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Alte Historische Fotos und Bilder Kraichtal, Baden-Württemberg

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Wappen Kraichtal

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Geschichte von Kraichtal, Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Kraichtal ist eine Stadt im Nordosten des Landkreises Karlsruhe in Baden-Württemberg, die 1971 aus der Vereinigung von neun kleineren Städten und Gemeinden entstand. Die nächsten größeren Städte sind im Süden die frühere Amtsstadt Bretten, im Osten die Stadt Eppingen (Landkreis Heilbronn) und im Westen die ehemalige Kreisstadt Bruchsal. Die nächsten Großstädte sind Pforzheim, Karlsruhe und Heilbronn.

Das Stadtgebiet Kraichtals besteht aus neun Stadtteilen Bahnbrücken, Gochsheim, Landshausen, Menzingen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker, Oberöwisheim und Unteröwisheim.

Zum Stadtteil Gochsheim gehört die Stadt Gochsheim.

Zum Stadtteil Menzingen gehören das Dorf Menzingen und das Haus Waldmühle.

Zu den anderen Stadtteilen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer.

Im Stadtteil Gochsheim liegen die Wüstungen Giegelberg und Pfaffenbrunnen.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 14 806

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Kraichtal. Menzingen - Kriegerdenkmal
Menzingen - Kriegerdenkmal
Kraichtal. Oberacker - Luftbild, 1965
Oberacker - Luftbild, 1965
Kraichtal. Menzingen - Multi Panorama
Menzingen - Multi Panorama
Kraichtal.

Geschichte Kraichtal

Burgen, Ritter und Humanisten

Das Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim, die Wasserschlossruine und die Schwanenburg in Menzingen, der ehemalige Pfleghof des Klosters Maulbronn in Unteröwisheim oder das markante Speyerer Amtshaus in Oberöwisheim sind noch heute bedeutende Zeugnisse der Geschichte Kraichtals und seiner neun Stadtteile. Neben diesen herrschaftlichen Gebäuden weisen die Fachwerkhäuser in den Ortskernen auf die Bau- und Wohnkultur der dörflichen Bevölkerung in früheren Jahrhunderten hin - auch wenn sich nicht jeder Bürger ein so prächtiges Haus wie die kürzlich sanierte "Alte Schmiede" in Münzesheim leisten konnte.

Neben Schlössern, Burgen und Amtshäusern sind es historische Persönlichkeiten, die ihre Spuren hinterlassen haben. Zu nennen wäre etwa Peter von Mentzingen, der schon 1525 in seinem Ort die Reformation einführte und 1546 eine beispielhafte Dorfordnung erlassen hat. Der humanistisch geprägte Kraichgauer Ritter förderte auch den Menzinger Pfarrersohn David Kochhaf, der später unter dem Namen Chytraeus Hausschüler bei Philipp Melanchthon in Wittenberg war und in Rostock zu einem der führenden lutherischen Theologen des 16. Jahrhunderts aufgestiegen ist.

In die gleiche Zeit, aber zu einer ganz anderen Thematik, gehört der Name des Pfaffen Anton Eisenhut. Er versammelte 1525 die Kraichgauer Bauern mit einem flammenden Aufruf in Gochsheim und zog bis nach Sinsheim, um Burgen und Klöster für die Sache der Bauern einzunehmen. Wie im ganzen Reich scheiterte der Bauernkrieg auch im Kraichgau rasch und Eisenhut endete auf dem Schafott. Eher unrühmlich verlief die Amtszeit des aus Unteröwisheim stammenden Johann Entenfuß als Abt des Klosters Maulbronn. Er wurde 1518 entlassen, nachdem er durch seine ehrgeizigen Bauprojekte das Kloster in finanzielle Verlegenheit gebracht hatte.

Im ausgehenden 17. Jahrhundert bestimmte Herzog Friedrich August von Württemberg-Neuenstadt die Geschicke Gochsheims, nachdem er die "letzte Rose von Eberstein" geheiratet hatte. Nach der völligen Zerstörung Gochsheims 1689 organisierte Friedrich August den Wiederaufbau von Schloß und St. Martin-Kirche, die 1704 feierlich eingeweiht wurde. Nicht zuletzt wegen der Kränklichkeit des Herzogenpaares selbst wurde in dieser Zeit die heute noch bestehende Stadtapotheke gegründet - eine der ersten in unserem Raum.

Jahreszahlen

1. September 1971

Bildung der Stadt Kraichtal aus den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Menzingen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim.

24.10.1971

Bei der ersten Gemeinderatswahl erhält die CDU 19 und die SPD 5 Sitze.

12.12.1971

Berthold Zimmermann wird zum Bürgermeister der neu gebildeten Stadt gewählt.

1973

Aus den bisherigen Kreisen Bruchsal und Karlsruhe entsteht der Landkreis Karlsruhe.

März 1973

Vorstellung des neuen Stadtwappens mit Reichsadler und neunblättriger „Ebersteiner Rose“.

Juni 1973

In Münzesheim wird das Therapiezentrum für suchtkranke Männer eröffnet.

1974

Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, die neun Abteilungswehren bleiben erhalten.

Mai 1975

Bei einem „Tag der offenen Tür“ wird erstmals das Heimatmuseum im Schloss Gochsheim geöffnet. Dabei werden zahlreiche Leihgaben aus der Bevölkerung präsentiert.

1976

Bau des zentralen Rathauses der Stadt in Münzesheim. 20.05.1976 Grundsteinlegung. 18.05.1977 Einweihung

11.09.1978

Die zentrale Kläranlage für die Stadt geht in Unteröwisheim in Betrieb.

09.12.1979

Berthold Zimmermann wird bei der Bürgermeisterwahl in seinem Amt bestätigt.

09.06.1985

Eröffnung der Fachklinik für suchtkranke Frauen in Oberacker.

November 1987

Kraichtal tritt der Jugendmusik- und Kunstschule Bruchsal bei.

13.12.1987

Horst Kochendörfer wird zum zweiten Bürgermeister der Stadt gewählt.

13.02.1988

Bei einem Festakt wird die 16-jährige Amtszeit von Berthold Zimmermann gewürdigt. Er hatte bei der letzten Wahl nicht mehr kandidiert.

05.03.1989

Der Brand des Unteröwisheimer Schlosses verursacht Schäden in Millionenhöhe.

02.06.1989

Gründung des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal.

22.10.1989

Gemeinderatswahlen - Sitzverteilung: CDU 15, SPD 14, Grüne 1.

1990 - 1992

Verkabelung der Stadt und Verlegung von Gasleitungen.

1991

Die DB-Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart wird in Betrieb genommen.

1993

David-Chytraeus-Ausstellung in Menzingen.

1995

Bürgermeister Horst Kochendörfer wird in seinem Amt bestätigt.

1996

Das 25-jährige Bestehen der Stadt und die Eröffnung der Stadtbahnstrecke Karlsruhe-Menzingen werden mit einem großen Fest gefeiert.

2004

Der Tod von Bürgermeister Horst Kochendörfer löst tiefe Trauer aus.

2005

Ulrich Hintermayer wird zum dritten Bürgermeister der Stadt gewählt.

2008

Neubau der Menzinger Mehrzweckhalle wird feierlich eingeweiht.

2010

Freude in Bahnbrücken: der Stadtteil bekommt seine Mehrzweckhalle.

2013

Ulrich Hintermayer wird als Bürgermeister der Stadt wiedergewählt.

Stadtteile und Geschichte

Die Ortschaft Bahnbrücken - Jahrestafel der Ortsgeschichte

In Bahnbrücken waren zu Beginn unserer Zeitrechnung die Römer. Zumindest liegt der Ort Bahnbrücken an der ehemaligen Römer-Strasse, die sich auf dem südlichen Höhenrücken in süd-nördlicher Richtung über den „Hohen Weg“ hinzieht.

1219

Bahnbrücken wird erstmals als Besitz der Grafen von Eberstein erwähnt. Damals teilten Graf Eberhard von Eberstein und sein Bruder Graf Otto von Eberstein ihren Besitz. An Otto fiel u.a. der Ort Banbrugk mit seinen Bauern, dem Vieh, dem Gerät und allen Rechten.

1278

Otto von Eberstein „schenkt“ dem Kloster Herrenalb (gegründet 1148 durch Rudolf III.) seinen Besitz Bahnbrücken „für zugefügten Schaden“.

1279

Die Söhne Ottos d.Ä. bestätigen diese Übereignung.

1289

Peter von Massenbach verkauft Heinrich von Eberstein seinen dritten Anteil des Großen und Kleinen Zehnten im Dorf und Markung an das Kloster Herrenalb für 65 1/2 Pfund Heller; desgleichen ist aus dem Jahre 1303 eine Stiftung des Peter von Massenbach und seiner Gemahlin Irmengart, über Äcker in der Mark Bahnbrücken, vermerkt (Banbrucke).

1338

Kaiser Ludwig der Bayer gibt den Klosterschutz des Klosters Herrenalb an die Grafen von Württemberg, der seine Rechte 1341 gegen Baden absichern kann. Damit kommt auch Bahnbrücken in den Herrschaftsbereich Württembergs.

15. Jahrhundert

Bau der St.-Sebastians-Kirche als Kapelle. Sie wird mit sog. Secco-Wandmalereien versehen, welche im Zeitalter der Reformation übertüncht werden. Erst 1911 werden diese wieder entdeckt und frei gelegt.

1496/97

Das Kloster Herrenalb beruft sich 1496 auf seine freie Schirmherrschaftswahl und wendet sich von Württemberg wieder den Markgrafen von Baden zu. Ein Jahr später kommt es jedoch zu einem Kompromiss. Das Kloster Herrenalb verbleibt mit seinen wichtigen Stabsämtern Derdingen, Merklingen und Vaihingen gemäß Vertrag von 1497 bei Württemberg.

1504

Bahnbrücken gehört zum klösterlichen Stabsamt Derdingen. Der aus Derdingen stammende Johannes Entenfuß war von 1516 bis 1547 Abt des Kloster Maulbronn. Man sagt, der „Entenfuß“ im alten Derdinger Wappen gehe auf seinen Namen zurück, vgl. hierzu auch Wappen von Bahnbrücken.

1534/1538

Herzog Ulrich von Württemberg führt als Schirmherr des Klosters Herrenalb die Reformation ein. Danach wird auch Bahnbrücken evangelisch. Der zuständige Pfarrer aus Gochsheim war jedoch weiterhin noch katholisch. Die Grafen von Eberstein und mit ihm Gochsheim traten erst 1556 zum evangelischen Glauben über.

1538

Der für Bahnbrücken zuständige Gochsheimer Pfarrer wird von Württemberg ermahnt, „in Bahnbrücken die evangelische Lehre zu verkünden“.

1618-1648

Verwüstungen und Entvölkerung während des 30jährigen Krieges. Die Gemeinde erholt sich nur langsam von den Zerstörungen.

1703

Erster Nachweis einer Schule in Bahnbrücken. Es existieren Lehrerlisten ab 1703.

1709

Die Pflege Derdingen erlässt als zuständiges Amt ein Sammelpatent zur Renovierung der Kirche.

1714

Nachdem das alte Rathaus im Ortskern baufällig ist, wird ein neues Rathaus gebaut, das auch einen Platz für eine Feuerwehrspritze erhält.

1739

In Gochsheim werden beim großen Stadtbrand auch die Kirchenbücher aus Bahnbrücken vernichtet.

18. Jahrhundert

Bau der Kelter

1806

Bahnbrücken kommt durch einen Tauschvertrag vom Herzogtum bzw. Kurfürstentum Württemberg zum Großherzogtum Baden und wird dem neuen Amt Gochsheim zugeordnet.

1812

In Bahnbrücken wird ein eigener Friedhof am Ende der Langen Straße angelegt. Zuvor wurden die Toten im „alten Dorf“ in Gochsheim beigesetzt („Totenweg“). Dieser Platz war nahe bei der alten St.-Martins-Kapelle, von der jedoch heute nichts mehr zu sehen ist. Der Weg zum Alten Friedhof war äußerst beschwerlich, weshalb die Gemeinde bat, einen eigenen Friedhof anlegen zu können.

1813

Nach Auflösung des Amtes Gochsheim wird die Gemeinde Bahnbrücken dem Amt Bretten zugeordnet und verbleibt dort bis zu dessen Auflösung 1936.

1824

In Rastatt wird die älteste heute noch erhaltene Glocke der St.-Sebastians-Kirche Bahnbrücken gegossen.

1853

Auf der Gemarkung Bahnbrücken wird ein Merkurstein sowie ein Torso einer weiblichen Figur aus der Römerzeit gefunden. Der Stein trägt die Inschrift MERCVRIO CESSORINS V.S.L.L.M. (auf deutsch etwa „Cessorinus hat dem Gott Merkur sein Gelübde froh und freudig nach Gebühr eingelöst“). Beide Gegenstände sind im Landesmuseum in Karlsruhe aufbewahrt.

1894

Gründung der „Bahnbrücker Spar- und Darlehnskassenverein eGmuH zu Bahnbrücken“, der Vorgängerin der späteren Raiffeisenbank Bahnbrücken eG.

1888

Das Land Baden, der Kreis und die Gemeinde Bahnbrücken bauen die erste befestigte Straße nach Flehingen über die heutige Gochsheimer Straße. Zuvor war die Verlängerung der Sickinger Straße die Verbindungsstraße von Bahnbrücken nach Flehingen-Sickingen.

1896

Am 5. März wird der Betrieb auf den Bahnstrecken Bruchsal-Menzingen und Bruchsal-Odenheim aufgenommen. Die Bahn wird von der Firma Lenz & Co. aus Berlin (früher Stettin) gebaut und bis 1898 von der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft (WeEG) mit Sitz in Köln betrieben.

Bahnbrücken erhält einen Anschluss (Haltepunkt) an der Stecke Bruchsal-Menzingen, das sog. „Bahnhöfle“. Es befindet sich ca. 1,5 km vom Ort entfernt. Künftig verkehren Personenzüge, die bald den Namen „Entenköpfer“ bekommen, weil entlang der Strecke u.a. Enten weideten und diese hin und wieder wohl ihr Leben lassen mussten.

1898

Nach Gründung der Badischen Lokal Eisenbahn AG (BLEAG) wird die Nebenbahn Bruchsal-Menzingen von der neuen Tochtergesellschaft der bisherigen WeEG betrieben.

1901

Bau des Schulhauses an der Langen Straße. Das zweigeschossige Sandsteingebäude beherbergt im Erdgeschoss einen Schulsaal und im Obergeschoss eine Lehrerwohnung.

1911

Die eindrucksvollen Wandmalereien in der St.-Sebastians-Kirche aus dem 15. Jahrhundert werden wiederentdeckt und freigelegt.

1912

Gründung des Männergesangvereins Bahnbrücken. Erster Vorstand wird Karl Heinrich Käser (bis 1939/45), als erster Dirigent fungiert Lehrer Richard Kluge.

Im Privathaus der Familie Gustav Kolb in der Sickinger Straße 2 wird das erste Telefon in Bahnbrücken bei der dortigen Poststelle Bahnbrücken eingerichtet.

1915

Die Poststelle zieht in das Haus Kirchner/Martin in die Lange Straße 15 bzw. 27 um, wo sie sich bis zur Auflösung befand.

Ende des 1. Weltkrieges

Im Hof der Schule wird das Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten errichtet. 1975 wird es in den Friedhof verlegt.

1921

Bahnbrücken wird an das Stromnetz angeschlossen. Zu diesem Zweck wird auch das sog. „Lichthäusle“ erbaut.

1923

Gründung der „Ein- und Verkaufsgenossenschaft Bahnbrücken“, das sog. „Raiffeisenhaus“.

1929

Bahnbrücken erhält eine zentrale Wasserversorgung mit Pumpstation und Hochbehälter. Beide wurden nach 1970 durch den Bau des neuen Hochbehälters zusammen mit der Gemeinde Zaisenhausen auf dem Gewann „Zaiselsberg“ außer Betrieb gesetzt.

An der St.-Sebastians-Kirche wird das Türmchen an der Westseite abgebrochen, die Kirche nach Westen und Norden vergrößert und an der Ostseite ein neuer Turm angebaut. Damit erhält das Gotteshaus seine heutige äußere Gestalt.

1931

Die Badische Lokal Eisenbahn AG (BLEAG) wird an die Deutsche Eisenbahn Betriebs Gesellschaft (DEBG) verkauft. Damit wird die Nebenbahnstrecke Bruchsal-Menzingen forthin von der DEBG betrieben.

1933

Im Hof des Schulhauses wird die „Hindenburglinde“ gepflanzt. Sie steht heute noch.

1935

Karl Kolb übernimmt das Amt des Dirigenten des Männergesangvereins Bahnbrücken und hat dieses Amt bis 1960, mit kurzen Unterbrechungen nach dem 2. Weltkrieg durch Lehrer Gottlob Veizhans, inne.

1936

Der Amtsbezirk Bretten wird aufgelöst. Bahnbrücken, vor Dürrenbüchig und Sprantal die drittkleinste Gemeinde das Amtsbezirks Bretten, kommt zum Bezirksamt Bruchsal, der ab 1938 zum Landkreis Bruchsal wird.

1937

Der alte Brunnen in der Ortsmitte wird abgerissen und durch den Sulzfelder Steinhauermeister Ziegler neu gestaltet. Dabei wird jedoch die bisherige Form im Grundsatz beibehalten. Der Brunnen wird am Brunnenstock mit Inschriften des damaligen Bürgermeisters Hilpp und den Gemeinderäten versehen. Auf seiner Nord- und Ostseite (Brunnenrand) wird jeweils das damalige Staatssymbol, das Hakenkreuz, sowie eine weitere Inschrift angebracht. Nach Ende des 2. Weltkrieg werden die Hakenkreuze und die Inschrift am Brunnenrand entfernt. Der Brunnen wurde später renoviert.

1938

Die Freiwillige Feuerwehr Bahnbrücken wird durch 27 Mitglieder gegründet. Erster Kommandant wird August Schmid (bis 1946).

Der Ortsverein Bahnbrücken des Deutschen Roten Kreuzes wird gegründet.

1941

An der Bleichstraße wird mit dem Bau des Tabakschuppens begonnen. Die Fertigstellung zieht sich jedoch bis nach dem Krieg hin.

1945

Am 4. April wird Bahnbrücken von französischen Truppen besetzt.

Am 15. Juli übernahmen die Amerikaner das Kommando.

1946

Die amerikanische Besatzungsmacht gründet das Land Württemberg-Baden (Hauptstadt Stuttgart) aus dem nördlichen Teil des früheren Landes Baden und dem nördlichen Teil des früheren Landes Württemberg. Das Land gliedert sich in die Landesbezirke Baden, zu dem auch der Landkreis Bruchsal und damit die Gemeinde Bahnbrücken gehört, und dem Landesbezirk Württemberg. Das Land besteht bis 1952 und wird dann Teil von Baden-Württemberg.

Der Gemeinde Bahnbrücken werden insgesamt 47 ungarndeutsche und 4 jugoslawiendeutsche Heimatvertriebene zugewiesen, die sich dank Unterstützung aller Bewohner, allen voran vom damaligen Bürgermeister Gustav Richter, sehr schnell in das Ortsleben eingewöhnten.

Johann Kull übernimmt von August Schmid das Amt des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bahnbrücken (bis 1967).

1947

Fritz Krockenberger übernimmt das Amt des Vorstands des Männergesangvereins Bahnbrücken (bis 1952).

1949

In Sinn werden bei den Gebr. Rinker 2 neue Glocken für die St.-Sebastians-Kirche gegossen, die Betglocke und die Totenglocke. Beide werden feierlich in Empfang genommen, geweiht und im Turm neben der 1824 gegossenen alten Glocke aufgehängt. Seither hat Bahnbrücken wieder ein mehrstimmiges Geläute, das mit den Tönen H, D und F erklingt.

Die Freiwillige Feuerwehr Bahnbrücken erhält eine Motorspritze.

1950

Junge Frauen und Männer gründen den Evangelischen Kirchenchor Bahnbrücken, der bis Ende der 50er Jahre besteht.

1951

Im Süden des Ortes wird das Neubaugebiet Bergstraße angelegt, das bis in die 70er Jahre besiedelt wird.

In der Waldstraße errichtet die Ein- und Verkaufsgenossenschaft Bahnbrücken die Brückenwaage (in den 90er Jahren geschlossen und abgetragen).

1952

Das Land Württemberg-Baden wird mit dem Land (Süd-)Baden (Hauptstadt Freiburg) und Württemberg-Hohenzollern (Hauptstadt Tübingen) zum Land Baden-Württemberg (Hauptstadt Stuttgart) zusammen geschlossen. Es gliedert sich in 4 Regierungsbezirke Nordbaden (Hauptstadt Karlsruhe), Südbaden (Hauptstadt Freiburg i.Br.), Nordwürttemberg (Hauptstadt Stuttgart) und Südwürttemberg-Hohenzollern (Hauptstadt Tübingen). Der Landkreis Bruchsal und mit ihm auch die Gemeinde Bahnbrücken gehört zum Regierungsbezirk Nordbaden.

Karl August Richter übernimmt das Amt des Vorstands des Männergesangvereins Bahnbrücken (bis 1961).

Fünf junge Männer gründen den Evangelischen Posaunenchor Bahnbrücken, der bis heute besteht.

Erster Obmann wird Werner Schroth (bis 1956), erster Dirigent Hermann Reinbold (bis 1954).

1953

Die Ein- und Verkaufsgenossenschaft und die Spar- und Darlehnskasse Bahnbrücken eGmuH werden vereinigt.

1954

Hermann Reinbold wird Organist in der Evangelischen St.-Sebastians-Kirche in Bahnbrücken. Daher gibt er sein Dirigentenamt beim Posaunenchor an Wilhelm Schmid ab, der den Chor bis zu seinem Tod 1963 leitet.

1956

Nach Inkrafttreten der neuen Verordnung über die Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge in Deutschland am 1. Juli erhält der Landkreis Bruchsal das Autokennzeichen „BR“. Danach fahren auch in Bahnbrücken die ersten Fahrzeuge mit diesem Kennzeichen. Es wird bis 1972 vergeben. Danach wird es durch das neue Kennzeichen des Landkreises Karlsruhe „KA“ ersetzt. Die bisher zugeteilten Kennzeichen können jedoch beibehalten werden, so dass bis in unsere Tage noch Fahrzeuge, insbesondere aus dem landwirtschaftlichen Bereich, mit dem alten Kennzeichen „BR“ verkehren.

Wilfried Kolb übernimmt von Werner Schroth das Amt des Obmannes des Posaunenchores Bahnbrücken (bis 1974).

1956/57

Wegen Baufälligkeit muss das 1714 erbaute Rathaus abgebrochen werden. An gleicher Stelle wird ein neues, etwas vergrößertes Rathaus erbaut. Hierfür muss die Gemeinde das Nachbargrundstück hinzu erwerben. Am 1957 wird das neue Rathaus eingeweiht. An den Feierlichkeiten nimmt u.a. auch Regierungspräsident Dr. Huber aus Karlsruhe und Landrat Weiss aus Bruchsal teil.

Im Erdgeschoss erhält der Kindergarten sein Domizil, bis dieser in den 70er Jahren in das ehemalige Schulhaus umziehen kann.

Die Freiwillige Feuerwehr erhält einen Raum für das Feuerwehrauto und ihre Geräte im neuen Rathaus.

1959

Das Raiffeisenhaus an der Gochsheimer Straße 9 wird gebaut.

1960

Das Schulhaus wird renoviert.

Werner Reinbold übernimmt das Amt des Dirigenten des Männergesangvereins Bahnbrücken (bis 1974).

1961

Die Spar- und Darlehnskasse Bahnbrücken eGmuH wird in Raiffeisenkasse Bahnbrücken eGmbH umbenannt.

Günther Oberst übernimmt das Amt des Vorstands des Männergesangvereins Bahnbrücken (bis 1992).

Mit der Einführung der Postleitzahlen in Deutschland erhält Bahnbrücken wie die meisten Gemeinden im Raum Bruchsal die Postleitzahl „7521“.

1962

Im Privathaus von Johann Kull in der Langen Straße wird eine Filiale der Bezirkssparkasse Bretten eröffnet.

Der Männergesangverein Bahnbrücken besteht 50 Jahre. Aus diesem Anlass wird im Mai auf dem Sportplatz ein Fest veranstaltet.

Am 10. Dezember wird die Südwestdeutsche Eisenbahn Gesellschaft mbH (SWEG) mit Sitz in Ettlingen gegründet. In ihr gehen alle süddeutschen Bahnen der Deutschen Eisenbahn Betriebs Gesellschaft (DEBG) auf. Die SWEG betreibt ab 1. Mai 1963 offiziell die Nebenbahnstrecke Bruchsal-Menzingen.

1963

Nach dem Tod von Wilhelm Schmid übernimmt Reinhard Schmid das Dirigentenamt des Posaunenchores Bahnbrücken. Er leitet den Chor bis heute.

1966

Mit Beginn des Schuljahres 1966/67 nimmt die Grund- und Hauptschule Münzesheim auch die Oberstufenschüler der bisherigen Volksschule Bahnbrücken auf. In Bahnbrücken verbleiben nur noch die Schüler der Klassenstufen 1 bis 4.

1967

Der Friedhof wird nach Osten erweitert.

Gustav Richter übernimmt von Johann Kull das Amt des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Bahnbrücken bzw. der Abteilung Bahnbrücken der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal und hat dieses Amt bis 1994 inne.

1968

Am 26. März tritt das baden-württembergische „Erste Gesetz über Maßnahmen zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden“ tritt in Kraft. Es ist die Grundlage für Vereinigungen kleinerer Gemeinden. Ein Zweites Gesetz tritt am 28. Juli 1970 in Kraft.

Ende der 60er Jahre

Bahnbrücken wird komplett kanalisiert. Der Ortsbach verdolt.

1969

Der langjährige Hauptlehrer der Grundschule Bahnbrücken (seit 1937), Max Zimpfer, wird in den Ruhestand versetzt und bezieht in Mosbach seinen Altersruhesitz. Sein Nachfolger wird Willi Spitzer (bis 1971). Die Grundschule Bahnbrücken umfasst nunmehr nur noch die Klassenstufen 1 bis 3. In der Klassenstufe 4 besuchen die Grundschüler – wie die Hauptschüler bereits seit 1966 – künftig die Grundschule in Münzesheim (bis 1974).

1970

Zur Sicherung der Wasserversorgung baut die Gemeinde Bahnbrücken zusammen mit der Nachbargemeinde Zaisenhausen einen neuen Hochbehälter auf dem Gewann „Zaiselsberg“.

Der Ortsverein Bahnbrücken des Deutschen Roten Kreuzes wird neu gegründet.

Mit Beginn des Schuljahres 1970/71 nimmt die Sonderschule für Lernbehinderte (heute Mönchsweg-Förderschule) in Münzesheim ihren Schulbetrieb auf. Sie ist auch für Förderschüler aus Bahnbrücken zuständig.

1971

Am 15. Januar treffen sich Bürgermeister und Gemeinderäte aus Bahnbrücken mit ihren Kollegen aus den Nachbargemeinden in der Sporthalle Menzingen zu einem Informations- und Ausspracheabend zwecks Umsetzung der vom Land Baden-Württemberg durchzuführenden Gemeindereform. Ein weiteres Gespräch findet am 9. Februar statt. Weitere Gespräche folgen. Als Endergebnis wird eine Vereinbarung über den Zusammenschluss der Gemeinden Bahnbrücken, Gochsheim, Landshausen, Menzingen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker, Oberöwisheim und Unteröwisheim zu einer neuen Gemeinde ausgearbeitet. Als Namensgeber wird der Kraichbach herangezogen, daher der Name Kraichtal. Anfangs war auch „Kraichbachtal“ im Gespräch. Durch die Stadtrechte der bisherigen Gemeinden Gochsheim und Unteröwisheim wird die Bezeichnung „Stadt“ auf die neue Kommune übertragen. Eine Neuverleihung der Bezeichnung „Stadt“ bedarf es daher nicht.

Am 14. Juli unterzeichnen die Bürgermeister der 9 Gemeinden in der Turnhalle in Münzesheim den Vertrag zur Bildung der neuen Kommune „Stadt Kraichtal“, welcher am 1. September in Kraft tritt. Damit kommt die bisher zum Landkreis Sinsheim gehörende Gemeinde Landshausen zum Kreis Bruchsal. Das Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt den Vertrag am 13. August. Die neue Kommune hat ca. 12.600 Einwohner und eine Fläche von 8.058 ha. Sie erhält die neue Postleitzahl „7527“.

Die Hälfte der bisherigen Gemeinderäte der 9 Gemeinden bildet den „Übergangsgemeinderat Kraichtal“. Dieser wählt den bisherigen Bürgermeister der Gemeinde Oberöwisheim, Friedrich Wein, am 1. September zum Amtsverweser der neuen Stadt Kraichtal.

Im September erscheint erstmals das „Mitteilungsblatt“ als amtliches Verkündigungsorgan der Stadt Kraichtal. Das Blatt wird wegen seines grünen Papiers von der Bevölkerung bald als „grünes Blättle“ bezeichnet.

Bereits im Vertrag über die Bildung der Stadt Kraichtal wird geregelt, die unechte Teilortswahl einzuführen. Damit erhält jeder Stadtteil eine bestimmte Anzahl an Gemeinderäten. Auf Bahnbrücken entfallen künftig 2 Gemeinderäte (bisher hatte die Gemeinde Bahnbrücken noch 6 Gemeinderäte). Das gesamte Gremium hat seinerzeit nach der Gemeindeordnung 20, auf Grund der Einführung der unechten Teilortswahl jedoch insgesamt 24 Mitglieder. Später erhöhte sich die Zahl der regulären Sitze auf 26 (bis heute). Auf die Einführung der Ortschaftsverfassung, mit Ortschaftsrat und Ortsvorsteher wird verzichtet. Statt dessen werden sog. „Ortsreferenten“ als Ansprechpartner für die Bürger eingeführt. Anfangs versehen 3 Ortsreferenten (Ost, Mitte und West) diese Aufgaben, ab 1984 sind es 5 und ab 1990 wird für jeden der 9 Stadtteile ein Ortsreferent eingesetzt. Bahnbrücken gehört anfangs zum Bereich Ost.

Am 24. Oktober wird der Gemeinderat der Stadt Kraichtal zum ersten Mal gewählt. Die CDU erhält 19, die SPD 5 Sitze. Für Bahnbrücken ziehen Gustav Richter und Reinhard Schmid in das neue Gremium ein.

Im Rathaus Bahnbrücken erhält das Grundbuchamt für die östlichen Stadtteile der neuen Stadt Kraichtal eine vorübergehende Bleibe, bevor es 1977 in das neu erstellte Rathaus in Münzesheim umzieht. Ein weiteres Grundbuchamt für die westlichen Stadtteile findet im Rathaus Unteröwisheim seine vorübergehende Bleibe.

Durch die Gemeindereform sollen künftig alle Straßennamen nur noch ein Mal in einer Gemeinde vorhanden sein. Bahnbrücken muss daher auf die „Kirchstraße“ verzichten. Sie wird in „Sonnenstraße“ umbenannt. Die Kirchstaße gibt es innerhalb Kraichtals nunmehr nur noch im Stadtteil Menzingen.

Zu Beginn des neuen Schuljahres 1971/72 erhält die Grundschule Bahnbrücken ihren „letzten“ Lehrer, Oberlehrer Helmut Gramlich. Drei Jahre später wird die Schule geschlossen.

Am 1. Oktober wird die SWEG-Ettlingen mit der Mittelbadischen Eisenbahn Gesellschaft (MEG) zur Südwestdeutschen Eisenbahn Gesellschaft AG mit Sitz in Lahr zusammengeschlossen. Die SWEG Lahr betreibt weiterhin die Nebenbahnstrecke Bruchsal-Menzingen.

Am 12. Dezember wird der aus Rußheim (heute Dettenheim) stammende Verwaltungsrat Berthold Zimmermann im 2. Wahlgang zum ersten Bürgermeister der neuen Stadt Kraichtal gewählt. Die Wahlbeteiligung beträgt ca. 84 %. Er hatte bereits im 1. Wahlgang die Mehrzahl der Stimmen auf sich vereinigen können. Zimmermann tritt sein neues Amt am 14. Februar 1972 an.

1972

Die Raiffeisenkasse Bahnbrücken eGmbH wird in Raiffeisenbank Bahnbrücken eG umbenannt.

1973

Mit der Kreisreform des Landes Baden-Württemberg am 1. Januar wird der Landkreis Bruchsal aufgelöst und ganz dem Landkreis Karlsruhe einverleibt. Gleichzeitig werden die 4 Regierungsbezirke Baden-Württembergs umbenannt und neu zugeschnitten. Ferner werden in Baden-Württemberg 12 Regionen geschaffen. Die Stadt Kraichtal gehört seither zum Landkreis Karlsruhe, Region Mittlerer Oberrhein, Regierungsbezirk Karlsruhe. Mit etwa 13.000 Einwohner ist sie nach Bruchsal, Ettlingen und Bretten die drittgrößte Gemeinde des neuen Landkreises (durch die Bildung neuer Gemeinden innerhalb des Landkreises Karlsruhe bis zum Jahr 1975 wurde die Stadt später auf Rang 7 ? verdrängt).

Infolge der neuen Kreiszugehörigkeit fahren in Bahnbrücken die ersten Autos mit dem amtlichen Kennzeichen „KA“.

Die Stadt Kraichtal erhält ihr neues Wappen. Amtsverweser Dr. Ditteney vom Landratsamt Karlsruhe übergibt Bürgermeister Zimmermann die Urkunde. Die künftigen Stadtfarben sind rot-weiß.

Nach Fusion der Bezirkssparkasse Bretten mit der Bezirkssparkasse Bruchsal zur Bezirkssparkasse (ab 1988 Sparkasse) Bruchsal-Bretten am 1. Januar gehört die Filiale Bahnbrücken nunmehr zum neuen Kreditinstitut.

Im Juni feiert die Raiffeisenbank Bahnbrücken eG ihr 50jähriges Jubiläum.

Am 18. Oktober gründen die 7 Evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Kraichtal, darunter auch die Kirchengemeinde Bahnbrücken, die „Arbeitsgemeinschaft evangelischer Kirchengemeinden in Kraichtal“. An diesem Tag trifft sich die konstituierende Versammlung der Arbeitsgemeinschaft. Vorsitzender wird Pfarrer Liebrich aus Oberöwisheim.

1974

Am 25. Mai konstituiert sich die Freiwillige Feuerwehr Kraichtal. Die bisherige Feuerwehr Bahnbrücken ist künftig eine Abteilung der neuen Wehr.

Hans Schneider übernimmt von Wilfried Kolb das Amt des Obmannes des Posaunenchores Bahnbrücken (bis 1999).

Die Grundschule Bahnbrücken wird aufgelöst. Mit Beginn des neuen Schuljahres 1974/75 besuchen die Grundschüler des Ortes die Grundschule in Gochsheim.

In die Räumlichkeiten der Schule ziehen später der Evangelische Kindergarten sowie in das Obergeschoss zunächst das Jugendhaus Bahnbrücken ein.

1975

Reinhard Schmid übernimmt das Amt des Dirigenten des Männergesangvereins Bahnbrücken von Werner Reinbold und leitet dieses Amt bis heute.

Bei der Gemeinderatswahl am 20. April erhält die CDU 17, die SPD 9 Sitze. Für Bahnbrücken zieht Reinhard Schmid für eine weitere Wahlperiode in das Gremium ein. Neu gewählt wird Josef Langenbacher. Gustav Richter hatte nicht mehr kandidiert.

Am 23. Mai wird die von Wendelinus Frick aus Oberöwisheim geschaffenen Ehrentafel für die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges auf dem Friedhof feierlich übergeben. An der Feierstunde wirken der Männergesangverein und der Posaunenchor mit.

Zuvor war das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkrieges vom Schulhof ebenfalls auf den Friedhof umgesetzt worden. Auf dem Friedhof befinden sich seit 1945 auch einige Soldatengräber, die bis heute gepflegt werden.

Im Oktober wird das Jugendhaus Bahnbrücken gegründet und erhält im Obergeschoss des Schulhauses sein Domizil.

1976

Die St.-Sebastians-Kirche erhält eine neue Heizungsanlage.

Die Evangelische Kirchengemeinde Bahnbrücken ändert ihren Namen in „Evangelische Kirchengemeinde Kraichtal-Bahnbrücken“. 1988 wird diese Namensänderung wieder rückgängig gemacht.

Mitte der 70er Jahre

Die ehemalige Kelter, ein stattlicher Massivbau aus dem 18. Jahrhundert, wird von den Ortsvereinen renoviert und dient seither als Veranstaltungs- und Versammlungsraum für die örtlichen Vereine.

1977

Im Januar wird das neu erbaute Rathaus der Stadt Kraichtal im Stadtteil Münzesheim bezogen. Damit zieht auch das Grundbuchamt aus dem Rathaus Bahnbrücken nach Münzesheim um. Die feierliche Einweihung des Rathauses erfolgt am 18. Mai mit einem Tag der offenen Tür. An den Feierlichkeiten nehmen u.a. teil: MdB Bühler, MdB Seefeld, MdL Wirth, Regierungspräsident Dr. Müller, Landrat Dr. Ditteney, Oberbürgermeister Dr. Bieringer aus Bruchsal sowie die Bürgermeister der Nachbargemeinden.

In Bahnbrücken verbleibt nach dem Auszug des Grundbuchamtes nur noch eine „Verwaltungsstelle“ der Stadt Kraichtal, heute Bürgerbüro Bahnbrücken.

1978

An der St.-Sebastians-Kirche wird die Sakristei im Turm saniert.

Im September wird im Stadtteil Unteröwisheim die Kläranlage der Stadt Kraichtal in Betrieb genommen. Der Stadtteil Bahnbrücken wird erst 1982 angeschlossen.

70er Jahre

Die Filiale Bahnbrücken der Sparkasse Bruchsal-Bretten bezieht ihr Domizil im Obergeschoss des Rathauses (bis 1994).

1979

Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Dezember wird Berthold Zimmermann in seinem Amt bestätigt und tritt im Februar 1980 seine 2. Amtsperiode in Kraichtal an.

1980

Bei der Gemeinderatswahl am 22. Juni erhält die CDU 16, die SPD 11 Sitze. Reinhard Schmid und Josef Langenbacher ziehen für den Stadtteil Bahnbrücken wieder in das Gremium ein.

1982

Bahnbrücken wird an die Gemeinschaftskläranlage der Stadt Kraichtal angeschlossen, die ab 1979 im Stadtteil Unteröwisheim gebaut wurde.

1983/84

Die 1911 freigelegten Wandmalereien in der St.-Sebastians-Kirche aus dem 15. Jahrhundert werden restauriert bzw. aufgefrischt.

1984

Am 13. Mai wird auf dem Friedhof die mit tatkräftiger Unterstützung der Bewohner errichtete Aussegnungshalle eingeweiht. Sie sollte bereits 1970 von der damaligen Gemeinde Bahnbrücken in Angriff genommen werden. Durch die Gemeindereform konnte dieses Vorhaben jedoch nicht mehr ausgeführt werden.

Bei der Gemeinderatswahl am 28. Oktober erhält die CDU 16, die SPD 12 Sitze. Reinhard Schmid und Friedbert Pfitzenmeier ziehen für den Stadtteil Bahnbrücken in das Gremium ein. Josef Langenbacher kandidierte nicht mehr.

Im Nordosten des Dorfes wird das Neubaugebiet „Im Helm“ angelegt, das bis in die 90er Jahre besiedelt wird.

Die SWEG als Betreiber der Nebenbahnstrecke Bruchsal-Menzingen ändert ihren Namen in „Südwestdeutsche Verkehrs-AG“.

1987

Die Stadt Kraichtal tritt der Jugendmusik- und Kunstschule Bruchsal bei.

Am 13. Dezember wird Horst Kochendörfer als neuer Bürgermeister der Stadt Kraichtal gewählt. Er tritt am 13. Februar 1988 sein Amt an. Gleichzeitig wird der bisherige Amtsinhaber Berthold Zimmermann nach 16jähriger Amtzeit in Kraichtal verabschiedet. Er hatte nicht mehr für eine 3. Amtszeit kandidiert.

1988

Das „grüne Blättle“ der Stadt Kraichtal verabschiedet sich. Künftig erscheint es auf weißem Recyclingpapier.

1989

Bei der Gemeinderatswahl am 22. Oktober erhält die CDU 15, die SPD 14 und Die Grünen 1 Sitz. Für den Stadtteil Bahnbrücken wird Friedbert Pfitzenmeier wiedergewählt. Neu in das Gremium zieht Alfred Richter ein. Reinhard Schmid kandidierte nicht mehr.

1990

In Kraichtal werden von der Badenwerk AG Breitbandkabel, Erdgasleitungen und Stromkabel verlegt.

Die Stadt Kraichtal richtet für jeden Stadtteil einen eigenen Ortsreferenten ein. In Bahnbrücken übernimmt Reinhard Richter dieses Amt.

Der Freizeit- und Sportverein Bahnbrücken e.V. wird gegründet. Erster Vorsitzender wird Helmut Thomaier.

1991

Die Stadt Kraichtal tritt dem Zweckverband Musik- und Kunstschule Bruchsal bei.

Am 18. September wird das Breitbandkabelfernsehen in Kraichtal in Betrieb genommen. Ab sofort kann man auch in Bahnbrücken mehrere Fernseh- und Radioprogramm per Kabel empfangen.

1992

Hans Schroth übernimmt das Amt des Vorstands des Männergesangvereins Bahnbrücken (bis 2002).

1993

Am 1. Juli werden in Deutschland neue fünfstellige Postleitzahlen eingeführt. Kraichtal erhält die Zahl „76703“. Weitere für Kraichtal zuständige Postleitzahlen sind „76699“ für die Postfachnummern 1101-1180 sowie „76700“ für die Postfachnummern 1201-1280.

Am 27. November (1. Advent) wird im Stadtteil Münzesheim der 1. Kraichtaler Weihnachtsmarkt abgehalten.

1994

Im April tritt der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) in Kraft. Die Bahnstrecke Bruchsal-Menzingen ist somit auch Teil dieses Verkehrsverbundes. Zum Fahrplanwechsel 1994 übernimmt die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) die Nebenbahnstrecke Bruchsal-Menzingen von der SWEG. Die AVG beginnt kurze Zeit später mit der Sanierung der Bahnstrecke. Bis 1996 wird die Strecke elektrifiziert und in eine Stadtbahnlinie umgewandelt.

Rolf Richter übernimmt von Gustav Richter das Amt des Abteilungskommandanten der Abteilung Bahnbrücken der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal. Er hat dieses Amt bis heute inne.

Bei der Gemeinderatswahl am 12. Juni erhält die CDU 16, die SPD 12 und Bündnis90/Die Grünen 2 Sitze. Für den Stadtteil Bahnbrücken ziehen Alfred Richter und Hans Schroth, der für den 1992 ausgeschiedenen Friedbert Pfitzenmeier nachgerückt war, in das Gremium ein.

Im Oktober bezieht die Filiale Bahnbrücken der Sparkasse Bruchsal-Bretten ihr heutiges Domizil in der Gochsheimer Straße 4.

1995

Die Raiffeisenbank Bahnbrücken eG fusioniert mit der Raiffeisenbank Kraichtal eG. Diese ging durch Fusion der „Raiffeisenbank Kraichtal eG“ (durch Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Menzingen, Landshausen und Oberacker entstanden) mit der „Kraichtaler Bank Raiffeisen eG“ (1977 durch Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Gochsheim, Münzesheim, Neuenbürg und Oberöwisheim entstanden) hervor.

Bei der Bürgermeisterwahl am 3. Dezember wird Amtsinhaber Horst Kochendörfer in seinem Amt bestätigt und tritt im Februar 1996 seine 2. Amtsperiode an.

1996

Die in eine Stadtbahnlinie umgewandelte Nebenbahnstrecke Bruchsal-Menzingen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft nimmt ihren Betrieb auf. Bahnbrücken erhält eine Haltestelle an die Linie S 3 Karlsruhe-Bruchsal-Menzingen. Das bisherige „Bahnhöfle“ wird somit zur S-Bahn-Haltestelle. In der Folgezeit werden an der Haltestelle Bahnbrücken insgesamt 15 „Park & Ride“-Parkplätze geschaffen.

Die Haltestelle Bahnbrücken liegt 17 km Bahnstrecke östlich von Bruchsal.

Am 1. September besteht die Stadt Kraichtal 25 Jahre. Aus diesem Anlass findet ein Festakt in Unteröwisheim statt.

1997

Die Raiffeisenbank Kraichtal eG fusioniert mit der Volksbank Bretten – Raiffeisenbank eG.

1998

Die Volksbank Bretten – Raiffeisenbank eG bezieht ihre neue Geschäftsstelle Bahnbrücken in der Langen Straße 19. Das bisherige Raiffeisenhaus wird privat veräußert.

1999

Markus Winter übernimmt von Hans Schneider das Amt des Obmannes des Posaunenchores Bahnbrücken. Er hat dieses Amt bis heute inne. Hans Schneider wird zum Ehrenobmann ernannt.

2000

Nach 10jähriger Amtszeit als Vorstand des FSV Bahnbrücken legt Helmut Thomaier sein Amt nieder. Neuer Vorstand wird Oliver Stumpf.

2001

Am 1. Januar fusioniert die Sparkasse Bruchsal-Bretten mit der Sparkasse Sinsheim zur neuen Sparkasse Kraichgau. Damit gehört die Filiale Bahnbrücken zum neuen Kreditinstitut.

Der FSV Bahnbrücken beginnt mit dem Bau seines Vereinsheims „Vor dem Wald“.

2002

Der Evangelische Posaunenchor Bahnbrücken besteht 50 Jahre. Aus diesem Anlass finden verschiedene Veranstaltungen statt.

Im September schließt die Volksbank Bretten – Raiffeisenbank eG ihre Geschäftsstelle Bahnbrücken.

Damit gibt es in Bahnbrücken nur noch eine Filiale der Sparkasse Kraichgau.

Der FSV Bahnbrücken nimmt sein Vereinsheim „Vor dem Wald“ in Betrieb. Die offizielle Einweihung findet im Frühjahr 2003 statt.

2003

Im Juli eröffnet im FSV-Vereinsheim Bahnbrücken die Gaststätte „FSV-Treff“. Damit hat der Ort wieder eine Gaststätte.

Anlässlich der bevorstehenden Renovierung des Dorfbrunnens veranstalten die örtlichen Vereine Ende August ein „Brunnenfest“.

Bei der Bürgermeisterwahl wird Amtsinhaber Horst Kochendörfer in seinem Amt bestätigt und tritt im Februar 2004 seine 3. Amtsperiode an.

2004

Völlig unerwartet verstirbt Bürgermeister Horst Kochendörfer am 27. November nach kurzer Krankheit. Bürgermeister-Stellvertreter Gemeinderat Bernward Hemberger übernimmt die Amtsgeschäfte im Rathaus.

2005

Bei der vorgezogenen Neuwahl des Bürgermeisters wird der bisherige Bürgermeister aus Illingen (Württemberg), Ulrich Hintermayer, unter zehn Bewerbern im zweiten Wahlgang am 20. März zum neuen Bürgermeister von Kraichtal gewählt. Er nimmt seine Amtsgeschäfte am 4. Mai auf.

2006

Am 24. Februar wird die Filiale Bahnbrücken der Sparkasse Kraichgau geschlossen. Nachdem die Volksbank Bretten – Raiffeissen eG bereits im September 2002 ihre Geschäftsstelle in Bahnbrücken geschlossen hatte, gibt es nun im Ort kein Kreditinstitut mehr. Kunden müssen nunmehr Bank- bzw. Sparkassenfilialen in anderen Stadtteilen aufsuchen.

Beim FSV-Vereinsheim werden neue Parkplätze und ein Beachvolleyball-Feld angelegt.

2009

Im Sommer wird mit dem Bau der Mehrzweckhalle beim FSV-Treff begonnen.

2010

Nach über 2-jähriger Planungszeit und 11-monatiger Bauzeit konnte am 23. Juli 2010 die Mehrzweckhalle des FSV feierlich eingeweiht werden.

2015

10. Juni Gründung eines Frauenprojektchores. Der Frauenprojektchor wird am 23.02.2016 zum Frauenchor Melodivas, als Teil des MGV Bahnbrücken.

2017

Zum ersten Mal in der 105 jährigen Vereinsgeschichte des MGV Bahnbrücken und der Melodivas nehmen die Sängerinnen und Sänger beim 11. Badischen Chorwettbewerb, am 07. und 08.10.2017, im Bürgerzentrum Bruchsal, teil. Die Melodivas erhalten die Auszeichnung „Leistungschor“, die erfahrenen Sänger des MGV Bahnbrücken erhielten von der Jury den Titel „Konzertchor“.

2019

Mit zahlreichen Veranstaltungen feierte Bahnbrücken sein 800-jähriges Bestehen seit der ersten urkundlichen Erwähnung. Auftakt der festlichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr war der Neujahrsempfang der Stadt Kraichtal, am 13. Januar 2019, in der Mehrzweckhalle. Eine ganz besonderes Ereignis zum 800-jährigen Jubiläum war der ökumenische Festgottesdienst am 24. März 2019 in der St.-Sebastians-Kirche.

Am 12. bis 15. Juli 2019 fand das grandiose Jubiläumsfestwochenende statt. 4 Tage wurde Bahnbrücken gebührend gefeiert. Mit eingebunden in die Feierlichkeiten war der 129. Verbandschortag Kraichgau, bei dem rund 1000 Sängerinnen und Sänger in 23 Chören im Wertungssingen antraten.

Aus der Geschichte Gochsheims

804

Erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex: Wigbalt und Reckio schenken dem Benediktinerkloster Lorsch Güter und Leibeigene in "Gozbodesheim".

12. Jhd.

Der Ort kommt als Erbe der Kraichgaugrafen an die Grafen von Eberstein.

1220

Kaiser Friedrich II. besucht seinen treuen Gefolgsmann Graf Otto von Eberstein in Gochsheim und verleiht dem Ort Stadtrechte.

1312

Erwähnung der Stadtkapelle am Standort der späteren St. Martinskirche.

1339

Die Pest wütet in Gochsheim.

1358

Pfalzgraf Ruprecht I. kauft Gochsheim vom Grafen Wilhelm von Eberstein und überträgt die Stadt dem Grafen wieder als Lehen.

1427

Erstmals Juden in der Stadt erwähnt.

1499

Bau der St. Martinskirche, Namensübertragung vom alten Standort in der Talaue.

1504

Im Bayerischen Erbfolgekrieg fällt Gochsheim an Württemberg. Die Grafen von Eberstein werden weiterhin mit der Stadt belehnt.1508Erste Erwähnung eines Scharfrichters.

1515

Bau des heutigen Scharfrichterhauses außerhalb der Stadtmauer.

1521

Beschwerden der Gemeinde über zu hohe Fronlasten.

1525

Anton Eisenhut ruft die Bauern des Kraichgaus auf, sich bei Gochsheim zu versammeln. Die Aufständischen eroberten einige Burgen und Klöster des Kraichgaus und brandschatzten sie.

1544

Sicher verbrieft ist ein "Deutscher Schulmeister" in Gochsheim. Johann Riblinger ist erster Schulmeister an der Deutschen Schule.

1556

Einführung der Reformation in Anlehnung an Baden durch Graf Wilhelm IV. von Eberstein.

1580

Gochsheim zählt 1250 Einwohner.

1617

Bau der evangelischen Pfarrkirche St. Martin. Das von Heinrich Schickhart an den westlichen Eingangsturm angebaute Langhaus wurde bereits 1689 wieder zerstört.

1634-1638

Hungersnot und Seuchen als Folge des Dreißigjährigen Krieges.

1660

Graf Casimir von Eberstein stirbt am 22. Dezember 20-jährig ohne männliche Nachkommen in Heidelberg im Gasthof "Zum Wilden Mann" an den Pocken.

1662

Die Synagoge wird erstmals erwähnt.

1678

Albertine Sophie Esther von Eberstein, die letzte Rose von Eberstein, einzige Tochter Graf Casimirs, heiratet Herzog Friedrich August von Württemberg-Neuenstadt, dem sie 14 Kinder gebar, wovon elf im Kindesalter starben. Alle drei Töchter blieben kinderlos.

1689

Im Orleanischen Erbfolgekrieg wird die Stadt (durch französische Truppen des Generals Mèlac) fast vollständig zerstört.

1699

Ansiedlung von Hugenotten in der "Augusti-Stadt" vor den Toren Gochsheims.

1701-1704

Wiederaufbau der St. Martinskirche. Sie wird 1704 eingeweiht.

1716

Herzog Friedrich August stirbt an der Ruhr und wird in der Kirche beigesetzt. Albertine Sophie Esther folgt ihm 1728 nach.

1739

Ein Großbrand vernichtet im August den gesamten Stadtkern.

1773

Bau des heutigen Rathauses als zweigeschossiger Massivbau.

1806

Gochsheim fällt an Baden und ist Oberamtssitz.

1813

Das badische Oberamt Gochsheim wird nach etwa 400 Jahren aufgelöst. Die Stadt hat 1430 Einwohner.

1828 / 29

Abriss des hinteren Schlosses wegen Baufälligkeit.

1848 / 49

Die Badische Revolution findet zahlreiche Anhänger.1898Errichtung der Ziegelei Jung.1904Bau des Schulhauses und Errichtung der Hauswasserversorgung.

1914 -1918

Gochsheim betrauert 60 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1920 / 21

Einführung der allgemeinen Stromversorgung.

1939 -1945

Gochsheim betrauert 109 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1946

Etwa 300 Heimatvertriebene werden dem Ort zugewiesen.

06. - 08.09.1974

Großes Fest nach Abschluss der Renovierung des Graf-Eberstein-Schlosses in Gochsheim.

26.08.1978

Eröffnung des Badischen Bäckereimuseums in Gochsheim.

1982

Das Dorfentwicklungsprogramm bringt erhebliche Veränderungen im Ortsbild und den Abbruch vieler alter Häuser.

18.10.1985

Übergabe der Karl-Hubbuch-Stiftung im Schloss Gochsheim.

März 1986

Eröffnung der Kraichgau-Bibliothek des Heimatvereins Kraichgau im Schloss Gochsheim sowie des Deutschen Zuckerbäckermuseums.

11.12.1987

Eröffnung des Küferei-Museums im Schloss Gochsheim.

Mai 1989

Erstmals regelmäßige Öffnungszeiten in den Gochsheimer Museen.

1990

Erstes Gochsheimer Museumsfest.

1995

Übergabe der durch den Heimat- und Museumsverein sanierten Stadtmauer in Gochsheim. Es folgen weitere herausragende Denkmalschutzprojekte des Vereins.

2010

Nach Umbau im Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim können im neu errichteten Ebersteinsaal ab sofort Wechselausstellungen gezeigt werden.

2004

1200-Jahr-Feier in Gochsheim.

2014

Neukonzeption des Graf-Eberstein-Schlosses in Gochsheim mit neuer Kunstebene.

Aus der Geschichte Landshausens

872

Erste urkundliche Erwähnung der "Huserard marca" im Lorscher Codex. Weitere Schreibweisen: Nanthoheshusen (1161), Lantzhusen (1386). Der Ortsname ist als "Haus des Nantho" zu deuten.

1292

Beringer von Nantishausen (Ortsadel) verkauft mit Einwilligung des Lehensherrn Konrad von Strahlenburg Güter in Öwisheim. Als Ersatz erhält Beringer von Nantishausen Güter in Nantishusen zu Lehen.

1420

Das Benediktinerkloster Odenheim ist in Besitz des "alten Hofes", der zwanzig Morgen Land umfasst.

1426

Eberhard von Mentzingen und seine Söhne verkaufen dem Abt und Konvent des Klosters Odenheim das halbe Dorf Landshausen für 2000 Gulden.

1427

Wiprecht von Mentzingen, der Bruder Eberhards, und seine Söhne verkaufen ihre Hälfte des Dorfes an das Benediktinerkloster Odenheim.

1454

Der Streit um den Weinzehnten zwischen der Gemeinde und dem Allerheiligenstift Speyer, dem Zehntherrn, wird beigelegt. Schultheiß und Gericht werden erstmals genannt.

1487

Das Kloster Odenheim kauft vom Allerheiligenstift Speyer den Zehnten und Kirchensatz samt einem Hofgut. Das Kloster befindet sich nun im Besitz aller Rechte im Dorf Landshausen.

1514

Das Stift Bruchsal verkauft mit Zustimmung von Schultheiß Benntz von Landshausen die Nutzungsrechte an dem Steinbruch an einen Elsenzer Bürger.

1525

Bürger von Landshausen beteiligen sich am Bauernkrieg. Landshausen muss Entschädigungen für Verwüstungen während des Bauernkrieges leisten.

1618-1648

Während des 30-jährigen Krieges wurde ein unterirdisches Gangsystem angelegt, das zum Teil noch erhalten ist.

Vor 1660

Johannes Thiel ist der erste namentlich bekannte Pfarrer am Ort. An der Tür der St. Martins-Kirche sind die nachfolgenden Ortsgeistlichen aufgelistet.

1694

Nach dem Lagebuch leben 52 Güterbesitzer im Ort.

1751

Einweihung der St. Martins-Kirche, die unter Pfarrer Gräf erbaut wurde.

1803

Mit dem Stift Bruchsal, vormals Probstei Odenheim, kommt Landshausen zum Großherzogtum Baden. Das Dorf hat 591 Einwohner.

1813

Nach Auflösung des Amtes Odenheim kommt Landshausen zum Amt Eppingen. Der Ort hat 591 Einwohner. Der Friedhof bei der Marien-Kapelle wird eingeweiht. Die Kapelle wurde vermutlich Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut.

1828

Bau der alten Schule. Im diesem Jahr werden 123 Schüler von einer Lehrkraft unterrichtet.

1882-1884

Bau des neuen Rathauses, in dem auch die Schule untergebracht wird.

1911

Renovierung und Erweiterung der St. Martins-Kirche.

1914-1918

Landshausen betrauert 33 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1921

Die allgemeine Stromversorgung wird eingerichtet.

1936

Landshausen wird dem Amt Sinsheim zugewiesen.

1939-1945

Landshausen betrauert 57 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1946

320 Heimatvertriebene kommen in den Ort.

1954-1955

Errichtung der Hauswasserversorgung.

1960

Die "Außendörfer Kapelle", 1803 erbaut, wird abgerissen.

1971

Landshausen kommt vom Landkreis Sinsheim / Elsenz an den Landkreis Bruchsal.

Aus der Geschichte Menzingens

770

Erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex. "Menzingen". Der Ortsname ist zu deuten: "Bei den Leuten von Menzo oder Manzo".

804

Umfangreiche Schenkungen gehen an das Benediktinerkloster Lorsch. Neben Hofgütern werden auch zwei Mühlen erwähnt.

Um 1250

Ravan von Menzingen gelangt (vermutlich durch Heirat) zur Herrschaft. Er wurde zum Stammvater der noch heute hier ansässigen Freiherren von Mentzingen.

1359

Graf Wilhelm von Katzenelnbogen belehnt Eberhard von Mentzingen mit Dorf und "borgen" (2 Burgen).

1372

Syfrit als erster Pfarrer namentlich erwähnt, der die Seelsorge in Menzingen antrat.

1412

Eine Bronze-Glocke wird am 15. September gegossen, die noch heute zum Geläut der evangelischen Kirche gehört - eine der ältesten Glocken in Baden-Württemberg.

1524

Beschwerdeschrift der Gemeinde gegen Philipp von Mentzingen. In 22 Punkten protestiert die Gemeinde gegen den Verlust alter Rechte. Phillip weist die Klagen zurück.

1525

Der "Kraichgauer Haufen" des Anton Eisenhut verwüstet das Wasserschloss. Zahlreiche Menzinger Bauern waren beteiligt. Erasmus und Peter von Mentzingen berufen Johannes Rudolfi als ersten evangelischen Pfarrer. Ihm folgt 1530 Matthäus Kochhaf aus Ingelfingen, der bis zu seinem Tode 1559 die lutherische Lehre im Ort verkündet. Dessen erster Sohn David Chytraeus war Schüler Philipp Melanchthons und Rektor der Universität Rostock. Der zweite Sohn Nathan wurde Rektor der Lateinschule Bremen.

1546

Peter von Mentzingen erlässt die Dorfordnung, die auch Bestimmungen über Juden enthielt.

1633-1648

Lehrer Caspar Eulenpertsch berichtet über Hungersnot, Seuchen und Plünderungen als Folge des 30-jährigen Krieges. Bei Kriegsende werden nur noch 15 Untertanen gezählt.

Ab 1650

Einwanderungswelle in den Kraichgau, in Menzingen u. a. aus der Schweiz ("Schweizergasse").

1687

Bau einer jüdischen Synagoge.

1792-1803

Große Unruhen in der Gemeinde. Neben Frondiensten werden auch die geforderten Kriegsabgaben verweigert.

1803

Ein württembergisches Exekutionskommando pfändet im Februar die außenstehenden Zahlungen. Die Gemeinde unterliegt im "Fronprozess" vor dem Reichskammergericht nach 257 Jahre andauerndem Rechtsstreit.

1806

Menzingen fällt an das Großherzogtum Baden. Bis dahin gehörte der Ort zum schwäbischen Ritterkreis.

1813

Menzingen hat 1232 Einwohner und ist fünftgrößter Ort im Bezirk Bruchsal.

1846-1848

Bau der neuen evangelischen Kirche.

1848

Wie auch in anderen ritterschaftlichen Orten gibt es aufgrund der Badischen Revolution Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger und die Grundherrschaft.

1852-1860

Starke Auswanderungsbewegung, vor allem in die Vereinigten Staaten.

1870

Bau der neuen Synagoge für die auf über 100 Seelen angewachsene Jüdische Gemeinde.

1880

Eine Telegraphenstation mit Vermittlungsstelle wird errichtet.

1890 / 91

Bau des neuen Schulhauses.

1896

Eröffnung der Bahnlinie Bruchsal-Menzingen am 5. März.

1914-1918

Menzingen betrauert 71 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1928

Errichtung der Hauswasserversorgung.

1939-1945

Menzingen betrauert 115 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1945

Kurz vor Kriegsende wird das Wasserschloss durch Bombenangriff zerstört.

1946

Circa 300 Heimatvertriebene kommen in den Ort.

1957

Das Rathaus, das durch Luftangriff zerstört wurde, wird neu errichtet.

1996

Erste Fahrt der Stadtbahn durch Kraichtal am 1. September und damit Anbindung an das Netz des KVV.

2000-2006

Die Tiefburg-Ruine wird vom Heimat- und Museumsverein Kraichtal notdürftig gesichert.

Aus der Geschichte Münzesheims

822

Erste urkundliche Erwähnung von Muncinesheim im Lorscher Codex. Der Ortsname ist als "Heim des Munzo" zu deuten. Weitere Schreibweise: Muntzesheim (1294), Müntzißheim (1432).

Ende 12. Jhd.

Der Ort fällt an die Grafen von Eberstein. Die Herren von Münzesheim erhalten den Ort als Lehen.

1283

Mit zahlreichen anderen Gütern der Grafschaft Eberstein kommt Münzesheim durch Kauf an Markgraf Rudolf von Baden, dem Schwager des Otto von Eberstein.

1326

Der Ortsadel (Herren von Münzesheim) stirbt im 13. Jahrhundert aus. An ihrer Stelle erhält die Familie der Hofwarte von Kirchheim Münzesheim als badisches Lehen.

1353

In die Fehde zwischen Eberhard von Sickingen und der Stadt Speyer ist auch Raban Hofwart von Kirchheim verstrickt. Münzesheim wird von speyerischen Söldnern geplündert, die Burg zerstört.

1520

Bau der St. Martin-Kirche.

1525

Im Bauernkrieg wird auch das Münzesheimer Schloss geplündert.

1537

Die Gemeinde zählt 528 Einwohner, darunter auch Juden.

1556

In Baden-Durlach wird die Reformation eingeführt. Johannes Hoppes ist erster evangelischer Pfarrer im Ort.1615M. Unrein ist als erster Schulmeister in Münzesheim erwähnt.

1641

Infolge des 30-jährigen Krieges zählt die Gemeinde nur noch 15 Einwohner.

Um 1650

Starke Zuwanderungen, vor allem aus der Schweiz (Mannherz, Wilser, Burkhardt u. a. m.).1675Mit dem Tod Johann Philipps erlischt das Geschlecht der Hofwarte. Markgraf Friedrich von Baden belehnt seine außerehelichen Söhne Friedrich und Johann Bernhard.

1689-1692

Die Gemeinde leidet unter dem Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-97). Durch vorbeiziehende französische Truppen werden 28 Bürger getötet. Der Ort wird noch mehrmals überfallen.

1. Hälfte 18. Jhd.

Bau der jüdischen Synagoge.

1727-1754

Die Gemeinde beruft sich auf das "alte Herkommen" und verweigert Frondienste und Abgaben (beharrlicher Ungehorsam). Nach langem Prozess unterliegt die Gemeinde 1754.

1761

Friedrich August von Münzesheim gibt das Lehen wegen Streit mit der Ritterschaft an Baden zurück.

1762

Gnaden-Brief des Markgrafen Karl Friedrich von Baden, in welchem Frondienst und Abgaben gerechter geregelt werden.

1763

Das Wasserschloss ist vom Einsturz bedroht, sein Abbruch wird angeordnet.

1783

Aufhebung der Leibeigenschaft im Großherzogtum Baden.

1813

Der Ort kommt nach der Auflösung des Amtes Gochsheim an das erste Landamt Bruchsal. Der Ort hat 1430 Einwohner.

1852

Bau des neuen Schulhauses.

1850-1859

Beim Bau der evangelischen Kirche werden mehrere Gräber aus der Merowingerzeit freigelegt. Damit ist eine Besiedelung seit 500 nach Christus nachgewiesen.

1870

Bau der Straße nach Menzingen und Gochsheim.

1895 / 96

Erste Industrieansiedlung mit Errichtung einer Weberei.

1910

Allgemeine Stromversorgung wird eingerichtet, wobei der Strom in der Mühle erzeugt wird.

1914-1918

Münzesheim betrauert 55 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1927-1929

Bau der Hauswasserversorgung.

1939-1945

Münzesheim betrauert 112 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1965

Einweihung der katholischen St. Andreas-Kirche. Eröffnung der Mittelpunktschule, später "Markgrafen-Schule".

1971

Gründung der Stadt Kraichtal, Münzesheim wird Verwaltungssitz.

1977

Das Rathaus der Stadt Kraichtal wird nach einjähriger Bauzeit eingeweiht. In früherer Zeit standen hier die Nebengebäude des Wasserschlosses.

Aus der Geschichte Neuenbürgs

1241

Erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex.

1255

Erwähnung von "novum castrum (neue Burg) Owensheim". Der Ort entstand als Siedlung um die neue Burg der Grafen von Eberstein.

1298

Heinrich von Eberstein trägt sein "dorff in Obern Ewesheim zu der Niwenburg" dem Bischof von Speyer zu Lehen auf.

1331

Konrad von Remchingen erhält das Dorf als Lehen der Grafen von Eberstein. Die Herren von Remchingen haben bis zu ihrem Aussterben (1657) die Ortsherrschaft inne.

1. Hälfte 15. Jhd.

Neubau der Marien-Kapelle im Schlossbereich. Turm und Chor der heutigen St. Lukas-Kirche stammen noch aus der Zeit.

1469

Ankauf eines Pfarrhauses unter Pfarrer Michael Song.

Um 1530

Die Herren von Remchingen führen die Reformation ein.

1553

Johann Jakob von Remchingen und die Gemeinde vergleichen sich wegen des Frondienstes: Jeder Bürger leistet fortan fünf Frontage pro Jahr.

1567

Erwähnt werden Schultheiß, Bürgermeister, Gericht und ganze Gemeinde zu Neuenbürg.

1577

Die Dorfordnung regelt das Gemeindeleben und bestätigt die Fronordnung aus dem Jahre 1553. Zusätzlich kam in diesem Jahr noch ein Vergleich zwischen Leo von Remchingen und der Gemeinde über verschiedene Streitpunkte, u. a. über den Frondienst, hinzu: Die Länge des Frontages wird von 5 bis 19 Uhr (im Sommer)festgelegt. Den Frönern soll reichlich zu essen und trinken gereicht werden. Der im Ort ansässige Jude gibt als Ersatz für Frondienst und Allmendenutzung drei Gulden pro Jahr an die Gemeinde.

1618-1648

Im 30-jährigen Krieg erfolgen Verwüstungen durch Mansfeldische Truppen (1621). Am Ende zählt das Dorf nur noch 15 Einwohner.

1661

Nach Erlöschen derer von Remchingen (1657) und der Grafen von Eberstein (1660) erzwingt das Hochstift Speyer die Huldigung der Untertanen.

1705

Die Bevölkerung ist überwiegend evangelisch. Der Bischof von Speyer betreibt systematisch die Rekatholisierung, entgegen den Vereinbarungen.

1803

Neuenbürg kommt zu Baden. Das Hochstift Speyer - der bisherige Ortsherr - wird aufgelöst.

1813

Der Ort hat 262 Einwohner und ist damit zweitkleinster Ort im Bezirk Bruchsal.

1913

Bau des Schulhauses.

1914-1918

Neuenbürg betrauert 21 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1928

Errichtung der allgemeinen Stromversorgung.

1939-1945

Neuenbürg betrauert 36 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

April - Juni 1945

Versehentliche Evakuierung der Bevölkerung und Einquartierung von Häftlingen aus dem ehemaligen KZ Vaihingen. Auf dem Friedhof befinden sich die Gräber der hier verstorbenen kranken Häftlinge.

1947-1950

Die Freilichtspiele unter Lehrer Walter Weckenmann finden breiten Zuspruch.

1991

Der Maler und Professor der Kunstakademie Karlsruhe, Karl Hubbuch, stirbt und wird am Wohnort seiner Eltern beigesetzt. Der Maler der „Neuen Sachlichkeit“ weilte oft im Elternhaus; eine Sammlung seiner Werke ist im Museum des Graf-Eberstein-Schlosses in Gochsheim zu sehen.

Aus der Geschichte Oberackers

Um 1050

Bischof Heinrich von Speyer schenkt für das Seelenheil seiner Mutter zwei Huben Land in "Oberachere" an das Domstift Speyer. Der Ort ist eine Ausbausiedlung von Münzesheim her (auf dem "oberen Acker"). Weitere Ortsschreibweisen: Oberagger (1250), Oberackher (1572).

1081

Gerhardus de Oberachere als erster Vertreter des Geschlechts von Oberacker genannt.

1267

Graf Dieter von Katzenelnbogen bestätigt die Erwerbung der Güter des Zisterzienserklosters Herrenalb in Oberacker.

1288

Otto von Bruchsal verkauft seinen Besitz mit allen Rechten, auch der Burg, an das Kloster Herrenalb.

1294

Erste Erwähnung eines Pfarrers, des "Leutpriesters Gerungus" aus Speyer.

1452

Das erste Pfarrhaus als Teil der Pfründe des künftig im Ort ansässigen Frühmessners erwähnt.

1525

Bauern aus Oberacker beteiligen sich an den Plünderungen des "Kraichgauer Haufens" unter Anton Eisenhut.

1526

Ersterwähnung der Liebfrauenkapelle in Oberacker.

1534

Das Kloster Herrenalb kommt in Folge der Reformation an Württemberg. Herzog Ulrich ist Landesherr.

1536

Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich von Württemberg. 35 Familien, fünf Witwen und drei Waisen sind im Dorf ansässig.

1567

Der Mesner Hans Sayler ist erster bekannter Lehrer am Ort.

1575

Neubau eines Pfarrhauses.

1624

Überfall durch bayrische Kavallerie während des 30-jährigen Krieges. 31 Gebäude werden niedergebrannt, der Schultheiß ermordet, viele Bürger fliehen in das nahe Gochsheim. Als Verstecke werden auch so genannte "Lärmenlöcher" angelegt.

1656

Die Gemeinde zählt 64 Einwohner.

1689

Verwüstungen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges. Die Bevölkerung flüchtet; Dorf und Feldflur veröden.

1705

Bau des Schulhauses. Unregelmäßiger Schulbesuch (Feldarbeit).

1718

Erwähnung der St. Blasiuskirche, die vor diesem Zeitpunkt allerdings schon abgerissen wurde.

1738

Bau des neuen Pfarrhauses.

1775 / 76

Neubau des Langhauses der St. Andreas-Kirche. Im Jahre 1909 wurden Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert im Chor, jetzt Sakristei, der Kirche freigelegt.

1806

Oberacker kommt zum Großherzogtum Baden.

1813

Oberacker hat 405 Einwohner. Es ist höchstgelegener Ort im Bezirk Bruchsal.

1857 / 58

Bau des neuen Schulhauses, nachdem das alte zu klein war.

1881

Bau des neuen Rathauses.

1914-1918

Oberacker betrauert 21 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1923 / 24

Die allgemeine Stromversorgung wird eingerichtet.

1939-1945

Oberacker betrauert 36 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1952

Einrichtung der Hauswasserversorgung.

1969

Der "Mönchshof", der bereits im 14. Jahrhundert dem Frühmessner als Behausung diente, wird abgerissen.

1987

Die Wandmalereien in der evang. Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert werden einfühlsam restauriert.

Aus der Geschichte Oberöwisheims

771

Erste urkundliche Erwähnung: Ein Wolfo schenkt in Auunisheimer "marca" dem Benediktinerkloster Lorsch eine halbe Hofreite und Land. Der Name ist als "Heim des Awin / Auwin" zu deuten. Weitere Schreibweisen Owinesheim (991), Owensheim superius (oben) (1277), Obir-Oebensheim (1314).

Um 780

Weinbau wird erstmals in Öwisheim erwähnt.

Um 1150

Öwisheim kommt durch Heirat an die Grafen von Eberstein.

1214

Crafto von Owilinesheim wird als Dienstmann des Eberhard von Eberstein genannt. Sein Sitz ist in Oberöwisheim.

1260

Das Kloster Maulbronn und das Domkapitel Speyer teilen ihre Güter in Öwisheim. Maulbronn vergrößert systematisch Besitz und Rechte in Unteröwisheim, das Hochstift Speyer in Oberöwisheim.

1409

Nach dem Aussterben der Herren von Öwisheim erwarb Wiprecht von Helmstatt den Ort und erhält von König Ruprecht von der Pfalz die hohe Gerichtsbarkeit in Oberöwisheim.

Um 1450

Bau von Langhaus und Chor der Kirche. Der Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert.

1477

Pfarrer Andreas Kocz stiftet die Außenkanzel mit Ölberggruppe und Hl. Grab an der Südseite der St. Mauritius-Kirche.

1516

Fronvertrag zwischen Christoph von Helmstatt und der Gemeinde, wonach die Bürger jährlich 7 Tage für Speis und Trank fronen sollen.

1525

80 namentlich genannte Oberöwisheimer Bauern, die an der Plünderung des Schlosses beteiligt waren, verpflichten sich zur Zahlung eines Schadensersatzes von 200 Gulden.

1543

Hans von Helmstatt führt für seine Untertanen die Reformation ein.

1553

Die Dorfordnung wird erlassen und 1570 von Kaiser Maximilian bestätigt.

1622

Das Domkapitel Speyer beruft Johann Kochen als ersten katholischen Pfarrer nach der Reformation.

1629

Gründung des Judenfriedhofes. Bis 1938 fanden hier Beerdigungen statt.

1648

Nach den Verwüstungen im 30-jährigen Krieg sind nur noch acht Familien ansässig. Es kommt zu starken Zuwanderungen, vor allem aus der Schweiz.

1707

Durch französische Truppen werden im spanischen Erbfolgekrieg 1701 - 1714 u. a. Schloss und Kirche niedergebrannt.

1709

Bau der katholischen Marien-Kapelle unter dem speyrischen Amtmann Schunck. Der evang. Pfarrer Rümelin muss den Gottesdienst weiter im Rathaus abhalten.

1714

Vergleich der Konfessionsstreitigkeiten. U. a. Bau und Nutzung der Kirche, Pfarrer- und Lehrerbesoldung werden unter Schwierigkeiten geregelt.

1715-1717

Wiederaufbau von Turm und Langhaus der zerstörten Kirche.

1748-1753

Der Anteil der Familie von Helmstatt in Oberöwisheim gelangt an das Domkapitel Speyer, das nun alleiniger Herr im Dorf ist.

1751

Bau des speyrischen Amtshauses mit Freitreppe.

1803

Oberöwisheim fällt an das Großherzogtum Baden.

1834

Die Gemeinde erwirbt das ehemalige Amtshaus. Es wird zum Teil als Schule, später auch als Rathaus genutzt.

1848 / 49

Unruhe während der Badischen Revolution. Errichtung einer Bürgerwehr.

1873-1876

Bau der katholischen St. Mauritius-Kirche am Standort des früheren Schlosses.

1914-1918

Oberöwisheim betrauert 37 Gefallene im ersten Weltkrieg.

1921 / 22

Die allgemeine Stromversorgung wird eingeführt.

1939-1945

Oberöwisheim betrauert 97 Gefallene im zweiten Weltkrieg.

1956-1958

Bau des Rat- und Feuerwehrhauses.

1960-1962

Bau des neuen Schulgebäudes.

1970 / 71

Neubau der evangelischen Kirche. Turm und Ölberg bleiben erhalten.

Aus der Geschichte Unteröwisheims

Bis 1260

werden Oberöwisheim und Unteröwisheim zunehmend getrennt genannt. Owensheim inferius (unten) (1277).

1336

Schultheiß Müller in "Nidern Owensheim" erwähnt.

1346 / 47

Markgraf Hermann von Baden verkauft das halbe Dorf samt Patronatsrechten an das Kloster Maulbronn.

1426

Die neue Kirche im Dorf, die untere Kirche, wird erwähnt.

1504

Im Bayrischen Erbfolgekrieg kommt Maulbronn zu Württemberg. Da die Kurpfalz die Schirmrechte über das Kloster besitzt, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten.

1512

Johann Entenfuß aus Unteröwisheim ist Abt des Klosters Maulbronn und wird 1518 wegen schlechtem Wirtschaften abgesetzt.

1525

Der "Kraichgauer Haufen" unter Anton Eisenhut verwehrt auf einer Anhöhe bei Unteröwisheim kurpfälzischen Truppen den Durchmarsch nach Bretten. Auch Unteröwisheimer beteiligen sich bei den Bauernaufständen.

1535

Pfarrer Georg Jung aus Kuppenheim erlässt unter dem Schutz Herzog Ulrichs von Württemberg eine lutherische Kirchenordnung.

1560

Die Knabenschule unter Schulmeister Kilian Villicus besuchen über 100 Kinder. Mädchen durften damals noch nicht am Unterricht teilnehmen.

1564

Die Jakobs-Kapelle (auch obere Kirche) im Innenbereich des Pfleghofes wird erwähnt.

1579

Die Ansprüche Württembergs und der Kurpfalz in Unteröwisheim werden durch Vertrag abgegrenzt: Die Kurpfalz besitzt u. a. Schirm- und Geleitrechte; Maulbronn / Württemberg die "Ortsherrschaft". Die hohe Gerichtsbarkeit wird gemeinsam ausgeübt.

1632

Kaiserliche Truppen (Katholische Liga) plündern und morden im Ort während des 30-jährigen Krieges. Der Pfarrer wird verschleppt.

1699

Die St. Jakobs-Kapelle im Pfleghof wird nach den Verwüstungen im Pfälzer Erbfolgekrieg (1689 - 97) wieder hergerichtet, während die Dorfkirche noch "gänzlich ruiniert und unbrauchbar ist". Das Pfarrhaus beim Schloss wird erbaut.

1738

Das Wohnhaus im Pfleghof ist aufgrund der Verwüstungen im polnischen Tronfolgekrieg (1733-38) "höchst baufällig", berichtet der Pfleger Ludwig Mieg.

1747

Im Januar wird Unteröwisheim die Stadtrechte verliehen. Durch Ablösungsvertrag mit der Kurpfalz kommt Unteröwisheim zu Württemberg. Dabei wird im Gegenzug Zaisenhausen, Gölshausen und Sprantal an die Kurpfalz abgetreten.

1748

Die vorderen Hauptgebäude des Pfleghofes, die Pflegerwohnung und das Bandhaus, werden neu gebaut; andere Teile des "Schlosses" bleiben in schlechtem Zustand.

1750

Im Lagerbuch werden Rechte und Besitz des reformierten Klosters Maulbronn festgehalten.

1806

Unteröwisheim kommt in folge eines Gebietsaustausches von der Krone Württemberg an das Großherzogtum Baden.

1813

Die Stadt hat 1605 Einwohner und ist zusammen mit Östringen, nach Bruchsal, der zweitgrößte Ort im Bezirk Bruchsal.

1825 / 26

Erbauung der heutigen Pfarrkirche. Der Ort hat zu dieser Zeit 1769 Einwohner, darunter 370 schulpflichtige Kinder.

1846

Das Schloss geht in Gemeindesitz über und wird als Schulhaus genutzt.

1849

Die Gemeinde beschließt während der Badischen Revolution 1848/49 die Bildung einer Bürgerwehr und fordert von der badischen Revolutionsregierung Waffen.

1911

Neubau des Schulgebäudes im Schlosshof. Damals die schönste Schule in der Region.

1914-1918

Die Stadt betrauert 81 Gefallene im Ersten Weltkrieg.

1928

Errichtung der Hauswasserversorgung, wobei nur Unteröwisheimer Handwerker zum Zuge kommen.

1939-1945

Die Stadt betrauert 159 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.

1945

Ca. 300 Heimatvertriebene kommen in den Ort.

1956

Wiederverleihung der Stadtrechte durch das Bundesland Baden- Württemberg.

1971

Am 1. September wird die Stadt Kraichtal gegründet. Unteröwisheim wird Stadtteil.

1989

Der Pfleghof wird durch einen Großbrand weitgehend zerstört.

1991

Der CVJM Baden erwirbt das ausgebrannte "Schloss" und baut es beispielhaft wieder auf.

1996

Übergabe des Rad- und Wirtschaftsweges zwischen Unteröwisheim und Münzesheim.

2004

Einweihung und Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus des CVJM-Lebenshauses.

Quelle: kraichtal.de



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