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Alte Historische Fotos und Bilder Kalletal, Nordrhein-Westfalen
Old historical photos and pictures Kalletal, North Rhine-Westphalia

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Wappen Kalletal

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Geschichte von Kalletal, Nordrhein-Westfalen in Fotos
History of Kalletal, North Rhine-Westphalia in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Kalletal ist eine Gemeinde im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Die Gemeinde gehört zum Kreis Lippe im Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe). Kalletal liegt im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge.

Die nächstgelegenen Fernbahnhöfe befinden sich in Herford und Bad Oeynhausen. Die erste Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets wird auf das Ende der Bronzezeit um 700 vor Christus datiert. Das ländlich geprägte Gebiet erhielt erst durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg einen nennenswerten Bevölkerungsanstieg. Neben der Landwirtschaft ist die Wirtschaft durch kleine, mittelständische Unternehmen geprägt. Die Gemeinde Kalletal wurde am 1. Januar 1969 im Zuge der nordrhein-westfälischen Gebietsreform aus 16 ehemals selbständigen Gemeinden gebildet und deshalb auch als Großgemeinde bezeichnet.

Nach § 3 der Hauptsatzung der Gemeinde Kalletal gliedert sich das Gemeindegebiet in 16 Ortsteile. Diese Ortsteile entsprechen den ehemals selbstständigen Gemeinden, aus denen durch das Lemgo-Gesetz im Rahmen der Gebietsreform die Großgemeinde Kalletal gebildet wurde:

Asendorf, Bavenhausen, Bentorf, Brosen, Erder, Heidelbeck, Henstorf, Hohenhausen (Hauptort, Sitz der Verwaltung), Kalldorf, Langenholzhausen, Lüdenhausen, Osterhagen, Stemmen, Talle, Varenholz, Westorf

In diesen Ortsteilen sind die folgenden Örtlichkeiten gelegen, die nicht den Status eines Ortsteiles besitzen:

Dalbke, Echternhagen, Elfenborn, Faulensiek, Harkemissen, Herbrechtsdorf, Niedermeien, Rentorf, Tevenhausen, Waterloo, Hellinghausen, Selsen, Rafeld

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 13 385

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Kalletal. Bavenhausen - Pension 'Rieken Hof', 1969
Bavenhausen - Pension 'Rieken Hof', 1969
Kalletal. Heidelbeck - Haus Waldfrieden, 1969
Heidelbeck - Haus Waldfrieden, 1969
Kalletal. Langenholzhausen - Blick auf Dorf, 1966
Langenholzhausen - Blick auf Dorf, 1966
Kalletal. Langenholzhausen - Kirche
Langenholzhausen - Kirche
Kalletal. Langenholzhausen - Neue Siedlung, 1959
Langenholzhausen - Neue Siedlung, 1959
Kalletal. Talle - Gasthaus und Pension 'Alter Krug'
Talle - Gasthaus und Pension 'Alter Krug'
Kalletal. Varenholz - Schloß, 1957
Varenholz - Schloß, 1957
Kalletal. Varenholz - Schlosshof
Varenholz - Schlosshof

Geschichte von Ortschafte

Asendorf

Asendorf gehört mit rund 300 Einwohnern zu den kleineren Ortschaften des Kalletals. Sehenswert ist hier ein unter Denkmalschutz stehender Ziehbrunnen. In der Nachbarschaft befindet sich ein ebenfalls denkmalgeschütztes kombiniertes Wohn-Wirtschaftsgebäude vom Typ des Querdeelenhauses (erbaut 1898) einschließlich nebenstehendem Backhaus.

Bavenhausen

In exponierter Lage auf dem Windberg überragt die 1853 erbaute Windmühle die Ortschaft Bavenhausen. Trotz fehlender technischer Innenausstattung - die Windmühle wird heute als Hochbehälter für die Wasserversorgung benutzt - ist sie als äußerlich gut erhaltene denkmalgeschützte Windmühle ein Schmuckstück des Kalletals. Viele Funde in Bavenhausen und Huxol zeugen von einer steinzeitlichen Besiedlung in dieser Gegend. Die Restanlage eines Kalksteinbruchs - der Kalkofen ist nicht mehr vorhanden - vermittelt noch einen Eindruck über die Arbeits- und Produktionsverhältnisse der Kalkindustrie der Jahrhundertwende. Hoch über Bavenhausen erhebt sich mit 326 Meter der Teimer mit einer reichen Pflanzen- und Tierwelt (1983 als Naturschutzgebiet ausgewiesen).

Bentorf

Der Ort Bentorf wird am 20.09.1359 im Callendorper Lehnsbrief urkundlich zuerst genannt. Bentorfs Wahrzeichen ist die Windmühle. Sie wurde 1889 von dem Müller Karl Ohsiek an der Straße nach Kalldorf erbaut. Seit 1928 befindet sie sich im Besitz der Familie Brink. Als letzte betriebsbereite Windmühle im Originalzustand im Bereich des Weserberglandes wird sie heute nach Einstellung des Mühlenbetriebes als technisches Kulturdenkmal vom Museumsverein Kalletal betreut. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten mahlt diese Holländerwindmühle mit 4 Jalousieflügeln wieder wie zu Urväterzeiten Korn. Sehenswert sind auch der alte Dorfkern mit seinen schmucken Fachwerk- und Bruchsteinhäuschen und die Erdfälle am Lichtensberg.

Brosen

Brosen hieß im Mittelalter Brochusen oder Brokhosen, das Dorf bzw. die Häuser im Broche. In seinen Anfängen geht Brosen bis in die altsächsische Zeit zurück. Das Dorf wird 1362 zuerst genannt, als der lippische Edelherr Simon der III. die Abgaben der freien Leute verpfändete. Heute ist Brosen ein Treffpunkt für Kulturschaffende und Kulturinteressierte. Der Kulturkreis Kalletal e.V. Deele Brosen hat hier eine Kleinkunst-Oase im lippischen Norden geschaffen. Ebenfalls sehenswert sind die Balkeninschriften denkmalgeschützter Fachwerkhäuser. Auf dem Rafelder Berg (332,6 Meter) befindet sich ein historischer trigonometrischer Punkt. Dieser Bodenpunkt von dokumentarischer Bedeutung für die Vermessungsgeschichte ist durch einen Steinpfeiler markiert.

Erder

Erder ist der nördlichste Ort in der Gemeinde Kalletal und liegt unmittelbar am Ufer der Weser. In Lippe verfolgte man zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Plan, den kleinen Weserort Erder von einer Weserzollerhebungsstätte zu einem Hafenplatz auszubauen, um so die lippische Warenein- und -ausfuhr selbst zu kontrollieren. Diese wurde zu einem großen Teil über den Weserhafen Vlotho abgewickelt. Das Vorhaben scheiterte nicht allein am Widerstand Preußens, sondern vor allem an der schlechten Verkehrsanbindung Erders an das Hinterland. Immerhin aber gewann Erder als Niederlage und Zollstation eine große Bedeutung für das Lipperland. Das ehemalige Zollhaus aus dem Jahre 1833, das später als Schulhaus genutzt wurde, prägt noch heute das Ortsbild. Lippische Auswanderer und Ziegler benutzten auch den Erderschen Hafen, um von hier aus auf dem Wasserwege nach Bremen und von dort an ihre Zielorte zu gelangen. In Verlängerung der Straßen "An der Weser" führt der alte Kirchweg unterhalb des Abergs (Naturschutzgebiet Graureiherkolonie) an der Weseraue entlang. Vorher wird das Ausraumtal der "Frellenbieke" erreicht, die an der L 781 ihre Quelle hat. Im Volksmund heißt sie Franzosenquelle, weil hier französiche Truppen in der Napoleonischen Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts mehrfach biwakiert haben sollen. Die Wasserführung ist allerdings so stark zurückgegangen, dass heute Forellen hier nicht anzutreffen sind. In der Nähe liegt auch die "Dorfstelle Ihmsen", eine Ansiedlung, die wahrscheinlich zwischen 1350 und 1450 "wüst" geworden ist. 100 Jahre Seuchen (Pest), Kriege und Plünderungen rafften ganze Familien hin, ganze Ortschaften gingen in Flammen auf oder wurden total ausgeplündert.

Heidelbeck

Von den 7 Ämtern des Klosters Möllenbeck hat das Heidelbecker oder Helbecker Amt für unser Gebiet die größte Bedeutung gehabt. Die Ritter von Helbecke waren hier die Amtsleute. Das Amt erwarben im Jahre 1411 die Ritter von Westphal, die bis 1839 Schloss und Gut Heidelbeck in Besitz hatten, das sie dann dem lippischen Fürsten verkauften. Das Renaissanceschloss von 1596 beherbergt heute einen gastlichen Dorfkrug.

Die alte Schlossmühle von 1537 - zuletzt als Forsthaus genutzt und bereits in der alten lippischen Denkmalliste eingetragen - ist ein besonders reich geschmücktes Fachwerkhaus von einmaliger Schönheit. Heute ist hier ergänzt durch ein zweites Fachwerkhaus und ein historisches Sägegatter ein Wald- und Forstmuseum eingerichtet. Der ländliche Charakter der Ortschaft Heidelbeck hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Die besonders reizvolle Lage inmitten eines großen Waldgebietes hatte Heidelbeck insbesondere in den 60er und 70er Jahren zu einem beliebten Fremdenverkehrsort werden lassen. Noch heute ist es Ziel und Ausgangspunkt für zahlreiche Wandergruppen.

Henstorf

Henstorf stellt mit knapp 200 Einwohnern die zweitkleinste Ortschaft des Kalletals dar. Am Selser Berg befindet sich ein ehemaliger Steinbruch, der heute eine bemerkenswerte Flora und Fauna beherbergt. Die Grenze zur benachbarten Gemeinde Dörentrup läuft unterhalb der Spitze des 360 Meter hohen Kleebergs.

Hohenhausen

Das Kirchdorf Hohenhausen wird erstmals um 1015 erwähnt. Die ursprüngliche Form seines Namens "Hodarnhusen" führt uns zurück in die altsächsische Zeit. Im Jahre 1711 wurde der große Sohn Hohenhausens, Stephan Ludwig Jacobi, geboren. Sein Name ist als Begründer der künstlichen Besamung in der Fischzucht in den Fachkreisen der ganzen Welt bekannt. Die deutschen Fischereivereine haben ihm 1896 in Hohenhausen ein Denkmal gesetzt. Jacobis damalige Bedeutung für die Durchführung von Flussregulierungsarbeiten, als Erfinder und Konstrukteur ist darüber etwas in Vergessenheit geraten. 1909 errichteten sportliche Hohenhauser dem Turnvater Jahn ein Denkmal. Die ev.-ref. Kirche in Hohenhausen besteht aus einem romanischen Saalbau des 12. Jahrhunderts. Einwölbung, Chor und Aufstockung des Westturms folgten im 15. Jahrhundert, die kreuzförmige Erweiterung 1887. Ebenfalls zum historischen Baukern der Ortschaft Hohenhausen gehört ein Fachwerkgebäude der Renaissancezeit - das heutige Bürgerhaus Am Markt - und ein ehemaliges Mühlengebäude aus dem 18./19. Jahrhundert, das heute u.a. als Bücherei und Tourist-Info genutzt wird. Rund um Hohenhausen finden sich zahlreiche gepflegte Bauernhöfe. Auf einer Wanderung von Dalbke nach Bentorf wird man über den "Hof Klemme" - eine unter Denkmalschutz stehende Hofanlage des 18./19. Jahrhunderts - geführt.

Kalldorf

Die Hühnengräber aus der späten Bronzezeit um 700 v. Chr. im Haiberg in der Nähe Kalldorfs sind die Zeugen einer ersten germanischen Siedlung in dieser Gegend. Die Ritter von Callendorp besaßen im 13. Jahrhundert in Kalldorf umfangreichen Grundbesitz und gaben der Ortschaft ihren Namen. Im Jahre 1453 wurde in Kalldorf die erste lippische Glashütte gebaut. Auf dem heutigen Gelände der Firma Meyra wurde 1603 eine der ersten lippischen Papiermühlen erbaut, deren Betrieb bis in das Jahr 1928 aufrechterhalten wurde. Dem lippischen Ziegler wurde direkt an der Bundesstraße 1988 ein Denkmal gesetzt. Ein stattlicher Massivbau aus Bruchstein aus dem Jahr 1889 - das Haupthaus des ehemaligen Engelsmeierschen Hofes - wird heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Am "Soleborn" befindet sich die "Heilquelle" Kalldorfer Brunnen. Etwas außerhalb der Ortschaft Kalldorf liegt die denkmalgeschützte "Niedernmühle Kalldorf". Von hier aus hat es die Kalle nicht mehr weit, bis sie in die Weser mündet. Mit 48 m über NN ist dies zugleich der tiefste Punkt des Kalletals.

Langenholzhausen

Langenholzhausen (im Mittelalter Holthusen) wird zuerst urkundlich 1245 erwähnt. Im Jahre 1633 berichtet eine Urkunde von einer gewaltigen Feuersbrunst, in welcher die gesamte Ortschaft ein Raub der Flammen wurde. 1819 ließ die Fürstin Pauline zur Lippe die alte Doppelbogenbrücke aus Stein über die Kalle bauen. Die ev.-ref. Kirche in Langenholzhausen, deren Turm bereits gegen 1150 erbaut wurde, erfuhr im 14. Jahrhundert eine Vergrößerung des Chores durch einen gotischen Neubau. Die letzte wichtige Bauperiode fällt in die spätgotische Zeit um 1522, als Reineke de Wend den romanischen teil des Schiffes mit zwei Kreuzgewölben versehen ließ. Die entstandenen Wandmalereien, die wenige Jahre später übertüncht wurden, konnten 1953 und 1974 im Zuge von Renovierungsarbeiten zum Teil freigelegt werden. Die Orgel - 1752 von dem Herforder Orgelbauer Christian Clasing erbaut - gehört zu den bedeutendsten alten Orgeln in Westfalen-Lippe. Der Ort verfügt über mehrere denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, insbesondere im Bereich der "Krämerstraße". Im Forst Langenholzhausen (zwischen Elfenborn und Heidelbeck) sind noch mehrere lippische Grenzsteine von 1669 mit lippischem Wappen (Rose) und nach Niedersachsen hin mit hessischem Löwen (ehem. hessisches Gebiet) zu sehen. Der Luhbachweg bietet Wanderern herrliche Aussichten in das Wesertal mit Blick zur "Porta Westfalica".

Lüdenhausen

Lüdenhausen - früher Ludenhusen - lag zur Sachsenzeit im Gau Tilithi und hieß damals Luidinghausen. Man kann annehmen, dass etwa um 1200 die erste Holzkirche mit einem steinernen Turm, der zugleich als Wehrturm diente, gebaut worden ist. In diese Zeit weist auch die Bauart des Turms, romanisch, mit sehr dicken Wänden, versehen mit Schießscharten, hin. Hier bargen in Kriegszeiten die wehrlosen Bewohner ihr Saatkorn und ihre Habe, von hier aus verteidigten sie sich. Die spätklassizistische Saalkirche stammt von 1867. Daneben findet man ein schmuckes Fachwerk-Pfarrhaus (Wohnteil 1704, Wirtschaftsteil - heute Gemeindehaus - 1775). Lüdenhausen ist Geburtsort des etwa 1624 verstorbenen Theologen Konrad Hoyer, dem Herausgeber des ersten evangelischen lippischen Gesangbuches. Hier lebte auch Charlotte Diede, die mit dem Gelehrten und Staatsmann Wilhelm von Humboldt (1767 bis 1835) befreundet war. Die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Lüdenhausen belegt heute noch ein schmaler langgestreckter Geländestreifen auf einem Hügel mit 8 Grabsteinen mit deutschen und hebräischen Inschriften.

Osterhagen

Osterhagen bildet mit knapp 30 Einwohnern die kleinste Ortschaft des Kalletals. Eingebettet in einem Tal zwischen Bavenhausen und Talle gelegen, haben sich hier eine Hand voll Häuser und ihre Bewohner ihre eigene Oase bewahrt.

Stemmen

Über die Ortschaft Stemmen, die östlich an Varenholz anschließt und historisch und räumlich eng damit verbunden ist, datiert die erste Urkunde vom 14. Mai 1331. Es gab in alten Zeiten den Namen Stamf oder Stamfried. Vielleicht hat der erste Siedler hier so geheißen, doch ein Bauer erzählt, er habe immer gehört, dass hier in alten Zeiten viele Weidenstämme gewesen wären, bei denen ein Heilkundiger gewohnt habe. Von weit her seien die Leute nach diesem "Kerl in den Stä(e)mmen" gekommen, und er hätte für jede Krankheit ein Gegenmittel gekannt. Heute zieht der Stemmer See mit Campingpark viele Besucher an. Sandstrand, Wasserskianlage und weitere Wassersportmöglichkeiten und natürlich auch das Angeln bieten eine Menge Freizeitspaß. Im Dorf trifft man auf ein bruchsteinumwehrtes Areal. Dahinter verbirgt sich der "Stöckersche Hof", ein zweigeschossiges barockes Wohnhaus mit hoher Freitreppe aus dem Jahr 1750 mit dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden.

Talle

Das Ortsbild des Bergdorfes Talle wird durch die Petruskirche, den Berggarten und die Fachwerkhäuser im Zentrum des Dorfes geprägt. Etwa um das Jahr 1100 wurde der Westturm der Petruskirche im frühromanischen Baustil errichtet. 1482 bis 1492 kam das spätgotische Langhaus hinzu. Auf dem alten Kirchhof befinden sich schöne barocke und klassizistische Grabsteine. Ein bedeutendes Zeugnis der Siedlungsgeschichte des Landes stellt das bereits 1359 erwähnte "Gut Niederntalle" dar. Auch heute noch ist deutlich ablesbar die Topographie als ehemalige wasserumwehrte Anlage. Am Fuße des Bonstapels, dessen höchste Erhebung mit 335 Meter über NN bereits im Wittekindsland liegt, befindet sich das Gut Röntorf, das seit 1785 zu Talle gehört. Auch blaues Blut war auf dem Gut vertreten. Prinzessin Gundula zu Lippe verbrachte in Röntorf einen Großteil ihres Lebens.

Varenholz

Die Geschichte der Ortschaft Varenholz wird bis in die heutige Zeit von dem Renaissanceschloss bestimmt. Das ursprünglich direkt an der Weser gelegene Schloss wurde 1188 erstmalig als Besitz der Herren Vornholte genannt. Lange Zeit war die Burg in der Hand der Ritter de Wend, deren Politik im Mittelalter die Entwicklung der Ortsteile in Kalletal entscheidend bestimmt hat. Nach der dunklen und blutigen Zeit des Mittelalters ließ Graf Simon der VI. die heutige Schlossanlage, deren Baugeschichte bis 1540 zurückreicht, zwischen 1591 und 1600 zu einem bedeutenden Bauwerk der Weserrainessance erweitern. Von 1945 bis 1949 hatte sich die UFA-Filmgesellschaft in dem ehrwürdigen Schloss niedergelassen, danach richtete Elisabeth Engels - die Leiterin des ehemaligen Detmolder Mädchenpensionats - hier ein Internat ein. Heute steht das Schloss im Besitz des Landesverbandes Lippe und beherbergt in seinen Räumen und Anbauten eine private Realschule mit Internat. An der äußeren Ringmauer gelegen ist die ev.-ref. Kirche Varenholz, ein kreuzförmiger Saalbau mit flachgedecktem Schiff um 1500, gewölbtem Nordflügel aus dem 14. Jahrhundert und Südflügel mit Portal von 1839. Entlang der "Varenholzer Straße" treffen wir auf mehrere unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhäuser. In der Weseraue zeugt eine vierbogige Bruchsteinbrücke (1753) davon, dass das Wasser sich vor Jahrhunderten andere Wege suchte. Bereits seit 1924 besteht die Hochseilfähre Veltheim, die noch heute Wanderern und Radfahrern als willkommenes Verkehrsmittel einen Umweg erspart. 1925 ereignete sich hier das größte Unglück in der Friedensgeschichte des deutschen Heeres. 81 Soldaten der damaligen Reichswehr ertranken beim Übersetzen von Veltheim nach Varenholz. Noch heute erinnert ein Obelisk hieran.

Westorf

Westorf hieß im Mittelalter Westerndorp oder Wessentrup. Es war also das Dorf im Westen (von Hohenhausen). Das Dorf wird bereits im 12. Jahrhundert im Güterverzeichnis der Abtei Herford genannt. Da das bergige Gelände mit seinen meist mageren Böden der Landwirtschaft keine großen Entwicklungsmöglichkeiten bot, waren hier seit hundert Jahren die Ziegler vorherrschend. Später kamen Zigarrenmacher hinzu. Im Rahmen von Flächenstilllegungen der Landwirtschaft hat hier eine Gruppe von Natur- und Vogelschützern in den letzten Jahren ein Biotopverbundsystem zur Erhaltung heimischer Tiere und Pflanzen geschaffen.

Quelle: kalletal.de



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