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Alte Historische Fotos und Bilder Oberderdingen, Baden-Württemberg
Old historical photos and pictures , Baden-Wuerttemberg

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben


Wappen Oberderdingen

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Geschichte von Oberderdingen, Baden-Württemberg in Fotos
History of , Baden-Wuerttemberg in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Das Gemeindegebiet besteht aus dem Kernort Oberderdingen (mit dem integrierten ehemaligen Dorf Unterderdingen), der 1973 eingegliederten Gemeinde Flehingen (mit dem am 1. April 1936 eingegliederten inzwischen vollständig aufgegangenen Sickingen) und dem Dorf Großvillars, das bis 1972 teilweise auch zur Nachbarstadt Knittlingen gehörte. Flehingen und Großvillars sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.

Ferner unterscheidet man teilweise noch Wohngebiete oder Wohnplätze mit eigenem Namen, so etwa den Luisenhof in Flehingen und die Gebiete Obere Mühle, Ölmühle, Untere Mühle und Wilfenberg in Oberderdingen.

Im Mittelalter existierten noch die wüst gewordenen Orte Bernhardsweiler und Goldshausen.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 10 540

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Oberderdingen. Derdingen - Kastenbrunnen
Derdingen - Kastenbrunnen
Oberderdingen. Hexenturm, um 1965
Hexenturm, um 1965
Oberderdingen. Rathaus mit Kirche, 1961
Rathaus mit Kirche, 1961
Oberderdingen.

Historisches über Oberderdingen

766

Erstmalige Erwähnung von Tardingen (Derdingen) in einer Schenkungs-urkunde des Klosters Lorsch als Siedlung. Schenkung des Hunfried an den hl. Märtyrer Nazarius.

9. Jhd.

Bau der Eigenkirche durch die Weißenburger im Oberdorf für den Heiligen Laurentius.

10. Jhd.

Die Weißenburger erstellen das Peterskirchlein (heutige Peter & Paul Kirche) in Unterderdingen. Erstmalige Nennung des Selhofs (wahrscheinlich heutiger Amthof im Oberdorf) in den Weißenburger Quellen. Die Vergrößerung des Dorfes führte zu einer neuen Siedlung, zu einem Tochterdorf - Unterderdingen.

1260

In der Herrenalber Urkunde wird erstmals von einem Weinberg in Terdingen berichtet.

1267

Das Kloster Herrenalb wird alleiniger Herr aller Rechte, hatte allerdings schon seit 1181 Grundbesitz in Terdingen.

14 Jhd.

Herrenalb hat die Besitztümer aller adligen Herren in Derdingen an sich gebracht.

1480

Gündung des klösterlichen Stabamtes durch das Kloster Herrenalb.

Die Untertanen aus 7 Dörfern (Nußbaum, Oberacker, Bahnbrücken, Freudenstein, Hohenklingen zur Hälfte, Gölshausen zum Teil und Sprantal) mussten von allem was der Halm trug, auch vom Wein, den „Zehnten“ abgeben. Dieser „Zehnte“ wurde in der Zehntscheuer im heutigen Rathaus gelagert.

1504

Im Reichskrieg gegen die Pfalz besetzte Herzog Ulrich v. Württemberg Derdingen, das nach dem Friedensschluss unter württembergische Oberhoheit kam.

1555

Verleihung des Marktrechtes. Noch heute findet der Wochenmarkt auf dem mittlerweile neuen Marktplatz statt.

1618 bis 1648

Es wütete auch in Derdingen der 30-jährige Krieg. Aus dieser Zeit entspringt auch der Brauch des Lichtmessreitens, als ledige Burschen aus Derdingen die Mühle vor Plünderung und Brandschatzung bewahrt hatten. Aus Dankbarkeit stiftete daraufhin der Müller die Kuchen und seitdem werden sie Jahr für Jahr an Lichtmess bei der Oberen Mühle abgeholt. Heutzutage wird Lichtmess als Derdinger Nationalfeiertag mit Markt und Lichtmesstanz gefeiert.

1699

Ankunft 3000 Waldenser-Flüchtlinge aus Frankreich. Erlaubnis zur Ansiedlung zwischen Derdingen und Maulbronn auf verwüstetem Ackerland.

1722

Ankunft 3000 Waldenser-Flüchtlinge aus Frankreich. Erlaubnis zur Ansiedlung zwischen Derdingen und Maulbronn auf verwüstetem Ackerland (so ist im websiete geschrieben).

1862

Geburtsjahr des ersten Ehrenbürgers August Aschinger, Großgastronom in Berlin im 19./20. Jahrhundert.

1892

Im September öffnete das alte Schulhaus an der Brettener Straße seine Türen für 250 Schüler und drei Lehrkräfte. Zwei Lehrdienstwohnungen und vier Klassenzimmer standen zur Verfügung – heute befindet sich darin das Forum Oberderdingen (Kultur- und Tagungszentrum mit angschlossener Gastronomie).

1907

Eröffnung des ersten Industriebetriebs „die Mundharmonikafabrik Hohner-Hotz“ aus Trossingen/Knittlingen.

1909

Derdingen hat 1910 Einwohner. Davon 984 weiblich und 926 männlich. 1838 Einwohner evangelisch-lutherischen Konfession, 6 katholisch und 75 andere Konfessionen. Die Markungsfläche beträgt 1952 ha mit 279 Wohnhäusern.

1925

Gründung des Unternehmens Blanc&Co (heute BLANCO) von Heinrich Blanc. BLANCO ist heutzutage führender Produzent von vorwiegend aus Edelstahl hergestellten Erzeugnissen in der Bereichen Küchentechnik, Catering Systeme und MED-Systeme.

1931

Die von Karl Fischer in Oberweiler/ heute Badenweiler, gegründete Firma E.G.O. Elektro-Gerätebau Oberweiler (heute Elektro-Gerätebau Oberderdingen) übersiedelte nach Oberderdingen. Entwickelt, produziert und vertrieben werden Heiz- und Steuerelemente für die Elektro-Geräte Industrie. Das Unternehmen ist heute eine Firmengruppe mit Weltgeltung.

1960

Die Gemeinde erhält für ihre hervorragende Verdienste um den Weinbau den Landes- Ehrenpreis.

1963

Der Gemeinderat beschließt die Änderung des Ortsnamens Derdingen in OBERDERDINGEN beim Innenministerium in Stuttgart zu beantragen.

1973

Gemeindereform: die vollständige Gemeinde Flehingen und die gesamte Ortschaft Großvillars werden in die Gemeinde Oberderdingen eingegliedert. Oberderdingen wird Teil des Landkreises Karlsruhe.

Ortsteil Flehingen

778/779 wurde Flehingen erstmals urkundlich im Lorscher Kodex erwähnt. Zu dieser Zeit hießen die Orte aber nicht Flehingen und Sickingen sondern Flancheim oder Flanicheim bzw. Sickincheim.

1158 begründete Berthold der Älteste von Sickingen die Linie derer von Flehingen.

Sickingen gehörte, wie auch Flehingen zunächst den Strahlenberg, einem reichen Adelsgeschlecht bei Schriesheim an der Bergstraße, nördlich von Heidelberg an.

1353 In der so genannten Speyerischen Fehde wurden beide Burgen in Flehingen und Sickingen von den Speyern eingeäschert.

1368 gingen Burg und Dorf Sickingen an die Kurpfalz über.

Im selben Jahr baut Ludwig Wolff von Flehingen das Flehinger Schloss.

1622 wurden beide Gemeinden durch Tillys Truppen geplündert und in Flammen gesetzt. In Flehingen fielen 170 Gebäude in Schutt und Asche. In Sickingen hatte der Brand nicht so viele verheerende Folgen.

Ab den 20er Jahren des 16. Jahrhunderts wird unter Erpf ‚Ulrich und seinem Bruder Ulrich Wolff Flehingen und Sickingen protestantisch. So ist anzunehmen, dass die 1523 erbaute Sickinger Grabkirche St. Magdalena zunächst als evangelisches Gotteshaus diente. Flehingen blieb höchstwahrscheinlich bis zum Einzug des katholischen Wolff Metternich 1637 protestantisch. 1690 wird der erste katholische Gottesdienst seit der Reform abgehalten.

1666 breitete sich die Rohte Ruhr, auch bekannt als Pest unbarmherzig über Flehingen und Sickingen aus.

1766 wird der Volkspoet und Dorfschulmeister Samuel-Friedrich-Sauter geboren.

1768 hat Flehingen schon mehr als 100 Feuerwehrmänner. Zu den wesentlichen „Ausrüstungsgegenständen“ zählten hautsächlich die im Rathaus gelagerten Löscheimer, aber auch Reitpferde für die vier Feuerreiter, welche die Aufgabe hatten, bei Großbränden die Nachbarfeuerwehr zu Hilfe zu rufen.

1876 erwirbt die Gemeinde Schloss, Wald und Ländereien der Fürsten v. Metternich.

1936 am 01. April werden Flehingen und Sickingen auf Zwang der NSDAP zu einer Gemeinde. Weder die Sickinger noch die Flehinger wollten diese Eingemeindung. Für die Sickinger war es ein großer Schock als sie erfuhren, dass sie ihren Namen abgeben mussten.

Im selben Jahr wird das Bezirksamt Bretten aufgelöst und Flehingen kommt zum Kreis Karlsruhe.

Bei der Kreisreform 1973 schließt sich die selbständige Gemeinde Flehingen mit Oberderdingen zusammen.

Ortsteil Großvillars

Im Jahre 1699 entschloss sich der württembergische Herzog, Eberhard Ludwig aus Ludwigsburg, 3000 Glaubensflüchtlinge aus den franz./savoyischen Alpen in seinem Land aufzunehmen.

Durch den 30-jährigen Krieg war sein Land stark verwüstet und unbevölkert. Leute, die sich um des Glaubenswillen vertrieben ließen, müssten eigentlich bestens geeignet sein, ein wüstes Land wieder zu bevölkern und zu kultivieren.

Im Januar 1700 wurde der Landvermesser Johannes Stahl aus Hohenhaslach mit der Vermessung der Straße und Bauparzellen beauftragt. Die Hauptstraße, die heutige Freudensteiner Straße, war lang und gerade und an ihrem einen Ende führte im rechten Winkel nach beiden Seiten eine kürzere Straße, die heutige Heilbronner Straße. Geplant waren 13 Häuser, eine Kirche und ein Pfarrhaus. Communaute (Gemeinde) de Villars, wie Großvillars damals hieß, sollte eine selbstständige Gemeinde werden. Die ersten Häuser wurden aus einfachen Bretterbuden erstellt, während die Plätze für die Kirche und das Pfarrhaus noch leer blieben.

1703 wurden bei einem Feuer 19 Holzhäuser, 16 im Bau befindliche Häuser und 26 Scheunen zerstört. 119 Obdachlose waren zu beklagen und der Ort musste wieder neu aufgebaut werden. Herzog Eberhard Ludwig ließ aber verkünden, dass alle Häuser nur noch aus Stein gebaut werden dürfen. Die benötigten Steine mussten Derdinger und Knittlinger Bürger heranschaffen. 1720 gab es bereits 46 feste Häuser, 26 Scheunen und 18 Holzbaracken.

Um 1715 fand der Gottesdienst in Großvillars in einer Kirchenbaracke statt, bevor 1716 eine erste Kirche im Fachwerkbau errichtet wurde.

Ab 1720 siedelten verstärkt die Deutschen in Großvillars. Ein herzoglicher Erlass besagte nämlich, dass in jedem Ort ein Barbier, ein Wagner und ein Schmied wohnen mussten. Diese Berufe wurden aber von den Waldensern nicht ausgeübt. Die Kinder der deutschen Familien mussten nach Knittlingen in die Schule gehen, da in Großvillars selbst, der Unterricht nur in französischer Sprache stattfand.

Zwischen 1748 und 1752 baute man mit Hilfe der reformierten Kirche von England und Niederlande eine neue Kirche aus Stein.

1821 wurde ein Schulhaus, das heutige Rathaus, gebaut. Hier waren ein Schulsaal und ein Ratszimmer im Erdgeschoß und im ersten Stock eine Lehrerwohnung untergebracht, die bis ins Jahr 1965 auch als solche benutzt wurde.

1852, 100 Jahre nach der Erbauung der Kirche, wurde das Pfarramt gebaut.

1866 bereiste König Karl das Land, wobei er auch in die Nähe von Großvillars kam. Der Kommissarische Schultes Combe berichtete dem König von den Problemen der Gemeinde, die zwar selbständig war, jedoch kein Geld für Gemeindeanliegen hatte, da sämtliche Steuern nach Derdingen und Knittlingen abgeführt werden mussten. Er bat den König die Selbständigkeit der Gemeinde aufzulösen und sie entweder Derdingen oder Knittlingen ganz zuzuteilen. Der König stimmte der Bitte zu, aber weil weder Derdingen noch Knittlingen Interesse hatte, wurde Großvillars genau an der Gemarkungsgrenze geteilt. 2/3 des Ortes kam nach Knittlingen, der Rest ging an Derdingen. Die Gehöfe waren teilweise zerschnitten.

Erst 107 Jahre später, zum 01.01.1973 erfolgte nach einer Anhörung der Bürgerinnen und Bürger die Eingliederung der gesamten Ortschaft in die Gemeinde Oberderdingen.

Quelle: oberderdingen.de



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