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Alte Historische Fotos und Bilder Fellbach, Baden-Württemberg

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Wappen Fellbach

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Geschichte von Fellbach, Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie:

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 44 611

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Fellbach. Kernenturm, 1921
Kernenturm, 1921
Fellbach. Lutherkirche und Kriegerdenkmal
Lutherkirche und Kriegerdenkmal
Fellbach. Neues Rathaus, 1913
Neues Rathaus, 1913
Fellbach. Rathaus, 1942
Rathaus, 1942
Fellbach. Rathaus
Rathaus
Fellbach. Stuttgarter Platz
Stuttgarter Platz
Fellbach. Lutherkirche und Rathaus, 1968
Lutherkirche und Rathaus, 1968
Fellbach. Freibad
Freibad

Stadtgeschichte

Kelten und Alemannen

Aufsehenerregende archäologische Funde bezeugen die frühe Besiedelung und den kulturhistorischen Reichtum der Markung Fellbach.Ein Mithras-Relief aus römischer Zeit wurde bereits im 16. Jahrhundert in einer Weinbergmauer entdeckt. Es hat die imposante Höhe von 130 cm.

Die Schmidener Hirsche sind ein bedeutender Fund aus dem Jahr 1980. Die im 2. Jahrhundert vor Christus entstandenen Tierfiguren sind ein hervorragendes Beispiel spätkeltischer Holzplastik. Sie haben die bis dahin vorherrschende Vorstellung von keltischer Kunst revolutioniert.

Auch alemannische Siedlungsreste wurden auf der Fellbacher Markung entdeckt.

Trotz solcher früher Siedlungshinweise gilt erst die Erwähnung in einer schriftlichen Quelle als offizielle „Geburtsurkunde“ eines Ortes.

Die Stadt aus drei Dörfern

Die Geschichte Fellbachs ist über Jahrhunderte hinweg gleichbedeutend mit der Geschichte der drei Dörfer Oeffingen, Schmiden und Fellbach. Dabei ist Oeffingen mit Abstand am ältesten. Bereits im 8. Jahrhundert taucht der Name in einer Schenkungsurkunde auf. Fellbach und Schmiden werden erst über 300 Jahre später zum ersten Mal genannt.

Mittelalter und Reformation

Im Mittelalter prägte das Lehenssystem den Alltag der abhängigen Wengerter (Weingärtner) und Bauern. In Fellbach bspw. herrschte das Geschlecht der „Herren von Velbach", deren Wappen (drei schwarze Wolfsangeln auf goldenem Grund) Grundlage des heutigen Stadtwappens wurde. Mit der Reformation entwickelten sich die drei Dörfer individueller. Oeffingen wurde durch die Reformation zur katholischen Enklave im protestantischen Württemberg. Fellbach dagegen zu einem geistigen Zentrum des schwäbischen Pietismus. Diese getrennte Entwicklung ist gelegentlich auch heute noch spürbar.

Drei Individualisten wachsen zusammen

Anfang der 1970er Jahre wuchsen Oeffingen, Schmiden und Fellbach zu einer Stadt zusammen. Doch viele „Identitätsmarken“, wie die Historiker sagen, sind geblieben. Und genau diese Eigenheiten gehören heute zum besonderen Charme der Gesamtstadt.

Geschichte ...

... von Fellbach

Fellbach - Weinbau hat lange Tradition

Erstmals urkundlich erwähnt wird Fellbach in der Chronik des Zwiefaltener Mönchs Ortlieb. Bei der Schenkung der Pfalzgräfin von Calw an Zwiefalten geht es um 20 Morgen und einen großen Wald. In Urkunden des 13. Jahrhunderts ist dann vom Fellbacher Weinbau die Rede.

Vermutlich ist Fellbach etwa in der Zeit zwischen 950 und 1050 entstanden, als der Weinbau in der Region allgemein eingeführt wurde. Der Weinbau hat Fellbachs Gesicht entscheidend geprägt und ist bis heute ein wesentlicher wirtschaftlicher und kultureller Faktor.

Das mittelalterliche Dorf und die Herren von Velbach

Das mittelalterliche Fellbach reichte von der Burggasse im Süden, die unter der Kelter "ob dem Dorf" verlief, bis zum alten Friedhof im Norden. Im Osten wurde Fellbach von der Vorderen Gasse, im Westen von der Hinteren Gasse begrenzt.

Die Vordere Gasse, Herrengasse genannt, umsäumten stattliche Bauernhöfe. Von 1257 bis 1351 werden die Herren von Velbach in Urkunden erwähnt, und zwar als Dienstleute der Grafen von Wirtemberg. Ihr Wappen – drei schwarze Wolfsangeln auf goldenem Grund – bildet in leicht veränderter Form die Vorlage für das heutige Fellbacher Stadtwappen. Der letzte Herr und Ritter Heinrich von Fellbach lebte als Zisterzienser im Kloster Bebenhausen und verkaufte 1351 all seine Güter an die Grafen von Wirtemberg.

Kriege und Revolutionen hinterlassen Spuren

Auch das kleine Fellbach blieb von Machtkämpfen, Kriegen, Missernten, Hungersnot, Seuchen und Armut nicht verschont. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges war die Einwohnerzahl auf 556 zurückgegangen. Auch nach dem Friedensschluss von 1648 hatte das Land noch lange unter den wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Krieges zu leiden.

Die Französische Revolution (1789-1799) und auch die deutsche Revolution von 1848 gingen an Fellbach weitgehend spurlos vorüber. Dennoch verschaffte sich ein erstarktes bürgerliches Selbstbewusstsein im Gemeinderat und im Bürgerausschuss Gehör, die beide um 1818 eingerichtet wurden.

Die Industrielle Revolution: Strukturwandel und Bevölkerungswachstum

Mit der allgemeinen Ablösung der bäuerlichen Grundlasten 1848 und der Erteilung der Gewerbefreiheit trat ein langsamer, aber stetiger Strukturwandel in Fellbach ein. Nach und nach ließen sich neue Handwerksbetriebe nieder. Auch die Einwohnerzahlen stiegen: Während um 1845 das 3. Tausend erreicht und um 1895 das 4. Tausend überschritten war, schnellt die Einwohnerzahl zwischen 1908 und 1931 von 5500 auf beinahe das Doppelte. Fellbach wuchs zur größten Landgemeinde Württembergs.

Eisenbahnanschluss rückt Fellbach näher an Stuttgart

Der Anschluss an die 1861 eingeweihte Eisenbahnlinie, die von Stuttgart über Cannstatt nach Gmünd, Aalen und Wasseralfingen führte, trug wesentlich zur Entwicklung Fellbachs bei. Er erleichterte den Güteraustausch und rückte Fellbach enger an Stuttgart heran, das sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts explosionsartig entwickelte.

Die Landgemeinde wird zur Stadt erhoben

Fellbach wurde unter dem Bürgermeister Dr. Max Graser durch Entschließung des Württembergischen Staatsministeriums vom 14. Oktober 1933 zur Stadt erhoben. Das Ereignis wurde mit einem Festumzug gebührend gefeiert.

Das Fellbacher Erfolgsrezept: Verbindung aus Landwirtschaft, Handwerk und Industrie

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es vor allem, für eine gesunde und geordnete Entwicklung zu sorgen und die kommunale Selbstständigkeit zu wahren. In die traditionelle Weinbaugemeinde wurde deshalb eine aufstrebende Industrie integriert. Diese spezielle Fellbacher Kombination aus Landwirtschaft, Handwerk und vielfach aus alteingesessenen Handwerksbetrieben entstandener Industrie garantiert zudem eine gewisse Krisenfestigkeit.

Mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt im Jahre 1956 wurde der rasante Aufstieg der Kappelbergstadt auch nach außen hin gewürdigt. Noch einmal neue Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten gewann Fellbach durch das Zusammengehen mit den Gemeinden Schmiden (1973) und Oeffingen (1974).

... von Schmiden

Schmiden – Vom Bauernort zur modernen Gemeinde

Von der königlichen Waffenschmiede über den „einzigen vollkommenen Bauernort“ bis zum modernen Fellbacher Stadtteil verläuft die abwechslungsreiche Geschichte Schmidens.

Im Jahr 2000 feierte Schmiden das 775-jährige Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Dieser etwas außergewöhnliche Zeitpunkt hat folgenden Hintergrund: Bis Mitte der 1990er Jahre war man davon ausgegangen, dass die erste urkundliche Erwähnung Schmidens als „Smidehain" aus dem Jahr 1273 datiert. Dann aber wurde im Hauptstaatsarchiv Stuttgart die Abschrift eines Dokumentes aus dem Jahr 1225 wiederentdeckt, in dem ein „Schmidheim" genannt ist.

Fruchtbares Schmidener Feld wird früh besiedelt

Das fruchtbare „Schmidener Feld" zwischen Neckar und Rems war schon weit vor der ersten urkundlichen Erwähnung bevorzugtes Siedlungsgebiet. So datieren die ältesten archäologischen Funde bis in die Jungsteinzeit (2000 v.Chr.) zurück. Bemerkenswert ist unter anderem ein 65 cm hohes Vorratsgefäß, der größte derartige Fund in Südwestdeutschland.

Für besonderes Aufsehen sorgten eine 1980 entdeckte Viereckschanze aus keltischer Zeit und die berühmten Schmidener Keltenhirsche. Reihengräberfunde aus alemannischer Zeit legen nahe, dass ein „Urdorf Schmiden" um 600 entstanden sein dürfte.

Der Ortsname dürfte sich dann zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert nach der Ansiedlung von Schmiden als Dienstmännern des benachbarten Königsguts von Waiblingen herausgebildet haben.

Rasante Aufwärtsentwicklung im 20. Jahrhundert

1861 wurde die Remsbahn in Betrieb genommen. Zwar lag der Bahnhof Fellbach am Rande der Schmidener Gemarkung, doch einen Modernisierungsschub brachte erst die Jahrhundertwende: 1900 sprudelte das erste Wasser aus der Leitung, 1911 erleuchtete elektrisches Licht die Stuben.

Die rasche Industrialisierung in der Region Stuttgart im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts führte auch in Schmiden zu einem rasanten Bevölkerungswachstum. Von knapp 1000 stieg die Einwohnerzahl bis 1939 auf 2839. Schmiden wurde vom fast reinen Bauerndorf zum Bauern- und Arbeiterdorf.

Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg und unter dem zupackenden Bürgermeister Gotthilf Bayh konnte die Infrastruktur in Schmiden mit der Entwicklung Schritt halten. Fast ohne Eigenmittel ging die Gemeinde an den Bau der Friedensschule (Albert-Schweitzer-Schule), die 1951 eingeweiht wurde. 1952 wurde mit dem Bau der Kanalisation begonnen und die Fellbacher Straße ausgebaut. Auf Bayhs Drängen wurde zudem das erste Gewerbegebiet erschlossen. Die Einwohnerzahl stieg bis 1973, dem Jahr des Zusammenschlusses von Schmiden und Fellbach, auf rund 9000 an.

... von Oeffingen

Oeffingens ungewöhnliche Geschichte

Als katholische Enklave im evangelischen Alt-Württemberg hebt sich Oeffingen von seinen Nachbarorten in vielerlei Hinsicht ab. Mehrmals ging der Flecken mit Marktgerechtigkeit an neue Besitzer über. Diese wechselvolle Geschichte schlug sich nicht nur in seiner wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch in seiner Bausubstanz nieder. Mit dem Schlössle, der Vogtei und dem Türmle, dem ehemaligen Ortsarrest, sind drei Bauten aus der Zeit der Herrschaft des Augsburger Domkapitels in Oeffingen (1619-1803) bis heute erhalten.

Als „Villa Uffingen im Neckargau" wird Oeffingen das erste Mal in einer Urkunde erwähnt. Darin erhält das Kloster Lorsch am 18. August 789 von einem Uro für das Seelenheil eines Fricco 17 Tagewerk Acker und eine Wiese. Man trieb also bereits zur Zeit der Karolinger in Oeffingen nebeneinander Ackerbau und Viehzucht.

Doch wie zahlreiche Funde auf Oeffinger und den benachbarten Markungen zeigen, haben hier schon lange vorher Menschen gesiedelt und in der fruchtbaren Erde Landbau betrieben.

Das Wechselspiel der Besitzer beginnt

1369 kommt Oeffingen gemeinsam mit Hofen durch ein Tauschgeschäft des wirtembergischen Grafen Eberhard des Greiners an die Herren von Neuhausen.

Anfang des 17. Jahrhunderts sahen sich die Herren von Neuhausen aus wirtschaftlichen Gründen genötigt, sich von Oeffingen zu trennen. Sie verkauften es an das Hochstift Augsburg.

An der Wende zum 20. Jahrhundert präsentierte sich der Ort daher als wirtschaftlich solide, wenn auch keineswegs reich. Die zahlreichen Besitzerwechsel hatten ihm nicht geschadet. Denn die selbstbewussten und eigenwilligen Oeffinger ließen sich nicht unterkriegen. Auch ihren katholischen Glauben behielten sie bei.

Das 20. Jahrhundert

Wie in Fellbach und Schmiden begann mit dem neuen Jahrhundert auch in Oeffingen eine neue Zeit. 1902 bauten die drei Orte gemeinsam die Wasserversorgung auf. 1910 hielt die Elektrizität Einzug in Oeffingen. Für den Aufschwung des Ortes stand außerdem die Einweihung des neuen Schul- und Rathauses 1912. Eine schwere Stunde erlebte Oeffingen allerdings im Juli 1944, als ein Fliegerangriff verheerende Verwüstungen anrichtete. Viele Spuren aus Oeffingens Vergangenheit wurden dadurch ausgelöscht.

Quelle: eberbach.de



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