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Alte Historische Fotos und Bilder Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
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Wappen Rostock

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Geschichte von Rostock, Mecklenburg-Vorpommern in Fotos
History of , Mecklenburg-Western Pomerania in photos

Eine kleine historische Referenz (Wiki)

Geographie: Rostock - ist eine norddeutsche kreisfreie Groß-, Universitäts- und Hansestadt an der Ostsee. Sie liegt im Landesteil Mecklenburg des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Rostock ist die nach Einwohnern größte Stadt des Landes. Die Stadt ist eins der vier Oberzentren Mecklenburg-Vorpommerns. Das Stadtgebiet erstreckt sich etwa 16 Kilometer an der Warnow bis zu deren Mündung in die Ostsee.

Gründungszeitpunkt: Die erste Erwähnung wie Rozstoc - 1165

Einwohner: 206 011

Rostock erhielt 1218 das Lübische Stadtrecht. Als Mitglied der Hanse blühte die Stadt durch den Freihandel auf. Aus jener Zeit sind wertvolle Werke der Backsteingotik erhalten. Viele Baudenkmale in Rostock zeugen von der geschichtlichen Entwicklung der Stadt. Rostock gehörte bis 1918 zum Großherzogtum, dann zum Freistaat Mecklenburg-Schwerin, und war stets das urbane Zentrum Mecklenburgs.

Rostock hat einen für Fährverkehr und Güterumschlag wichtigen Ostseehafen sowie den größten deutschen Kreuzfahrthafen im Stadtteil Warnemünde. Der Flughafen Rostock-Laage ist als Zubringer für Kreuzfahrten sowie für Urlaubs- und Geschäftsflüge von überregionaler Bedeutung. Kulturell wie wirtschaftlich gilt Rostock als die wichtigste Stadt im Land.

Geprägt wird sie durch ihre Lage am Meer, ihren Hafen, eine lebendige kosmopolitische Kulturszene sowie die Universität Rostock, die 1419 gegründet wurde und somit die älteste Universität im Ostseeraum darstellt. Weitere akademische Einrichtungen Rostocks sind die Hochschule für Musik und Theater, die private Fachhochschule des Mittelstands und diverse Forschungseinrichtungen.

Wirtschaftlich dominieren die Spitzentechnologien wie Biotechnologie, Informationstechnologie und Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffbau und Schifffahrt, Maschinenbau, der Tourismus, der Dienstleistungssektor und die Universität samt der Universitätsmedizin als größte Arbeitgeber der Stadt. Innovative Start-up-Unternehmen und die Gründerkultur Rostocks gelten als Antrieb für die Zukunftsfähigkeit der Region.

Rostock. Alte Giebelhäuser
Alte Giebelhäuser bei der Nikolaikirche
Rostock. Boote in haven, um 1900
Boote in haven, um 1900
Rostock. Das Kröpeliner Tor
Das Kröpeliner Tor
Rostock. Das Kröpeliner Tor
Das Kröpeliner Tor
Rostock. Das Kröpeliner Tor, um 1900
Das Kröpeliner Tor, um 1900
Rostock. Der Hafen, Warnemünde, um 1900
Der Hafen, Warnemünde, um 1900
Rostock. Der Strand und Westmole, Warnemünde, um 1900
Der Strand und Westmole, Warnemünde, um 1900
Rostock. Die Mole, Warnemünde, um 1900
Die Mole, Warnemünde, um 1900
Rostock. Giebelhaus am Kistenmacherstraße
Giebelhaus am Kistenmacherstraße
Rostock. Marienkirche, Straße und Markttreiben
Marienkirche, Straße und Markttreiben
Rostock. Marienkirche, Taufkessel
Marienkirche, Taufkessel
Rostock. Marktplatz und Marienkirche, um 1900
Marktplatz und Marienkirche, um 1900
Rostock. Marktplatz mit Marienkirche und Blutstraße
Marktplatz mit Marienkirche und Blutstraße
Rostock. Nikolaikirche, 1914
Nikolaikirche, 1914
Rostock. Ostseebad Warnemünde, Strandweg
Ostseebad Warnemünde, Strandweg
Rostock. Petri Kirche und Petri Tor
Petri Kirche und Petri Tor
Rostock. Promenade mit Post, 1902
Promenade mit Post, 1902
Rostock. Ständehaus und Steintor, 1901
Ständehaus und Steintor, 1901
Rostock. Steintor, 1912
Steintor, 1912
Rostock. Steintor
Steintor
Rostock. Teufelskule, um 1900
Teufelskule, um 1900
Rostock. Universität, 1907
Universität, 1907
Rostock. Warnemünde, der D-Zug fährt auf das Fährschiff
Warnemünde, der D-Zug fährt auf das Fährschiff
Rostock. Warnemünde, Hotel, Strand mit Leuchtturm
Warnemünde, Hotel, Strand mit Leuchtturm

Geschichte

Namensgeschichte

Die slawischen Kyzziner vom Stammesverband der Wilzen hatten um 600 dort Siedlungen. Sie nannten das Auseinanderfließen der Warnow rastokŭ. Dieser altpolabische Name lässt sich übersetzen in auseinander für roz und Fluss für tok.

Der Name hat sich im Laufe der Jahrhunderte nur leicht verändert; um 1165 wurde erstmals Rozstoc erwähnt. Die Burg wurde 1171 Urbs Rozstoc, das Castrum 1182 Rostoch genannt. Weitere Varianten: 1189: Rotstoc und Rotstoch, 1218 Rozstoc,1219 Roztoc, 1240 Rostok und um 1366 schließlich Rostock. Dort wo die Warnow, früher Varnowa in die Ostsee mündet, liegt folgerichtig Warnemünde. Varna bzw. varn bedeutet Krähe, bzw. Rabe.

Historisch wurde Rostock auch bei seinen lateinisierten Namen genannt: Rhodopolis bzw. Rostochium.

Seit 1990 trug die Stadt den Namenszusatz Hansestadt. Am 18. März 2016 wurde durch das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns der Namenszusatz Hanse- und Universitätsstadt genehmigt. Laut Beschluss der Bürgerschaft führt Rostock diesen Namenszusatz ab dem 1. Januar 2018.

Mittelalter

Rechts der Warnow, zwischen dem heutigen Dierkow und Gehlsdorf, sind ab dem 8. Jahrhundert slawische Handwerker- und Handelsplätze archäologisch belegt. Spätestens im 12. Jahrhundert existierte eine Fürstenburg der zum Stamm der Liutizen gehörenden Kessiner mit einer frühstädtischen Marktsiedlung. Diese wurde 1161 von dem mit den Sachsen verbündeten dänischen König Waldemar I. zerstört, nachdem der Abodritenfürst Niklot im Abwehrkampf gegen den Sachsenherzog Heinrich den Löwen südlich von Rostock bei der Burg Werle 1160 gefallen war. 1167 unterwarf sich Niklots Sohn Pribislaw Heinrich dem Löwen und wurde daraufhin von ihm mit einem großen Teil Westmecklenburgs belehnt. Um 1170 errichtete er mehrere Burgen neu, darunter Rostock, das sich neben der nahegelegenen Burg Kessin allmählich zu einem zweiten Schwerpunkt des Landes Mecklenburg entwickelte.

Noch im 12. Jahrhundert ließen sich auch auf dem hochgelegenen linken Warnowufer Handwerker und Kaufleute nieder, darunter Holsteiner, Sachsen, Westfalen, Dänen und Slawen. Diese Siedlung auf dem Hügel um die spätere Petrikirche und den Alten Markt bildete den Ausgangspunkt der Stadtwerdung Rostocks. Die erste urkundliche Erwähnung Rostocks stammt aus dem Jahr 1189, als Nikolaus den Mönchen des 1186 gegründeten Klosters Doberan Zollfreiheit auf dem Rostocker Markt gewährte. Die Erwähnung einer Clemens-Kirche mit deutschem Priester weist dabei auf die Christianisierung der Siedlung hin. Nach der Bestätigung des lübischen Stadtrechts durch Heinrich Borwin I. vom 24. Juni 1218 folgte eine Erweiterung der Siedlung nach Süden mit der Nikolaikirche als Mittelpunkt. 1232 wurde die Marienkirche erstmals urkundlich als Pfarrkirche einer selbstständigen Siedlung erwähnt, die sich westlich, jenseits eines Warnowzuflusses („Grube“), an die ältere Stadt anschloss und über einen eigenen Markt und ein Rathaus verfügte. Nach einer neuerlichen Ausdehnung in Richtung Westen über die „Faule Grube“ als weitere natürliche Begrenzung entstand um 1252 die Neustadt als vierte eigenständige Siedlung, deren Mittelpunkt die Jakobikirche war. In den Jahren 1262 bis 1265 vereinigten sich schließlich die Siedlungen. Der mittlere Siedlungskern wurde zum Verwaltungszentrum der Stadt, in dem der Stadtrat und das Gericht ihren Sitz hatten und das Rathaus nach Lübecker Vorbild erbaut wurde.

Während die „Wendische Wyk“ rechts der Warnow ihren Niedergang erlebte und Fürst Nikolaus das Kind seinen dortigen Besitz 1286 an die Stadt verkaufte, wuchs der städtische Bereich auf der linken Warnowseite bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts rasant an. Auch zwei Stadtbrände 1250 und 1265 konnten diesen Aufschwung nicht bremsen. Gestärkt wurde die Stellung Rostocks durch den Erwerb von Rechten wie das Fischereirecht auf der Unterwarnow und den Kauf des riesigen Stadtforsts Rostocker Heide. Gleichzeitig entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der Herrschaft Rostock. Mit dem Erwerb des Seehafens bei Warnemünde (Hohe Düne) 1264 und der Hundsburg bei Schmarl 1278 erlangte Rostock den angestrebten freien Zugang zur zwölf Kilometer entfernten Ostsee. Bereits 1251 hatte Rostock vom dänischen König Abel die gleichen Handelsprivilegien wie zuvor schon Lübeck erhalten.

Der rasche Aufstieg Rostocks zur bedeutendsten Stadt Mecklenburgs ging im 13. Jahrhundert mit dem Schwinden der Landes- und Stadtherrschaft der Herren von Rostock einher, während gleichzeitig im Deutschen Reich die Macht des Königs zur Zeit des Interregnums 1254–1273 auf einem Tiefpunkt angelangt war. Der Vogt verlor zunehmend an Einfluss gegenüber dem Stadtrat, der aus einem exklusiven Kreis ratsfähiger Geschlechter der wohlhabenden Kaufmannschaft gebildet wurde. Während die Burgwälle der landesherrlichen Burgen in und um Rostock abgetragen wurden, errichtete Rostock eine steinerne Stadtmauer, die eine Fläche von ungefähr 1 km² umschloss. Seit Ende des 13. Jahrhunderts führte die soziale Ausdifferenzierung der Stadt zu Krisen und Machtkämpfen zwischen den Patrizierfamilien und der übrigen Stadtbevölkerung. Zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert kam es wiederholt zu Unruhen und Aufständen gegen den Stadtrat.

Der Rostocker Landfrieden 1283 markiert den Beginn des Wendischen Quartiers innerhalb der Hanse. Rostock nahm bis zum letzten Hansetag 1669 eine führende Rolle in dem Städtebündnis ein und konkurrierte mit Stralsund um die Rolle der bedeutendsten Stadt hinter Lübeck. An allen bedeutsamen Unternehmungen der Hanse, wie dem ersten und zweiten Krieg mit Dänemark, war Rostock maßgeblich beteiligt. Mitunter handelte die Stadt aber auch gegen die Politik der Hanse, etwa als sie nach 1376 aus Gefolgschaftspflicht gegen das mecklenburgische Herzogshaus gemeinsam mit Wismar die Vitalienbrüder im Kaperkrieg gegen Dänemark unterstützte. Von erheblicher Bedeutung für den hanseatischen Handel Rostocks waren die Rigafahrer und der Heringshandel der Schonenfahrer auf der Schonischen Messe auf der Halbinsel Skanör-Falsterbo in Schonen, wo Rostock eine eigene Vitte unterhielt. Hinsichtlich des Handels mit Norwegen konzentrierten sich die Rostocker Wieckfahrer auf die Kontrolle der Niederlassungen (Faktoreien) in Oslo und Tønsberg. Große Bedeutung hatte daneben anfangs die Gotlandfahrt nach Visby. Das einzige eigene Produkt, das Rostock in beträchtlichem Umfang ausführte, war Bier.

1323 hatten die Bemühungen, das Städtchen Warnemünde ganz zu erwerben, Erfolg. 1325 erhielt die Stadt das Münzrecht von Heinrich II. und erlangte 1358 die volle Gerichtsbarkeit. Damit war die Hansestadt auf dem Gipfel ihrer Autonomie und ihrer sowohl wirtschaftlichen als auch kulturellen Blüte angelangt. Mit etwa 14.000 Einwohnern um 1410 war Rostock eine der größten Städte in Norddeutschland.

Sichtbares Zeichen der Bedeutung Rostocks war 1419 die Gründung der Universität – der ältesten Universität Nordeuropas. Nach der Verhängung von Bann und Interdikt über die Stadt verließ die Universität von 1437 bis 1443 Rostock in Richtung Greifswald, wo 1456 offiziell eine eigene Universität gegründet wurde. Spätere Spannungen zwischen Stadt bzw. Landesherren und Universität hatten zwei weitere Auszüge 1487 nach Wismar und Lübeck und 1760 nach Bützow zur Folge.

Als Kirche der Mittelstadt entwickelte sich St. Marien zur Haupt- und Ratskirche Rostocks, deren Kirchenpatronat jedoch beim Landesherrn lag. Der für Rostock zuständige Bischof hatte seinen Sitz in Schwerin. Neben den vier Pfarrkirchen Marien-, Jakobi-, Petri- und Nikolaikirche gab es innerhalb der Stadtbefestigung das Katharinenkloster der Franziskaner, das Johanniskloster der Dominikaner und das Zisterzienserinnenkloster Zum Heiligen Kreuz. Darüber hinaus entstanden das Heilig-Geist- und das St.-Georg-Hospital als Stiftungen. Sowohl die Klöster als auch die Hospitäler verfügten als mächtige Grundherrschaft über zahlreiche Dörfer im Umland. Im 14. und 15. Jahrhundert kamen das sogenannte Michaeliskloster der Brüder vom gemeinsamen Leben, das Kartäuserkloster Marienehe außerhalb der Stadt, das Gertrudenhospital vor dem Kröpeliner Tor sowie einige andere Stiftungen hinzu.

Frühe Neuzeit

Die Reformation ging in Rostock von der Petrikirche in der ärmlichen östlichen Altstadt aus, an der Joachim Slüter seit 1523 als Kaplan wirkte. Überraschend gab der Rat im April 1531 seinen Widerstand auf und erklärte die Lehren Martin Luthers in allen vier Hauptpfarrkirchen für verbindlich. Die Universität sowie die Klöster zum Heiligen Kreuz, St. Johannis und die Kartause in Marienehe blieben der alten Lehre dagegen treu. Der Stadtrat veröffentlichte am 3. Januar 1531 einen Erlass, mit dem er den evangelischen Prädikanten das Predigen ausdrücklich gestattete und Missstände im katholischen Klerus kritisierte. Die katholischen Geistlichen waren zur Mitarbeit an einer neuen Kirchenordnung eingeladen, reagierten aber nur zögerlich und unzureichend, so dass zu Ostern Anfang April 1531 in ganz Rostock die Feier der heiligen Messe zwar untersagt, aber noch fünf Monate geduldet wurde. Ein Ratsbeschluss vom 29. April 1531 verbot allen Ordensleuten, den Habit außerhalb der Klöster zu tragen. Ab September 1531 waren die Bettelordenskirchen in der Stadt geschlossen, die Klöster wurden inventarisiert und standen unter strikter Kontrolle des Stadtrates.

Erst im Juni 1549 setzte Johann Albrecht I. auf dem Sternberger Landtag den lutherischen Glauben für alle Landstände durch und löste 1552 fast sämtliche mecklenburgischen Klöster auf. In Rostock widersetzte sich das Nonnenkloster zum Heiligen Kreuz noch lange der Reformation, bis es zum Damenstift der stadtbürgerlichen Oberschicht umgewandelt wurde. Die Kartause Marienehe wurde 1552 gewaltsam aufgehoben. Die 1534 vom Rat aufgelöste Schule der Brüder vom Gemeinsamen Leben im Michaeliskloster war ein Jahr später auf der Basis des lutherischen Glaubens wieder erlaubt worden. 1580 wurde in den Räumen des Johannisklosters die Große Stadtschule eingerichtet.

Im Jahr 1523 schlossen sich die Landstände zusammen und traten den Landesherren selbstbewusst gegenüber. Während der Grafenfehde 1534 kam es erneut zu Unruhen und der Stadtrat musste einen aus 64 Kaufleuten und Handwerkern zusammengesetzten Bürgerrat anerkennen. Als der Krieg 1535 mit einer Niederlage gegen Dänemark endete, wurden die alten Verhältnisse ohne nennenswerte Gegenwehr wiederhergestellt, in Zukunft sollte der Rat sich aber in allen strittigen Fällen Bürgerausschüssen gegenübersehen. 1562 bis 1565 wurde ein Sechzigerrat dem Stadtrat gleichberechtigt zur Seite gestellt und trotzte diesem erneut einen Bürgerbrief ab. Nachdem die Stadt ihm den formalen Huldigungseid verweigert hatte, hielt der mit dem Rat verbündete Johann Albrecht I. mit bewaffneten Kräften Einzug in Rostock, löste die Sechziger auf und vernichtete den Bürgerbrief. Anfang 1566 wurden das Steintor und die südliche Stadtmauer niedergerissen und eine Festung vor der Stadt errichtet. Erst mit den Rostocker Erbverträgen von 1573 (Erster Rostocker Erbvertrag) und 1584 wurde der schwelende Konflikt zwischen Stadt und Landesherrn beigelegt. Rostock erkannte insbesondere hinsichtlich der Gerichtsbarkeit und der Steuerzahlung die landesherrliche Oberhoheit des Herzogs an. Rostocks Bemühungen, die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen, waren damit endgültig gescheitert, das Steintor konnte jedoch wieder aufgebaut und die herzogliche Festung geschleift werden. 1583/84 wurde neben dem weiterhin von ratsfähigen Patriziern gestellten Rat ein neuer Bürgerausschuss eingerichtet, das Hundertmänner-Kollegium, das sich aus 40 Brauherren, 20 weiteren Kaufleuten und 40 Handwerkern zusammensetzte. Nach mehreren Jahrhunderten voller Unruhen war damit erstmals langfristig eine innere Befriedung der Stadt erreicht. Anders als bei früheren Bürgerausschüssen gelang es den Landesherren kaum noch, den Rat und das Kollegium gegeneinander auszuspielen, wenngleich die Zusammenarbeit beider Gremien nicht immer spannungsfrei verlief.

Rund 14.000 Einwohner, gut 800 Giebelhäuser und etwa 250 bis 300 Brauhäuser waren Ende des 16. Jahrhunderts Ausdruck eines Wohlstands, der selbst die mittelalterliche Blütezeit übertraf. Die Wirtschaft war völlig vom Seehandel und dem Brauwesen bestimmt.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) führte unwiderruflich das Ende der Hanse herbei. Zunächst war Mecklenburg kaum vom Krieg betroffen, doch mit dem Kriegseintritt Dänemarks griff der Krieg auf Norddeutschland über und die Kriegshandlungen erreichten 1627 Mecklenburg. Wallenstein besetzte die Stadt mit einem 1000 Mann starken Heer und baute sie zur Garnisonsstadt aus. In Warnemünde wurde eine Schanze angelegt, um den Hafen behaupten zu können. 1631 endete die kaiserliche Belagerung für Rostock und die „Schwedenzeit“ begann. Für Rostock blieb auch dieser Machtwechsel ohne größere Folgen, so erlebte etwa die Universität trotz der unruhigen Zeiten eine Blüte. Waren das Land und die Dörfer Mecklenburgs Gewalt und Plünderungen der Soldateska wehrlos ausgesetzt, boten die Rostocker Stadtmauern vielen Flüchtlingen Schutz. Der Seehandel Rostocks ging allerdings drastisch zurück. Am schwersten traf die Stadt ein von den mecklenburgischen Herzögen den Schweden zugebilligter Zoll vor Warnemünde.

In eine Phase der Stagnation nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel der verheerende Stadtbrand von 1677. Fast die gesamte Altstadt und ein beträchtlicher Teil der nördlichen Mittelstadt fielen den Flammen zum Opfer. Insgesamt war ein Drittel sämtlicher Gebäude der Stadt zerstört worden – etwa 700 Häuser und Buden. Besonders schwer wog, dass das Zentrum des Rostocker Brauwesens in den zum Hafen führenden Straßen zerstört worden war. Die Zahl der Brauhäuser sank von knapp 200 auf unter 100, die Einwohnerzahl, die Ende des 16. Jahrhunderts 14.000 betragen hatte, ging auf 5000 zurück.

Der Große Nordische Krieg 1700–1721 brachte eine weitere Verschlechterung der Handelsverbindungen mit sich und führte zu Plünderungen durch dänische und schwedische Truppen. Auch der Siebenjährige Krieg zeichnete die Stadt, die von 1758 bis 1762 brandenburgisch besetzt war. Darüber hinaus nutzten die absolutistischen Fürsten die Schwäche Rostocks aus und sicherten sich in dieser Zeit langfristig mit den Landesherrlichen Erbverträgen von 1755 und 1788 ihre Macht. Seit 1702 zeitweise Residenz der Herzöge, war Rostock endgültig zu einer mecklenburgischen Landstadt geworden. Die Universität versank im 18. Jahrhundert in die Bedeutungslosigkeit und hatte zudem noch mit einer von 1760 bis 1789 bestehenden herzoglichen Universität im benachbarten Bützow zu konkurrieren. Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann langsam der Wiederaufstieg Rostocks.

19. Jahrhundert

Während der Koalitionskriege wurde Rostock 1806 bis 1808 und 1810 bis 1813 von französischen Truppen besetzt. Besonders die Kontinentalsperre gegen England traf die Seehandelsstadt hart.

Die mecklenburgische bürgerlich-liberale Opposition der Märzrevolution gegen den politisch von adligen Gutsbesitzern dominierten Ständestaat sammelte sich 1847/48 um die Rostocker Redaktion der Mecklenburgischen Blätter. Daneben war die 1711 gegründete Rostocker Zeitung Sprachrohr der Liberalen. In den untersten Schichten der Gesellschaft führten Verelendung, Arbeitslosigkeit und Missernten zu einer unruhigen Stimmung, die in Rostock – anders als in anderen deutschen Städten – von dem im November 1848 gegründeten Arbeiterverein jedoch nicht radikalisiert wurde. Das alte Ratssystem wurde 1848 auf Druck der revolutionären Kräfte demokratisch reformiert. Nach 30 Monaten setzte der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin jedoch das alte Hundertmännergremium wieder ein.

Der Seehandel Rostocks wuchs im 19. Jahrhundert stetig an und blieb die wirtschaftliche Triebfeder der Stadt. Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte Rostock über die größte Handelsflotte im Ostseeraum, deren Schiffe zumeist in heimischen Werften gebaut wurden. Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz erhielt Rostock 1850.

Durch das norddeutsche Gesetz über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 galt ab 1. Januar 1868 im gesamten Bundesgebiet Niederlassungsfreiheit, so fiel auch Rostocks seit 1350 aufrechterhaltenes Verbot für Juden, im Weichbild der Stadt Niederlassung und Erwerb zu suchen. Erst die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte der Stadt mit der Gewerbefreiheit und der umfassenden Industrialisierung einen neuen Reichtum. 1890 entstand als erster industrieller Großbetrieb Mecklenburgs die Actien-Gesellschaft „Neptun“ Schiffswerft und Maschinenfabrik in Rostock, die heutige Neptun-Werft. Andere wachsende Wirtschaftszweige waren die chemische Industrie, der Landmaschinenbau sowie das Bauwesen und Dienstleistungsunternehmen. Warnemünde entwickelte sich in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Seekurorte in Deutschland. Mit der Reichsgründung 1871 begann auch in Rostock der dynamische Entwicklungsprozess der Gründerzeit, allerdings blieb Rostock in seiner Entwicklung hinter den meisten deutschen Städten vergleichbarer Größe zurück.

Seit 1830 begann Rostock erstmals über das Gebiet der mittelalterlichen Stadtmauergrenzen hinauszuwachsen. Viele Stadttore wurden im Zuge der Entfestigung der Stadt im 19. Jahrhundert abgetragen. Auch der Zwinger, der als Wehrturm vor dem Steintor stand, wurde 1849 von preußischen Pionieren wegen angeblicher Baufälligkeit gesprengt.

Wilhelm II. besuchte am 10. August das seinen Namen tragende Regiment, Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90, zu dessen 125. Geburtstag letztmals in den Mauern der Garnison Rostock. Er besuchte das Rathaus, die Marienkirche und die Universität.

Erster bis Zweiter Weltkrieg

Die Not des Ersten Weltkriegs hatte Unruhen und Streiks der Zivilbevölkerung zur Folge. Drei Tage nach dem Kieler Matrosenaufstand gründeten 1500 Matrosen, Infanteristen und Landsturmleute am 6. November 1918 einen Soldatenrat. Die Arbeiter der Neptunwerft, der Munitionsfabrik Dolberg und anderer Betriebe erklärten sich solidarisch und bildeten einen Tag später einen Arbeiterrat.

Die Zeit der Weimarer Republik war auch in Rostock von wirtschaftlichen Krisen, Massenarbeitslosigkeit, Inflation und einer Zersplitterung der politischen Parteien geprägt, Demonstrationen und Streiks waren an der Tagesordnung. Impulse für die Wirtschaft konnte vor allem der Flugzeugbau in Warnemünde mit den beiden Anfang der 1920er Jahre gegründeten Unternehmen Heinkel und Arado geben. Wichtigstes Industrieunternehmen blieb die Neptun-Werft.

Mit der Gleichschaltung der Länder wurden sämtliche KPD-Mandate aufgehoben und die Stadtverordnetenversammlung auf der Grundlage der nicht mehr als Freie Wahl frei geltenden Reichstagswahl vom März 1933 neu zusammengesetzt, bei der die NSDAP in Rostock mit 35,5 % stärkste Partei geworden war. Da einige bürgerliche Parteien die Wahlinszenierung über die Besetzung der zugewiesenen Mandate boykottierten und die DVP und der Christlich-Soziale Volksdienst ihre Mandate auf die NSDAP übertrugen, setzte sich der neue Stadtrat aus 15 Abgeordneten der NSDAP, 12 der SPD und 8 der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot zusammen. Unmittelbar nach dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 und dem reichsweiten Verbot der SPD am 22. Juni 1933 bestand der Stadtrat ausschließlich aus Nationalsozialisten. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden 31 Ämter mit „politisch zuverlässigen“ Personen neu besetzt, Sympathisanten der SPD oder KPD wurden vom Dienst entfernt. Da es der NSDAP an geeigneten Verwaltungsfachleuten mangelte, konnte der konservative Oberbürgermeister Robert Grabow DNVP zunächst nicht ersetzt werden, bis Walter Volgmann (NSDAP) im April 1935 sein Amt übernahm. Gleichzeitig wurde durch die Deutsche Gemeindeordnung die Stadtverordnetenversammlung.

Der Auftakt zum Judenboykott erfolgte in Rostock bereits am 30. März 1933 mit der Postierung von SA-Leuten vor jüdischen Geschäften und setzte sich am Folgetag mit einer Großkundgebung auf der Reiferbahn fort. 1938 erreichte die Judenverfolgung eine neue Dimension und Mitte 1939 fand die Verdrängung jüdischer Unternehmen ihren Abschluss. Im Rahmen der Polenaktion wurden am 28. Oktober 1938 insgesamt 37 Juden nach Polen abgeschoben. Beim Novemberpogrom 1938 brannte die Synagoge. 64 von der Gestapo verhaftete Juden wurden unter erschwerten Haftbedingungen in die Strafanstalt Altstrelitz eingewiesen. Von den bei Kriegsbeginn noch 70 in Rostock lebenden Juden überlebten nur 14. Die meisten wurden 1942 und 1943 in die Konzentrationslager Auschwitz und Theresienstadt deportiert und dort ermordet. An einige der Opfer erinnern heute in den Boden eingelassene Gedenksteine (siehe auch: Liste der Denk- und Stolpersteine in Rostock).

Die Aufrüstung der Wehrmacht brachte Rostock und Warnemünde als wichtigen Standorten der Rüstungsindustrie einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. 1935 hatte Rostock erstmals 100.000 Einwohner, 1939 lag die Einwohnerzahl bereits bei 121.192. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der durch Rekrutierungen verursachte Personalmangel in den Rüstungsbetrieben durch Dienstverpflichtungen der einheimischen Bevölkerung, ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück kompensiert.

Als Zentrum der Rüstungsindustrie des Dritten Reichs wurde Rostock schon 1940 Ziel von Luftangriffen der Royal Air Force. Besonders schwere Flächenbombardements trafen die Stadt in den Nächten vom 23. auf den 24. und vom 26. auf den 27. April 1942 („Viertagebombardement“), bei denen gleichermaßen die Rüstungsbetriebe und die Innenstadt das Ziel waren. Zu diesem Zeitpunkt war Rostock die am schwersten zerstörte Stadt Deutschlands. Besonders betroffen war die historische Innenstadt. Es folgten Luftangriffe im Mai und Oktober 1942, im April 1943 und April 1944. Am Ende des Krieges waren hier von den 10.535 Wohnhäusern 2.611 vollständig zerstört, weitere 6.735 beschädigt. Das waren 47,7 % der Wohnungen und 42,2 % der wirtschaftlich genutzten Gebäude. Britisches Bomber Command und 8. US Air Force hatten insgesamt 2.940 Tonnen Bombenlast auf Rostock abgeworfen.

Am 1. Mai 1945 wurde Rostock durch die Rote Armee, die über die ungesprengte Petribrücke einrückte, nahezu kampflos besetzt. Lediglich an der Mühlendammbrücke kam es zu einer Detonation, der ein sowjetischer T-34-Panzer samt Besatzung zum Opfer fiel. Der Oberbürgermeister mit Familie und der Bürgermeister nahmen sich das Leben. Es kam zu Plünderungen, Diebstählen und Vergewaltigungen.

1945 bis 1990

Im August 1945 brachen Typhus und Diphtherie, im November auch Flecktyphus in der Stadt aus. Begünstigt wurden die Epidemien durch die Konzentration von Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und Kriegsheimkehrern in Massenunterkünften und durch die Unterernährung der Bevölkerung. Bei Kriegsende waren nur noch 69.000 Menschen in der unter extremer Wohnungsnot leidenden Stadt Rostock verblieben. Durch Kriegsheimkehrer und den Zustrom Vertriebener, von denen Rostock in den ersten Jahren nach dem Krieg 33.000 aufnahm, stieg die Einwohnerzahl bis 1950 jedoch wieder auf den Vorkriegsstand.

Nicht nur Großbetriebe (Heinkel, Arado, Bootswerft Kröger) waren den Demontagen durch die Besatzungsmacht unterworfen, sondern auch zahlreiche mittelständische Unternehmen.

Bei der ersten freien Wahl in der Sowjetischen Besatzungszone, der Kommunalwahl am 15. September 1946, erhielt die SED 48,87 %, die LDPD 27,7 %, die CDU 20,5 % und der Frauenausschuss 1,98 % der Stimmen. Wie wenig kommunale Selbstverwaltung gegenüber der beherrschenden Stellung der sowjetischen Militäradministration möglich war, zeigt die Verhaftung des Oberbürgermeisters Albert Schulz, (SED, davor SPD), der die Zwangsvereinigung mit der KPD kritisierte. Ideologische und ökonomische Repressionen wie die besonders Warnemünde treffende Aktion Rose sowie die massenhafte Flucht in den Westen führten zu Unzufriedenheit, die auch in Rostock am 17. Juni 1953 in Streiks und Demonstrationen der Arbeiter mündete.

1952 war Rostock durch die Verwaltungsreform zur Bezirksstadt geworden. Die Stadt wurde systematisch aufgewertet, etwa mit der ab 1955 ausgerichteten Ostseewoche, die nach der Leipziger Messe die wichtigste Großveranstaltung der DDR mit internationalem Akzent wurde. In den Folgejahren entwickelte sich die Stadt zum Schiffbau- und Schifffahrtszentrum der DDR. Neben den Werften entstanden 1949 das Dieselmotorenwerk (DMR), 1950 das spätere Fischkombinat und 1952 die Deutsche Seereederei Rostock (DSR). Zwischen 1957 und 1960 entstand der Überseehafen Rostock.

1949 begann man mit dem Wiederaufbau des nahezu vollständig zerstörten Stadtgebiets zwischen Marienkirche und Grubenstraße, wobei die historischen Straßenzüge nur teilweise rekonstruiert wurden. 1948 war die westliche Stadtmauer zwischen Kröpeliner Tor und Fischerbastion abgerissen worden, um Platz für einen nie verwirklichten Aufmarschplatz zu schaffen. Mit der Langen Straße in der Innenstadt und einem Neubaugebiet in Reutershagen im Stil des sozialistischen Klassizismus wurden ab 1953 die ersten Prestigeprojekte des Wiederaufbaus in Angriff genommen. Die Versuche Rostock zu einer sozialistischen Großstadt auszubauen hinterließen einige Wunden im Stadtbild. 1960 wurden die kriegsbeschädigte Jakobikirche und das ebenfalls von Bomben beschädigte Petritor mit Teilen der östlichen Stadtmauer vollständig abgerissen. Auch das im Krieg lediglich teilweise zerstörte Rostocker Stadttheater (1895–1942) am Steintor wurde abgerissen.

Bis 1988 wuchs die Stadt auf über 250.000 Einwohner an. Ab Mitte der 1960er Jahre wurden neue Stadtteile in industrieller Plattenbauweise mit insgesamt 54.000 Wohnungen gebaut, in der dann mehr als die Hälfte aller Rostocker lebten. Viele Altbauten in der Innenstadt wurden dagegen dem Verfall preisgegeben. Die nördliche Altstadt, wo die Kriegsschäden nur dürftig repariert worden waren, wurde Anfang der 1980er Jahre nahezu komplett abgerissen und einige Jahre später durch Plattenbauten ersetzt.

Ab 1989/1990

Während der Umbruchszeit 1989 waren die Rostocker Kirchen Anlaufstellen oppositioneller Kräfte, die sich in der Marienkirche zu Mahngottesdiensten unter der Leitung von Pastor Joachim Gauck versammelten. Die erste Donnerstagsdemonstration fand am 19. Oktober statt. Ende November wurde in Rostock ein Runder Tisch gebildet, um aktiv den politischen Umbruch mitzugestalten.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 hatte die Stadt mit enormen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und erlebte einen starken Bevölkerungsrückgang um ungefähr 50.000 Einwohner, der erst nach dem Jahr 2000 zum Stillstand kam. Als ein Tiefpunkt dieser Zeit müssen die ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Lichtenhagen im August 1992 gewertet werden, an denen sich mehrere hundert teilweise extremistische Randalierer und bis zu 3000 applaudierende Zuschauer beteiligten, und die als die massivsten rassistisch motivierten Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte gelten. In der Folge etablierten sich viele Kampagnen und Initiativen im einstigen Ostteil und in ganz Deutschland, um Bildung in Bereichen wie demokratische Kultur, gesellschaftliches Miteinander und Weltoffenheit zu fördern.

Rostock richtete 2003 die Internationale Gartenschau (IGA) aus und unterhält auf dem Gelände seitdem unter anderem eine Kongress- und Messehalle. Eine gemeinsame Bewerbung mit Leipzig um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 misslang 2004 schon in der internationalen Vorauswahl durch das IOC. Im Juni fand der G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 im westlich gelegenen Seebad Heiligendamm statt. Ein großer Teil der Begleitveranstaltungen fand in Rostock statt, so der Alternativgipfel und zahlreiche Demonstrationen. Im September 2012 wurde mit dem Darwineum eine Evolutionsausstellung im Rostocker Zoo eröffnet. Im Jahr 2018 feierte die Stadt das Doppeljubiläum 800 Jahre Rostock und 600 Jahre Universität mit vielen Veranstaltungen, darunter dem MV-Tag. Anlässlich dieses Jubiläums gab die Deutsche Post AG eine Sonderbriefmarke im Nennwert von 70 Eurocent heraus (nach einem Entwurf des Grafikers Matthias Wittig aus Berlin).

Einwohnerentwicklung

Da Rostock lange Zeit nicht über seine Grenzen hinauswuchs, blieb die Einwohnerzahl vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert konstant bei maximal 11.000 bis 14.000 Personen. Erst mit der Industrialisierung begann diese schnell zu wachsen und überschritt 1935 die Grenze von 100.000, wodurch Rostock zur Großstadt wurde. Bis 1940 stieg die Bevölkerungszahl dann auf 129.500. Auf Grund des Zweiten Weltkriegs sank diese bis Mai 1945 um etwa die Hälfte auf 68.928, stieg dann aber mit der Zuwanderung deutscher Vertriebener aus den Ostprovinzen schnell an.

1971 wurde die Zahl von 200.000 Einwohnern überschritten. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit rund 254.000 ihren Höchststand. Nach der Wende in der DDR verlor die Stadt wegen hoher Arbeitslosigkeit, des Wegzugs vieler Einwohner in das Umland und des Geburtenrückgangs mit 55.000 Personen 22 Prozent ihrer Bewohner. 2007 stieg die Bevölkerung Rostocks wieder auf über 200.000 Personen an, zum Jahresende lebten 200.413 Menschen in der Stadt. Bis Mitte 2012 stieg die Bevölkerungszahl auf 204.320 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Rostock. Im Zuge des Bevölkerungswachstums nimmt auch die Bedeutung des Immobilienmarktes und im Speziellen des Wohnungsmarktes in Rostock und seiner Regiopolregion zu, die Miet- und Eigentumspreise steigen in attraktiven Wohnlagen wie in urbanen Blockrandvierteln und Villenkolonien konstant. Zudem entstehen an vielen Stellen im Stadtgebiet Neubauviertel.

Quelle: de.wikipedia.org



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