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Alte Historische Fotos und Bilder Helmbrechts, Bayern

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Wappen Helmbrechts

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Geschichte von Helmbrechts, Bayern in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Gemeindeteile sind:

Absang, Almbranz, Altsuttenbach, Bärenbrunn, Baiergrün, Bischofsmühle, Buckenreuth, Bühl, Burkersreuth, Dreschersreuth, Edlendorf, Einzigenhöfen, Enchenreuth, Geigersmühle, Gösmes, Günthersdorf, Hampelhof, Helmbrechts, Hohberg, Hopfenmühle, Kleinschwarzenbach, Kollerhammer, Kriegsreuth, Lehsten, Oberbrumberg, Oberweißenbach, Ochsenbrunn, Ort, Ottengrün, Ottengrünereinzel, Rappetenreuth, Rauhenberg, Schlegelmühle, Stechera, Suttenbach, Taubaldsmühle, Unterbrumberg, Unterweißenbach, Wüstenselbitz, Zimmermühle

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 8 425

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Helmbrechts. Gasthof 'Weißes Ross'
Gasthof "Weißes Ross"
Helmbrechts. Luitpoldstraße
Luitpoldstraße
Helmbrechts. Marktplatz mit Kriegerdenkmal
Marktplatz mit Kriegerdenkmal
Helmbrechts. Panorama der Stadt und Schule
Panorama der Stadt und Schule

Geschichte der Stadt Helmbrechts

Die erste urkundlichen Erwähnung des Ortes ist auf das Jahr 1232 datiert. Sie steht im Zusammenhang mit der Nennung eines Dietericus de Helmbrehtes, der in diesem Gebiet kolonisierte.

Helmbrechts, das südöstliche Tor zum Frankenwald, liegt 542 bis 726m über dem Meeresspiegel in einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft. Nach der Gemeindegebietsreform 1972 beträgt die Fläche der Stadt 58,66 qkm.

Nach der Sage besiegte während der Regierungszeit von KaiserHeinrich II. (1002-1024) der tapfere Helmbrecht nahe einer später bezeugten Heilquelle "in waldiger Wildnis" einen Räuber. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes ist aus dem Jahre 1232 datiert und steht im Zusammenhang mit der Nennung eines Dietericus de Helmbrehtes, der als walpotischer Ritter hierin der ostfränkischen Grafschaft des Radenzgaues kolonisierte.

Im Jahre 1422 erhob der Nürnberger Burggraf Friedrich V.den aufstrebenden Markt zur Stadt. Helmbrechts wurde später Sitz eines Vogteiamtes und gehörte mit den umliegenden Dörfern zum markgräflichen Oberland, das von der Plassenburg bei Kulmbach und in der Folgezeit von Bayreuth ausregiert wurde. 1791 kamen die Bayreuther Lande unterpreußische Verwaltung, von 1806-1810 unter die Herrschaft Napoleons und im Jahre 1810 zum Königreich Bayern. Der heutige Ortsteil Enchenreuth, 1017 erstmals beurkundet, war bereits 1350 bambergisches Amt und Halsgericht, unterstand all die Jahrhunderte dem Hochstift Bamberg und besaß noch im Jahre 1802 eine bischöfliche Vogtei.

Das rauhe Klima und der karge, hauptsächlich aus Gneis bestehende Boden zwangen die landwirtschaftlich orientierte Bevölkerung schon früh zu einem Nebenerwerb, den sie in der Handweberei fanden. Die Herstellung und Veredlung von Textilien aller Art entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem Faktor, der die Gewohnheiten der Bewohner und den Lebensrhythmusder Stadt wesentlich bestimmte. Es begann mit der Leinenweberei gegen Ende des 13. Jh., setzte sich fort mit der unzünftig betriebenen Barchentherstellung im 15. Jh. und erreichte mit der Produktion modischer Baumwollstoffe einen ungeahnten Höhepunkt.

Die Abhängigkeit der Handweber von den Verlegern und der Weltwirtschaftslage sowie der Verlust wichtiger Absatzmärkte führten jedoch immer wieder zu Not und Armut weiter Bevölkerungsteile.

Zeittafel

1232 - Nennung eines Dietericus de Helmbrehtes in einer Schenkungsurkunde.

1408 - Helmbrechts ist eine rein bäuerliche Siedlung mit 24Höfen und 8 Selden.

1412 - Burggraf Johann III. von Nürnberg gestattet "dem Markte und der ganzen gemein, reichen und armen zum Helmbrechts", den Ort zu schützen und zu befestigen "mit graben, toren, zewnen und planken."

1422 - Markgraf Friedrich VI. von Culmbach-Brandenburg erhebt Helmbrechts zur Stadt und verleiht das Markt-, Mulz- und Braurecht sowie die Gerichtsbarkeit.

1430 - Verwüstung der Stadt und ihrer Umgebung durch die Hussiten; wegen völliger Verarmung der Bevölkerung gewährt der Markgraf Steuerfreiheit auf 6 Jahre.

1445 - Die Pest wütet in Helmbrechts und seinem Umland. Die Einwohnerschaft von Wüstenselbitz soll bis auf ein Ehepaarausgestorben sein.

1484 - Erste urkundliche Nennung des bambergischen Vogts Contz Hon(e) von Enchenreuth.

1498 - Erbauung eines Wartturms auf dem Kirchberg gemäß der markgräflichen Wachordnung vom gleichen Jahr; Signalisierung bei Tag durch Rauch, nachts durch Feuer.

1519 - Umwandlung der ursprünglichen Kapelle in das „geistliche Brunnenrathaus".

1538 - Zunftmäßige Vereinigung der Leineweber und Schneider.

1549 - Helmbrechts wird mit dem gesamten Vogteibezirk der Landeshauptmannschaft Kulmbach zugeteilt.

1631 bis 1635 - rauben, plündern und morden die Schweden im Gerichtsbezirk Enchenreuth.

1650 - Nach Beendigung des 30-jährigen Krieges feiert die Stadt das Friedensfest.

1756 bis 1763 - leidet die Bevölkerung unter Truppenbewegungen und Einfällen der Preußen während dessiebenjährigen Krieges.

1771 - Große Teuerung, verursacht durch lange Regenperioden; es gibt Brot aus Kleie und Hafermehl.

1791 - Das Oberamt Schauenstein mit den Vogteien Schauenstein und Helmbrechts kommt unter Preußische Verwaltung.

1792 - Friedrich Wilhelm II. von Preußen nimmt Besitz vom Fürstentum Bayreuth. Helmbrechts wird dem "Hofer Kreis „zugeteilt, behält aber vorerst noch seine Amtsvogtei.

1803 - Enchenreuth kommt zum Kurfürstentum Bayreuth.

1804 - Der bis 1809 gegen Frankreich gerichtete 3. Koalitionskrieg sieht die Bayern auf französischer Seite. Die Bayreuther Landewerden an Frankreich abgetreten; neben Quartierleistungen betragen die von 1806 bis 1809 erlittenen Schäden der Stadt 3.455Gulden.

1810 - Helmbrechts wird bayerisch.

1844 - In der Nacht vom 23. Auf 24.7. vernichtet ein Großbrand das alte Helmbrechtser Stadtbild.

1884 bis 1887 - Erbauung der Lokalbahn Münchberg-Helmbrechts.

1933 - Eröffnung des Helmbrechtser Heimatmuseums.

1945 - 11. und 12.4. Tieffliegerangriffe auf Helmbrechts.

13.4. Räumung des Frauen-Außenlagers des KZ Flossenbürg in Helmbrechts, Beginn des Marsches für 1.173weibliche Häftlinge nach Prachatitz (CR).

15.4. Einmarsch der US-Streitkräfte.

1950 - Errichtung einer staatlichen Mittelschule.

1951 - Einweihung des Altersheimes.

1955 - Errichtung des Zentralschulgebäudes.

1969 - Richtfest für das neue Realschulgebäude.

1972 - Gemeindegebietsreform.

2000 - Helmbrechts ist neben Münchberg und Rehau die drittgrößte Stadt im Landkreis Hof.

Das Außenlager Helmbrechts

Im August 1944 wurde das aus Holzbaracken bestehende Lager teilweise bezugsfähig. Es war ausschließlich für weibliche Häftlinge bestimmt und wurde als ursprüngliches Außenlager des KZ Ravensbrück kurz nach der ersten Belegung dem KZ Flossenbürg unterstellt. Bereits am 19.7.1944 waren die ersten179 Häftlinge in Helmbrechts eingetroffen, die mit den Aufseherinnen und männlichen Wachposten zunächst in den Werkhallen des Textilunternehmens Witt untergebracht wurden, wo die Kabel- und Metallwerke Neumeyer aus Nürnberg für die Rüstung produzierten.

Das Lager bestand aus insgesamt elf Holzbaracken. Um den gesamten Lagerkomplex führte ein zwei Meter hoher Stacheldrahtzaun sowie weiter außen ein einfacher Zaun, der Schilder mit der Aufschrift trug "Gefahrenzone" und Tafeln mit dem Hinweis „Sperrgebiet - es wird ohne Anruf geschossen".

Die Wachmannschaft im Lager bestand aus männlichen Wachposten und weiblichen Aufseherinnen, die der SS angehörten. Sietrugen keine Schusswaffen wie die männlichen Posten, sondern Gummiknüppel, Peitschen und Stöcke.

Zu den 179 Häftlingen kamen bis zum 19.1.1945 in vier Transporten noch etwa 500 aus Ravensbrück hinzu. Diese Mädchen und Frauen bekamen während des Transports kein Essen, so dass viele von ihnen an Hunger und Kälte erkrankten. Von den nunmehr 670-680 Insassen stammten viele sog."Schutzhäftlinge" aus Polen, Russland und dem "Protektorat Böhmen Mähren", einige aus Frankreich und den Niederlanden sowie 25 aus Deutschland. Alle waren ohne Gerichtsurteile aufgrund von Delikten wie Umgang mit Kriegsgefangenen oder ausländischen Arbeitern, Sabotage, Führerbeleidigung oder Judenbegünstigung inhaftiert worden.

Am 6.3.1945 trafen 621 weibliche jüdische Häftlinge ein. Sie waren gegen Ende Januar 1945 aus dem AußenlagerGrünberg in Schlesien abmarschiert und mussten den ganzen Weg bis Helmbrechts zu Fuß zurücklegen. Ein Teil dieses Häftlingszuges hatte ursprünglich aus rund 1.000 Personenbestanden, die in den Konzentrationslagern Auschwitz, Schlesiersee und Grünberg schwerste körperliche Arbeit verrichten mussten. Auf den langen Märschen starben viele Häftlinge, viele wurden erschossen. Die in Helmbrechts ankommenden waren alle unterernährt und hatten Erfrierungen. Fast alle litten an Darmerkrankung, besonders an Ruhr.

Vom Tag ihrer Ankunft bis zur Räumung des Lagers starben in Helmbrechts 40-50 jüdische Frauen. Kurz vor Eintreffen der US-Truppen begann am 13.4.1945 der grauenvolle Evakuierungsmarsch der Häftlinge, von denen vorher noch einige im Lager gestorben und dort verscharrt worden waren. Auf dem mitgeführten LKW deslangen Zuges lagen am ersten Tag 60 Gehunfähige und Kranke der insgesamt 1.175 Häftlinge. Den Zug begleiteten etwa 15 mit Gewehren bewaffnete SS-Männer und 12 SS-Frauen, die mit Stöcken und Peitschen ausgestattet waren. Nach Aussagen der Wachposten sollten unterwegs gehunfähige Häftlinge soforterschossen werden. Jegliche Kontaktaufnahme mit Zivilpersonen an Straßenrändern war verboten. Wer den Häftlingen Nahrungsmittel zukommen lassen wollte, wurde mit Gewalt daran gehindert oder zum Mitmarschieren gezwungen. Von Haide aus bewegte sich der Zug über Meierhof Richtung Ahornberg. In Schwarzenbach a.d. Saale, dem ersten Tagesziel, wurde dem Kommandanten gemeldet, dass auf der ganzen Strecke zehn Häftlinge "auf der Flucht erschossen" wurden.

Auf diesem Todesmarsch, der über Franzensbad, Marienbad, Plan und Taus führte und in den ersten Maitagen im tschechischen Volary (Wallern) endete, starben mindestens 129 Häftlinge an Erschöpfung und Krankheiten, 49 Frauen und Mädchen wurden vom Bewachungspersonal ermordet.

Quelle: stadt-helmbrechts.de



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