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Alte Historische Fotos und Bilder Potsdam, Brandenburg

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Wappen Potsdam

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Geschichte von Potsdam, Brandenburg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Die Stadt Potsdam ist in 34 Stadtteile gegliedert, die sich in 84 statistische Bezirke unterteilen.

Es wird unterschieden zwischen den älteren Stadtteilen, die aus Arealen der historischen Stadt und spätestens 1939 eingemeindeten Orten gebildet wurden, – das sind die Innenstadt, die westlichen und nördliche Vorstädte, Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Potsdam-Süd, Babelsberg sowie Drewitz, Stern und Kirchsteigfeld – und den nach 1990 eingegliederten Gemeinden, die seit 2003 als Ortsteile gemäß Potsdamer Hauptsatzung eigene, von der Bevölkerung gewählte Ortsbeiräte und einen Ortsvorsteher besitzen – das sind Eiche, Fahrland, Golm, Groß Glienicke, Grube, Marquardt, Neu Fahrland, Satzkorn und Uetz-Paaren. Die neuen Ortsteile liegen im Wesentlichen im Norden der Stadt. Zum geschichtlichen Verlauf aller Eingemeindungen siehe den entsprechenden Abschnitt zu Ein- und Ausgliederungen.

1 Potsdam Nord - 11 Bornim, 12 Nedlitz, 13 Bornstedt, 14 Sacrow, 15 Eiche, 16 Grube, 17 Golm

2 Nördliche Vorstädte - 21 Nauener Vorstadt, 22 Jägervorstadt, 23 Berliner Vorstadt

3 Westliche Vorstädte - 31 Brandenburger Vorstadt, 32 Potsdam West, 33 Wildpark

4 Innenstadt - 41 Nördliche Innenstadt, 42 Südliche Innenstadt

5 Babelsberg - 51 Klein Glienicke, 52 Babelsberg Nord, 53 Babelsberg Süd

6 Potsdam Süd - 61 Templiner Vorstadt, 62 Teltower Vorstadt, 63 Schlaatz, 64 Waldstadt I, 65 Waldstadt II, 66 Industriegelände, 67 Forst Potsdam Süd

7 Potsdam Südost - 71 Stern, 72 Drewitz, 73 Kirchsteigfeld

8 Nördliche Ortsteile - 81 Uetz-Paaren, 82 Marquardt, 83 Satzkorn, 84 Fahrland, 85 Neu Fahrland, 86 Groß Glienicke

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 164 042

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Potsdam. Das königliche Schloß und Nikolaikirche
Das königliche Schloß und Nikolaikirche
Potsdam. Das Marmor-Palais
Das Marmor-Palais
Potsdam. Die Friedens-Kirche
Die Friedens-Kirche
Potsdam. Glienicker Brücke
Glienicker Brücke
Potsdam. Jagsschloß Glinicke
Jagsschloß Glinicke
Potsdam. Nauener Tor
Nauener Tor
Potsdam. Panorama von Brauhausberge
Panorama von Brauhausberge
Potsdam. Park und Schloß Sanssouci
Park und Schloß Sanssouci
Potsdam. Sanssouci. Die historische Mühle
Sanssouci. Die historische Mühle
Potsdam. Sanssouci. Die neuen Kammern
Sanssouci. Die neuen Kammern
Potsdam. Sanssouci. Das Orangerie-Haus
Sanssouci. Das Orangerie-Haus
Potsdam. Schloß Babelsberg
Schloß Babelsberg
Potsdam. Schloß Friedrichskron
Schloß Friedrichskron
Potsdam. Schloß Friedrichskron. Die Communs
Schloß Friedrichskron. Die Communs
Potsdam. Schloß Klein-Glinicke
Schloß Klein-Glinicke
Potsdam. Schloß Sanssouci und Terrasse
Schloß Sanssouci und Terrasse
Potsdam. Astrophysikalisches Observatorium
Astrophysikalisches Observatorium
Potsdam. Babelsberg, Gerichtslaube, 1912
Babelsberg, Gerichtslaube, 1912
Potsdam. Historische Windmühle, 1905
Historische Windmühle bei Sanssouci, 1905
Potsdam. Japanisches Haus, 1917
Japanisches Haus, 1917
Potsdam. Kunst Thor Sanssouci, 1913
Kunst Thor Sanssouci, 1913
Potsdam. Lange Brücke, 1904
Lange Brücke mit Blick auf Kriegsschule, 1904
Potsdam. Matrosenstation, 1909
Matrosenstation Kongsnaes-Norweg, Pavilion, 1909
Potsdam. Nedlitzer Nordbrücke, 1919
Nedlitzer Nordbrücke, Parkrestaurant Nedlitz, 1919

Potsdam - ein Ort mit einer mehr als 1000-jährigen Vergangenheit, der immer wieder im Blickpunkt deutscher Geschichte stand. Potsdam war die Residenz- und Garnisonstadt preußischer Könige, Hof-, Militär- und Behördenstadt. Die nüchterne Toleranz der Preußen, die Andersgläubige und Ausländer immer gern aufnahmen und somit den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes begründeten, spiegelt sich noch heute im Potsdamer Stadtbild wider. Potsdam ist aber auch der Ort, an dem Hitlers Reichstag 1933 das erste Mal tagte. Und hier wurde 1945 mit dem Potsdamer Abkommen auch das Ende des Hitler-Regimes besiegelt. Aus der DDR-Bezirkshauptstadt wurde nach der Wende die Hauptstadt des neu gegründeten Landes Brandenburg.

Geschichte

993 - Von Poztupimi zur Residenzstadt

Am 3. Juli 993 wurde Potsdam zum ersten Mal urkundlich erwähnt: Der dreizehnjährige König des ostfränkisch-deutschen Reiches und spätere Kaiser Otto III. schenkte seiner Tante, der Äbtissin Mathilde von Quedlinburg, den Ort "Poztupimi". Diese Ansiedlung wird im Bereich der zerstörten Heilig-Geist-Kirche vermutet. Neben der älteren slawischen Siedlung entstand eine Burganlage. Die Bedeutung Potsdams beruhte auf der Beherrschung des Havelübergangs.

Im Jahre 1536 verwüstete ein verheerender Brand große Teile der Stadt. Aus dem Wiederaufbau ergab sich eine flächenmäßige Vergrößerung: 1573 zählte Potsdam 192 Häuser. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte die Stadt erneut. 1660 lebten in Potsdam nur noch 50 steuerfähige Hausbesitzer.

1640 übernahm Kurfürst Friedrich Wilhelm die Regierung von Brandenburg. Er wählte Potsdam zu seiner zweiten Residenz neben Berlin. Kurz darauf wurde mit dem Bau des repräsentativen Stadtschlosses am Alten Markt begonnen.

Durch Erlass des "Ediktes von Potsdam" gab der Große Kurfürst 1685 den aus Frankreich vertriebenen Hugenotten in der Mark Brandenburg eine neue Heimat.

1713 - Die Garnisonstadt

Seinen Ausbau zur Garnisonstadt verdankt Potsdam dem preußischen König Friedrich Wilhelm I, der als Soldatenkönig in die Geschichte Preußens einging.

Er ordnete alles dem Aufbau einer starken Armee unter. Um die Soldaten unterzubringen, wurden bauliche Erweiterungen notwendig. Die Bebauungsfläche vergrößerte sich von 43 auf 142 Hektar. Das regelmäßige Straßensystem und die zweigeschossige Bebauung mit Typenhäusern sind bis heute die gut erkennbaren Merkmale der "Neustädte". Der Soldatenkönig holte die Holländer, bekannt als gute Handwerker, nach Potsdam, um die Stadt zu bevölkern und zu bebauen.

Zwischen 1721 und 1735 entstanden die Nikolai-, die Heilig-Geist- und die Garnisonkirche. Die Kirchtürme bestimmten fortan die Silhouette der Residenz- und Garnisonstadt Potsdam.

1740 - Ausbau der Residenzstadt

Friedrich II - als Friedrich der Große in den Annalen der Geschichte - verwandelte Potsdam in eine repräsentative Residenzstadt. Die Schöpfungen seiner Zeit bestimmen noch heute das Bild und den Charakter der Stadt. 1744 wurde mit den Ausbauarbeiten im Stadtschloss und im darauffolgenden Jahr mit dem Bau von Schloss Sanssouci begonnen. Die Pläne für das Schloss am Weinberg stammen von Friedrich II, sein Bauherr war der Architekt Knobelsdorff.

In Sanssouci versammelte der König bedeutende Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts, darunter auch Voltaire. Die bedeutendsten Baumeister dieser Zeit waren neben Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff auch Carl von Gontard und Georg Christian Unger. Sie schufen unter anderem das Neue Palais, die Bildergalerie und die Neuen Kammern und hinterließen auch im Stadtbild von Potsdam noch heute ablesbare Spuren ihres Könnens.

Auf Anordnung Friedrichs II entstand nach 1750 vor den Toren der Stadt die Weber- und Spinnerkolonie Nowawes, das heutige Potsdam-Babelsberg. Einige der für die in ihrem Heimatland religiös verfolgten böhmischen Einwanderer erbauten ländlichen Häuser sind noch heute erhalten und bilden das Böhmische Weberviertel. Im Zentrum steht die auf Anweisung Friedrich des Großen erbaute Friedrichskirche.

Das 19. Jahrhundert begann mit dem Einzug Napoleons in Potsdam. Für zwei Jahre wurde die Stadt das Hauptkavalleriedepot der französischen Armee. Bis zu 6000 Soldaten und 12 000 Pferde mussten untergebracht werden. Der Aufenthalt der Napoleonischen Truppen kostete Potsdam 850 000 Taler.

Als erste Eisenbahnlinie Preußens wurde 1838 die Strecke Potsdam-Berlin in Betrieb genommen. Die Züge erreichten Geschwindigkeiten von 10 bis 15 Kilometern pro Stunde.

Friedrich Wilhelm IV ging als ausgesprochener Freund klassischer Formen in die Geschichte ein. Der König ließ durch seinen Architekten Karl Friedrich Schinkel und den königlichen Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné zwischen 1826 und 1862 eine Vielzahl prächtiger Anlagen gestalten. Schloss Charlottenhof, die Orangerie im Park von Sanssouci, die Anlage des Pfingstberges, die Friedenskirche und die Heilandskirche in Sacrow sind die eindrucksvollsten Bauten dieser Zeit.

1871 - Aufschwung

Der nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 in Deutschland einsetzende wirtschaftliche Aufschwung ging auch an Potsdam nicht vorüber. Von 1860 bis 1890 vergrößerte sich die Einwohnerzahl um rund ein Drittel. Das Stadtgebiet erweiterte sich entlang der Ausfallstraßen: So entstanden die Berliner, die Brandenburger, die Teltower und die Nauener Vorstadt. Bedeutende wissenschaftliche Einrichtungen siedelten sich zwischen 1868 und 1892 in der Teltower Vorstadt an: Das Geodätische Institut, das Astrophysikalische Observatorium, das Magnetische und das Meteorologische Institut.

Unter der Regierung der Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. wurde der Charakter Potsdams weiterhin durch den Hof, das Militär und die Behörden bestimmt. Industrie und Handel blieben ohne gestaltenden Einfluss auf das Stadtbild.

Zwischen 1913 und 1916 entstand mit dem Schloss Cecilienhof - benannt nach der Kronprinzessin Cecilie - im Neuen Garten der letzte Schlossbau der Hohenzollern.

1914 unterzeichnete Kaiser Wilhelm II im Neuen Palais die Kriegserklärung. Durch die Novemberrevolution 1918 und die Abdankung des Kaisers verlor Potsdam seine Funktion als Residenzstadt. Im Verständnis der Stadtverwaltung wurde jedoch die offizielle Bezeichnung "Residenzstadt Potsdam" beibehalten. In dieser Zeit zeigten sich in Potsdam soziale Schwierigkeiten. Ein besonderes Problem war die Wohnungsnot, die durch neue Siedlungsbauten gemildert werden sollte.

1933 - Tag von Potsdam

Der 21. März 1933 ging als der unheilvolle 'Tag von Potsdam' in die deutsche Geschichte ein. Nach dem Reichstagsbrand in Berlin nutzte Hitler die Eröffnungsfeier des neu gewählten Reichstages für eine Propagandabotschaft.

In der Garnisonkirche, in der damals die Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. begraben lagen, zelebrierte der Reichskanzler Adolf Hitler mit Reichspräsident Paul von Hindenburg das folgenschwere Bündnis zwischen deutschem Faschismus und preußischem Militär. Der 'Tag von Potsdam' gilt als Symbol für die verheerende Beziehung zwischen Nationalsozialismus und Preußentum und führte zum Erlass des Ermächtigungsgesetzes von 1933. Das Gesetz erlaubte es den Nazis, ohne eine Abstimmung des Parlaments verfassungswidrige Gesetze zu erlassen.

Die Garnisonkirche brannte bei Bombardierungen 1945 nieder, die Ruine wurde 1968 auf Beschluss der SED gesprengt. Am 14. April 2005 - 60 Jahre nach der Zerstörung - wurde der Grundstein für den Wiederaufbau als Symbol für Versöhnung und gegen Krieg gelegt.

1945 - Von der Potsdamer Konferenz zum Sozialismus

Ein schwerer Bombenangriff am 14. April 1945 und weitere Kämpfe in den letzten Kriegstagen kosteten viele Opfer und zerstörten viele wertvolle Gebäude, darunter das Französische Viertel. Das Potsdamer Stadtschloss und die Garnisonkirche wurden schwer beschädigt, allerdings wurden deren Ruinen erst viel später aus politischen Gründen abgerissen.

Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg offiziell beendet, und im Juli stand Potsdam im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit: Im Schloss Cecilienhof fand vom 17. Juli bis 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte der Anti-Hitler-Koalition statt. Truman, Stalin und Churchill, später Attlee, besiegelten das Potsdamer Abkommen und beschlossen damit die europäische Nachkriegsordnung und das weitere Schicksal Deutschlands.

Während der Potsdamer Konferenz entschied der US-Präsident Truman, den Einsatz einer Atombombe auf eine japanische Stadt vorzubereiten, um den Zweiten Weltkrieg im pazifischen Raum schnell beenden zu können.

1950 - Sozialismus

Von 1945 bis 1952 war Potsdam Landeshauptstadt der Provinz Brandenburg, erst als Teil der sowjetischen Besatzungszone, ab 7. Oktober 1949 als Teil der DDR. Nach der Gebietsreform, die die DDR in 14 Bezirke unterteilte, wurde Potsdam zur Bezirksstadt.

Auf der Fläche des früheren Lustgartens begann 1948 der Aufbau eines Sportstadions. Die Trümmer von zerstörten Gebäuden verschwanden in den Wällen des Ernst-Thälmann-Stadions.

1950 wurde mit dem Wiederaufbau der Altstadt begonnen. Unter großen Anstrengungen beseitigte die Bevölkerung die Kriegsruinen. Ein Teil der zerstörten Gebäude wurde nach und nach abgerissen, 1959/60 zum Beispiel die Stadtschlossruine. 1968 wurde der Turm der Garnisonkirche gesprengt. Bis 1974 mussten zahlreiche Bürgerhäuser in der Breiten Straße einer neuen Bebauung weichen. Die Reste des Stadtkanals wurden zugeschüttet.

1989 - Friedliche Revolution

Im Zusammenhang mit den revolutionären Ereignissen im Herbst 1989 stehen die Wahlfälschungen der DDR Kommunalwahlen vom 7. Mai als ein Wendepunkt des Jahres 1989. Auch in Potsdam vermuteten viele Bürger die vorsätzliche Fälschung der Wahlergebnisse. Einige wenige Potsdamer trauten sich zum ersten Mal, die Auszählung der Stimmen zu verfolgen. Anhand ihrer Stichproben konnte eine Wahlfälschung zwar nachgewiesen, jedoch nur durch ein oppositionelles Netzwerk in Umlauf gebracht werden.

Zu den ersten oppositionellen Gruppen in Potsdam gehörte 1988 die "Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung" (Argus), deren Mitglieder sich für die Rettung der historischen Bausubstanz engagierten. Andere Initiativen gründeten sich unter dem Dach des Kulturbundes (AG Pfingstberg) oder wurden unter dem Schutz der Kirche aktiv (z.B. "Gruppe Kontakte" oder die "Arche").

Nach der Massenflucht von DDR-Bürgen über die ungarisch-österreichische Grenze und die deutsche Botschaft in Prag im Sommer 1989 war der 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 der zweite Wendepunkt in Potsdam. Eine kleine Gruppe von Demonstranten hatte sich mit einer Blume in der Hand vor dem Brandenburger Tor in Potsdam zusammengefunden und skandierte: "…wir bleiben hier, verändern wollen wir". In einer nach und nach größer werdenden Gruppe von mehreren hundert Menschen formierte sich in der Fußgängerzone der Brandenburger Straße in der Innenstadt ein friedlicher Demonstrationszug, der schließlich von Polizei und Geheimdienst gewaltsam aufgelöst wurde.

28 Tage später, am 4. November 1989 folgten gut 100.000 Potsdamer einem Demonstrationsaufruf von oppositionellen Gruppen. Dieser Protestmarsch ging friedlich zu Ende und nährte die Hoffnung auf tiefgreifende Veränderungen in der Stadt und auf dem Land. Die unüberwindbare Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten sollte nur noch wenige Tage halten.

Einen Tag nach der historischen Grenzöffnung am 9. November 1989 an der Bornholmer Brücke in Berlin und anderen Grenzübergängen wurde am 10. November 1989 die Glienicker Brücke als weltweit bekanntes Symbol des "Eisernen Vorhangs" für die Potsdamer geöffnet. In einem Zeitraum von 1962 bis 1973 starben alleine an dem Grenzabschnitt zwischen Potsdam und Berlin 13 Menschen.

Am 5. Dezember 1989 erfolgte die Sicherung der Potsdamer Geheimdienstobjekte durch Vertreter der Bürgerbewegung. In den Folgewochen gelang es den Bürgerkomitees die Aktenvernichtung zu stoppen und einen "Runden Tisch" zu bilden, an dem Vertreter der alten Machthaber zusammen mit Potsdamer Oppositionellen über die Zukunft der Stadt verhandelten.

1990 - Neuanfang

Nachdem die letzte demokratisch gewählte Stadtverordnetenversammlung auf Veranlassung der Nationalsozialisten am 28. Dezember 1933 ein letztes Mal tagte, fand sich 57 Jahre später am 30. Mai 1990 erneut eine demokratisch gewählte Stadtverordnetenversammlung zu ihrer ersten Sitzung zusammen.

Dem 12. Dezember 1990, dem Tag der Unterschutzstellung von großen Teilen der Potsdamer Kulturlandschaft unter das UNESCO Welterbe, ging der Beschluss der Potsdamer Stadtverordneten voraus, sich der "Wiederannäherung an die historische Stadtsilhouette Potsdams" zu widmen. Damit war auch der Weg frei, durch Krieg oder Nachkrieg zerstörte "gebaute Geschichte" wieder auferstehen zu lassen. Diesen Faden aufgreifend, haben einzelne Fraktionen oder Stadtverordnete, Bürger und Initiativen über die folgenden Jahre hinweg immer wieder in Potsdam die Rekonstruktion "gebauter Geschichte" gefordert und den Erhalt der Kulturlandschaft verteidigt.

Zunächst galt es städtebauliche Fehlentwicklungen aus der DDR-Ära zu stoppen und den Erhalt der historischen Bausubstanz zu sichern. Gleichzeitig plante und errichtete zwischen 1991 und 1997 ein privater Bauträger in Zusammenarbeit mit der Stadt Potsdam am südöstlichen Stadtrand am Kirchsteigfeld ein Wohngebiet mit 2.500 Wohnungen, um der enormen Wohnungsnachfrage gerecht werden zu können. Wohnungen in der Innenstadt waren dagegen durch Verfall, Leerstand und ungeklärte Eigentumsverhältnisse nach wie vor Mangelware. Im Sommer 1993 gleichen weite Teile der Potsdamer Innenstadt einem verwahrlosten Abrissviertel.

Nach offiziellen Angaben standen 1993 in Potsdam 1.450 Wohnungen leer, inoffiziell waren es mehr als 4.000. In rund 20 Gebäuden hatten etwa 200 bis 300 junge Hausbesetzer ihre Quartiere aufgeschlagen und probten unter dem Motto "Hausbesetzungen sind kein Problem, sondern die Lösung" alternative Wohnformen. Nachdem erste Häuser an ihre ursprünglichen Besitzer rückübertragen wurden, standen Räumungen von besetzten Häusern in Aussicht.

1993, im Jahr des 1000jährigen Gründungsjubiläums Potsdams, kam es im September bei der Räumung eines Hauses in der Gutenbergstraße zu ersten Krawallen und zu Festnahmen durch die Polizei. Im Februar und im März 1994 eskalierte die Situation bei weiteren Hausräumungen, es kam in beiden Fällen zu regelrechten Straßenschlachten. Im Ergebnis der geklärten Eigentumsverhältnisse und der fortschreitenden Sanierungen verschwanden in den Folgejahren nach und nach besetzte Häuser aus dem Potsdamer Stadtbild, in wenigen Fällen konnten die Besetzer Mietverträge mit dem Eigentümer aushandeln.

Als städtebauliches Großprojekt wurde von 1992 bis 1999 die Neugestaltung des Potsdamer Hauptbahnhofes unter dem Namen „Potsdam Center“ geplant und realisiert. Das Projekt war durch seine überdimensionierten Baumassen von Anfang an umstritten, die UNESCO drohte, Potsdam auf die "rote Liste" der "Welterbestätten" zu setzen. Schließlich führte diese Entwicklung zur deutlichen Reduzierung der Baumassen und der Beschränkung des Projektes auf eine Einkaufspassage und reduzierte Büroflächen am Bahnhof.

Wichtigstes Verkehrsprojekt für Potsdam nach dem Fall der Mauer war die Wiedereröffnung der seit dem Mauerbau unterbrochenen S-Bahn-Verbindung nach Berlin im April 1992. Als touristisches Ziel für Besucher aus aller Welt empfehlen sich die Schlösser und Gärten um so mehr, nachdem die Särge König Friedrich II. und König Friedrich Wilhelm I. am 17.August 1991 zurückkehrten. In den 1990er Jahren besuchten Queen Elisabeth II. (1992) und der US-Präsident Bill Clinton (1998) Sanssouci.

Mit der Eröffnung der Bundesgartenschau (BUGA) im April 2001 wurde nicht nur das mehr als 250 Jahre lang militärisch genutzte "Bornstedter Feld" in einen Park verwandelt, sondern auch die ganze Stadt in die Gartenschau einbezogen. Heute bildet das ehemalige Gartenschauareal einen eigenen Stadtteil mit einem zentral gelegenen Volkspark, in dem rund 7.000 Menschen leben.

Seit 2003 gehören die Ortsteile Marquardt, Uetz-Paaren, Fahrland, Neu Fahrland, Satzkorn, Golm und Groß Glienicke zu Potsdam. Die Stadt ist auch damit größer und schöner geworden.

Potsdam entdecken

Potsdam ist UNESCO-Welterbe-Stadt, die Stadt der Schlösser und Gärten an den idyllischen Havelseen, eine prachtvolle, historische Kulturstadt, ein Zentrum des Films, der Bildung und Wissenschaft, geprägt von mehr als 1000 Jahren Geschichte als Residenz und Landeshauptstadt bei Berlin. Unzählige Denkmäler in der historischen Innenstadt und in der Umgebung laden ein, entdeckt zu werden.

Internationale Einflüsse aus Frankreich, der Schweiz, Holland, Russland und vielen anderen Ländern gaben der Stadt immer wieder wertvolle Entwicklungsimpulse, hinterließen Spuren in Architektur, Handwerk und Lebensweise, bis heute besonders gut sichtbar im Holländischen Viertel, auf dem Weberplatz in Babelsberg oder in der Russischen Kolonie Alexandrowka.

Die einzigartigen Landschaften und Bauten wurden schon früh von Königen als Residenz und seit 1911 von Filmschaffenden als ideale Kulisse erkannt. Die Tradition als Medienstandort reicht weit zurück. Bis heute werden im Studio Babelsberg Filme von internationalem Rang produziert. Hier entstanden Werke wie Der Blaue Engel, Der Pianist, In 80 Tagen um die Welt und Inglourious Basterds. Theater, Kunstausstellungen, Museen und Musik im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, dem Nikolaisaal Potsdam, im Erlebnisquartier Schiffbauergasse mit dem markanten Hans Otto Theater, die Musikfestspiele Sanssouci und die Potsdamer Schlössernacht beschreiben die Breite der kulturellen Angebote in Potsdam nur unvollständig.

Wissenschaft, in enger Verzahnung mit Wirtschaftsunternehmen und außeruniversitären Einrichtungen, definiert die zukünftige Entwicklung der Landeshauptstadt. In Potsdam gibt es mehr Wissenschaftler pro Einwohner als in jeder anderen deutschen Stadt. Mehr als 40 wissenschaftliche Einrichtungen sind hier und im Umland tätig. Weltbekannte Firmen wie Oracle und VW haben in der Schiffbauergasse am Tiefen See Niederlassungen gegründet.

Quelle: potsdam.de



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