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Alte Historische Fotos und Bilder Kirchheim unter Teck, Baden-Württemberg

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Wappen Kirchheim unter Teck

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Geschichte von Kirchheim unter Teck, Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie:

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 40 094

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Kirchheim. Frauenstift
Frauenstift
Kirchheim. Jesinger Straße
Jesinger Straße
Kirchheim. Lindachbrücke, 1907
Lindachbrücke, 1907
Kirchheim. Marktplatz, 1943
Marktplatz, 1943
Kirchheim. Marktstraße, 1960
Marktstraße, 1960
Kirchheim. Marktstraße - Buchbinderei, Gasthof und Rathaus, 1953
Marktstraße - Buchbinderei, Gasthof und Rathaus, 1953
Panorama von Kirchheim unter Teck
Panorama von Kirchheim unter Teck
Kirchheim. Schloß und Schlossmauer
Schloß und Schlossmauer

Einblicke in die Kirchheimer Stadtgeschichte

Ein Streifzug durch die Geschichte

Die Frühbesiedlung Kirchheims dokumentieren Funde der Jungsteinzeit. Kelten und Römer hinterließen ihre Spuren, und anhand alemannischer Funde, vor allem aus Gräbern, ergeben sich Rückschlüsse auf eine Besiedlung unseres Raumes seit dem 4. Jahrhundert nach Christus.

Mit der ersten urkundlichen Nennung Kirchheims im Jahre 960 wird gleichzeitig auch die Martinskirche erwähnt. Damals gelangte Kirchheim unter Teck in einem Tausch vom Bistum Chur in den Besitz König Ottos I.. Kirchheim unter Teck entwickelt sich im 10. und 11. Jahrhundert zu einem wichtigen Marktort, eine wirtschaftliche Bedeutung, die Kirchheim unter Teck als Mittelzentrum heute noch hat.

Als um 1060 die Zähringer im Albvorland Fuß fassten, wurden durch dieses Geschlecht, mehr noch durch die Nebenlinie der Herzöge von Teck, für rund 300 Jahre die Geschicke Kirchheims bestimmt. Zwischen 1220 bis 1230 erheben die Teckherzöge den Marktort zur Stadt.

Als im 14. Jahrhundert die Herzöge von Teck Stück für Stück ihrer Herrschaft verkaufen mussten, gelangte Kirchheim an die Grafen von Württemberg.

Das 16. Jahrhundert brachte nach der Rückkehr Herzog Ulrichs 1534 für die Stadt den Ausbau zur Landesfestung. Belagerungen, Einquartierungen, Plünderungen und Seuchen hinterließen als Folge des 30-jährigen Krieges ihre Spuren. Die gravierendste Zäsur bildete freilich der große Stadtbrand von 1690, der Kirchheim unter Teck bis auf wenige Gebäude in Schutt und Asche legt.

Die Anfänge der Industrialisierung liegen für Kirchheim unter Teck schon im 18. Jahrhundert. Der 1819 eingerichtete Wollmarkt, einer der größten des Landes, begünstigte die Ansiedlung weiterer Textil- und Färbereibetriebe. Die Privateisenbahn Unterboihingen - Kirchheim, die erste in Württemberg, brachte der Stadt 1864 den Anschluss an das wichtigste Verkehrsnetz des 19. Jahrhunderts. Auch die Metall verarbeitende Industrie fand rasche Verbreitung.

Bereits 1935 wurden Ötlingen und Lindorf, 1974 Nabern und Jesingen eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg strömten rund 7.000 Heimatvertriebene und Flüchtlinge in die fast unzerstörte Stadt. In den folgenden Jahrzehnten vollzog sich ein wirtschaftlicher Aufschwung. Neue Industriegebiete entstanden, die Verkehrsverhältnisse wurden verbessert, zahlreiche Wohngebiete ausgewiesen und Schul- und Sportstätten errichtet.

Die Sanierung der historischen Altstadt fand bei Besuchern immer wieder Begeisterung und Anerkennung. Um den alten Stadtkern herum ist im Laufe der Zeit, Jahresringen vergleichbar, das moderne Kirchheim unter Teck gewachsen. Aus der stillen Oberamtsstadt ist eine lebhafte Stadt mit rund 40.000 Einwohnern geworden, die sich ihrer geschichtlichen Tradition verbunden weiß, eine Stadt mit besonderer Atmosphäre, die man lieben lernt und in der es sich gut leben lässt.

Frühgeschichte

Die Anfänge

In Kirchheim unter Teck beginnen die Spuren menschlichen Lebens etwa 5000 Jahre vor Christus. Einzelfunde aus der Jungsteinzeit bei Ötlingen und Grabfunde der Bronzezeit belegen das. Die Menschen der Hallstattzeit nutzten ebenso wie die Kelten die bevorzugte Lage zum Siedlungsbau.

Im 1. Jahrhundert nach Christus bauten die Römer Verbindungsstraßen von ihrem Kastell Köngen [Grinario] über Kirchheim unter Teck durch das Lautertal nach Donnstetten [Clarenna] bzw. durch das Lindachtal nach Wiesensteig. Beide Straßen trafen sich in Kirchheim unter Teck und verliefen entlang der heutigen Stuttgarter Straße.

Im 3. Jahrhundert nach Christus wurden die aus dem Gebiet der mittleren Elbe nach Süden vorstoßenden Alemannen die neuen Herren im Land um die Teck. Sie gründeten bis zum 8. Jahrhundert feste Siedlungen. Erste schriftliche Zeugnisse sind aus der Karolingerzeit überliefert. Urkunden des Klosters Lorsch erwähnen Ende des 8. Jahrhunderts königliche Besitzungen in Jesingen und Ötlingen. Mit dem Zerfall des karolingischen Reiches im 10. Jahrhundert wurden auch die königlichen Besitzungen in Kirchheim neu verteilt.

Mittelalter und Neuzeit

Die erste urkundliche Nennung Kirchheims ist in einer Königsurkunde Ottos des Großen enthalten. Er überlässt dem Bischof Hartbert von Chur in der Schweiz im Jahre 960 den dortigen Königshof mit anderen Besitzungen und nimmt dafür 'Chiricheim' in seinen Besitz. Für die Geschichte unserer Heimat bieten die wenigen Urkunden des hohen Mittelalters nur sporadische Hinweise. Sicher ist jedenfalls, dass im 11. Jahrhundert die Herzöge von Zähringen als dominierendes Herrschaftsgeschlecht im Kirchheimer Raum auftreten. Mittelpunkt ihres Einflussbereichs war ihre etwa 1060 erbaute Burg auf der Limburg bei Weilheim. Die Zähringer verlagerten aber bereits um 1100 ihr Herrschaftsgebiet in den Breisgau. Mit der Burg Teck, die erstmals 1152 in einer Urkunde Friedrich Barbarossas genannt wurde, schufen sich die Zähringer einen Herrschafts- und Verwaltungsmittelpunkt für die Restgebiete des Familienbesitzes im Neckarland.

Bei der nach dem Tode Bertolds IV. im Jahre 1186 erfolgten Teilung des zähringischen Erbes erhielt dessen jüngerer Bruder Adalbert den Besitz in unserem Raum mit der Teck. Diese Seitenlinie nannte sich ab 1187 Herzöge von Teck. Von einem eigentlichen Herzogtum kann allerdings nicht gesprochen werden. Auch war die territoriale Basis der Herrschaft war nicht größer als die einer mittleren Grafschaft.

Um 1220/30 erheben die Herzöge von Teck Kirchheim zur Stadt. Ein Kirchheimer Stadtrecht ist nicht aufgezeichnet. Man nimmt an, dass es mit dem Freiburger weitgehend übereinstimmte, da diese Stadt etwa 150 Jahre lang als sogenannter Oberhof gerichtliche Berufungsinstanz für Kirchheim war. Die Verleihung des Marktrechtes kann urkundlich nicht nachgewiesen werden. Kirchheim muss aber 1059 damit ausgestattet gewesen sein, als König Heinrich IV. seinem Ratgeber, dem Grafen von Nellenburg, die Münzstätte in Kirchheim unter Teck schenkte. 1249 werden erstmals Stadtbürger genannt, und in einer Urkunde für das Kirchheimer Dominikanerinnenkloster findet 1261 auch das Stadtrecht Erwähnung. Für 1293 ist die Stadtmauer bezeugt und aus dem Jahre 1295 das erste Stadtsiegel erhalten, das mit den 'Wecken' als Symbol die Herzöge von Teck als Stadtherren zeigt. Ende des 13. Jahrhunderts besitzt Kirchheim somit die typischen Merkmale einer mittelalterlichen Stadt.

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts müssen die Herzöge von Teck nach und nach ihre gesamte Herrschaft veräußern, nachdem sie sich in Mindelheim [bayerisch Schwaben] sich ein neues Zentrum geschaffen hatten. Kirchheim gelangte nach einer vorübergehenden Teilung zwischen Österreich und Teck schrittweise bis 1381 an die Grafen von Württemberg. In diese Zeit fällt auch die Stiftung des Hl.-Geist-Spitals durch Herzog Friedrich von Teck [1360], das sich zu einem der reichsten derartigen Häuser in der Grafschaft Württemberg entwickeln sollte.

Links das geteilte Siegel Kirchheim - Habsburg, rechts das Stadtsiegel des württembergischen Kirchheims. Die Herzöge von Teck verlassen ihren Stammsitz und lassen sich in Mindelheim nieder. Mit Markt- und Handelsrechten ausgestattet, mit Stadtbefestigung, Kirchen, Kloster und Spital entwickelt sich die Stadt zu einem Mittelpunkt im Gebiet zwischen Neckar und Alb. Nach dem Übergang an Württemberg wurde Kirchheim unter Teck Oberamtsstadt, und die neuen Herren übertrugen in das Stadtsiegel ihr Hoheitszeichen, die württembergische Hirschstange. Als Herzog Ulrich von Württemberg 1519 sein Land verlassen musste, büßte Kirchheim unter Teck die Parteinahme zum angestammten Landesherrn mit Plünderung, Brandschatzung und Absetzung des Rates. Im sechs Jahre später folgenden Bauernkrieg wurden das Kloster und der Adelberger Klosterhof angegriffen.

Die Burg Teck ging in Flammen auf und ist seit 1525 Ruine. Herzog Ulrich erhob nach seiner Rückkehr 1534 Kirchheim zur Landesfestung und führte die Reformation ein. Die Erhebung zur Landesfestung hatte in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit zur Folge. Das Kornhaus, mehr noch das Schloss mit Kasematten, Graben und Bastion zeugen noch heute davon. Zeitweise Sitz des württembergischen Hofes, diente das Schloss vom 17. Jahrhundert bis ins späte 19. Jahrhundert hinein häufig als Witwensitz. Sechs Herzoginnen haben hier ihre Altersjahre verbracht. Kirchheim verdankt ihnen manch wohltätige Stiftung.

Während Kirchheim im 16. Jahrhundert noch eine relativ wohlhabende Stadt war, brachte der 30-Krieg mit Einquartierungen, Plünderung und Brandschatzung Elend in nicht gekanntem Ausmaß über die Stadt. Hinzu kam die Pest, die die Bevölkerung dezimierte. Am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts verursachten Franzoseneinfälle und der Spanische Erbfolgekrieg erneut schwere Belastungen. In diese Zeit fällt der große Stadtbrand von 1690, der 257 Häuser und 114 Scheuern einäscherte. Nur vier Gebäude innerhalb der Stadtmauern blieben unversehrt! Der Wiederaufbau richtete sich nach einer herzoglichen Bauordnung, die vorschrieb, dass die in gleicher Stockwerkshöhe zu erbauenden Häuser keine Vorstöße und Erker haben durften. So entstand vor mehr als 300 Jahren das für Kirchheim so typische einheitliche Stadtbild. Um die Wiedererrichtung des Rathauses auf dem Marktplatz entspann sich ein bis 1722 andauernder Streit, da die herzogliche Regierung den alten Platz nicht mehr zur Verfügung stellte. Die Stadt erbaute deshalb notgedrungen ihr Rathaus, das heute noch zu den schönsten Fachwerkbauten zählt, zwischen 1722 - 1724 an die Stelle des 1690 ebenfalls abgebrannten Bürgerhauses.

Industrialisierung

Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts setzte in Kirchheim wie andernorts mit dem Textilgewerbe ein. Dieser Zweig wurde durch den 1819 eingerichteten Wollmarkt, der bis 1914 einer der größten Umschlagplätze für Wolle in Süddeutschland war, begünstigt. Die 1864 errichtete Privateisenbahnlinie Unterboihingen - Kirchheim war die erste Privatbahn Württembergs. Sie ging 1899 mit dem Bau der Strecke Kirchheim - Oberlenningen in staatlichen Besitz über. Der Bahnanschluss wiederum zog Metall verarbeitende Industrie in die Stadt.

Wie auf wirtschaftlichem, so vollzogen sich auch auf schulischem und sozialem Gebiet des städtischen Lebens Veränderungen. Die Errichtung des Wilhelmshospitals [1840], einer Realschule [1833] und des ersten Altersheimes im Vogthaus, des Henriettenstifts, [1852] sollen stellvertretend genannt werden. Als Beispiel eines besonderen sozialen Engagements von privater Seite, das bis in die heutige Zeit hinein wirkt, können die Gebrüder Otto und Eugen Ficker erwähnt werden, die 1912 eine Stiftung zur Förderung des Kirchheimer Schulwesens und zur Unterstützung bedürftiger Studenten ins Leben gerufen haben.

20. Jahrhundert

Nationalsozialistische Anhänger machten sich seit Anfang der 1920er Jahre bemerkbar. 1923 war Kirchheim eine der Hochburgen der rechten Bewegung in Württemberg. Die NSDAP verlor aber rasch wieder an Boden. 1931 war sie eine relativ bedeutungslose politische Gruppierung, konnte dann aber bei den Reichstagswahlen im November 1932 35% und im März 1933 49% der Stimmen in Kirchheim verbuchen. Nach der Machtergreifung nahmen in Kirchheim unter Teck - wie überall - die Eintritte in die Partei sprunghaft zu. Am Kriegsende hatten die vier Ortsgruppen der NSDAP 1228 Mitglieder.

Das Jahr 1935 brachte die Eingemeindungen von Ötlingen und Lindorf. Ein Wermutstropfen folgte drei Jahre später, als das Oberamt Kirchheim aufgelöst und dem neuen Landkreis Nürtingen zugeteilt wurde. Ein Beispiel mutigen Widerstands gegen die Diktatur gaben die Eheleute Gertrud und Otto Mörike, an die heute eine Tafel am ehemaligen Pfarrhaus [Widerholtplatz 5] erinnert. Zum bedrückenden Kapitel der Verfolgung von Juden, Zigeunern und Zwangsarbeitern siehe die Seite "Stolpersteine".

Nach dem Zweiten Weltkrieg strömten in die nahezu unzerstörte Stadt Tausende von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. Im Jahr 1939 hatte Kirchheim etwas über 13000 Einwohner. Von April 1945 bis Ende 1947 nahm die Stadt annähernd 7000 Heimatvertriebene auf.

In den folgenden Jahrzehnten vollzog sich ein wirtschaftlicher Aufschwung. Neue Industriegebiete entstanden, die Verkehrsverhältnisse wurden verbessert, zahlreiche Wohngebiete ausgewiesen und Schul- und Sportstätten errichtet. Das Industriegebiet Bohnau, die Südumgehung und die Bahnhofsverlegung, das Wohngebiet Schafhof, Teck-Center mit Stadthalle und das Schlossgymnasium können hier nur beispielhaft genannt werden. Im Rahmen der Innenstadtsanierung findet das Bestreben der Stadt, historisch Gewachsenes zu erhalten, immer wieder Anerkennung. Nachdem 1973 der Kreis Nürtingen aufgelöst und der Sitz des Landratsamtes nach Esslingen verlegt wurde, hatte dies für Kirchheim zunächst keine Auswirkungen. - Erst die anschließende Gemeindereform brachte zum 01.01.1974 die Eingliederung Naberns und mit Wirkung vom 01.09.1974 die von Jesingen.

Kirchheim unter Teck ist eine geglückte Einheit von Stadt und Landschaft mit besonderer Atmosphäre. Eine Stadt, zu der man immer wieder gerne zurückkehrt und in der es sich gut leben lässt.

Quelle: kirchheim-teck.de



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