Author
Alte Historische Fotos und Bilder Sankt Ingbert, Saarland
Old historical photos and pictures Sankt Ingbert, Saarland

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben


Wappen Sankt Ingbert

Städte der Welt • Der Städte Deutschland • Liste der Städte Saarland

Geschichte von Sankt Ingbert, Saarland in Fotos
History of Sankt Ingbert, Saarland in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Die Mittelstadt St. Ingbert ist die fünftgrößte Stadt im Saarland. Das Stadtgebiet umfasst die Stadtteile St. Ingbert-Mitte (mit Sengscheid und Schüren), Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach (mit Reichenbrunn und Rittersmühle) und Rentrisch.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 36 069

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Sankt Ingbert. Kaiser-Straße, 1918
Kaiser-Straße, 1918
Sankt Ingbert. Ludwigs Schulhaus
Ludwigs Schulhaus
Sankt Ingbert. Panorama von Oberstadt
Panorama von Oberstadt
Sankt Ingbert. Panorama der Stadt, 1918
Panorama der Stadt, 1918
Sankt Ingbert. Panorama der Stadt, 1918
Panorama der Stadt, 1918
Sankt Ingbert. Sankt Fidelishaus
Sankt Fidelishaus
Sankt Ingbert. Sankt Fidelishaus
Sankt Fidelishaus
Sankt Ingbert. Untere Kaiser-Straße, 1919
Untere Kaiser-Straße, 1919

Geschichte

Die Anfänge

Vom ersten nachchristlichen Jahrhundert an sind römische Siedlungen auf dem Stadtgebiet belegt. Die zeitliche Einordnung der archäologischen Funde vom Eichertsfels ist unsicher. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich am 28. Juni 888 in einer Schenkungsurkunde König Arnulfs, damals noch als Lendelfingen. Um 580 weilte der heilige Ingobertus auf dem Gebiet des heutigen St. Ingbert.

Der Ortsname

Der Name der Stadt geht auf den heiligen Ingobertus zurück. Ingobertus oder Ingbert soll auf dem heutigen Stadtgebiet als Einsiedler gewirkt haben. Nach Vermutungen könnte es der Bereich um den Heiligenbrunnen am Alten Friedhof gewesen sein. Bislang sind allerdings keinerlei Hinterlassenschaften wie zum Beispiel Reliquien oder ein Grab gefunden worden; auch historisch klar belegte Beweise für seine Tätigkeit in der Stadt existieren nicht. Bevor Ingobertus sich auf dem Gebiet des heutigen St. Ingbert niederließ, siedelte er in Trier zu Zeiten des Bischofs Magnerich in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts. Er kannte Wendelin („St. Wendel“), Disibod, Banto (fränkischer Feldherr) und Wulflaich (Säulenheiliger aus dem 6. Jahrhundert) persönlich.

Nach dem Wegzug Ingoberts benannte man vermutlich eine Kapelle nach dem Heiligen, der erst Jahrhunderte später dem ganzen Ort seinen Namen geliehen hat.

888 wurde St. Ingbert erstmals als Lendelfingen urkundlich erwähnt – 300 Jahre, bevor überhaupt erst der Name St. Ingbert auftauchte. Zuerst bezeichnete Lendelfingen („Lantolvinga“) ein Königsgut und einen bei einer Landnahme gegründeten Ort der Alemannen. Unter Lendelfingen verstand man einen mitten im Tal liegenden Ortsteil des Ortes. Erst später übertrug er sich auf den ganzen Ort. Zwar kam 300 Jahre später der Name St. Ingbert auf, Lendelfingen wurde jedoch gleichbedeutend mit dem neuen Namen noch sieben Jahrhunderte weiter verwendet. Erst mit dem Dreißigjährigen Krieg gerät Lendelfingen in Vergessenheit – zusammen mit den Ursprüngen des Namens „St. Ingbert“. 1174 wurde zum ersten Mal der heutige Ortsname durch „St. Ingebrehtum“ wiedergegeben. 6 Jahre später wurde St. Ingbert als „St. Engilbertum“ urkundlich erwähnt.

Politische Zugehörigkeit und Besitzverhältnisse

Im Jahre 960 fiel St. Ingbert zusammen mit dem Bliesgau an das Bistum Metz.

Am 15. Juli 1339 kam St. Ingbert mit Blieskastel zum Erzstift Trier. Kirchlich blieben beide jedoch beim Bistum Metz.

1475 wurde der St. Ingberter Bann (Herrschaftsgebiet) zum ersten Mal bestimmt.

Im Jahr 1487 kam Johann von der Leyen durch Heirat in den Besitz von einigen Rechten bezüglich St. Ingbert.

Während der Pest-Zeit im 16. Jahrhundert gehörte der Ort zu Kurtrier. In den folgenden Jahrzehnten bis 1634 gehörte er als Pfandbesitz zu Nassau-Saarbrücken.

1634 wurde St. Ingbert zusammen mit Blieskastel wieder aus nassau-saarbrückischer Herrschaft durch Kurtrier eingelöst.

1793 kam es zum Ende der Herrschaft der Grafen von der Leyen. Die Gräfin Marianne floh aus Blieskastel. Die Gemeinde erhielt daraufhin die Rechte, die vorher den Grafen gehörten. Am 22. September 1797 wird die Freie Republik St. Ingbert ausgerufen, die einen Bestand von acht Tagen haben sollte. Schließlich wurde St. Ingbert 1798 dem Saardepartement zugeteilt.

Zwischen 1814 und 1816 kam St. Ingbert zusammen mit Blieskastel unter bayerisch-österreichische Verwaltung. 1816 wurde St. Ingbert dem bayerischen Rheinkreis zugeschlagen und gehörte damit zum Königreich Bayern. Ab 1902 war St. Ingbert Sitz des Bezirksamt St. Ingbert.

Durch den Versailler Vertrag 1919 wurden St. Ingbert sowie Homburg von der Pfalz an das neu geschaffene Saargebiet abgetreten. Dieses stand unter der Verwaltung des Völkerbundes, war jedoch wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen.

Bei der Saarabstimmung vom 13. Januar 1935 stand die Beibehaltung des Status quo (Völkerbundsmandat), die Eingliederung des Saarlandes nach Frankreich oder Deutschland zur Wahl. 91,4 % der St. Ingberter waren für eine Rückgliederung ins Deutsche Reich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland politisch teilautonom. Erst nach einer erneuten Volksabstimmung 1955 erfolgte 1957 die Eingliederung in die Bundesrepublik Deutschland.

Wirtschaftliche Entwicklung

1662 wurden die Kohlegruben wieder in Betrieb genommen, die während des Dreißigjährigen Krieges zerfallen waren. Außerdem wurde in den folgenden Jahrzehnten Eisenerze aus St. Ingbert verhüttet und Holz aus dem St. Ingberter Wald vermarktet.

Im 18. Jahrhundert begann in St. Ingbert langsam die industrielle Entwicklung. So kam es im Jahr 1700 zu ersten Überlegungen bezüglich des Baus eines Alaunwerkes und einer Vitriolfabrik. Außerdem wurde in den nächsten Jahren Eisenerze und der Wald über die Grenzen des Ortes vermarktet, bis zum Niederrhein und nach Holland. Es entstand 1725 eine Mühle. 1732 wurde ein Pachtvertrag zwischen dem Consortium Lehnen-Gottbill-Loth und Graf Caspar von der Leyen bezüglich der Errichtung eines Eisenwerkes abgeschlossen. Im Frühsommer 1733 war es schließlich so weit, und eine Hütte mit Schmelze und Hammerwerk konnte ihren Betrieb aufnehmen.

In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde die Kohleförderung nach und nach erschlossen. Außerdem gab es in diesem Zeitraum die erste amtliche Untersuchung über den Bergbau in St. Ingbert. Man rang mit der Idee, die vielen Privatgruben zu verstaatlichen. Dies sollte 1777 Realität werden, als Gräfin Marianne von der Leyen dem Unternehmer Johann Wolfgang Falck den St. Ingberter Bergbau übergab und alle St. Ingberter Gruben entschädigungslos eingezogen wurden. Die Kohle wurde mit Schiffen bis nach Koblenz und Mainz transportiert.

Im gleichen Jahr wurde durch die Eröffnung einer Rußhütte auch Koks hergestellt. Zwei Jahre später wurde der Versuch unternommen, die „Praschenfeuerung“ wieder einzuführen, die schon 1773 versucht worden war. Im gleichen Jahr zeichnete sich auch der Ruin des Eisenwerkes ab, das jedoch von der gräflichen Rentkammer (Finanzverwaltung) selber übernommen wurde.

1784 wurde in St. Ingbert die Mariannentaler Glashütte durch Marianne von der Leyen gegründet. Diese Glashütte erhielt das Recht, eigene Kohlegruben zu betreiben. 1786 wurde per Vertrag die Gründung einer neuen Alaunhütte beschlossen.

Am 12. März 1788 erließ Gräfin Marianne von der Leyen einen Erlass, wonach auch die Verwendung der Steinkohle in den Wohnhäusern möglich wurde. Hintergrund der Entscheidung war die Abnahme des St. Ingberter Holzes. Im gleichen Jahr noch übernimmt der Protestant Philipp H. Krämer Teile des Hüttenwerks sowie die Gesamtleitung der Schmelze. Zu dieser Zeit gab es 18 Schmelzarbeiter und 13 Erzgräber und Kohlebrenner.

1804 kaufte die Witwe von Philipp Heinrich Krämer, Sofie Krämer, das Eisenwerk.

1846 wurde die Maschinenfabrik Otto Kaiser in St. Ingbert gegründet. In ihr wurden Maschinen und Eisenkonstruktionen aller Art produziert, vor allem aber war sie für ihren Kranbau bekannt, welcher 1994 eingestellt wurde.

In den 1950er Jahren kam der Steinkohleabbau in St. Ingbert langsam zum Erliegen. Die Grube wurde geschlossen. In den 1970er Jahren wurde auch die Glashütte stillgelegt. Das machte in St. Ingbert einen starken Strukturwandel hin zum Dienstleistungssektor erforderlich.

Kriegsereignisse und andere Katastrophen

In der Mitte des 16. Jahrhunderts (1553) wütete auch in St. Ingbert die Pest. In den Jahren von 1573 und 74 wurde die Gegend nochmals von der Pest heimgesucht. 1637 wurde St. Ingbert – bis vermutlich auf die Kirche – durch einen Brand vollständig zerstört.

Während des Ersten Weltkrieges wurde St. Ingbert 1915 mehrmals von feindlichen Flugzeugen angegriffen. Einige Einwohner kamen dabei ums Leben. Das 1932 errichtete Denkmal nennt die Namen von 547 Sankt Ingbertern, die im Ersten Weltkrieg starben.

1940 fand der erste britische Luftangriff auf St. Ingbert statt. Schon 1941 gab es den 100. Fliegeralarm. Ein Jahr später wurden die Glocken der Kirchen zu Kriegszwecken abgenommen. Am 11. Mai, 29. Juni, 16. Juli und 18. September 1944 erfolgten Bombenangriffe auf die Stadt, bei denen 21 Menschen ihr Leben verloren und 35 Wohnungen zerstört wurden. Zwischen dem 8. und dem 17. Dezember 1944 lag die Stadt unter amerikanischem Artilleriefeuer.

Am 1. und 14. Januar sowie am 13. und 15. Februar 1945 gab es weitere Bombenangriffe auf die Stadt. Vom 5. bis 7. März kam es zu Artilleriebeschuss.

Am 20. März 1945 marschierten Truppen der 3. US-Armee von Ensheim her ein, fünf Tage später wurden die Amerikaner von den Franzosen abgelöst, die gleichzeitig auch die Verwaltung über St. Ingbert übernahmen. Im Zweiten Weltkrieg fielen 1052 Einwohner von St. Ingbert.

Am 17. Juli 2007 brannten der Turmhelm und das Dach des Kirchenschiffs der Kirche St. Josef ab. Der Wiederaufbau dauerte bis ins Jahr 2011.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Ab dem Jahr 1329 wurden die ersten Einwohner namentlich genannt. Zwei Jahre später erschien das erste richtige Einwohnerverzeichnis, das 25 Haushalte umfasste.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts (1698) zählte St. Ingbert 21 Haushalte mit 88 Einwohnern, gegen Ende des 19. Jahrhunderts zählte die Stadt etwa 10.000 Einwohner.

Bis zum Jahr 1923 wuchs die Bevölkerung aufgrund der boomenden Kohleförderung, Eisenverarbeitung und Glasindustrie stark an. In 1939 stieg die Einwohnerzahl durch Rückwanderer auf 28.000. Infolge der Kriegsereignisse des Zweiten Weltkrieges lebten zeitweise bis zu 40.000 Menschen in der Stadt.

Seit wenigen Jahren verzeichnet St. Ingbert eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung, die Einwohnerzahl sank von 41.000 auf rund 37.000. Der Status einer Mittelstadt ist dadurch noch nicht gefährdet, nachdem der Landtag des Saarlandes die diesbezügliche Grenze schon vor Jahren von 40.000 auf 30.000 Einwohner herabgesetzt hatte.

Kulturelle und sonstige Ereignisse

Vorbayerische Zeit

Während der Zeit um 1561 gab es immer wieder Streitigkeiten über das Geleitrecht und um den St. Ingberter Wald – oftmals zwischen den Kurfürsten von Trier, den Herzögen von Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken.

Um das Jahr 1564 wurden die Grenzen des Bannes St. Ingbert detailliert festgelegt. Mit einer Karte beschrieb Tilemann Stella die Grenzen – gerade im Hinblick auf die Nachbardörfer Hassel und Rohrbach.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es gehäuft zu Weidestreitigkeiten zwischen St. Ingbert und Rohrbach.

In den 1730er, 1740er und 1750er Jahren gab es Waldprozesse in St. Ingbert zwischen dem gräflichen Fiskus und der Gemeinde St. Ingbert. In der ersten Instanz verlor die Gemeinde die vermeintlichen Nutzungsrechte. Auch in der zweiten Instanz wurde dieses Urteil bestätigt. Um am Reichskammergericht Wetzlar durchzukommen, ließ die Gemeinde Urkunden fälschen. Im Juli 1775 griffen die Kurfürsten von Trier in den Prozess ein und schlugen sich auf die Seite der Gemeinde. Nach einem Gutachten eines kurtrierischen Oberförsters endete der Waldprozess mit einem Vergleich. Die Folge war ein Interventionsschritt Kurtriers im Prozess zugunsten der Landesherrschaft.

1739 wurde eine kaiserliche Poststation in St. Ingbert errichtet.

1755 wurde die katholische St. Engelbertskirche vollendet. Damit bekam der mittlerweile 400 Einwohner starke Ort eine eigene Kirche. Vorher fanden die Messen nur in einer Kapelle statt. Ursprünglich sollte die Kirche Ingobertuskirche heißen. Weil aber damals schon die Existenz Ingobertus' nicht als gesichert angesehen werden konnte, einigte man sich auf den Kompromiss Engelbert.

Mit der industriellen Entwicklung kam es 1773 schließlich zur Einstellung der ersten fremden Bergleute. 1785 wanderten die ersten protestantischen Bergleute ins rein katholische St. Ingbert ein. Dem wurde mit dem Bau der Martin-Luther-Kirche 1858/59 Rechnung getragen.

Am 18. September 1789 gab es Aufstände einiger Gemeinden im Herrschaftsgebiet der Grafen von der Leyen. Am 9. Oktober wurden die Schmelz, die Kohlegruben und der Wald durch Bürger besetzt. Die Folge war die Neuwahl revolutionärer Gemeindevorsteher. Vom 6. Dezember 1789 bis zum Januar des Folgejahres wurde die Reichsexekution über den Ort verhängt. Infolgedessen wurde St. Ingbert durch kurpfälzische und kurmainzische Truppen besetzt.

1792 wurde nach heftigen Tumulten ein Freiheitsbaum vor das Portal der Engelsbertskirche gesetzt. 1793 kam es zum Ende der Herrschaft der Grafen von der Leyen. Die Gräfin Marianne floh aus Blieskastel. Die Gemeinde erhielt daraufhin die Rechte, die vorher den Grafen gehörten. Zwischen 1793 und 1795 waren die Kohlegruben abwechselnd in französischer und deutscher Hand.

1801 wurde St. Ingbert wegen des Konkordates zwischen Papst Pius VII. und Napoleon vom Bistum Metz getrennt und dem Bistum Trier zugeschlagen, bei dem es bis 1821 blieb. Zwischen 1806 und 1813 durchquerte Napoleon mit seinen Truppen den Ort sieben Mal.

Bayerische Zeit (1816–1919)

Zwischen 1814 und 1816 kam St. Ingbert zusammen mit Blieskastel unter bayerisch-österreichische Verwaltung. Ab 1816 wurde St. Ingbert dem Königreich Bayern zugeschlagen. Ebenso ging das Bergwerk in bayerischen Staatsbesitz über.

1821 wurde die Pfarrei St. Ingbert infolge der bayerischen Herrschaft dem Bistum Speyer zugeschlagen, dem es bis heute angehört.

Im Jahre 1829 bekam die Gemeinde St. Ingbert die Stadtrechte verliehen, was jedoch keine größeren Neuerungen mit sich brachte, da der Ort schon vorher Marktrechte hatte. Von 1816 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts stand St. Ingbert unter der Verwaltung des Königreiches Bayern. Zeugnisse davon sind alte Grenzsteine, das Wappen von St. Ingbert (mit bayerischem Blau-Silber), sowie die Zugehörigkeit zum Bistum Speyer, das wiederum Suffraganbistum des Erzbistums Bamberg in Bayern ist.

1838 wurde in St. Ingbert die erste Straßenbeleuchtung eingeführt, damals noch mithilfe von Petroleum. 1849 wurde der Ort Rohrbach von St. Ingbert abgetrennt und wurde eine eigene Bürgermeisterei. Später, 1852, wurde auch Oberwürzbach abgetrennt und der Bürgermeisterei Ommersheim angegliedert.

Wegen des Bergbaus und der damit verbundenen Einwanderung vieler Protestanten in das katholische St. Ingbert war der Bau einer protestantischen Kirche notwendig geworden.

1864 wurde die Freiwillige Feuerwehr St. Ingbert gegründet, ein Jahr später die erste Ortszeitung, 1888 gründet Friedrich Dasbach die zentrumsnahe Westpfälzische Zeitung.

Mit der Errichtung eines Gaswerkes wurde die Gasbeleuchtung 1866 eingeführt.

Am 1. Juni 1867 wurde die Stadt ans Eisenbahnnetz über die Strecke Hassel – Schwarzenacker – bis nach Homburg und weiter nach Ludwigshafen am Rhein angeschlossen. Drei Jahre später wurde dann die Bahnlinie in Richtung Saarbrücken fertiggestellt. Der Zugverkehr von Homburg nach Saarbrücken lief weiter über Neunkirchen (Saar).

Nachdem die Kirche St. Engelbert zu klein geworden war, legte man 1890 den Grundstein für die Kirche St. Josef, die drei Jahre später eingeweiht werden sollte. 1899 erhielt die Josefskirche ihr erstes Geläut mit vier Glocken, die 1942 kriegsbedingt abgeliefert werden mussten und eingeschmolzen wurden.

Am 1. Januar 1904 wurde die neue Verbindungsbahn von St. Ingbert über Rohrbach nach Hassel fertig gestellt. Die direkte Verbindung zwischen St. Ingbert und Hassel legte man still, weil der Hasseler Tunnel einsturzgefährdet war. Zum gleichen Termin ging die direkte Strecke von Rohrbach über Kirkel und Limbach nach Homburg in Betrieb.

Nach dem Ersten Weltkrieg

1922 wurde in Teilen St. Ingberts die erste elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt, die Gaslaternen blieben in anderen Stadtgebieten bis in die 1950er Jahre in Betrieb.

Während des Völkerbund-Mandats über das Saargebiet (1920–1935) wurde an Ostern 1923 in St. Ingbert eine Domanialschule eingerichtet.

1936 wurde Sengscheid von Ensheim abgetrennt und St. Ingbert zugeschlagen.

In St. Ingbert kam es am 9. November 1938 (die Reichskristallnacht), zu keinerlei Ausschreitungen gegen Juden. Auch die Synagoge, die sich seit Oktober 1936 im Besitz der Stadt St. Ingbert befand, blieb unversehrt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof der jüdischen Gemeinde geschändet, die Grabsteine abgeräumt und in einem benachbarten Steinbruch gelagert. Nach 1945 wurden sie wieder aufgestellt.

Seit dem Zweiten Weltkrieg

1953 stiftete die Stadt St. Ingbert Ersatz für die im Krieg verloren gegangenen Glocken; von diesen insgesamt 21 Glocken erhielt die Josefskirche fünf (St. Theodor, St. Carolus, St. Maria, St. Josef, Schutzengel). Diese fielen dem Brand im Juli 2007 zum Opfer und konnten im Jahr 2011 ersetzt werden. Zusätzlich zu den fünfen kamen noch durch Spender zwei weitere (St. Florian, St. Ingobertus) hinzu.

Am 1. Januar 1974 wurde der Landkreis Sankt Ingbert mit dem Landkreis Homburg zum Saar-Pfalz-Kreis zusammengelegt. Homburg wurde zur Kreisstadt dieses neuen Landkreises bestimmt. Als Ausgleich wurde der Stadt am 1. April 1974 der Status einer Mittelstadt zuerkannt, der St. Ingbert mehr Rechte als einer gewöhnlichen Stadt zugestand. Obwohl St. Ingbert im Saarpfalz-Kreis (seit dem 10. Juli 1989 leicht geänderte Schreibweise des Kreisnamens) gelegen ist, wird die Gemeindeaufsicht nicht durch den Kreis, sondern direkt durch das saarländische Ministerium des Innern durchgeführt. Diese Sonderstellung wird auch dadurch deutlich, dass St. Ingbert einen eigenen Kfz-Zulassungsbezirk hat, dem das Unterscheidungszeichen IGB zugewiesen wurde.

Am 1. Dezember 2000 wurde die Schreibweise Sankt Ingbert offiziell in St. Ingbert geändert.

Seit dem 1. Januar 2008 ist St. Ingbert Sitz des neugeschaffenen und saarlandweit zuständigen Landesverwaltungsamtes (unter anderem Zentrale Ausländerbehörde, Zentrale Bußgeldstelle, Gemeindeaufsicht). Im Januar 2009 nahm an der ehemaligen Mühlwaldschule das neue Landesinstitut für präventives Handeln (LPH) seine Arbeit auf.

Verschwundene Industrie- und Wirtschaftszweige

Verschiedene Industrie- und Wirtschaftszweige, die das Leben in St. Ingbert geprägt haben, sind im 20. Jahrhundert vollständig verschwunden.

Von dem ehemaligen Schwerpunkt der gesamten südwestdeutschen Glasindustrie sind außer einigen Namen noch einige charakteristische Straßenzüge übriggeblieben. Auf dem Gelände der ehemaligen Vereinigten Vopelius'schen und Wentzel'schen Glashütten in der Nähe der Autobahn befindet sich heute ein Baumarkt, dessen Bauhülle in der Form an die alte Glashütte erinnert.

An die ehemalige Brauerei Becker erinnert heute noch der „Beckerturm“, der zusammen mit der Kirche St. Josef das Stadtbild oberhalb der Kaiserstraße bestimmt.

An die ehemals größte bayerische Kohlengrube im Nordteil der Stadt, die Kohlengrube St. Ingbert, erinnert heute noch der als Besucherbergwerk zugängliche Rischbachstollen.

Gebietsreform

Am 1. Januar 1974 wurden im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform die bis dahin eigenständigen Gemeinden Hassel, Oberwürzbach, Rentrisch und Rohrbach der Stadt St. Ingbert zugeordnet.

Gleichzeitig wurden Gebietsteile mit damals mehr als 800 Einwohnern in die Nachbarstadt Sulzbach/Saar umgegliedert. Sie gehören seitdem zum Sulzbacher Stadtteil Schnappach.

Quelle: de.wikipedia.org



Robinson Rd, CB 13862 Nassau, NP, The Bahamas
Flag Counter