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Alte Historische Fotos und Bilder Oyten, Niedersachsen
Old historical photos and pictures Oyten, Lower Saxony

Wappen Oyten

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Geschichte von Oyten, Niedersachsen in Fotos
History of Oyten, Lower Saxony in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Oyten ist eine kreisangehörige Einheitsgemeinde im Landkreis Verden, Niedersachsen. Sie ist nach dem gleichnamigen ehemaligen Dorf, das heute den Kernortsteil bildet, benannt. Die Gemeinde Oyten befindet sich auf dem Achimer-Oyter-Geestrücken, rechtsseitig der Weser und wird nördlich von der Wümme eingeschlossen. Die Entfernung zur Nordsee beträgt ca. 60 km Luftlinie.

Ortsteile:

Bassen, Bockhorst, Meyerdamm, Oyten-Nord, Oyten-Süd, Oyterdamm, Sagehorn, Schaphusen

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 16 030

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Oyten. Gasthaus zum alten Krug, Sommergarten, Tanzsaal und Kegelbahn von H. Schwarmann
Gasthaus zum alten Krug, Sommergarten, Tanzsaal und Kegelbahn von H. Schwarmann
Oyten. Hauptstraße, Lindenstraße, Schule, Turnhalle
Hauptstraße, Lindenstraße, Schule, Turnhalle
Oyten. Molkerei, dann Hollings Walzenmühle war und nach 1945 Königs Mühlenbäckerei wurde
Molkerei, dann Hollings Walzenmühle war und nach 1945 Königs Mühlenbäckerei wurde
Oyten. Siedlung, Kirche, Turnhalle, Autobahn, Niedersächsisches Bauernhaus
Siedlung, Kirche, Turnhalle, Autobahn, Niedersächsisches Bauernhaus

Geschichte

Oyten liegt eingerahmt von Bremen, Achim und Ottersberg, gut 20 Kilometer östlich von Bremen. Wie lange dieses Gebiet schon besiedelt ist, weiß niemand zu sagen. Angenommen wird aber, dass im Zuge der Völkerwanderung die ersten festen Siedlungen in unserem Lebensraum entstanden sind.

Zahlreiche vorgeschichtliche Funde wie Keile, Beile, Lanzenspitzen und Tongefäße bestätigen das. An vielen Stellen wurden Gräber entdeckt, so kamen alleine in Tüchten etwa 75 Urnengräber aus der Eisenzeit zutage. Das Gebiet um Oyten muß daher ein uralter Siedlungsraum sein.

Dieser Siedlungsraum kann durch weitere Fundstücke im Gemeindegebiet hervorgehoben werden. Im Urnenfriedhof östlich der Lindenstraße wurde eine weitbauchige Urne gefunden. Weitere Fundstücke, wie Steinbeile im Königsmoor, mehr als 4.000 Jahre alte Beile aus Feuerstein, eine 6.000 Jahre alte Axt sind während der Öffnungszeiten im Rathaus ausgestellt.

Auf seinen Kriegszügen gelangte auch Karl der Große in diese Gegend. Er nannte alles Land um die Wümme herum zunächst Womidien, später Gau Wigmodi. Oyten gehörte seit frühester Zeit zum Gohgerichtsbezirk Achim, und auch heute noch ist das Amtsgericht Achim für unseren Bereich zuständig.

Die erste urkundliche Erwähnung Oytens geht auf das Jahr 1204 zurück. In diesem Jahr genehmigte der Erzbischof Hartwig von Bremen den Ankauf eines "Zehnten" zu "Oiten" für 82 Mark zugunsten des Paulklosters zu Bremen. In diesem nachweislich ältesten Dokument wird der Ortsname "Oita" benutzt.

Es deutet einiges daraufhin, dass das altsächsische Wort "hoit", welches Hoch bedeutet und mit dem englischen "high" verwandt ist, für die Namensgebung in Frage kommt. Diese Deutung würde sich mit der geographischen Lage Oytens decken, denn durch seinen hohen Geestrücken überragt Oyten das umliegende Bremer Becken erheblich.

Andere legen die Bezeichnung eines Baches, der Eiter hieß und in früherer Zeit hier geflossen sein soll, der Namensgebung zugrunde. Im Plattdeutschen wird unsere Gemeinde noch heute "Eiten" genannt.

Der deutsche Osnomastiker (Namenskundler) Jürgen Udolph hat in seinen Recherchen herausgefunden, dass Oyten im Jahre 1189 die Bezeichnung "Oita" trug. Im Jahr 1204 war die Bezeichnung "Oythe" und Anfang des 14. Jahrhunderts soll Oyten die Bezeichnung "Oiten" getragen haben. Die spätere Überlieferung erschwert die Deutung des Ortsnamens, jedoch kann dieses durch Einbeziehung von offensichtlichen Parallelen ausgeglichen werden. Der Name ist nicht zu trennen von Oythe bei Vechta sowie von Friesoythe und dem benachbarten Altenoythe. Daher darf auf eine "-ithi-Bildung" geschlossen werden. In der Ableitungsgrundlage ist offensichtlich ein Konsonant verschwunden, da im Niederdeutschen ein Diphtong kaum ursprünglich sein kann. Es dürfte sich um eine Grundform "Oi(g)-ithi", zu germanisch "awjö", also "Land im Wasser" handeln.

Ortschaft Bassen

Über die Entstehungsgeschichte der Ortschaft Bassen liegen über frühere Zeiten bisher keine konkreten Nachweise vor. Die Ortschaft Bassen dürfte sicherlich mit den umliegenden Ortsteilen zu den ältesten Siedlungen im Nordkreis Verden gehören; denn zahlreiche Bodenfunde, die man in Bassen selbst und im Ortsteil Tüchten gefunden hat, deuten auf eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung der Gemarkung hin.

Aufgrund bisheriger Feststellungen von Geschichtsforschern sind die ersten vorhandenen Dokumente über den Ort Bassen im Urkundenbuch des Klosters Lilienthal aufzufinden.

Danach haben die Brüder Bernhard, Domherr zu Magdeburg und Bremen, Burchard und Otto, Grafen von Wölpe, im bzw. um das Jahr 1259 herum dem Kloster Lilienthal das Eigentum von drei Höfen in Wilstedt und eines Hauses in Bersighere, das ihnn Hermann Poppe bzw. Johann von Otterstedt geschenkt hatte.

Nach den Feststellungen der Historiker ist mit der damaligen Ortsbezeichnung "Bersighere" das heutige Bassen gemeint. In der nachfolgenden Zeit wurde das heutige Bassen auch Berssen, Bachem, Baßum bzw. Bahsen genannt.

Ortschaften Sagehorn, Bockhorst, Schaphusen, Meyerdamm und Oyterdamm

Leichter sind die Namen der Ortsteile zu bestimmen. Sagehorn leitet sich ab von Segge = Riedgras/Binse und Horn = Ecke/Spitze. Bockhorst steht für Buchenhorst oder Buchenwald. Schaphusen – interessanterweise finden wir diese plattdeutsche Schreibform auf jeder modernen Karte; hingegen heißt es auf einer Karte des 18. Jahrhunderts Schafhausen. Der zweite Wortteil –hausen steht für Ort – also: Ort, um den herum die Schafhaltung eine besondere Rolle spielte. Meyerdamm und Oyterdamm sind dagegen relativ junge Ortsteile. Ihre Namen bezeichnen einen realen Hintergrund. Weil sich ein Herr Meyer aus Achim, seines Zeichens Amtmann in dem Nachbarort, sehr tatkräftig für die Urbarmachung und Besiedlung der Moorkolonie einsetzte, wurde ihm zu Ehren das Dorf Meyerdamm genannt. Oyterdamm ist einfach der Damm, der Bremen mit Oyten verbindet. Die ursprünglich den Verkehrsweg meinende Bezeichnung wandelte sich mit der Höfegründung zum Ortsnamen Oyterdamm.

Der gesamte hiesige Raum war schon immer stark von Ackerbau und Viehzucht geprägt. Die Dörfer bestanden aus einigen großen Bauernhöfen und Kötnerstellen. Erst viel später fanden Brinksitzer und Anbauer ihren Platz. Jeder Ort hatte Land, Weide und Wald, welches gemeinsam genutzt wurde, die sogenannte "Gemeinheit" oder "Allmende". Die heutige Bezeichnung "Gemeinde" dürfte hierin ihren Ursprung haben.

Das Königsmoor war für Oyten so etwas wie eine natürliche Sperre zur Stadt Bremen hin, denn vor dem Dammbau führte kein Weg durch dieses unbegehbare Moor. Um in die Stadt zu gelangen, mußte der Umweg über Achim eingeschlagen werden. Das war oft sehr beschwerlich bei den damaligen Wegen. Dennoch waren unsere Vorfahren gezwungen, sie zu benutzen. Durch die Zugehörigkeit zum Kirchspiel Achim waren Taufen, Trauungen sowie Bestattungen nur hier möglich. Erst mit dem Bau der Kirche in Oyten und der Loslösung vom Althergebrachten trat eine Besserung ein. Mit der Kircheinweihung im Jahre 1862 wurde Oyten zum Kirchspiel ernannt. Eingepfarrt waren die Orte, die heute noch die Gemeinde Oyten bilden.

Wie überall hatte die Bevölkerung unter den vielen Kriegen zu leiden. Wechselnde Herrschaften mussten erduldet, Schäden an Mensch, Tier und Gebäuden ertragen werden.

Mit der Verbesserung der Verkehrswege und dem Einsetzen der Industrialisierung veränderte sich auch das Bild der Dörfer. Die Strohdächer der Gebäude verschwanden vielerorts. Neubauten wurden kleiner, aber auch zahlreicher. Man kam zu Geld durch die Arbeit in den Fabriken, man war beweglicher geworden durch bessere Verkehrsverbindungen. Die über Jahrhunderte funktionierende Dorfgemeinschaft wich zunehmend dem neuen Lebensstil der mobilen Gesellschaft. Im individuellen Erfolgsstreben mit seinen Egoismen nahm leider auch das Für- und Miteinander Schaden. Nichts aber ist besser geeignet einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken, als unser reges örtliches Vereinsleben. Oyten hat hierfür deutliche Zeichen gesetzt.

Mit dem Ende des letzten Krieges und den gewaltigen Bevölkerungsumschichtungen durch den Flüchtlingsstrom aus dem Osten nahm die Einwohnerzahl in unserem Gebiet, wie überall, enorm zu. Die einzelnen Gemeinden sahen sich Aufgaben gegenübergestellt, die sie alleine nicht meistern konnten. So blieb nur der Zusammenschluss zu einer leistungsstarken Großgemeinde, ein Prozess, welcher sich über nahezu zehn Jahre hinzog und erst mit der Eingliederung der damaligen Gemeinde Bassen im Jahre 1972 seinen Abschluss fand.

War in diesem Gebiet früher die Landwirtschaft vorherrschend, so verliert sie nun sehr an Bedeutung. Gewerbebetriebe wurden angesiedelt, ganze Wohnviertel erbaut. Der neue Gewerbepark schafft viele Arbeitsmöglichkeiten. Darüber hinaus finden Oytener Gelegenheit, in vielen verschiedenen Betrieben in Bremen zu arbeiten.

Der Leipzigstein

Im Volksmund wird der Leipzigstein auch der "Jahrhundertstein" genannt. Der Leipzigstein erinnert an das Ende der Schreckensherrschaft von Napoleon I. am 19. Oktober 1813. In dieser Völkerschlacht, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die größte Feldschlacht in der Weltgeschichte war, wurde Napoleon, der überall in Europa Schrecken verbreitet hatte, entscheidend geschlagen. Auch in Oyten war dieses Ereignis, so stark in der Bevölkerung verwurzelt, dass die Einwohner nach hundert Jahren noch einen Gedenkstein errichteten.

Das Dorf wurde damals von den Franzosen sehr in Mitleidenschaft gezogen. 1804 sowie 1806 - 1810 stand unsere Heimat unter französischer Herrschaft. Es wurden nicht nur Häuser angezündet, sondern auch Einwohner getötet.

Am 18. Oktober 1913 - nach hundert Jahren - wurde der "Leipzigstein", ein Geschenk des Gastwirts Meyer, Oyterwümme, eingeweiht. Der Festakt fand unter großer Beteiligung der gesamten Bevölkerung und mit einem anschließenden Festumzug statt, "wie ihn Oyten bis dahin noch nicht gesehen hatte". (lt. Achimer Kreisblatt)

Der Stein war bei der Neutrassierung der Dorfstraße um 1966 gedankenlos beseitigt worden und wurde auf Veranlassung des Heimatvereines 2008 wieder ausgegraben und an der Ecke Achimer Straße/Dorfstraße aufgestellt. Dieser Platz erhielt daraufhin den Namen "Leipzigplatz".

Oyten ist bundesweit bekannt

Der Karikaturist Tetche hat die Figuren Kuhno und Heike van Oyten geschaffen, die im Wochenmagazin Stern erschienen. Dadurch ist Oyten bundesweit bekannt geworden.

800 Jahre Oyten

Im Jahr 2004 wurde das Jubiläum "800 Jahre Oyten" gefeiert. Unter Mithilfe aller Vereine, der Selbständigen und vielen privaten Initiativen konnte das Jubiläum das ganze Jahr über gefeiert werden.

Höhepunkt war der Rathausmarkt im Juni des Jahres mit dem großen Festumzug mit über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, viele Aktionen rund um's Rathaus und dem feierlichen Festakt im Rathaussaal.

Modell von Oyten um 1750

Im Rathaus ist ein Modell von Oyten um 1750 ausgestellt. Dieses Modell wurde von Georg Weclewski und Johannes Grote zur 800-Jahr-Feier Oytens erstellt und dem Rathaus der Gemeinde Oyten in einem feierlichen Festakt übergeben. Auch dieses Modell kann von den Bürgerinnen und Bürgern während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

Quelle: oyten.de



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