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Alte Historische Fotos und Bilder Blaustein, Baden-Württemberg

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Wappen Blaustein

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Geschichte von Blaustein, Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Die Stadt Blaustein besteht aus den 10 Ortsteilen Arnegg, Bermaringen, Dietingen, Ehrenstein, Herrlingen, Klingenstein, Lautern, Markbronn, Weidach und Wippingen.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 15 643

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Blaustein. Arnegg - Gasthof Kreuz
Arnegg - Gasthof Kreuz
Blaustein. Bermaringen - Panorama von Ortsteil
Bermaringen - Panorama von Ortsteil
Blaustein. Ehrenstein - Panorama von Ortsteil
Ehrenstein - Panorama von Ortsteil, um 1950
Blaustein. Ehrenstein - Panorama von Ortsteil
Ehrenstein - Panorama von Ortsteil
Blaustein. Herrlingen - Gasthof und Pension Zum Kreuz
Herrlingen - Gasthof und Pension Zum Kreuz, Buckenmaier
Blaustein. Herrlingen - Generalfeldmarschall Rommel gewahnt, 1969
Herrlingen - Hier hat Generalfeldmarschall Erwin Eugen Johannes Rommel gewahnt, 1969
Blaustein. Herrlingen - Oberherrlingen, Kreuzigungsgruppe, um 1907
Herrlingen - Oberherrlingen, Kreuzigungsgruppe, um 1907
Blaustein. Klingenstein - Fabrik und Ehemalige Schloßbrauerei
Klingenstein - Fabrik und Ehemalige Schloßbrauerei, gegründet 1609, Besitzer Albert Britsch
Blaustein. Herrlingen - Müttergenesungsheim, 1958
Herrlingen - Müttergenesungsheim, 1958
Blaustein. Herrlingen - Müttergenesungsheim, um 1965
Herrlingen - Müttergenesungsheim, um 1965
Blaustein. Herrlingen - Müttergenesungsheim, 1971
Herrlingen - Müttergenesungsheim, 1971
Blaustein. Herrlingen - Panorama mit Bahnhof
Herrlingen - Panorama mit Bahnhof. Gasthof und Pension Zum Kreuz

Stadt Blaustein

Blaustein war das Ergebnis des freiwilligen Zusammenschlusses der Nachbarorte Ehrenstein und Klingenstein. Mit der Wahl von Robert Epple zum Bürgermeister von Ehrenstein im Jahr 1954 nahm der Zusammenschluss konkrete Formen an. Als 1960 in Klingenstein die Stelle des Bürgermeisters ausgeschrieben wurde, erkannte Epple die Chance, die sich aus der personellen Verbindung der beiden Bürgermeisterämter ergeben könnte. Epple stellte in seinem Wahlkampf bewusst die Vorzüge einer effektiven Zusammenarbeit der beiden Gemeinden heraus. Wichtige Vorhaben seien so leichter umsetzbar. Die Finanzierung sei durch höhere Staatszuwendungen auf soliderem Fundament. Einsparungen in der Verwaltung wären ein willkommener Nebeneffekt. Landratsamt und Regierungspräsidium stimmten Epples Überlegungen zu. Bei den Wählern in Klingenstein schienen seine Argumente ebenfalls angekommen zu sein. Am 18. Dezember 1960 wurde Epple im zweiten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt.

So war der gemeinsame Bürgermeister der erste Schritt, aus dem der Zusammenschluss der Nachbargemeinden geradezu notwendig folgen musste. Schließlich waren es äußere Umstände, die den Zusammenschluss der Gemeinden am Ende der Sechziger Jahre beschleunigten. In einer Grundsatzerklärung des Deutschen Gemeindetags wurde die Bildung von Verwaltungsgemeinschaften angeregt, um die Verwaltungskraft kleiner Gemeinden zu stärken. Die Landesregierung trug sich bereits mit konkreten Reformabsichten in dieser Richtung. Am 2. Januar 1967 erhielt das Landratsamt einen Bericht, der eine gründliche Analyse der bestehenden Verhältnisse in den Gemeinden enthielt. Die Gemeinderäte von Ehrenstein und Klingenstein befürworteten den Bericht und stimmten der Bildung des Arbeitskreises „Zusammenschluss der Gemeinden Ehrenstein und Klingenstein“ zu.

Geschichte der Ortsteile

Arnegg

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1292. Die über der Ansiedlung gelegene Burg Arnegg dürfte bereits nach 1100 erbaut worden sein. Die Burg wurde in einer Auseinandersetzung mit der benachbarten Reichsstadt Ulm im Jahr 1378 bis auf die Grundmauern zerstört. Erst im 16. Jahrhundert errichtete Hans Simon d. A. von Stadion auf den Fundamten eine neue Burganlage. Ab 1700 übte der Deutschorden die Ortsherrschaft aus. Die Burg diente bis zum Bau des Amtshauses im Jahr 1785 als Verwaltungssitz. In den Folgejahren wurde sie dem Verfall preisgegeben. Heute finden sich nur noch Reste der ehemaligen Burganlage, in deren Hof private Wohngebäude stehen.

Der Ort unterhalb der Burg zeigt die für das mittlere Blautal typische Gliederung mit dem fruchtbaren Ackerland auf den Anhöhen und dem Wiesen- und Weideland im Tal. Die Lebensgrundlage im Ort bildete die Landwirtschaft. Etwa die Hälfte der Bevölkerung war direkt mit der Herstellung von Lebensmitteln beschäftigt. Da die herrschaftliche Landbewirtschaftung beträchtliche Ausmaße hatte, blieb den Dorfbewohnern nur ein beschränkter Raum zum Eigenanbau. Die Lage besserte sich 1784, als die Gemeinde das herrschaftliche Anwesen zupachten konnte. Die andere Hälfte der Einwohner verdiente ihren Lebensunterhalt als Handwerker und Taglöhner im Ort selbst oder im nahen Ulm. Ab dem 17. Jahrhundert gewann die Steinindustrie an Bedeutung. Die Herrschaftsgeschichte war eine wechselvolle: Im 12. und 13. Jahrhundert hatten wohl die Grafen von Dillingen die Ortsherrschaft inne.

Historisch belegt sind dagegen ab 1303 mehrere Ulmer Patrizier, die mit den Dillingern verwandt waren. Ab 1436 war der Name der Stadions für Jahrhunderte mit dem Ort Arnegg verbunden. Erst im Jahr 1700 wechselte die Regentschaft an die Deutschordenskommende Altshausen. Der kleine Ort wurde quasi eine Miniresidenz und erlebte eine kurze Blütezeit. Im Staatsvertrag zwischen Württemberg und Bayern wurde Arnegg 1806 in das neu entstandene Königreich Württemberg eingegliedert. Verwaltungsmäßig kam das Dorf zum Oberamt Blaubeuren. Auch im 20. Jahrhundert hielten die „obrigkeitlichen“ Veränderungen an: Mit der Auflösung des Oberamts im Jahr 1934 wurde Arnegg für kurze Zeit dem Kreis Blaubeuren zugeordnet. Vier Jahre später kam der Ort im Zuge der Kreisreform zum Landkreis Ulm.

Seit der Kreisreform von 1973 gehört Arnegg zum Alb-Donau-Kreis. Im Zuge der Gemeindereform vereinigte sich der Ort zunächst mit dem benachbarten Markbronn-Dietingen, um schließlich am 1. Januar 1975 in die Gemeinde Blaustein (link) eingegliedert zu werden. Arnegg ist heute vornehmlich eine Wohngemeinde mit mehreren Handwerks- und Gewerbebetrieben. Der landwirtschaftliche Sektor spielt keine große Rolle mehr.

Bermaringen

Das Dorf wurde erstmals 1225 urkundlich erwähnt. Der Ortsname, genauer die Endung –ingen, weist zwar auf einen alemannischen Siedlungskern hin. Die Bodenfunde können dies jedoch bisher nicht bestätigen. Bermaringen wuchs, wie die meisten altschwäbischen Ortschaften aus zerstreuten Hofsiedlungen zu einem Haufendorf zusammen. Die Lebensgrundlage bildete bis weit ins 20. Jahrhundert die Landwirtschaft. Im späten 18. Jahrhundert kam die Schafzucht als bedeutender Wirtschaftszweig hinzu. Neben der Landwirtschaft war auch Handwerk und Gewerbe angesiedelt. Mit Bäckern, Metzgern, Schneidern, Schuhmachern, Küfern, Wagnern, Drechslern und Maurern gab es eine Vielfalt an Handwerksberufen. Seit dem 15. Jahrhundert entwickelte sich, angeregt durch den Ulmer Leinwand- und Barchentfernhandel, die Leinenweberei. Die Herrschaftsverhältnisse im Hochmittelalter sind nicht eindeutig.

Es weist jedoch viel auf die Edelfreien von Stubersheim, Ravenstein, Helfenstein und Albeck hin. Diese standen jedenfalls in einem nahen Verwandtschaftsverhältnis zu den Ulmer Reichsvögten und den Grafen von Dillingen. Gesichert ist, dass die Herrschaft noch im 13. Jahrhundert auf die Grafen von Helfenstein überging. Deren rapider Machtverfall ab Mitte des 13. und im 14. Jahrhundert bewirkte ein Vakuum, in das die aufstrebende Reichsstadt Ulm hineindrängte. Die Ortsherrschaft ging jedoch zunächst auf die Hörningens, Lautersteins und die Steins von Klingenstein über. Im Jahr 1484 übte das Urspringer Frauenkloster für kurze Zeit die Herrschaft aus. Allerdings übten auch folgende Grundherren Teilherrschaften im Dorf aus: Kloster Elchingen, Kloster Söflingen, Deutschorden, Reichsstadt Ulm, Schenken von Winterstetten, Herren von Bernhausen. Diese, aus mittelalterlichen Verhältnissen entstandene Vielherrschaft, wurde 1512 bereinigt, als Ulm die Urspringer Rechte an Bermaringen kaufte. Die Reichsstadt machte den Ort noch im 16. Jahrhundert zum Amtssitz.

Das Amt Scharenstetten wurde 1772 aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung dem Bermaringer Amt zugeordnet. Als Ulm seinen Reichsstadtstatus 1802/03 verlor, endete auch Bermaringens Bedeutung als regionaler Verwaltungsort. Im Herbst 1804 erhielt das Dorf für kurze Zeit die bayerische Gemeindeverfassung. 1810 kam die Gemeinde schließlich zum Königreich Württemberg und wurde Amtsort im Oberamt Blaubeuren. Im gleichen Jahr wurde die Parzelle Hohenstein dem Schultheißenamt Bermaringen angegliedert. Die staufische Burgstelle war vom 12. bis zum Anfang des 19 Jahrhunderts Reichslehen. Ab 1808 war Hohenstein ein Lehen der bayerischen Provinz Schwaben.

1829 verlieh es dann der württembergische Staat an Christoph Erhard Kraft von Dellmensingen. 1859 wurde das Lehen abgelöst und ging in das Volleigentum des Landwirts Johannes Baiker über. Mit der Auflösung des Oberamts Blaubeuren im Jahr 1934 wurde Bermaringen in den Landkreis Ulm eingegliedert. Im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform kam der Ort am 1. Oktober 1974 nach Blaustein (link). Bermaringen ist auch heute noch stark durch die Landwirtschaft geprägt. Daneben ist der Wandel zur Wohngemeinde unübersehbar.

Ehrenstein

Der Ortsname taucht erstmals urkundlich im Jahr 1209 auf. Vermutlich entstand das Dorf zeitgleich mit der gleichnamigen Burg um 1100. Wenn auch von einer geschlossenen Siedlung zwischen Blau und Löwenfelsen ausgegangen werden kann, war ein Ortsmittelpunkt nicht erkennbar. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren noch ausgesprochen landwirtschaftliche Strukturen vorherrschend. Kleinselden gaben jedoch so geringen Ertrag ab, dass deren Besitzer auch Taglohnarbeiten, teils außerhalb des Ortes, annahmen, oder im Handwerk Beschäftigung fanden. Unter anderem lebten, Metzger, Weber, Schuhmacher, Schneider und Maurer am Ort. Eine besondere Tradition hatte das Schmiedehandwerk. Aus ihm bildete sich die mechanische Werkstätte der Familie Hummel heraus, die bis weit ins 20. Jahrhundert bestand und zu einem bedeutenden Hersteller landwirtschaftlicher Geräte avancierte.

Ehrenstein gehörte wohl von Anfang an zum militärischen Schutzbereich der Ulmer Königspfalz. Die Ulmer Reichsvogtei wurde bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts von den Grafen von Dillingen verwaltet. 1259 kam das Vogtamt an die Grafen von Württemberg und Helfenstein. Ein Streit mit der Reichsstadt Ulm und dem Söflinger Kloster wurde am 9. August 1281 auf dem Nürnberger Reichstag zu Lasten von Graf Eberhard, dem letzter Burgbewohner, entschieden. Die Burgstelle musste daraufhin an das Klarissenkloster verkauft werden und wurde noch im Herbst des selben Jahres bis auf die Grundmauern geschleift. Die Ortsherrschaft selbst ging dann an die Herren von Stein aus dem benachbarten Klingenstein. Nach weiteren Wechseln, es sind hier die Schwendi von Wolfertschwenden und Schenken von Winterstetten zu nennen, kam die Ortsherrschaft am 29. August 1539 an das Söflinger Klarissenkloster, was bis zur Säkularisation 1803 Bestand hatte. Diese Epoche war der Entwicklung der Gemeinde sehr förderlich, da die Klosterfrauen den Bewohnern ein gewisses Selbstverwaltungsrecht einräumten.

Ehrenstein fiel in dieser Hochphase des Napoleonischen Zeitalters, in der das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sein Ende fand, für kurze Zeit an Kurbayern und wurde Amtsort des Landgerichts Söflingen. 1810 gingen die Hoheitsrechte an das Königreich Württemberg über. Der Ort kam 1811 zum neuerrichteten Oberamt Ulm. Mit der Auflösung des Oberamts Ulm 1934 kam der Ort an den Kreis Ulm, dann 1938 an den Landkreis Ulm. Im Vorfeld der baden-württembergischen Gemeindereform bekamen Ehrenstein und Klingenstein unter dem, in beiden Gemeinden amtierenden Bürgermeister Robert Epple eine Vorreiterrolle. Am 1. September 1968 schlossen sich die beiden Gemeinden zur Gemeinde Blaustein (link) zusammen und bildeten damit den Zentralort der Flächengemeinde.

Ehrenstein verlor ab der Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr sein landwirtschaftliches Gepräge und wurde zu einem bedeutenden Industriestandort im Blautal. Von den vielfältigen Industriezweigen, es war auch eine Papier- und eine Nudelfabrik am Ort, hatte sich am längsten die Kalksteinverarbeitung gehalten. Aber auch sie wurde mit der Wende zum 21. Jahrhundert aufgegeben. Ehrenstein ist heute Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der Gemeinde Blaustein. Der Ausbau zur Wohngemeinde hält nach wie vor an.

Herrlingen

Der Ortsname deutet fälschlicherweise auf eine alemannische Siedlung hin. Er geht jedoch auf eine Namensübertragung des Dorfes Hirrlingen am oberen Neckar zurück. Die dort ehemals ansässigen Herren von Hurningen gründeten um 1100 auf den Höhen über dem unteren Lautertal eine neue Burg, die schließlich Herrlingen genannt wurde. Die Anlage wurde 1247 und 1378 zerstört und wieder aufgebaut. 1588 begann unter Dietrich von Bernhausen der Bau des heute noch erhaltenen Schlosses. Der im Blautal gelegene Burgweiler gleichen Namens taucht erst im 16. Jahrhundert in den Quellen auf. Wie in allen Burgorten im Blautal befanden sich auf der Albhochfläche die Felder, während die Talaue als Wiesenland genutzt wurde. Der Ort bestritt seinen Lebensunterhalt überwiegend aus der Landwirtschaft. Doch neben dem herrschaftlichen Domänenbetrieb konnten sich bäuerliche Anwesen nicht entwickeln. Allenfalls hatten die Untertanen kleine Hanf- und Krautländer zur Eigenbewirtschaftung.

Darüber hinaus waren sie zu unentgeltlichen, täglichen Diensten auf den herrschaftlichen Feldern verpflichtet. Erst im 18. Jahrhundert bekamen sie dafür eine bescheidene Verköstigung und geringen Lohn. Mit dem Ende des herrschaftlichen Staatswesen besserte sich die Lage, weil die Gemeinde Ackerland ankaufte. Neben der Landwirtschaft entstand ein bescheidenes Gewerbe. Eine Getreide-, eine Papier- sowie eine Ölmühle waren am Ort. Bereits im 16. Jahrhundert gab es eine Schmiede. Wagner, Gärtner, Schreiner, Hafner, Schuster, Maurermeister und Schneider arbeiteten ausschließlich für den örtlichen Bedarf. Die ersten nachweisbaren Herrschaftsträger waren die, aus dem oberen Neckarraum stammenden Herren von Hurningen, welche kurz nach 1100 im Blautal auftauchten. Der Machtwechsel zu den Herren von Bernhausen, ursprünglich aus dem Filderraum stammend, erfolgte gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Bis zur Mediatisierung 1802 blieben die Bernhausen reichsunmittelbare Lehensleute.

Das unter bayerischer Herrschaft neu gebildete bernhausische Patromonialamt Herrlingen wurde dem bayerischen Landgericht Söflingen zugeordnet. Nach dem Übergang an Württemberg Im Jahr 1810 hob man diese Regelung wieder auf und gliederte den Ort in das Oberamt Blaubeuren ein. In der Folgezeit wurden die Lehensträger vom neu entstandenen Königreich Württemberg bestimmt. 1839 kamen das Schloss und die dazugehörigen Ländereien an die Mauclers, einer Hugenottenfamilie, deren Mitglieder zahlreiche württembergische Staatsämter bekleideten. Die Herrschaft über den Ort ging den Mauclers dabei jedoch verloren. Mit der Auflösung des Oberamts kam die Gemeinde 1938 schließlich an den Landkreis Ulm. Im Zuge der baden-württembergischen Kreisreform wurde der Ort in den Alb-Donau-Kreis eingegliedert und kam mit der folgenden Gemeindereform am 1. Januar 1975 nach Blaustein.

Herrlingen genoss bereits Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommerfrischeort einen guten Ruf. So baute sich der Ulmer Glockengießer Philipp Jakob Wieland um 1860 ein Landhaus am Rande der Gemeinde. Die von seinem Sohn Max Robert 1904 in unmittelbarer Nachbarschaft erbaute Jugendstilvilla (Villa Lindenhof) war die bedeutendste in einer Reihe von Sommerresidenzen, wie sie in Herrlingen um 1900 errrichtet wurden. Zwei Produktionsstandorte der Wieland-Werke wurden schon kurz nach 1900 ins bayerische Vöhringen verlegt. Die Kalksteinverarbeitung spielt nach wie vor eine wichtige Rolle. Schon lange ist der Ort wegen seiner ansprechenden Lage geschätzt.

Klingenstein

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1215. Wie die Nachbarorte verdankt auch Klingenstein seine Entstehung dem Bau der Burg, welche den Engpass im Blautal absichern sollte. Eine kluge Vertragspolitik, insbesondere mit der nahe gelegenen Reichsstadt Ulm, verhinderte die Zerstörung der Anlage. Im 17. Jahrhundert waren Teile der Burg dem Verfall preisgegeben. Auf den nördlichen Fundamenten baute Reichsfreiherr Franz Maria Anton von Bernhausen das noch heute erhaltene Barockschlösschen. Angesichte der übermächtigen Präsenz der Ortsherrschaft konnte sich kein wirtschaftliches Gemeindeeigentum entfalten. Die Gemeinde hatte z. B. keine eigene Weide. Der Anteil Klingensteins an den Talwiesen des Blautals ist überhaupt auffallend gering.

Erst mit der Einführung der württembergischen Gemeindeverfassung 1811 begannen sich die Verhältnisse zu ändern. Dennoch blieb Klingenstein bis 1859, hier datiert der Erwerb der Schlossgüter, arm an gemeindlichem Besitz. So musste der überwiegende Teil der Dorfbewohner mit ganz kleinen Äckern auskommen, weshalb viele ihren Lebensunterhalt zusätzlich im Handwerk oder als Taglöhner bestreiten mussten. Neben einer Hohl-, Gips- und Zementmühle, befanden sich eine Taverne (Kalte Herberge, vermutlich ins Spätmittelalter zurückreichend), sowie eine Sägerei am Ort. Der Bau von Burg Klingenstein stand vermutlich im funktionalen Zusammenhang mit der Pfalz Ulm. Der nachweislich früheste Burgbewohner war Cunradus miles de Clingenstain um 1220. Er gehörte zu den Gefolgsleuten der Ulmer Vögte und der Grafen von Dillingen.

Doch bereits 1281 musste der Dillinger Rudolf d. J. die Burg an die Ulmer Bürger Ott und Kraft verpfänden. Zwischen 1280 und 1300 erfolgte eine politische Neuordnung im Blautal, von welcher Klingenstein besonders stark betroffen war. Als neue Lehensleute tauchten die Grafen von Werdenberg und die Herren von Stein auf. Erbstreitigkeiten bewirkten aber, dass große Teile der Herrschaft in Klingenstein im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts an Burkhart von Freyberg, Herr auf Oberherrlingen, übergingen. Doch noch waren Bernhard Schenk von Winterstetten und Werner von Schwendi im Ort begütert. Erst 1575 kam mit Ludwig von Bernhausen der gesamte Ort wieder unter eine Herrschaft. Nach der Mediatisierung wurde Klingenstein Teil des neugebildeten Patromonialamts Herrlingen im Verband des bayerischen Landgerichts Söflingen. Württemberg, in das der Ort 1810 eingegliedert wurde, beseitigte diesen Rechtsstatus wieder und machte Klingenstein 1811 zu einem Amtsort im Oberamt Blaubeuren.

Mit der Auflösung des Oberamts kam die Gemeinde 1938 schließlich an den Landkreis Ulm. Im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform bekam der Ort zusammen mit dem benachbarten Ehrenstein eine Vorreiterrolle und wurde am 1. September 1968 Teil der neuen Gemeinde Blaustein. 1973 erfolgte die Zuordnung zum neu gebildeten Alb-Donau-Kreis. Im Gegensatz zu Ehrenstein, in dem die industrielle Ausrichtung bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen hatte, setzte diese Entwicklung in Klingenstein erst um 1900 ein und blieb auch zahlenmäßig zurück. Landwirtschaft spielte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch eine tragende Rolle. Klingenstein folgt heute dem Trend der Blausteiner Talgemeinden und verändert sich immer mehr in Richtung Wohnort.

Lautern

Die sog. Einöde (geschlossene Fläche beisammen liegender bäuerlicher Anwesen) Lautern wurde 1225 urkundlich erwähnt. Der Ort bestand über Jahrhunderte nur aus einer Kirche, einem Pfarr- und Mesnerhaus, einigen Mühlen und einem Gasthaus. Diesen Charakter hat sich Lautern bis heute bewahrt. Vermutlich wurde die Markung erst mit dem Bau der Burg Lauterstein durch die Staufer im Hochmittelalter gebildet. Der Ort hatte weder eine Gemeindeverwaltung noch Gemeindevermögen. Ackerbau konnte im Lautertal nicht betrieben werden. Nur teuer erkaufte Äcker auf den Höhen Wippingens und Bermaringens erlaubten bescheidenen Anbau. Die Talwiesen reichten aber auch für eine angemessene Beweidung nicht aus. Somit bildeten die vier Mühlen den Hauptwirtschaftszweig.

Aber die territoriale Abschließung verschlechterte auch diese Erwerbsmöglichkeit, weil die meisten Bauern der württembergischen Nachbarorte, außer Wippingen, auf bestimmte Mühlen gebannt wurden. Zusätzlicher Schaden entstand durch die wiederholten Fruchtsperren zwischen Württemberg und der Reichsstadt Ulm. Erst durch die Veränderungen im Napoleonischen Zeitalter anfangs des 19. Jahrhunderts änderten sich die Verhältnisse durch die Öffnung der Grenzen und die Abschaffung der Mühlbannrechte. 1219 ist ein Ritter Eberhard von Lauterstein auf der nahegelegenen Burg nachweisbar. Ende des 14. Jahrhunderts dürften die Freybergs zu Bach die Burg und den Ort übernommen haben. 1484 traten die Herren von Bernhausen die Nachfolge der Bachs an, verkauften die Lauterner Güter 1516 jedoch an das Kloster Blaubeuren.

Dieses Ereignis markierte eine Wende in der Ortsgeschichte: Die alten Verbindungen zu Herrlingen wurden abgeschnitten. Lautern wurde Bestandteil des altwürttembergischen Territorial- und Ständestaates. Erst mit der Aufhebung der altwürttembergischen geistlichen Sonderverwaltung im Jahr 1805 kam die Einöde zum Oberamt Blaubeuren. Seit 1829 galt Lautern als Wippinger Ortsteil. Die förmliche Eingemeindung erfolgte jedoch erst mit der Annahme eines Ortsstatuts im Jahr 1854. Die Gemeindeordnung von 1930 hob die Sondermarkung Lautern auf. Der Ort verlor seinen Teilortsstatus. Alle Veränderungen, denen Wippingen im 20. Jahrhundert unterworfen war, trafen damit auch auf Lautern zu.

Markbronn-Dietingen

Markbronn wurde 1303 erstmals urkundlich erwähnt. Dietingen ist als alemannische Siedlung spätestens im 7. Jahrhundert entstanden, die urkundliche Ersterwähnung datiert allerdings erst auf das Jahr 1236. Südlich von Markbronn bestand wohl bis zum 12. oder 13. Jahrhundert ein Ort namens Wirrlingen. Dieser abgegangene Flecken hatte sicher den Großteil seiner Bewohner und seiner Markungsfläche in das neu entstandene Markbronn eingebracht. Die Haupterwerbsquelle der beiden Ortschaften, die im 16. Jahrhundert zu einer gemeinsam verwalteten Gemeinde zusammengewachsen waren, war die Landwirtschaft. Nur in ganz bescheidenem Umfang entwickelte sich Handwerk und Gewerbe. 1694 ist eine Gemeindeschmiede nachzuweisen, die aber wohl wesentlich älter war. Ein Schuhmacher, drei Schneider, ein Wagner sowie zwei Weber waren die bescheidene Auswahl an Handwerkern in den Orten. Das Gasthaus Krone in Markbronn war Zentrum der Geselligkeit und diente auch lange Zeit als Herrengerichtsort.

Da frühe Quellen fehlen, kann nur angenommen werden, dass die Grafen von Dillingen als Inhaber der Reichsvogtei Ulm, Herrschaftsrechte in den Orten ausübten. Nachweisbar sind nach 1300 die Grafen von Württemberg. Um 1380 traten die Stein von Klingenstein auf. 1457 erwarb Burkhard von Freyberg zu Bach aus Herrlingen Güter und Rechte. Ab 1483 waren die Schenken von Winterstetten begütert. Die Besitzverhältnisse wechselten im 15. Jahrhundert stark. Um 1500 waren folgende Grundherren in Markbronn und Dietingen präsent: von Stadion, von Winterstetten, Spital Blaubeuren, Kloster Blaubeuren, Kaplanei Berghülen und die Besserers aus Ulm. Mit den Besitzungen waren Rechte verbunden, die für eine sinnvolle Verwaltung der beiden Orte zwingend nötig waren. Die Streuung der Rechte war also kontraproduktiv.

Durch die Reformation (cuis regio eius religio) kam es darüber hinaus zur konfessionellen Spaltung zwischen den Orten: Dietingen blieb katholisch, während Markbronn reformiert worden war. Den Dörfern drohte die territoriale Abschließung. Von einer effektiven Verwaltung, Grundlage des Lebens in den Orten, konnte keine Rede mehr sein. In Verträgen von 1557 und 1584 kamen die Ortsherren deshalb überein, eine gemeinsame Herrschaft (condominium) auszuüben. Sie nahmen so die Gemeindereform der 1970er Jahre quasi vorweg. Der Flecken Markbronn-Dietingen war entstanden. Doch es sollte noch bis zum Jahr 1809 dauern, bis in dem Doppelort eine gemeinsame Schultheißerei gebildet wurde.

Im Napoleonischen Zeitalter, anfangs des 19. Jahrhunderts, wurde Markbronn-Dietingen in das Oberamt Blaubeuren eingegliedert und kam mit dessen Auflösung schließlich 1938 zum Landkreis Ulm. Durch die Kreisreform von Baden-Württemberg 1973 wurde die Gemeinde Teil des neu gebildeten Alb-Donau-Kreises. Im Zuge der Gemeindereform vereinigte sich der Ort zum 1. Juli 1971 zunächst mit dem benachbarten Arnegg, in der Hoffnung, einer weiteren Eingemeindung zu entgehen. Da aber die Einwohnerzahl der neuen Gesamtgemeinde zur Eigenständigkeit in der Nähe der Großstadt Ulm nicht ausreichte, erfolgte am 1. Januar 1975 die Eingliederung in die Gemeinde Blaustein.

Weidach

Der Ortsname wird erstmals 1225 genannt. Der Weiler wurde wohl nicht vor dem 10. Jahrhundert, möglicherweise von Bermaringen her besiedelt. Auffallend sind die zahlreichen Flurnamen auf Weidacher Markung, die auf ehemalige Burganlagen hindeuten. So sind am äußersten westlichen Ende der Markung hoch über dem Lautertal, nahe Hohenstein, Reste einer etwa 18 m langen und 10 m breiten Burganlage zu erkennen. Weidach gehörte zum Schenkungsgut des Edelfreien Adalbert von Ravenstein-Stubersheim an das 1134 neu gegründete Kloster Elchingen. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts entstand im Weiler eine Herrschaft von vier bedeutenden Grundherren: Deutschorden, Reichsstadt Ulm, Herren von Bernhausen und Kloster Söflingen. Die Rechtslage zwischen den Herrschaften konnte erst im 18. Jahrhundert, im Zusammenhang mit einem Streit um die Wendelinskapelle geklärt werden.

Die Reichsstadt wähnte sich der drei anderen Ortsherren gegenüber in einer Vormachtstellung. Die Auseinandersetzung wurde an höchster Stelle, vor dem Reichshofrat in Wien, entschieden. Die Reichsstadt erhielt zwar die hohe und forstliche Obrigkeit im Weiler und die Hoch- und Niedergerichtsbarkeit auf der Gesamtmarkung zugesprochen. Den anderen Herrschaften wurden allerdings die Hoheitrechte auf ihren jeweiligen Gütern bestätigt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts änderten sich diese Rechts- und Besitzverhältnisse nicht mehr. Von 1803 bis 1806 wurde Weidach stufenweise bayerisch und kam 1810 schließlich an das Königreich Württemberg. Die Gemeindeselbständigkeit verlor der Weiler 1829 durch die Eingliederung nach Herrlingen. Alle Veränderungen, denen Herrlingen daraufhin unterworfen war, trafen zeitgleich auch auf Weidach zu.

Wippingen

Der Ortsname deutet auf eine alemannische Besiedelung im 6. oder 7. Jahrhundert hin. Urkundlich erwähnt wurde Wippingen erstmals 1085. Der Ort liegt an einer alten Fernverkehrsstraße zwischen der Donau und dem oberen Neckarraum. Trotz eines verheerenden Brandes im Jahr 1611 blieb die mittelalterliche Siedlungsform weitgehend erhalten. Der Ort war ein reines Bauerndorf. Die ordentliche Bewirtschaftung der Anbauflächen, in der Regel nach der sogenannten Dreifelderwirtschaft, hatte eine funktionierende Gemeindeherrschaft zur Voraussetzung. Diese wurde von den zahlreichen Ortsherren, trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten, gemeinsam (condominium) wahrgenommen. Angebaut wurden verschiedene Getreidesorten, Linsen, Flachs und Hanf. Die Schafzucht stellte einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Die Vielzahl der Ortsherren bewirkte, dass das Handwerk im Dorf überrepräsentiert war. Weber, Schneider, Schumacher, Schmiede, Wagner, Zimmerleute, Küfer und Maurer arbeiteten praktisch nur für den örtlichen Bedarf ihrer Herren. Die Gemeinde selbst betrieb seit längerer Zeit noch einen Steinbruch als kommunales Wirtschaftsunternehmen. Schon im 11. Jahrhundert lag Wippingen an der Nahtstelle von zwei Herrschaftsbereichen: den Grafen von Tübingen und den Herren von Ravenstein-Stubersheim. 1267 gelangten die Tübinger Güter an die Grafen von Helfenstein. Deren Misswirtschaft führte zu weiteren Wechseln in den Eigentumsverhältnissen: 1396 kam der halbe Zoll an die Reichsstadt Ulm, 1446 verfügten die Ulmer auch über die andere Hälfte. 1447 gelangten weitere Güter an die Württemberger.

Die Besitzungen der Ravenstein-Stubersheim kamen zunächst an das Kloster Elchingen und wurden danach an die Grafen von Werdenberg, an die Herren von Westerstetten und den Deutschorden der Kommende Ulm (1334) weitergereicht. Auch die Söflinger Klosterfrauen konnten bereits im 14. Jahrhundert Güter erwerben. Im 15. Jahrhundert kamen mit den Stein von Klingenstein, Burkhard von Freyberg zu Bach (Herrlingen), den Schenken von Winterstetten und Hans Simon von Stadion zu Arnegg weitere Herren zu Grundbesitz. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts fand die Herrschaftsbildung ihren vorläufigen Abschluss. Als die bedeutendsten Ortsherren sind die Württemberger, das Deutsche Haus in Ulm, das Kloster Söflingen, die Herrschaft Arnegg und die Reichsstadt Ulm zu nennen.

Durch den Übergang Ulms an Bayern wurde Wippingen für kurze Zeit zweigeteilt: Bayern erhielt die Güter der ehemaligen Reichsstadt Ulm, des Deutschen Hauses und der Herren von Bernhausen (Herrlingen), Württemberg hatte neben seinen altwürttembergischen Gütern noch die Herrschaft Arnegg. 1810 wurde der ganze Ort württembergisch und wurde dem Oberamt Blaubeuren zugeteilt. Mit der Auflösung des Oberamts im Jahr 1934 wurde Wippingen 1938 in den Landkreis Ulm eingegliedert. Durch die Kreisreform von Baden-Württemberg 1973 wurde die Gemeinde Teil des neu gebildeten Alb-Donau-Kreises. Im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform kam der Ort am 1. Oktober 1974 nach Blaustein.

Wippingen ist auch heute noch durch die Landwirtschaft geprägt. Seit einigen Jahren ist im Ort ein Gewerbegebiet ausgewiesen. Darüber hinaus gewinnt der Ortsteil als Wohngemeinde an Bedeutung.

Quelle: blaustein.de



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