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Alte Historische Fotos und Bilder Hüllhorst, Nordrhein-Westfalen
Old historical photos and pictures Hüllhorst, North Rhine-Westphalia

Wappen Hüllhorst

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Geschichte von Hüllhorst, Nordrhein-Westfalen in Fotos
History of Hüllhorst, North Rhine-Westphalia in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Hüllhorst ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen-Lippe.

Die Gemeinde Hüllhorst besteht laut aus folgenden Ortschaften:

Ahlsen-Reineberg, Bröderhausen, Büttendorf, Holsen, Hüllhorst, Oberbauerschaft, Schnathorst, Tengern

Diese Ortschaften entsprechen weitestgehend den ehemals selbstständigen Gemeinden, die 1973 nach dem Bielefeld-Gesetz vom 24. Oktober 1972 zum 1. Januar 1973 zur Gemeinde Hüllhorst zusammengefasst wurden. Nur die ehemals kleinste Gemeinde im Land Nordrhein-Westfalen, Huchzen (45 Einwohner zum 31. Dezember 2006), erhielt keinen Status als Ortschaft, sondern wurde der Ortschaft Tengern zugeordnet. Die ehemalige Enklave der Gemeinde Ahlsen-Reineberg, Auf der Lage, fiel an den Ortsteil Hüllhorst.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 13 051

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Blick auf Hüllhorst
Blick auf Hüllhorst
Hüllhorst. Holsen - Alte Wassermühle, Kriegerdenkmal
Holsen - Alte Wassermühle, Kriegerdenkmal
Hüllhorst. Holsen - Kirche, 1960
Holsen - Kirche, 1960
Hüllhorst. Hotel Burghof im oberen Nachtigallental
Hotel Burghof im oberen Nachtigallental
Hüllhorst. Kirche
Kirche
Hüllhorst. Kriegerdenkmal, Amt Hüllhorst, Blick zur Kirche, Kurhaus, 1962
Kriegerdenkmal, Amt Hüllhorst, Blick zur Kirche, Kurhaus, 1962
Hüllhorst. Oberbauerschaft - Gasthaus Pension 'Kahle Wart'
Oberbauerschaft - Gasthaus Pension 'Kahle Wart'
Hüllhorst. Tengern - Hauptstraße
Tengern - Hauptstraße

Historisches zur Gemeinde Hüllhorst

Die meisten Ortschaften unserer Gemeinde Hüllhorst wurden im 11. und 12. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt, ihre Entstehung reicht jedoch viel weiter zurück. In chronologischer Reihenfolge ergibt sich folgende Auflistung der bis zum Jahre 1973 selbstständigen Gemeinden:

urkundlich datiert sind für das Jahr

1042: Büttendorf

1151: Tengern

1221: Reineberg

1244: Schnathorst

1250: Bröderhausen

1260: Holsen

1266: Huchzen

1290: Ahlsen

1290: Hüllhorst

Anfang des 17. Jahrhunderts: Oberbauerschaft

Diese Bauernschaft bestand aus 6 Siedlungen, deren Existenz viel früher belegt ist:

Beendorf (1121),

Wordinghausen (1251),

Niedringhausen (1315),

Alingdorf (1393),

Kniendorf (1427),

Büschenfelde (Mitte des 16. Jahrhunderts).

Die grundherrschaftlichen Eigentums-, Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse sind in einem Urbarium (Grundstücksverzeichnis) des alten Amtes Reineberg von 1646 erfasst, in dem die Höfe und Stätten innerhalb des damaligen Amtes Reineberg aufgeführt sind.

Südwestlich von Hüllhorst - in Husen - lag im Lusbachtal früher das Rittergut der Familie von Schloen, gen. Tribbe. Später dürfte dieses Rittergut parzelliert und in einzelne Bauernhöfe aufgeteilt worden sein. Für die Kirche in Hüllhorst hat das Geschlecht der „von Schloen“ aufgrund von nicht datierten spätmittelalterlichen Landschenkungen zur Stiftung der Hüllhorster Pfarrhofes und damit zur Gründung der Hüllhorster Pfarre große Bedeutung gehabt.

Amelung von Schloen hat der Kirche in Hüllhorst im Jahre 1622 einen Abendmahlskelch geschenkt, der noch heute beim Abendmahl genutzt wir. Eine im Hüllhorster Messbuch von 1479 überlieferte und auf das Jahr 1302 datierte Landstiftung an eine Hüllhorster Kapelle belegt, dass die Hüllhorsterinnen und Hüllhorster schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts "vor Ort" seelsorgerisch betreut wurden. 1302 ist das frühete Datum zur Geschichte der Kirchengemeinde Hüllhorst.

Das Flächengebiet der heutigen Gemeinde Hüllhorst war ehedem in Bauernschaften gegliedert, die wiederum Vogteien bildeten. So bestand die Vogtei Schnathorst neben Schnathorst selbst aus den Bauernschaften Holsen, Tengern, Ahlsen und Hüllhorst. Es hat später sogar ein „Amt Schnathorst“ gegeben. Daneben waren Oberbauerschaft und Büttendorf der Vogtei Quernheim angegliedert, während wiederum Bröderhausen gar nicht zum Amt Reineberg, sondern zur Vogtei Gohfeld im Amt Hausberge gehörte. Huchzen war Tengern angeschlossen und wurde im übrigen erst 1909 selbstständige Gemeinde. Die Kirchengemeinde Schnathorst datiert sich auf das Jahr 1425 zurück. Der letzte Neubau der Schnathorster Kirche wurde im Jahre 1901 begonnen und ein Jahr später fertiggestellt, so dass 2002 das 100-jährige Jubiläum gefeiert werden konnte.

Eine historische Tatsache wird leider oft vergessen und ist doch gerade im zusammenwachsenden Europa von heute von besonderem Interesse: Die Einwohner der Gemeinde Hüllhorst waren in ihrer Zugehörigkeit zum Königreich Westfalen unter dem König Jerome (1807 - 1813) für eine kurze Zeit französische Staatsbürger.

Von Bedeutung war für unseren Raum die Wallücke-Eisenbahn, eine Erz- und Personenbahn mit einer 16 km langen Strecke bis Kirchlengern. Diese Bahn verkehrte in den Jahren von 1896 bis 1937. Mangels Rentabilität wurde der Betrieb eingestellt und 1937 durch die Einrichtung einer Kraftpost-Omnibus-Linie zwischen Löhne und Lübbecke ersetzt, doch lebt die Wallücke-Bahn in vielen Straßen- und Wegbezeichnungen weiter!

Theologisch waren in unserer Gemeinde im 19. Jahrhundert zwei Strömungen vertreten: Die rationalistisch-aufgeklärte Theologie, verkörpert durch den Hüllhorster Pfarrer Gieseler (1832 - 1884), der auch schriftstellerisch tätig war. Vertreter des Pietismus und der Erweckungsbewegung war der Schnathorster Pfarrer Volkening (1822 - 1827), der später in Gütersloh und Jöllenbeck fortwirkte. In Hüllhorst fand die Erweckungsbewegung durch den Pfarrhofsknecht Knolle Eingang, der Gottesdienste in Jöllenbeck besuchte. Die Erweckungsbewegung wiederum bewirkte nicht nur die Entstehung vieler noch heute bestehender Chöre (vor allem Posaunenchöre), sondern hat sich auch in den Trachten unserer Gegend niedergeschlagen, die in ihrem Schwarz auffällig und leicht erkennbar sind und sich stark von den prächtig kolorierten Trachten zum Beispiel des Bückeburger Raumes unterscheiden.

Heute sind die früheren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf der Basis von Grund- und Leibeigenschaft kaum noch vorstellbar. Erst nach und nach bildete sich das Handwerk als selbstständige Erwerbsquelle heraus. Mit dem Flachsanbau erbrachte das Spinnen und Weben einen Nebenverdienst für die Einwohner, bis das Aufkommen der mechanischen Webstühle und der maschinellen Spinnerei dieses Handwerk unrentabel machte. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sowie vor und nach dem Ersten Weltkrieg war der Tabak dann als Fabrik- und Heimarbeit eine wichtige (Neben-)Erwerbsquelle.

Seit dem 1. Januar 1973 ist Hüllhorst als Großgemeinde eine Gemeinde unter den 11 Städten und Gemeinden des Kreises Minden-Lübbecke. Zum gleichen Zeitpunkt verloren aufgrund der durchgeführten Gebietsreform die 9 Altgemeinden im Amt Hüllhorst ihre Selbstständigkeit.

Quelle: huellhorst.de



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