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Alte Historische Fotos und Bilder Metelen, Nordrhein-Westfalen
Old historical photos and pictures Metelen, North Rhine-Westphalia

Wappen Metelen

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Geschichte von Metelen, Nordrhein-Westfalen in Fotos
History of Metelen, North Rhine-Westphalia in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Metelen ist eine Gemeinde im Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Die Gemeinde Metelen liegt in der Münsterländer Parklandschaft, die von einem Kontrast von Sandböden und Feuchtgebieten abwechslungsreich geprägt ist. Durch den Ort fließt die Vechte. Zu Metelen gehören die Bauerschaften Naendorf und Samberg.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 6 363

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Metelen. Adolf-Hitler-Straße, 1941
Adolf-Hitler-Straße, 1941
Metelen. Auf dem Schilden
Auf dem Schilden
Metelen. Bahnhof, Lohoffs Mühle, Hauptstraße, Evangelische Kirche, 1961
Bahnhof, Lohoffs Mühle, Hauptstraße, Evangelische Kirche, 1961
Metelen. Bahnhofsmuseum
Bahnhofsmuseum
Blick auf Metelen
Blick auf Metelen
Metelen. Fliegeraufnahme
Fliegeraufnahme
Metelen. Rathaus, 1960er
Rathaus, 1960er
Metelen. Stift
Stift

Geschichte

Eingebettet in die schöne Parklandschaft des westlichen Münsterlandes, ca. 20 km von den Niederlanden und 40 km von Münster entfernt liegt die Gemeinde Metelen. Sie kann auf eine mehr als 1100jährige Geschichte zurückblicken. Keimzelle ist das von der adligen Frau Friduwi auf ihrem Grundbesitz 889 gegründete Kloster an der Vechte. Das Kloster, eine Einrichtung, die nur adlige Fräulein aufnahm, bildete sich zu einem religiösen Zentrum heraus, vor dessen Mauern sich Handwerker, Händler, Tagelöhner und Bauern niederließen. Es bildete sich eine Siedlung heraus, die bereits 1337 über einen Markt verfügte.

Im 15. Jahrhundert wandelte sich das Kloster in ein freiweltlich-adliges Damenstift um. Aus der Klosterzeit stammen die heutige Pfarrkirche und der Südflügel des Dormitoriums, aus der Stiftszeit die Abtei von 1720, die Stiftsmauer und eine ehemalige Kurie. Auch in der Literatur hat das Stift Metelen durch Annette von Droste-Hülshoff Eingang gefunden. Der Besuch bei ihrer Tante Anna Elisabeth, die bis 1805 Äbtissin in Metelen war, regte sie dazu an, in ihrem Epos „Die Schlacht im Lohner Bruch“ den Aufenthalt Christians von Braunschweig im Stift Metelen einzuflechten: „...wo dort aus dichter Buchen Kranz / sich Meteln hebt im Abendglanz...“.

1591 erhielt Metelen eine Umwehrung aus Graben und Wall. Vier Tore führten in die Stadt hinein. Der heutige Wallweg verläuft auf der alten Befestigungsanlage. Das Miteinander von Stiftsbezirk und Bürgerquartier spiegelt sich noch heute im Stadtgrundriss wider. Mit dem Wigboldrecht war Metelen berechtigt, sich unter der Oberaufsicht der Äbtissin selbst zu verwalten, einen eigenen Haushalt aufzustellen, die Abgaben einzuziehen, die Verteidigung des Wigbolds und den Feuerschutz zu organisieren sowie die Polizeigewalt auszuüben. An den Stadttoren nahmen die Torwächter das Stadtwegegeld, eine Art Zoll, ein. Für die Unterhaltung einer Deutsch- und einer Lateinschule war die Äbtissin verantwortlich, die auch für die Einstellung der Hebammen sorgte.

1631 erhielt Metelen ein bürgerschaftliches Siegel, aus dem das heutige Gemeindesiegel hervorgegangen ist. Die wirtschaftliche Grundlage bildete die Leinen- und Wolltuchproduktion und der Handel mit den Webprodukten. Leinen- und Tuchweber waren in Gilden organisiert. Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage baute die Tuchmacherzunft 1618 eine neuere Walkenmühle. Nach 1814 wurde die Leinen- und Tuchweberei durch Seidenweberei sowie Stock- und Schirmherstellung erweitert. Die Handwebstühle der arbeitsintensiven Hausindustrie wurde 1862 durch die arbeitsteilige mechanische Weberei der auswärtigen Firmen Meckel, später durch von Schewen, Schröder und Gebhard und durch die Metelener Firmen Schründer und Bürger und Kerkhoff zur Textilindustrie ausgebaut.

Mit der Herausbildung der Fabrikarbeiterschaft hob sich der Lebensstandard in Metelen: Einzelhandel und Handwerk lebten auf. 1931 schloss die Seidenweberei Gebhard. Unmittelbare Folge der Schließung 1931 war die Zusammenlegung der Gemeinden Wigbold und Kirchspiel 1937 zur Gemeinde Metelen. Nach dem Ende des Krieges lebte die Textilindustrie mit der Wiedereinrichtung der Weberei Gebhard wieder auf. Auch die Metelener Webereien Bürger und Kerkhoff und Roters produzierten wieder. Mit dem Niedergang der Textilindustrie im Westmünsterland endete 1973 auch in Metelen dieser Gewerbezweig.

Es folgte ein tiefer Einschnitt im Wirtschaftsleben des Ortes, dem man mit einer Offensive in der Gewerbeansiedlung begegnete. Seit 1970 wurden die Planungen zur Schaffung eines geschlossenen Gewerbegebietes zwischen Welbergener Damm und Bundestrasse 70 forciert. Bis 1995 hatten sich im Gewerbegebiet „Peddenfeld“ ca. 30 mittelständische Betriebe angesiedelt. Die Abkehr von der Monostruktur Textilindustrie zur krisensicheren Durchmischung des Gewerbes hatte Erfolg. Neue Gewerbegebiete sind in Planung.

Städtebau- und Denkmalpflege im Zusammenspiel mit bürgerschaftlichem Engagement und wirtschaftlichen Interessen erzeugen ein identitätsstiftendes Potential in der Stadtentwicklung. Der Weg der Ortsgestaltung durch Verknüpfung von historisch geprägter Ortsstruktur und Anforderungen der Gegenwart bewirkt, dass Metelen lebendig geblieben ist.

Quelle: metelen.de



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