auch die Glocke gestohlen wurde.

Nachweislich gab es um 1500 eine Ziegelbrennerei in Friedersdorf. Der Lehm wurde der Flur Ziegelkeiten der Aue entnommen. 1520 soll der Friedersdorfer Altar fertiggestellt worden sein. Friedersdorf war zu dieser Zeit Filialkirche von Kamnitz (Burgkemnitz); der Sitz des Pfarrers war Kemnitz.

Heinrich von Gleißenthal brannte 1558 in Friedersdorf in drei Öfen ca. 75000 Ziegel und errichtete neue Gebäude im Gut Muldenstein. Seit dieser Zeit wird das alte Steinlaussigk Mildenstein Gut Muldenstein genannt. Im Jahr 1575 erscheint der Name Friedersdorf zum ersten Mal in den Kirchenvisitationsprotokollen in seiner heutigen Schreibweise. Am 13. Februar 1637 wurde Friedersdorf von Schweden geplündert. 80 Prozent der Einwohner wurden erschlagen; 70 Prozent der Gebäude wurden zerstört.

Bis 1815 blieb Friedersdorf im Gebiet des Kurfürstentums Sachsen, seit 1806 beim Königreich Sachsen. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Der heute als Alter Friedhof bezeichnete Teil wurde erstmals 1832 angelegt. Von 1856 bis 1859 wurden aus den Porphyrbrüchen rund 300.000 Kubikmeter Stein gebrochen und für den Bau der Eisenbahntrassen verwendet. Im Jahr 1862 begann die verstärkte Nutzung der Friedersdorfer Tone für die Tonröhrenproduktion in Bitterfeld.

1888 wurde der Turnverein Friedersdorf gegründet, 1889 Hühniches Mühle erbaut. Im gleichen Jahr wurden die Friedersdorfer Ziegelwerke gegründet (1967 wurden sie nach wechselvoller Geschichte geschlossen und abgebaut). 1897 begann der Kirchenneubau, am 20. Juli 1899 erfolgte die Weihe der Kirche. 1899 wurde auch der Schulneubau begonnen (dritte Ausbaustufe war 1930). 1900 wurde die alte Friedersdorfer Kirche verkauft und abgerissen. 1906 wurde die Hauptstraße durch Friedersdorf gepflastert.

Im 19. Jahrhundert war Friedersdorf vorwiegend der Wohnsitz vieler Arbeiterfamilien, die in der umliegenden Industrie (Reichsbahnkraftwerk, Bergbau) tätig waren. Der Muldestausee entstand durch die Arbeiten des Tagebaus. Mit der Flutung des ehemaligen Tagebaus Goitzsche, dem ein Teil der Friedersdorfer Aue geopfert wurde, entstand der Große Goitzschesee.

1909 wurde das Bahnkraftwerk Muldenstein gegründet. Es produzierte vor allem Strom für die Elektrifizierung der Bahn und wurde damit zum wichtigsten Arbeitgeber für Friedersdorfer Familien. 1946 wurde das Werk demontiert, aber von 1952 bis 1956 wiederaufgebaut, 1994 wurde es endgültig stillgelegt.

Der SV Friedersdorf wurde 1920 als Fußballverein gegründet.

1930 wurde in Friedersdorf wieder eine Poststelle eröffnet (von 1900 bis 1924 hatte bereits eine bestanden). Sie blieb bis 1996 bestehen und wurde danach zur Verkaufsstelle in einem Supermarkt.

1932 wurde die erste Kleingartenanlage gegründet. 1933 wurde das erste Mandolinenorchester gegründet. Es bestand bis 1975. Mit der Dorfverschönerung 1934 wurden Linden gepflanzt. Von 1936 bis 1940 wurde die Fichtenbergsiedlung gebaut. 1939 umfasste die Friedersdorfer Flur eine Fläche von 6,35 Quadratkilometern. 1940 wurden die Lichtspiele von Friedersdorf eröffnet. 1969 wurden sie wieder geschlossen und zur Turnhalle umgebaut. Heute (2010) wird das Gebäude als Garage genutzt.

1941 fielen sechs Sprengbomben in den Friedersdorfer Muldesee. 1945 wurde Friedersdorf erobert. Am 24. April übergaben Friedersdorfer Bürger den Ort an die 1. US-Armee. Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands schossen die Amerikaner in Bitterfeld Salut. Am 2. Mai besetzte die Rote Armee den Ort. Die Russenbrücke über die Mulde wurde am 21. Juni 1945 fertiggestellt. Am 27. Juni wurde der Heldenfriedhof angelegt; hier ruhen 54 unbekannte KZ-Häftlinge und 14 getötete Deutsche.

Bei der Volkszählung 1946 wurde festgestellt, dass 5,8 Prozent der Friedersdorfer in der Forst- und Landwirtschaft tätig sind, 52,3 Prozent als Arbeiter. 1950 wurde die Schulspeisung eingeführt. 1951 begannen die Arbeiten am Aufschluss des Tagebaus Muldenstein. 1956 wurde mit der Anlage des dritten Friedersdorfer Friedhofs begonnen. 1958 wurde die LPG „Neues Leben“ gegründet. Sie bestand aus vier Landwirtschaftsbetrieben mit ca. 350 Hektar Fläche.

1975 wurde der Muldestausee geflutet, die Mulde durch das Restloch des Tagebaus Muldenstein verlegt. Die Friedersdorfer Aue verlor ihren Auecharakter. 1990 wurden Teilbereiche des Muldestausees zum Naturschutzgebiet erklärt. 1992 erfolgte eine grundlegende Sanierung des Dorfzentrums. 1993 wurde die Sporthalle fertiggestellt. 1997 fand die 775-Jahr-Feier statt. Beim großen Hochwasser 2002 durchbrach die Mulde die Dämme in Sachsen und führte das Wasser in die Tagebaurestlöcher der Goitzsche. Damit wurde die umstrittene Füllung des Restlochbereichs an einem Tag vollendet, was von der Planung her Jahre dauern sollte. Um das Jahr 2005 begann der Friedersdorfer Schriftsteller Peter Hoffmann damit, Anekdoten aus dem Dorfleben zu sammeln. Die Sammlung dieser Ereignisse aus Friedersdorf fand später in mehreren öffentlichen Lesungen und Büchern Platz, die Peter Hoffmann in zwei Verlagen publizierte. (Siehe dazu Literaturliste.)

Seit dem 1. Januar 2010 gehört die ehemals selbständige Gemeinde Friedersdorf zur Einheitsgemeinde Muldestausee. Sie gehörte bis zum 1. Juli 2007 zur Verwaltungsgemeinschaft Bitterfeld-Wolfen.

Gossa

Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte. Am 1. Juli 1950 wurde die Nachbargemeinde Schmerz eingegliedert.

Gröbern

Bei der Einweihung der Kirche zu Wörlitz am 12. Dezember 1200 wurde Gröbern zum ersten Mal erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde von Mönchen, die von Wörlitz kamen, eine Kapelle errichtet. Im 15. Jahrhundert gehörte der Ort Herrn Rabiel von Pouch. 1531 kam Gröbern zum Pfarramt Zschornewitz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort völlig zerstört. 1653 kehrten die ersten Anwohner zurück und der Ort wurde ab 1686 wieder bewohnt. Die zerstörte Kirche wurde 1686–1699 wieder aufgebaut.

Vor der Völkerschlacht bei Leipzig wurde der Ort von einem französischen Wachposten und 30 Mann besetzt. Durch preußische Dragoner wurde er befreit. Bis 1815 gehört Gröbern zum Kurfürstentum Sachsen (Amt Gräfenhainichen), später zum neu gegründeten Landkreis Bitterfeld in Preußen.

Verkehrstechnisch wurde der Ort 1824 mit dem Bau der Landstraße Wittenberg-Bitterfeld erschlossen. 1921 wurde der Sportverein HSV Gröbern, 1925 die Freiwillige Feuerwehr Gröbern und 1927 der erste Spielmannszug gegründet. 1941 wurde eine Grube zur Erschließung der Braunkohlenvorräte vorbereitet, 1944 wurde das Vorhaben eingestellt.

Im Rahmen der Gebietsreform kam Gröbern 1952 zum neu gegründeten Kreis Gräfenhainichen. Von 1974 bis 1979 wurde das Mehrzweckgebäude errichtet. In den 1980er Jahren wurden Vorbereitungen zur Eröffnung des Tagebaus Gröbern getroffen, im März 1985 fuhr der erste Kohlezug. Am 8. Juni 1987 wurde dort ein ca. 100.000 Jahre altes Skelett eines Waldelefanten gefunden. 1993 wurde der Tagebau geschlossen. Seit demselben Jahr gehörte die Gemeinde zur neu gegründeten Verwaltungsgemeinschaft Schmerzbach. 1994 wechselte der Ort wieder zum Landkreis Bitterfeld. Am 5. Dezember 1995 wurde vom Regierungspräsidium die Urkunde über die Führung eines Wappens übergeben. 1998 wurde der Verein „ZEUSS“ („Zentrum für Erholung, Umwelt, Sport und Soziales“ – Kinder und Jugend sind Zukunft) zur Förderung und Einrichtung eines gleichnamigen Projektes auf dem ehemaligen Tagesbaus gegründet. Seit dem 1. Juli 2007 gehört Gröbern zum neuen Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Am 1. Januar 2010 wurde der Ort in die neu gegründete Gemeinde Muldestausee eingemeindet.

Krina

1530 wurde Krina erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Vom 25. Juli 1952 bis zum 2. Oktober 1990 gehörte Krina in den Bezirk Halle der DDR.

Bis zur Neubildung der Einheitsgemeinde Muldestausee am 1. Januar 2010 war Krina eine selbständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach. Letzter Bürgermeister von Krina war Bernd Friebel.

Mühlbeck

Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Am 7. Oktober 1813 fand im Pfarrhaus ein Kriegsrat in Vorbereitung der später Völkerschlacht genannten Schlacht bei Leipzig (vom 16. bis 19. Oktober 1813) statt. Es nahmen daran unter anderem Generalfeldmarschall Blücher und Graf Bernadotte teil.

Bis zur Neubildung der Einheitsgemeinde Muldestausee am 1. Januar 2010 war Mühlbeck eine selbständige Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Bitterfeld-Wolfen.

Muldenstein

Muldenstein wurde erstmals 1346 urkundlich erwähnt. Der Ort dürfte aber älter sein, so stammt die Kirche mit ehemaligem Kloster aus dem 11. Jahrhundert. Als Ortsnamen tauchen auch Lausk, Lawsk, Lawssk, Laussig, Steinlausigk, Mildenstein und Müldenstein auf. Von 1668 bis 1822 war Muldenstein im Besitz derer von Pfuel. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Im Jahr 1912 wurde das mit Braunkohle befeuerte Bahnkraftwerk Muldenstein in Betrieb genommen, das den Bahnstrom mit einer Frequenz von 16⅔ Hertz für die Elektrifizierung des mitteldeutschen Bahnnetzes zwischen Dessau, Bitterfeld und Leipzig zur Verfügung stellte. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der elektrische Bahnbetrieb bereits wieder eingestellt, weil die Kupferfahrleitungen für die Rüstungsproduktion und der Strom zur Erzeugung von Chemikalien für die Sprengstoff- und Düngerproduktion verwendet wurden. Erst ab 1921 wurde der elektrische Bahnbetrieb wieder fortgesetzt.

In der alten Muldensteiner Papierfabrik richteten die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke mit der Muldenwerke AG ab Mitte der 1930er Jahre ein Zweigwerk zur Fertigung von Flugzeugmotoren für Kampfflugzeuge ein. Ab 1937 wurde hier der Flugmotor Jumo 211 und ab 1944 das erste serienreife Strahltriebwerk der Welt Jumo 004 gebaut. Dabei mussten zahlreiche sowjetische und italienische Personen, die während des Zweiten Weltkrieges in das Deutsche Reich verschleppt wurden, Zwangsarbeit verrichten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die technischen Einrichtungen des Bahnkraftwerks Muldenstein zusammen mit den Anlagen des Flugzeugmotorenwerkes Muldenwerke AG als Reparationsleistung für die Sowjetunion demontiert. 1953 wurden die Stromerzeuger, Transformatoren und Schaltanlagen des Bahnkraftwerks aus der Sowjetunion zurückkauft und wieder eingebaut, um den 1946 erneut unterbrochenen elektrischen Bahnbetrieb wieder aufnehmen zu können.

Seit 1. Januar 2010 gehört die ehemals selbständige Gemeinde Muldenstein zur Einheitsgemeinde Muldestausee. Sie gehörte vorher zur Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach.

Plodda

Der Name Plodda stammt aus dem Altslawischen und bedeutet „blato“ = Waldsumpf. Etwa im Jahre 600 siedelten in der Region slawische ethnische Gruppen. 1388 taucht der Ortsname urkundlich, später im Jahre 1586 und 1607 in einer Karte von Sachsen auf.

Auf der Gemarkung der „Krassinwiesen“ lag einst das slawische Weberdorf Krassin. Dieses Dorf mit nur wenigen Einwohnern verschwand bald im Dunkel der Geschichte. Ebenso ist Plodda in den Jahren 1466 bis 1493 wüst geworden und menschenleer. Wahrscheinlich ist, dass die zu jener Zeit in der Region wütende Pest die Menschen dahinraffte. Erst im 17. Jahrhundert erfolgte eine Neubesiedlung. Die wenigen Familien, die abermals hier ansässig wurden, ernährten sich vorwiegend von der Landwirtschaft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Plodda völlig zerstört.

Plodda gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Im Jahre 1869 erhielt der Ort seine Glocke. Diese wiegt nur 100 Kilogramm und hat einen unteren Durchmesser von 53 cm. Schon in der alten Dorfchronik heißt es: „Sie ist in ihrer Konstruktion einmalig in der ganzen Gegend.“

Seit dem 1. Januar 2010 gehört die ehemals selbständige Gemeinde Plodda zur Einheitsgemeinde Muldestausee. Die ehemalige Gemeinde gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach an.

Pouch

Pouch wurde in der zu Beginn des 11. Jahrhunderts verfassten Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg erstmals unter dem Jahr 981 als Pauc erwähnt. 993 folgte die erste tatsächliche urkundliche Erwähnung. Pouch bildete mit seiner Burg an der Mulde im 10. Jahrhundert den Mittelpunkt eines Burgwards. Um 1070 gelangte der Ort an das Bistum Meißen.

1332 wurden die askanischen Herzöge von Sachsen-Wittenberg in Pouch belehnt. Im Jahre 1537 erkaufte der Graf Philipp zu Solms-Lich die Herrschaft Sonnewalde und das Rittergut Pouch von den Herzögen von Sachsen. Es blieb bis 1945 im Besitz der Familie Solms und spielte nicht selten, im Zusammenhang mit den Grafen zu Solms-Sonnenwalde, eine nicht zu unterschätzende Rolle innerhalb der herzoglich anhaltischen Familienpolitik, so z. B. im Zusammenhang mit der aus Anhalt verbannten Amalie von Anhalt-Dessau oder auch als Hochzeitsort zwischen den Solmsern und den Grafen von Pückler auf Schloss Muskau und Branitz in der Niederlausitz.

1422 gingen alle Lehensverhältnisse an die Wettiner über. Dadurch gehörte der Ort bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. 1528 erreichte die Reformation Pouch, und der erste evangelische Gottesdienst wurde abgehalten. Um 1575 hatte Pouch 370 Einwohner und trug den für die damalige Zeit typischen Charakter einer Stadt. Wie viele Gemeinden in der Umgebung wurde auch Pouch im Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1637 von schwedischen Truppen geplündert. Der Stadtcharakter ging durch den Krieg verloren.

Am 9. Oktober 1813, einige Tage vor der Völkerschlacht bei Leipzig, befand sich Generalfeldmarschall Blüchers Hauptquartier für einige Stunden im Ort. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Pouch zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem es bis 1944 gehörte.

Seit dem 1. Januar 2010 gehört die ehemals selbständige Gemeinde Pouch zur Einheitsgemeinde Muldestausee. Die ehemalige Gemeinde gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach an.

Rösa mit Brösa

1346 wurde Rösa erstmals urkundlich erwähnt. Herrenhaus Rösa (heute Grundschule) war seit 1532 im Besitz der Grafen zu Solms. Der letzte Besitzer Friedrich Graf zu Solms (1864–1946) wurde 1945 enteignet, er verstarb kurz darauf in Rösa und wurde auf dem Friedhof neben der Kirche bestattet.

Rösa und Brösa gehörten bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1944 gehörten.

Die Orte Rösa, Brösda und Pouch galten allgemein als arm, wie die Volksmunddichtung beschreibt:

„In Rese, Brese, Poch ,/ da schrei’n se himmelhoch;

Da müssen se sich ernehr’n/ von lauter Heidelbeern;

Und wenn se keine fin’n/ da müssen sie Besen bin’n;

Und wenn se das nicht könn’n,/ da müssen se betteln geh’n.“

Seit dem 1. Januar 2010 gehört die ehemals selbständige Gemeinde Rösa zur Einheitsgemeinde Muldestausee. Die ehemalige Gemeinde gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach an.

Schlaitz

Im Jahr 1435 wurde der Ort erstmals als Szlautitcz urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Auf die mehr als zwei Jahrzehnte Bergbaubetrieb während der DDR-Zeit folgte eine drei Jahrzehnte umfassende Phase der Rekultivierung, im Zuge derer sich die Natur wieder regenerieren konnte. In jüngerer Zeit ist ein neu erschlossenes Baugebiet entstanden, das neben Eigenheimen auch Sozialwohnungen und ein Altenpflegeheim umfasst. Heute wird Schlaitz durch den Tourismus geprägt, am Rande der Ortschaft befinden sich einige Ferienwohnungen und der Heide-Camp. Die Gemeinde nimmt auch zentralörtliche Funktionen inne, sie ist Standort von Einzelhandelsgeschäften und weiteren Dienstleistungsbetrieben.

Seit dem 1. Januar 2010 gehört die ehemals selbständige Gemeinde Schlaitz zur Einheitsgemeinde Muldestausee. Die ehemalige Gemeinde gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach an.

Schmerz

Nicht unbedingt das älteste, aber dennoch ein interessantes Mitglied der Familie der Ortschaften unserer Gemeinde ist der Ort Schmerz. Lange bevor der Ort in einer Urkunde der Burg Pouch im Jahre 1350 erstmalig erwähnt wurde, begann die Geschichte unserer Siedlung.Bodenfunde weisen auf eine Besiedlung innerhalb der Jüngeren Steinzeit d.h. 5000 bis 2000 Jahre v. Chr. hin. Wie oft, wie lange und warum unsere Vorfahren diesen Ort besiedelten, kann nur vermutet werden. Heute ist unser Ort Heimat für ca. 290 Einwohner.Die Mehrzahl dieser Einwohner war bestrebt, im Rahmen der Gebietsreform ab dem 01.01.2010 wieder einen Teil der Entwicklung in eigene Hände zu nehmen.

In der Vergangenheit war Schmerz bis 1952 eine selbstständige Gemeinde im damaligen Landkreis Bitterfeld. Innerhalb der Verwaltungsreform 1952, in deren Zusammenhang der Landkreis Bitterfeld aufgegliedert wurde, wurde Schmerz in die Gemeinde Gossa eingemeindet.

Nach nun 58 Jahren hat Schmerz wieder eine Ortsbürgermeisterin und einen Ortschaftsrat.

Mit der Gründung der Einheitsgemeinde Muldestausee mussten auch in Schmerz einige Straßennamen verändert werden. Die Teichstraße heißt jetzt "Am Teich", aus der Friedensstraße ist die "Glockengasse" geworden. Der Name erinnert an das einzige Baudenkmal des Ortes, nämlich den Glockenstuhl der ehemaligen Schulglocke.

Dieser Glockenstuhl wurde am 24.10.1889 eingeweiht und steht auf derselben Stelle, wo der Alte gestanden hat. Daneben befindet sich das neue Schulgebäude des Ortes, welches jetzt ein Wohnhaus ist.

Historisch interessant ist auch das alte Schulgebäude des Ortes, gebaut 1845. Es befindet sich in der Straße "Am Teich" direkt gegenüber dem Teich und ist jetzt auch ein Wohnhaus.

Weitere interessante Bauwerke sind der 1873 erbaute Gasthof Schmerz, der als traditioneller Bauernhof mit Sicherheit die Weiterführung des im 16. Jhd. gegründeten Schmerzer Vorwerks, d.h. des Schmerzer Gutshofes, ist.

Auf der Südseite der Straße "Zur Sprotte", die einmal die Waldstraße war, ist noch unschwer das Grundstück des Schmerzer Sägewerkes ist zu erkennen. Dieses Sägewerk wurde mit Dampf betrieben. Die Schmerzer Schulchronik berichtet im Jahr 1882 von einem Brand im Sägewerk.

1698 wurde durch das Rittergut Pouch in Schmerz eine Mühle erbaut. Diese Mühle wurde als Mahlmühle, als Schneidemühle und als Lohmühle betrieben. 1696 wurde dann der Mühlgraben und der dazugehörige Mühlteich ausgestochen.

Dieser Teich bildet heute nicht nur das örtliche, sondern auch das kulturelle Zentrum von Schmerz.

Von den vielen Vereinen und Initiativen die die Chronik kennt, sind heute noch drei vorhanden.

Als Erstes ist der Verein der Sporttaubenzüchter Schmerz zu nennen. Hier befassen sich 16 Vereinsfreunde der Region mit der Züchtung und dem Wettbewerb der schnellsten und orientierungssichersten Sporttauben.

Zum Zweiten wurde im Jahr 2009 das 30. Schmerzer Teichfest mit dem legendären Badewannenrennen gefeiert. Dieses Dorffest prägt die Kulturlandschaft der Region wesentlich. Veranstalter dieses Teichfestes ist das Heide- und Teichfestteam Schmerz am See e.V. mit z.Zt. 30 Mitgliedern.

An dritter Stelle ist die Freiwillige Feuerwehr des Ortes zu erwähen. Diese Feuerwehr besteht seit 75 Jahren und neben der wichtigen Aufgabe der Brandbekämpfung und der Hilfeleistung tragen die Kameraden selbstverständlich auch dazu bei, dass es sich in Schmerz gut leben lässt.

Es gibt sicherlich viele Gründe, weshalb sich die Einwohnerzahl unseres Ortes in den letzten Jahren nur unwesentlich verringert hat. Viele Familien haben sich entschlossen, nach Schmerz zu ziehen und sich ein neues Haus auf einem attraktiven Bauplatz gebaut. Aber auch die Bausubstanz innerhalb des historischen Ortskerns ist gut genug, um durch Umbaumaßnahmen an die gegenwärtigen Wohnverhältnisse angepasst zu werden.

Dem Besucher wird auffallen, dass sich auch die Gebäude des Ortskerns stetig verjüngen.

In den Zeiten knapper Freizeit bietet Schmerz einen idealen Ausgangspunkt, um auf kurzem Wege Erholung und Entspannung sowohl im Wald als auch am Wasser zu finden.

Erfahrungsgemäß muss allerdings der Schmerzer in seiner Freizeit nicht aus seiner gewohnten Umgebung flüchten, um sich zu erholen, denn nach wie vor hat sich der Ort den liebenswerten Charakter eines Heidedorfes erhalten.

Text von Ortschronist Lutz Schneider

Quelle: ot-schmerz

Schwemsal

1394 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. In Schwerz befand sich das 1560 gegründete Alaunwerk "Gott meine Hoffnung". Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort und das Werk vollständig zerstört. Bei Schwemsal gab es ein königliches Alaunwerk, das 1822 aus neun Häusern mit 248 Bewohnern bestand.

Schwemsal und Schwerz gehörten bis 1815 zum kursächsischen Amt Düben. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1944 gehörten.

Seit dem 1. Januar 2010 gehört die ehemals selbständige Gemeinde Schwemsal zur Einheitsgemeinde Muldestausee. Die ehemalige Gemeinde gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Muldestausee-Schmerzbach an.

Quelle: de.wikipedia.org



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