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Alte Historische Fotos und Bilder Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
Old historical photos and pictures Wuppertal, North Rhine-Westphalia

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben


Wappen Wuppertal

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Geschichte von Wuppertal, Nordrhein-Westfalen in Fotos
History of Wuppertal, North Rhine-Westphalia in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Zum 30. September 1979 erfolgte eine Neueinteilung (bzw. Umbenennung) in die noch heute (2017) bestehenden zehn Stadtbezirke. Die Stadtbezirke sind für statistische Zwecke in insgesamt 69 Quartiere unterteilt:

Barmen - Barmen-Mitte, Friedrich-Engels-Allee, Loh, Clausen, Rott, Sedansberg, Hatzfeld, Kothen, Hesselnberg, Lichtenplatz

Cronenberg - Cronenberg-Mitte, Küllenhahn, Hahnerberg, Cronenfeld, Berghausen, Sudberg, Kohlfurth

Elberfeld - Elberfeld-Mitte, Nordstadt, Ostersbaum, Südstadt, Grifflenberg, Friedrichsberg

Elberfeld-West - Sonnborn, Varresbeck, Nützenberg, Brill, Arrenberg, Zoo, Buchenhofen

Heckinghausen - Heckinghausen, Heidt, Hammesberg

Langerfeld-Beyenburg - Langerfeld-Mitte, Rauental, Jesinghauser Straße, Hilgershöhe, Löhrerlen, Fleute, Ehrenberg, Beyenburg-Mitte, Herbringhausen

Oberbarmen - Oberbarmen-Schwarzbach, Wichlinghausen-Süd, Wichlinghausen-Nord, Nächstebreck-Ost, Nächstebreck-West

Ronsdorf - Ronsdorf-Mitte/Nord, Blombach-Lohsiepen, Rehsiepen, Schenkstraße, Blutfinke, Erbschlö-Linde

Uellendahl-Katernberg - Uellendahl-West, Uellendahl-Ost, Dönberg, Nevigeser Straße, Beek, Eckbusch, Siebeneick

Vohwinkel - Vohwinkel-Mitte, Osterholz, Tesche, Schöller-Dornap, Lüntenbeck, Industriestraße, Westring, Höhe, Schrödersbusch

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 352 390

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Wuppertal. Bismarckturm
Bismarckturm
Wuppertal. Burg an der Wupper
Burg an der Wupper
Wuppertal. Die Straße Eisenbahn Bewertung, 1891
Die Straße Eisenbahn Bewertung, 1891
Wuppertal. Gebäudeansicht
Gebäudeansicht
Wuppertal. Neuer Weg mit Schwebebahn
Neuer Weg mit Schwebebahn
Wuppertal. Rathaus mit Kaiser-Friedrich-Denkmal und Neumarkt
Rathaus mit Kaiser-Friedrich-Denkmal und Neumarkt
Wuppertal. Rathausbrücke
Rathausbrücke
Wuppertal. Ringeltal
Ringeltal
Wuppertal. Ruhmeshalle
Ruhmeshalle
Wuppertal. Schwebebahn, 1912
Schwebebahn, 1912
Wuppertal. Schwebebahn
Schwebebahn
Wuppertal. Schwebebahn an der Döppersberger Brücke
Schwebebahn an der Döppersberger Brücke
Wuppertal. Schwebebahn um 1905
Schwebebahn um 1905
Wuppertal. Schwebebahn Vohwinkel-Elberfeld-Barmen
Schwebebahn Vohwinkel-Elberfeld-Barmen
Wuppertal. Sonnborner Eisenbahnbrücke
Sonnborner Eisenbahnbrücke
Wuppertal. Stadtansicht vom Kiesberg
Stadtansicht vom Kiesberg
Wuppertal. Stadthalle
Stadthalle
Wuppertal. Stadttheater
Stadttheater
Wuppertal. Thalia-Theater
Thalia-Theater
Wuppertal. Thalia-Theater
Thalia-Theater
Wuppertal. Wachholderhäuschen
Wachholderhäuschen
Wuppertal. Zoologischer Garten, Gebäudeansicht
Zoologischer Garten, Gebäudeansicht
Wuppertal. Zoologischer Garten, Pavillon
Zoologischer Garten, Pavillon
Wuppertal. Zusammentreffen von Schwebe, Straßen- und Eisenbahn
Zusammentreffen von Schwebe, Straßen- und Eisenbahn

Geschichte

Frühgeschichte und Mittelalter

Erste Spuren von menschlichen Siedlungen und Aufenthalten im Tal der Wupper gehen auf das Jahr 1000 v. Chr. zurück. Eine etwa sechs Quadratmeter große bronzezeitliche Fundstelle mit Bruchstücken von Keramik wurde im Jahr 2003 bei Erdarbeiten unter dem Deweerth’schen Garten in Elberfeld entdeckt.

Ab dem 7. Jahrhundert erfolgte die relativ späte und spärliche Besiedelung des Wupperraums durch germanische Volksstämme. Einzelne Höfe Barmens (Westkotten, Wichlinghausen) werden aufgrund von Ortsnamenforschung auch ohne urkundliche Belege auf eine Besiedlung durch die unter sächsischer Herrschaft stehenden Borchter im 8. bis 9. Jahrhundert datiert. Die Region war lange Zeit Grenzgebiet zwischen dem Herrschaftsraum der Franken und Sachsen, was größere Siedlungsstrukturen verhinderte.

Karl der Große ließ zur Sicherung des Wuppergebiets fränkische Herrenhöfe anlegen, unter anderem vermutlich auch Elberfeld. Der Bau einer Kirche in Sonnborn, an deren Stelle heute die Hauptkirche steht, ist um 874 belegt. Eine Kirche in Elberfeld kann bis vor 931 nachgewiesen werden. Der in Corvey wirkende Geschichtsschreiber Widukind berichtete gegen Ende des 10. Jahrhunderts von den ersten Herren einer Fliehburg Elberfeld. Diese Fliehburg war ab 955 im Besitz des Kölner Erzbischofs und diente vermutlich als Versorgungsstation an der Heerstraße nach Soest.

Urkunden belegen die ursprünglichen Vorgängersiedlungen der heutigen Stadt Wuppertal größtenteils etwa um die erste Jahrtausendwende. Sie wurden wie folgt erstmals gesichert urkundlich erwähnt: Cronenberg 1050, Barmen 1070, Elberfeld 1161, Schöller 1182, Ronsdorf 1246, Beyenburg 1298 (einzelne Ortslagen bereits 1189), Langerfeld 1304, Dönberg 1355 und Vohwinkel 1356.

Nach der Gründung des Deutschen Reiches im 10. Jahrhundert setzte die große Rodungszeit im Wuppergebiet ein, die bis ins 16. Jahrhundert dauerte. Damit verbunden waren viele neue Siedlungen und ein Ausbau der Herrenhöfe zu Burgen. 1101 wurde Adolf von Berg erstmals urkundlich als Graf erwähnt. Die Grafen und später Herzöge von Berg erwarben durch Kauf, Heirat, Erbschaft und Verpfändungen im Laufe der nächsten Jahrhunderte den größten Teil des heutigen Wuppertaler Stadtgebiets und verwalteten es durch die Burg Elberfeld und die Burg Beyenburg.

Epoche der Frühindustrialisierung

Die Region Wuppertal, mit Barmen und Elberfeld als Zentren, war Mitte des 19. Jahrhunderts eines der größten Wirtschaftszentren des Europäischen Kontinents und eine der ersten Industrieregionen Deutschlands. Die Herstellung von Textilien und deren Bleichung ist im Tal der Wupper seit dem Jahr 1450 belegt. Das Bleichen der Garne mit Wupperwasser auf den Talwiesen und das anschließende Färben begründeten die Entwicklung einer vielfältigen Textilindustrie. 1549 wurde urkundlich in einem Vertrag zwischen Schwelm und Elberfeld das „Lindtwirken“ (Weben von Bändern) erwähnt. Im Jahr 1597 verlieh Herzog Johann III. von Jülich-Cleve-Berg den Elberfeldern und Barmern das Privileg der Garnnahrung, also das ausschließliche Recht, im Herzogturm Berg Garne und Tücher zu färben, weben und zu wirken. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden dazu Spitzen, Lingetten und Schnürriemen hergestellt. Um 1750 folgte die Mechanisierung mittels der ersten von Hand angetriebenen Flechtmaschinen, den sogenannten Riemengängen, die ab 1780 mit Wasserkraft betrieben wurden.

Die frühe Industrialisierung basierte auf den vier in der Gegend vorkommenden Industriefaktoren Eisenerz, Kohle, Holz und Wasser. Wasserkraft wurde, nach Erwerb der Nutzungsrechte, als Antrieb für Textilmühlen, Blasebälge für Rennöfen und Schmiedefeuer, Hammerwerke, Klöppelmaschinen, Band- und Webstühlen oder sonstige Maschinen benutzt. Nicht zu unterschätzen ist die konfessionelle Prägung der Region: Die Konfessionspolitik der Landesherren des Herzogtums Berg war verhältnismäßig liberal. In Elberfeld und Barmen konnten sich die reformierte Konfession etablieren und calvinistische Familien stellten im 18. Jahrhundert einen großen Teil der Unternehmerschaft. Sie zeichneten sich durch einen ausgeprägten Unternehmergeist aus, Unternehmerfamilien aus Elberfeld und Barmen suchten in ganz Europa nach neuen Herstellungstechniken, sicherten den Absatz ihrer Waren mit einem Netz von Handelsniederlassungen, während ihre Investitionen von einem sich entwickelnden heimischen Banksektor finanziert wurden (z. B. durch das Bankhaus von der Heydt-Kersten & Söhne). Diese Innovationsbereitschaft der Wuppertaler Unternehmer verschaffte der Region bis weit in das 19. Jahrhundert hinein einen Entwicklungsvorsprung in Deutschland – lange bevor sich bis zur Jahrhundertwende mit dem Ruhrgebiet, Sachsen, Berlin, Oberschlesien oder der Rheinschiene neue (schwer)industrielle Zentren herausbildeten.

Das Ruhrgebiet hat einen großen Teil seines Aufschwungs der Funktion als Rohstofflieferant der Wuppertaler Region zu verdanken und entwickelte sich erst später. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Städte Barmen und Elberfeld bedeutender als Dortmund, Duisburg oder Düsseldorf.

Das größte Standbein im Tal der Wupper war die Textilindustrie, hier reihten sich Webereien und Fertigungshallen aneinander. Im Zentrum von Elberfeld bestand über viele Jahrzehnte eine dauerhafte Welttextilmesse, auf der lokal produzierte Stoffe aller Art präsentiert und verhandelt wurden. In dieser Zeit war Wuppertal einer der bedeutendsten Textilstandorte der Welt. In den Seitentälern und auf den Höhen gab es hunderte Handwerksbetriebe aller Art, die neben der Bandwirkerei sich vor allem mit der Werkzeugfertigung und Herstellung und Bearbeitung ihrer Vorprodukte beschäftigten.

Der ab Beginn des 19. Jahrhunderts durchweg mechanisierten Textilindustrie folgten unterstützende Gewerbezweige wie die chemische Industrie, die zunächst sich der Entwicklung von Textilfarbstoffen widmete, der Maschinenbau (Textilmaschinen) und der Elektrotechnik. Die Werkzeugindustrie, deren Tradition bis in das Spätmittelalter zurückgeht, etablierte sich vor allen im heutigen Stadtteil Cronenberg und stellt auch heute noch Weltmarktführer in ihrem Bereich. Daneben entwickelte sich Elberfeld zu einem umschlagsstarken Handelszentrum, das vor allem lokale Produkte (Barmer Artikel) weltweit vermarktete. Das Unternehmen Bayer wurde am 1. August 1863 im Barmen von Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott gegründet und produziert bis heute im Elberfelder Stammwerk. Als „Barmer Teppichfabrik Vorwerk & Co“ begann in Barmen die Geschichte des Unternehmens Vorwerk. International bedeutend war auch die Klavierfabrik Ibach.

Dem Wachsen der Wirtschaft folgte ein erheblicher Anstieg der Bevölkerung, deren Zuwachs vor allen aus der zugewanderten Arbeiterschaft bestand. Zwischen 1830 und 1885 vervierfachte sich die Einwohnerschaft und Barmen und Elberfeld wuchsen jeweils zu Großstädten. Durch die sprunghafte Industrialisierung traten im „deutschen Manchester“, wie Barmen und Elberfeld in Bezug auf die britische Industriestadt auch genannt wurde, die sozialen Probleme des Pauperismus zuerst auf. Es entstanden Elendsviertel wie zum Beispiel in Elberfeld An der Fuhr. Dem daraufhin entstehenden bürgerlichen Engagement (siehe auch Elberfelder System) gegen diese sozialen Verwerfungen entstammt der Barmer Textilfabrikantensohn Friedrich Engels, der, die Probleme aus erster Hand kennend, mit seinem Weggefährten Karl Marx die als Marxismus bezeichnete Gesellschafts- und Wirtschaftstheorie entwickelte.

Zahlreiche Transportstrecken führten zu den Stadtkreisen, wie die Bergische Eisenstraße oder mehrere Kohlenwege aus dem Ruhrgebiet. Im Hardensteiner Bezirk wurde zum Beispiel 1829 eine Pferde-Kohlenbahn von den Gruben im Muttental bis in die Gegend von Herbederholz gebaut. Sie war ca. 6 km lang und führte von Witten bis zur Hauptstraße nach Elberfeld. Hier standen die benötigte Transportkapazität für Rohstoffe und der weltweite Versand der Erzeugnisse im Vordergrund, sodass das Verkehrs- und Transportwesen florierte. Die heutige Bundesstraße 7 (B 7), von Hagen kommend, war eine der ersten befestigten Straßen in Preußen.

Der Eisenbahnbau nach Barmen-Elberfeld wurde frühzeitig von Düsseldorf (Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft) mit der ersten dampfbetriebenen Eisenbahnstrecke im Westen Deutschlands und von Essen mit der 1831 gegründeten Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft forciert. Der Streckenbau nach Köln und Hagen (Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft) folgte Mitte des 19. Jahrhunderts. Mehrere Gesellschaften erschlossen eigene Trassen durch das Stadtgebiet.

Das Bahnnetz erlaubte in seiner Vollausbaustufe den direkten Anschluss von Cronenberg (Burgholzbahn), Solingen (Korkenzieherbahn und Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn), Remscheid (Bahnstrecke Wuppertal-Oberbarmen–Solingen und Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn), Essen (Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr), Witten (Elbschetalbahn), Hattingen (Bahnstrecke Wuppertal-Wichlinghausen–Hattingen), Gevelsberg-Silschede (Bahnstrecke Schee–Silschede), Mettmann (Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd), Velbert (Niederbergbahn), Ratingen (Angertalbahn), dem Oberbergischen Land (Wippertalbahn) und dem märkischen Sauerland (Wuppertalbahn) mit jeweils einer eigenen Strecke.

Das Barmen-Elberfelder Straßenbahnnetz zählte zu den vier größten des Deutschen Reichs und reichte von Hagen im Osten bis nach Düsseldorf-Benrath im Westen sowie von Essen im Norden bis nach Wermelskirchen im Süden. Eine von Adolf Vorwerk gegründete Aktiengesellschaft baute 1894 die erste elektrisch betriebene Zahnradbahn der Welt. Die Strecke führte von der Talsohle bis zum Toelleturm. Eine Stromerzeugungszentrale wurde eigens für die Bergbahn gebaut.

Um die Jahrhundertwende 1900 bescherten Kleineisenhandwerk und Textilindustrie mit florierender Produktion und beachtlichem Handel den Städten noch einmal einen kräftigen Wachstumsschub. Er ermöglichte den Bau der Schwebebahn, überdauerte aber den Ersten Weltkrieg nicht.

Erster Weltkrieg, Kapp-Putsch und Zusammenwachsen

1861 schieden Elberfeld und Barmen aus dem Landkreis Elberfeld aus und wurden kreisfreie Städte. Der verbleibende Rest des Landkreises Elberfeld wurde in Landkreis Mettmann umbenannt und hieß ab 1929 Landkreis Düsseldorf-Mettmann. Erst ab 1975 kam der heutige Name Kreis Mettmann zustande.

Ab 1885 wurden im Stadtkreis Barmen nur noch sieben Wohnplätze unterschieden: Stadt Barmen, Hatzfeld, Lichtenplatz, Westen, Heckinghausen, Heidt, Carnap. 1922 erfolgte die Eingliederung der Gemeinden Langerfeld und Nächstebreck. In Elberfeld unterschied man 1885 insgesamt 20 Wohnplätze: Stadt Elberfeld, die Weiler Arrenberg, Hahnerberg, Hipkenberg, Rutenbeck, Steinbeck, Stockmannsmühle, Theishahn, Uellendahl, Weinberg, Wolfshahn und Wüstenhof, ferner einzelne Häuser wie Funkloch. Später wurden weitere Güter erworben, so etwa Buchenhofen, Evertsaue, Kirberg und Schloss Lüntenbeck.

1920 ging der Widerstand gegen den Kapp-Putsch von Elberfeld aus, wo sich Vertreter von KPD, USPD und SPD trafen, in einem gemeinsamen Aufruf zum Widerstand gegen die Putschisten durch Streik und Erringung der politischen Macht aufriefen und so den Ruhraufstand in Gang setzten. Der Ruhraufstand führte auch in Wuppertal zu schweren und opferreichen Kämpfen zwischen Freikorps und Polizei auf der einen sowie bewaffneten Arbeitern der Roten Ruhrarmee auf der anderen Seite.

Die Vereinigung von Barmen und Elberfeld mit Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel erfolgte mit dem Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets zum 1. August 1929. Seinen heutigen Namen trägt Wuppertal allerdings erst seit dem 25. Januar 1930, da sich in der Zwischenzeit unter großer Teilnahme der Bevölkerung der damaligen Städte und Gemeinden mehrere Vorschläge ergaben und lange Zeit diskutiert wurden. Der von Oskar Hoffmann vorgeschlagene Name „Wuppertal“ erhielt hierbei den Zuschlag vor Bezeichnungen wie Barmen-Elberfeld, Elberfeld-Barmen, Barmen-Elberfeld-Vohwinkel, Barmenelb, Elbbarmen, Wupperstadt, Wupperberg, Wupperhausen, Bergmark, Bergstadt, Talberg, Großwupp, Wupperalis, Bergland, Hungerstadt, Barmerfeld oder Baelvort. Die erstgenannten Namenskombinationen fanden vor allem in den beiden Städten Elberfeld und Barmen großen Zuspruch, wobei bzgl. des erstgenannten Stadtnamens keine Einigung erfolgte. Der Vorschlag Hungerstadt kam aus Reihen der KPD und wurde schnell wieder verworfen. Baelvort wiederum sollte für Barmen-Elberfeld vereinigter Ort stehen. Diskutiert wurden diese zahlreichen Vorschläge vor allem vor dem Hintergrund, die Achtung vor der Geschichte der beiden damaligen Industriestädte zu wahren, weshalb die Vereinigung beider Städte auf große Kritik stieß.

Nationalsozialismus, Widerstand und Zweiter Weltkrieg

Wuppertal war in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) einerseits schon früh ein westdeutsches Zentrum der aufstrebenden NSDAP, andererseits aber auch eine wichtige Stadt des politischen, gewerkschaftlichen und kirchlichen Widerstandes. Adolf Hitler sprach am 24. Juli 1932 auf einer Wahlkampfkundgebung der NSDAP in Wuppertal.

1925/26 arbeitete und wohnte der spätere Propagandaminister Joseph Goebbels als Parteifunktionär und Agitator in Elberfeld. Bis zum Sommer 1933 wurden 18 Einwohner der Stadt von Mordkommandos der SA getötet. Der Stadtverordnete und besonders brutale SA-Führer Willi Veller wurde 1930 zum Reichstagsabgeordneten gewählt und im Juli 1933 zum kommissarischen Polizeipräsidenten der Stadt ernannt. Er ließ im selben Monat das KZ Kemna einrichten. Dieses bestand bis Anfang 1934 und zählt zu den berüchtigten frühen Konzentrationslagern.

Bereits am 1. April 1933 wurden in einer von Schulen durchgeführten Aktion neben vielen anderen Büchern auch Werke der jüdischen Schriftstellerin und geborenen Wuppertalerin Else Lasker-Schüler öffentlich verbrannt, worauf eine Welle von weiteren Bücherverbrennungen in mehr als 50 deutschen Städten folgte.

Am 11. April 1933 protestierte der pazifistische Schriftsteller Armin T. Wegner, dessen Werke ebenfalls verbrannt wurden, in einem offenen Brief an Adolf Hitler gegen die Judenverfolgungen. Wegner wurde von der Gestapo verhaftet, gefoltert und für mehrere Monate in Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert. Danach emigrierte er nach Italien.

Im Bergischen Land, das eine der Keimzellen der sozialistischen Arbeiterbewegung in Deutschland war, trafen die starke NS-Bewegung und die selbstbewusste Arbeiterbewegung besonders brutal aufeinander. Als es der Gestapo im Jahre 1935 schließlich gelungen war, die Partei- und Gewerkschaftsorganisationen der Arbeiterbewegungen im Rheinland und im Bergischen Land zu zerschlagen, begann eine beispiellose Serie von Massenprozessen gegen mehr als 650 Angeklagte, die auch im Ausland als Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse bekannt wurden.

1934 formierte sich evangelischer Widerstand gegen Hitler in der Barmer Bekenntnissynode. Unter der Federführung von Karl Barth verabschiedete die von Reformierten, Lutherischen und Unierten gebildete Bekennende Kirche die Barmer Erklärung. Sie gilt bundesweit als das wichtigste Dokument evangelischer Ablehnung der Naziherrschaft.

Die Aufrüstung der Wehrmacht durch das NS-Regime machte sich auch im Stadtbild bemerkbar. Wuppertal, das zuvor keine Garnison besessen hatte, erhielt vier Kasernenneubauten. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von der Bundeswehr weitergenutzt und in der Zeit von 1993 bis 2004 sämtlich aufgegeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt durch schwere Angriffe der Alliierten (zweimal mit mehreren tausend Toten) großteils zerstört. Die historische Bausubstanz in den urbanen Hauptzentren wurde bis auf wenige Ausnahmen zerstört oder so schwer beschädigt, dass zahlreiche markante Gebäude der Gründerzeit abgerissen werden mussten. Zum Opfer fielen kulturhistorisch bedeutende Gebäude wie beispielsweise die Barmer Stadthalle und das weltweit zweite Planetarium sowie hunderte der alten Bürgerhäuser.

Insgesamt wurden etwa 38 Prozent der bebauten Stadtfläche Wuppertals im Krieg zerstört. Am stärksten wurde die Talsohle mit ihrer Industrie und der bergisch-märkische Eisenbahnstrecke im Süden getroffen, wobei die nahe der Bahntrasse gelegene Südstadt besonders stark zu leiden hatte. Die sehr eng mit Fachwerkhäusern bebauten Ufer der Wupper wurden großenteils zerstört, in der Folgezeit wurden dort zumeist breite Straßenzüge errichtet. Dagegen wurden die ausgedehnten gründerzeitlichen Stadtviertel entlang der rheinischen Bahnlinie im Norden, die nun der wesentliche Verbindungsweg wurde, kaum betroffen. Auch bedeutsame Bauten wie das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs, das Elberfelder Rathaus, die Historische Stadthalle oder die reformierte Friedhofskirche wurden nur unwesentlich beschädigt und konnten erhalten werden.

Am 16. April 1945 eroberte die 78th Infantry Division der US Army die Stadt, die bei der Einnahme nur geringe Gegenwehr leistete. Bereits drei Tage zuvor hatten antifaschistische Arbeiter und Soldaten im Zuge blutiger Straßenschlachten führende Nazis festgenommen und die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Im Zuge der Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen kam Wuppertal am 16. Juni 1945 zur britischen Besatzungszone.

Nachkriegsgeschichte

Die Zentrumsbereiche Elberfelds und Barmens verdanken ihr Aussehen dieser Zerstörung und den vermeintlich „modernen“ Bauplanungen der 1950er Jahre, die vor allem die schnelle Errichtung von funktionellen wie schnörkellosen Baukörpern und die Schaffung breiter Straßenschneisen für den wachsenden Individualverkehr im Blick hatten. Überlegungen, auch das schwer zerstörte Schwebebahngerüst abzureißen, wurden schnell verworfen.

Die Stadt konnte insgesamt einen guten Neuanfang machen. Die Textilindustrie war bis weit in die 1970er Jahre wesentlicher wirtschaftlicher Faktor der Stadt, bis diese durch die Globalisierung des Textilmarktes an Bedeutung verlor. Der Niedergang der Textilindustrie begann bereits nach dem Ersten Weltkrieg, ein kleiner Aufschwung erfolgte im Zweiten Weltkrieg aufgrund der Produktion der Uniformen. Die großen Textilfirmen wie Baumsche Fabrik oder Frowein existierten allerdings in den 1970er Jahren nicht mehr. Die Glanzstoff–Enka-Bemberg Gruppe produziert seit den 1920er Jahren ausschließlich Spezialgewebe, die Produktion ist heute stark reduziert. Weltweit führend ist Wuppertal heute vor allem noch in der Fertigung von Handwerkzeugen.

Der Strukturwandel machte Wuppertal als Industriestadt ähnlich wie den Ruhrgebietsstädten schwer zu schaffen. Während das Ruhrgebiet seit den 1980er Jahren öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt bekam, wurde das Bergische Städtedreieck mit den Städten Wuppertal, Solingen und Remscheid seitens des Landes lange Zeit nicht als förderungsbedürftig gesehen. Erst seit Beginn des 21. Jahrhunderts findet durch den Einsatz von Bürgern, Unternehmern und Politikern in Form von politischer Arbeit und medienwirksamen Protestaktionen ein Umdenken statt und Wuppertal wird in der Strukturwandelförderung nun gleich behandelt.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

2015 wurde Wuppertal der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.

Eingemeindungen

Bereits im Jahre 1807 wurde der Ort Sonnborn nach Elberfeld eingemeindet, jedoch später wieder ausgegliedert und 1888 erneut eingemeindet. 1922 kamen Langerfeld und Nächstebreck zu Barmen. Am 1. August 1929 fusionierten auf Grund des Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets Barmen, Elberfeld, Cronenberg, Vohwinkel, Ronsdorf sowie der Ortsteil Beyenburg der damaligen Stadt Lüttringhausen und Teile von Haan, Wülfrath, Hardenberg-Neviges, Schöller, Gruiten und Gennebreck zur Stadt Barmen-Elberfeld.

Am 25. Januar 1930 wurde die neue kreisfreie Stadt in Wuppertal umbenannt. Im Zuge weiterer Gebietsreformen kamen 1970 Teile der Städte Haßlinghausen und Schwelm zum Stadtgebiet hinzu. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform die Eingliederung der Ortsteile Dönberg (vorher Stadt Neviges) und Dornap (vorher Stadt Wülfrath) sowie der Gemeinde Schöller (vorher Amt Gruiten), die alle bis dahin zum Kreis Mettmann gehörten. Damit erreichte das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung.

Geschichte Elberfelds

Für die Entstehung Elberfelds existieren keine näheren urkundlichen Belege, jedoch existiert ein archäologischer Fund der belegt, dass es vor 931 eine Siedlung, sowie einen Vorgängerbau der Alten reformierten Kirche und einen befestigten Herrenhof gab. Die Chroniken Widukinds sprechen von einem sächsischen Burgherrn namens Droste Brüning, Lehnsmann König Konrads I. Nach dessen Tod beanspruchte laut Widukind Eberhard von Franken die Burg. Trotz Belagerung konnte er seine Ansprüche nicht durchsetzen. 1161 wurde ein Schulte (Villicus/Gutsverwalter) vom Tafelhof Elverfeldt erstmals urkundlich erwähnt. Der Erzbischof von Köln verpfändete 1176 Elberfeld an den Grafen Engelbert von Berg. Nach wechselnden Herrschaftsverhältnissen blieb Elberfeld ab 1428 nun ständiger bergischer Besitz. Elberfeld wurde ab 1444 als „Freiheit“ bezeichnet (1530 als Stadt) und hatte damit eine städtische Ratsverfassung.

Das Stadtprivileg wurde jedoch erst 1610 erteilt und 1623 erweitert. Am 22. Mai 1687 zerstörte ein Stadtbrand 350 Häuser und damit das gesamte Ortszentrum, erst 1707 wurde das Rathaus neu aufgebaut. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde Elberfeld Sitz eines Landkreises, der aus den Bürgermeistereien Elberfeld und Barmen gebildet wurde. Ihm wurden 1820 die Gemeinden des Landkreises Mettmann angegliedert.

Der Elberfelder Aufstand vom Mai 1849 war Teil der Reichsverfassungskampagne und brach vor dem Hintergrund der Nichtanerkennung der Frankfurter Reichsverfassung durch die preußische Staatsführung und der endgültigen Ablehnung des deutschen Kaisertitels durch König Friedrich Wilhelm IV. aus. Mehrere Tage lang übte ein Sicherheitsausschuss die Kontrolle über die Stadt aus, ehe der Aufstand zusammenbrach.

Geschichte Barmens

Der Name Barmen wurde 1070 das erste Mal als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden urkundlich erwähnt. 1244 gingen die Güter in Barmen („Bona de Barme“) aus dem Besitz des Grafen Ludwig von Ravensberg in den des Grafen von Berg über. Die dazugehörige Vertragsurkunde ist die zweite urkundliche Erwähnung Barmens. Barmen war zunächst die Sammelbezeichnung für ein Gebiet, das aus einem lockeren Verbund von Einzelhöfen und Siedlungsplätzen bestand. 1399 wird schließlich erstmals die Verwaltungszugehörigkeit Barmens zu dem frisch gegründeten bergischen Amt Beyenburg deutlich. Hauptort war Gemarke. 1808 wurde Barmen zur Stadt erhoben und gehörte ab 1815 zum Landkreis Elberfeld. Die Bürgermeisterei Barmen bestand aus der Stadt Gemarke, dem Flecken Wupperfeld (ab 1780 entstanden), den Dörfern Heckinghausen, Rittershausen und Wichlinghausen, dem Weiler Carnap und 58 kleineren Ortschaften und Gehöften.

Geschichte Vohwinkels

Vohwinkel ist nach Elberfeld und Barmen der drittgrößte Stadtteil Wuppertals und war bis 1929 sogar eine selbständige Stadt. Vorher gehörte Vohwinkel zum Kreis Mettmann und galt von 1877 bis 1929 als Verwaltungssitz des Landkreises. 1356 wurde Vowynkele von Ritter Heinrich von Schönrode an das Kloster Gräfrath (bei Solingen) verkauft. Die Urkunde dieses Kaufprozesses gilt heute als erste urkundliche Erwähnung Vohwinkels. Mit dem erweiterten Straßenbau sowie durch eine immer weiter wachsende gute Eisenbahnanbindung geriet der heutige Stadtteil Wuppertals in eine funktionale Wandlung. Vohwinkel wurde zunehmend zur Wirtschafts- und Fuhrmannsherberge. Durch den Bau der Bahnstrecke nach Düsseldorf im Jahr 1841 und der Bahnstrecke nach Essen im Jahr 1847 wuchs Vohwinkel zu einer noch größeren Siedlung heran. Nachdem es ursprünglich zur Gemeinde Sonnborn gehörte, wurde Vohwinkel erst 1888 eine eigenständige Landgemeinde, nachdem Sonnborn an Elberfeld aufgelöst wurde. 1921 erhielt Vohwinkel schließlich das Stadtrecht.

Einwohnerentwicklung

Mit jeweils mehr als 12.000 Einwohnern gehörten Barmen und Elberfeld 1800 zusammen mit sechs weiteren Städten zu den größeren Orten der preußischen Rheinprovinz. 1884 überschritten die Bevölkerungszahlen der beiden Städte die Grenze von jeweils 100.000, wodurch beide zu Großstädten wurden. 1929 schlossen sich folgende Gemeinden zur Stadt „Barmen-Elberfeld“ mit 415.000 Einwohnern zusammen (in Klammern die Einwohnerzahl der Volkszählung vom 16. Juni 1925): Barmen (187.239), Elberfeld (167.025), Vohwinkel (16.105), Cronenberg (14.039) und Ronsdorf (12.526). Im Jahre 1963 erreichte die Bevölkerungszahl mit 423.453 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2012 betrug die Einwohnerzahl gemäß dem Landesamt Information und Technik Nordrhein-Westfalen 349.514. Nach dem Ergebnis des Zensus 2011 lag die Einwohnerzahl am 9. Mai 2011 bei 342.661, mithin etwa 7000 Einwohner weniger als vom Landesbetrieb IT gemeldet.

Quelle: de.wikipedia.org



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