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Alte Historische Fotos und Bilder Freudenstadt, Baden-Württemberg

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Wappen Freudenstadt

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Geschichte von Freudenstadt, Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie:

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 22 235

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Freudenstadt. Hohen- und Nervenkurort
Hohen- und Nervenkurort
Freudenstadt. Hotel Waldeck
Hotel Waldeck
Freudenstadt. Marktplatz
Marktplatz
Freudenstadt. Marktplatz mit Evangelische Kirche
Marktplatz mit Evangelische Kirche

Stadtgeschichte von Freudenstadt

Freudenstadt im Schwarzwald ist eine geschichtsträchtige Stadt, die in ihrer knapp über 400 jährigen Bestehenszeit schon einiges mitgemacht hat.

Die Gründung Freudenstadts

• 1599 hatte Herzog Friedrich I. von Württemberg die Vision eine neue Residenzstadt inmitten des Schwarzwalds zu gründen um diesen dünnbesiedelten Teil seines Herrschaftsgebiets aufzuwerten. Er beauftragte seinen Baumeister Heinrich Schickhardt, Freudenstadt als Planstadt zu entwerfen. Dieser orientierte sich beim Grundriss an einem Mühlebrettspiel, in dessen Zentrum ein mächtiges Residenzschloss entstehen sollte.

• Am 02. Mai 1601 gibt Herzog Friedrich nach der Grundsteinlegung der Stadtkirche der Stadt ihren Namen „Freudenstadt“. Die Stadt ist für 3.500 Einwohner geplant (Berlin hatte zu der Zeit 6.000 Einwohner) und liegt im Zentrum seiner Vision eines großen württembergischen Reiches, das bis Montbéliard reicht.

• In den darauf folgenden Jahren finden Glaubensflüchtlinge von den Habsburgern aus der Steiermark, Kärnten und Krain in Freudenstadt Heimat und Zuflucht. Als Herzog Friedrich I. von Württemberg 1608 stirbt, sterben mit ihm auch seine große Staatsidee und der Traum der bedeutenden Residenzstadt. Was bleibt ist Deutschlands größter Marktplatz mit einer Größe von 219x216 Metern.

Freudenstadt - weltbekannter Höhenluftkurort

• Mit Alfred Hartranft bekommt Freudenstadt 1877 einen visionären Stadtschultheiß, der das kleine Hinterwäldlerstädtchen zu Ruhm und Glanz bringen möchte. Mit zielstrebiger Arbeit schafft er es, dass Freudenstadt an Berühmtheit gewinnt.

• Um 1900 entstehen in Freudenstadt die Grandhotels Waldlust, Waldeck und Rappen und schon bald zählen sich König Georg von England, Mark Twain, Reichspräsident Friedrich Ebert oder Hollywoodstars wie Mary Pickford zu den Kurgästen Freudenstadts.

• 1937 besuchen mehr als 65.000 Gäste Freudenstadt, darunter viele aus dem Ausland. Zwei Jahre später erhält Freudenstadt erstmals das Prädikat "Heilklimatischer Kurort".

• Mit Beginn des zweiten Weltkriegs enden die glanzvollen Jahre Freudenstadts.

Krieg, Zerstörung und das Wunder von Freudenstadt

• Bereits in ihren jungen Jahren, muss die Stadt einige Schicksalsschläge verkraften. 1610 fallen viele Einwohner Freudenstadts der Pest zum Opfer.

• Im Jahr 1632 vernichtet ein Großbrand die Hälfte der Stadt. Nur zwei Jahre später, wird Freudenstadt von Freund und Feind geplündert, nachdem die Protestanten im 30 jährigen Krieg eine große Niederlage bei Nördlingen erfuhren. Eine weitere Pestwelle fordert auch dieses Mal wieder viele Opfer. Auch im 18. und 19. Jahrhundert bleibt die Stadt von Kriegen nicht verschont.

• In der Zeit des NS-Regimes befindet sich in Freudenstadt ein Armeeoberkommando. Außerdem errichtet Hitler im Teilort Kniebis sein Hauptquartier. Dadurch wird die Stadt zu einem Symbol des Naziregimes, was 1945 eine große Rolle spielt.

• In der Nacht vom 16./17. April 1945, nur wenige Wochen vor Kriegsende, wird Freudenstadt nahezu komplett zerstört, als die Franzosen den wichtigen Knotenpunkt beim Vormarsch nach Stuttgart mit Artilleriefeuer in Brand setzen.

• Doch das Leid hielt die Freudenstädter nicht auf und schon bald begann der beispiellose Wiederaufbau der Stadt. Ludwig Schweizers Pläne setzten sich gegen alle anderen Vorschläge durch und so wurde die Stadt an Anlehnung der alten Pläne wieder errichtet. Anders als in den meisten Städten Deutschlands, wurde keine neue Stadt errichtet, sondern der besondere Charakter Freudenstadts erhalten.

• Bereits 1950 wurde die wiedererrichtete Stadtkirche eingeweiht. 1954 mit der Einweihung des Rathauses gilt der Wiederaufbau der Stadt als vollendet. "Das Wunder von Freudenstadt" ist vollbracht.

Die Entwicklung Freudenstadts in den vergangenen Jahren und heute

• Nach dem Wunder von Freudenstadt erholt sich die Stadt langsam wieder und auch der Tourismus kehrt zurück und erlebt seine zweite Blütezeit.

• In den 70er Jahren entstehen neue Hotels. 1989 wird das Kurhaus um ein Kongresszentrum erweitert. Zum 400 jährigen Jubiläum der Stadt 1999 wird der Marktplatz umgestaltet und wird mit den 50 Wasserfontänen zu einem attraktiven Anziehungspunkt.

• Zwischen 2003 und 2008 werden die Stadtbahnverbindungen nach Karlsruhe und Offenburg ausgebaut und verbessert und auch die Verbindung in die Landeshauptstadt Stuttgart wird erweitert.

• Im Zuge der Gründung des Nationalpark Schwarzwalds 2014 wird Freudenstadt Mitglied der Nationalparkregion Schwarzwald.

• Ab 2020 wird Freudenstadt Hochschulstadt mit der Eröffnung des Campus Schwarzwald, einem Campus der Universität Stuttgart.

Geschichten von Stadtteile

Christophstal

Seit 1267 ist der Bergbau im Christophstal bezeugt. 1564 wird nach dem Namenspatron des Herzog Christoph von Württemberg der St. Christophsstollen im Forbachtal benannt. 1572 zeichnet Dr. Georg Gadner, Bergsachverständiger des herzoglichen Hauses, erstmals einen Plan eines Teils des Christophstals.

 

Herzog Friedrich I., der Stadtgründer, ließ 1593 den Bergbau erneut in Gang bringen und Eisen- und Messingwerke im Tal anlegen. Die ersten „Christophstaler“ werden, möglicherweise aus dem dort gewonnenen Silber, in Stuttgart geprägt. Die Bergknappen und Laboranten (Hüttenarbeiter) wohnten allerdings nicht in der Stadt, sondern im Tal. Sie konnten mit einem Gulden die Bürgerrechte in Freudenstadt erwerben und hatten in der Kirche einen besonderen Platz, der durch ein Bergmännlein bezeichnet wurde. 1604 wird im Christophstal neben der Silberschmelze ein Sensenhammer eingerichtet: Messinghammer, Drahtmühle, Münzwerk und Glockengießerei folgen. 1770 wird der Bergbau im Revier Freudenstadt eingestellt. 1839 werden die stattlichen Gebäude der alten Werke im Christophstal verkauft, unter anderem entsteht dort eine Tuchfabrik.

Dietersweiler

Dietersweiler wurde 1347 erstmalig als Dietrichsweiler urkundlich erwähnt und ist vermutlich eine Ausbausiedlung der fränkischen Zeit. 1392 wurde Dietersweiler, zusammen mit Wittlensweiler, von den Herren von Neuneck gekauft und 1511 an Württemberg weiterveräußert. 1806 wurde es nach Auflösung des Amts Dornstetten zum Oberamt Freudenstadt gegeben. Kirchlich gehörte Dietersweiler zum Kloster Alpirsbach, kam aber 1558 nach der Reformation zu Glatten. Seit 1901 besteht eine selbstständige evangelische Pfarrei. Zu Dietersweiler gehört der Weiler Lauterbad, der sich aus einem Badhaus des mömpelgardischen Kammerdirektors Dietrich entwickelte. Dietersweiler war ein bekannter Flößerort, eines der letzten Flöße ging von dort aus in Richtung Rhein ab. Daraufhin entwickelte sich Dietersweiler zu einem aufsteigenden Fremdenverkehrsort mit gewerblichen Betrieben und attraktiven Wohngebieten. 1964 wurde ein neues Schulhaus mit Turn- und Festhalle erbaut. 1979 wird ein ehemaliger Fruchtspeicher mit Hilfe von Bürgern und ortsansässigen Handwerksbetrieben zum Museum umfunktioniert. Über 1000 Objekte erzählen die Geschichte des Dorfes.

Grüntal-Frutenhof

Grüntal wurde 1100 als „Grindelen“ erstmalig urkundlich genannt. Daraus entstand 1278 Gruntal und erst später Grüntal. Der Teilort Frutenhof wurde 1470 urkundlich als Hof und Lehengut beschrieben. Beide Teilorte wurden mehrmals von ihren Lehnsherren verkauft, bis sie 1807 an Freudenstadt angegliedert wurden. Seit 1583 hat Grüntal/Frutenhof eine eigene Pfarrei, die mit der im Jahr 1592 gebauten Johannes Kirche ein markantes Wahrzeichen bekam. Die evangelische Kirche, die in Grüntal steht, wurde mit einem romanischen Turm und einem gotischen Chor gebaut. Das Kirchenschiff zeigt eine Mischung aus Gotik und Renaissance. Heinrich Schickhardt, der Baumeister, der auch Freudenstadt gebaut hat, gab der Johannes Kirche ihre schöne Form und eine „besondere Note“.

Igelsberg

Die Rodungssiedlung wird um 1230 als Illigsberg erstmals genannt, als Pfalzgraf Rudolf von Tübingen den Ort dem Hochstift Straßburg zu Lehen auftrug. Seit 1381 gehörte Igelsberg ganz zum Klosteramt Reichenbach und kam mit diesem 1595 an Württemberg. Ab 1807 gehörte Igelsberg zum Oberamt bzw. späteren Landkreis Freudenstadt.

Kniebis

Der dreigeteilte Kniebis befand sich ursprünglich auf den Gemarkungen Freudenstadt, Baiersbronn und dem badischen Rippoldsau. Um 1250 baute ein Mönch aus Herrenalb auf der Passhöhe eine Kapelle. Diese wurde 1267, auf Betreiben des Grafen Heinrich von Fürstenberg, von ihrer bisherigen Mutterkirche in Dornstetten gelöst. 1278 schenkte Graf Heinrich die Kirche den Franziskanern - sie sollten ein Kloster und ein Hospiz für Durchreisende errichten. 1320 kam das entstandene Kloster zusammen mit Dornstetten an Württemberg. In dieser Zeit wurde der Kniebis durch Graf Eberhard „den Erlauchten“ gegen möglich Angriffe des Straßburger Bischof mit Schanzen befestigt. Eberhard war nämlich von dem Habsburger König Friedrich dem Schönen zu Kaiser Ludwig von Bayern übergelaufen. Der Straßburger Bischof gehörte zum Habsburger König! Nach der Reformation wurde 1544 das Kloster aufgehoben - nur das Hospiz wurde von dem Gastmeister, der gleichzeitig württembergischer Zolleinnehmer war, weitergeführt.

Nachdem 1674 der Festungsbau von Freudenstadt eingestellt wurde, legte man von 1674 bis 1675 Erdbefestigungen an, die im Reichskrieg gegen Ludwig XIV. eingesetzt wurden. Diese baute 1734 Herzog Karl Alexander zum Fort Alexander, der Alexanderschanze, aus. In den Koalitionskriegen mit den französischen Revolutionsheeren lagen sich von 1799 bis 1801 an der Alexanderschanze Österreicher und Franzosen wechselseitig gegenüber. In jener Zeit ist auch die Klosterkirche einem Brand zum Opfer gefallen. 50 Jahre später, nach zähen Verhandlungen zwischen Freudenstadt und Baiersbronn, wurde die evangelische Kirche an heutiger Stelle errichtet. Da der Standort sich genau auf der Gemarkungsgrenze befand, hatte die Kirche als Besonderheit zwei Eingänge - einen auf Gemarkung Freudenstadt und einen auf Gemarkung Baiersbronn. Der Altar stand in der Mitte. Heute gibt es nur noch einen Eingang, dieser dafür aber sogar barrierefrei mit einer Rampe.

Musbach

Musbach ging 1320 als „Pfand“ an Württemberg. Bei der Auflösung des Amts Dornstetten kam es 1807 zu Freudenstadt. Der Ortsteil Obermusbach kam angeblich von den Pfalzgrafen von Tübingen vor 1291 zum Benediktinerkloster Reichenbach und ging so erst 1595 mit dem Kloster zusammen an Württemberg. Der Ortsteil Untermusbach wurde erstmalig 1274 als „Muosbach“ urkundlich erwähnt und war bereits Bestandteil des Herzogtums Württemberg. Arbeiter- und Handwerksbauern und wenige Vollerwerbslandwirte prägten das kleine Doppeldorf. Da es immer schwerer wurde, den Lebensunterhalt zu bestreiten, waren viele Einwohner als Köhler, Harzer, Flößer und Holzhauer beschäftigt – hauptsächlich im 18. und 19. Jahrhundert. Die meisten Bauern betrieben im Nebenerwerb eine Pottaschesiederei, damals ein gefragter Grundstoff zur Glasherstellung.

Wittlensweiler

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts Witelineswilare genannt, wurde Wittlensweiler 1392 zusammen mit Dietersweiler von den Herren von Lichtenfels an die Herren von Neuneck verkauft. 1473 kam Wittlensweiler in württembergischen Besitz und gehörte bis 1806 zum Amt Dornstetten. Von dort aus ging Wittlensweiler 1807 an das Oberamt und den späteren Landkreis Freudenstadt. Auch kirchlich gehörte Wittlensweiler ursprünglich zu Dornstetten. Ab 1583 gingen die Bürger in die Kirche nach Grüntal, die neu erbaut worden war. 1898 bekam Wittlensweiler eine eigene Pfarrei.

Zwieselberg

Staatsrechtlich gehörte der Zwieselberg trotz der Eigentumsrechte des Rippoldsauer Klosters zu Württemberg. Das kam daher, dass 1500 die Herren von Geroldseck-Reinerzau den kleinen Ort Zwieselberg an das Kloster Alpirsbach verkauften. Das Kloster gehörte zu Württemberg und außerdem stand Zwieselberg auf der Gemarkung von Reinerzau. Die Kolonisten auf dem Zwieselberg - Leute aus dem ehemals fürstenbergischen Gebiet um Rippoldsau - unterstanden dem württembergischen Schultheiß in Reinerzau und dem Klosteramt Alpirsbach. Ab 1811 war das Oberamt Freudenstadt zuständig. Damals einzigartig war, dass die Zwieselberger katholisch waren - in den anderen Orten gab es ausschließlich die evangelische Konfession. Daher mussten die Zwieselberger in die katholische Kirche nach Rippoldsau gehen – in Freudenstadt gab es keine. 1858 wurde dann endlich eine katholische Kirche in Freudenstadt gebaut.

Quelle: freudenstadt.de



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