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Alte Historische Fotos und Bilder Vaihingen an der Enz, Baden-Württemberg

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Wappen Vaihingen an der Enz

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Geschichte von Vaihingen an der Enz, Baden-Württemberg in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Vaihingen an der Enz - ist eine Stadt in Baden-Württemberg, etwa 24 Kilometer nordwestlich von Stuttgart und 20 Kilometer östlich von Pforzheim, an der Enz gelegen. Sie gehört zur Metropolregion Stuttgart, ist nach Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Kornwestheim die viertgrößte Stadt des Landkreises Ludwigsburg und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit dem 1. Januar 1973 ist Vaihingen an der Enz Große Kreisstadt.

Vaihingen an der Enz besteht aus den neun Stadtteilen (Einwohnerzahlen Stand August 2014 in Klammern) Aurich (1630), Ensingen (2456), Enzweihingen (3895), Gündelbach (1177), Horrheim (2568), Kleinglattbach (4690), Riet (954), Roßwag (1184) und Vaihingen an der Enz (10.246 Kernstadt).

Gründungszeitpunkt: In einer Urkunde ausdrücklich als Stadt bezeichnet - 1252

Einwohner: 28 695

Vaihingen. Haspelturm und Gasthaus zum Reichsadler
Haspelturm und Gasthaus zum Reichsadler
Vaihingen. Kreiskrankenhaus, 1945
Kreiskrankenhaus, 1945
Vaihingen. Marktplatz
Marktplatz
Vaihingen. Panorama der Stadt
Panorama der Stadt
Vaihingen. Panorama der Stadt
Panorama der Stadt
Vaihingen. Panorama der Stadt, 1912
Panorama der Stadt, 1912
Vaihingen. Panorama der Stadt, Kirche und Schloß, 1908
Panorama der Stadt, Kirche und Schloß, 1908
Vaihingen. Schloß Kaltenstein, 1912
Schloß Kaltenstein, 1912

Ausflug in die Geschichte der Stadt Vaihingen an der Enz

Vier Fahnen zeigen alljährlich beim Maientag-Festzug, unter wessen Herrschaft Vaihingen im Laufe seiner Geschichte gestanden hat: Die Grafen von Vaihingen, die Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg herrschten hier, ehe das Land Baden- Württemberg ihr Erbe übernahm. Auch der sagenhafte Gründer, der Alemanne Faho, Graf Cunibert und zwei weitere historische Herrschergestalten werden geehrt: Gaugraf Walaho (um 900), Symbolfigur für die Eingliederung des Enzgaus in den fränkischen Herrschaftsbereich, und Graf Gottfried (1189 - 1234), der Stammvater der jüngeren Linie der ‚Vaihinger Grafen. Zu seiner Zeit wurde Vaihingen zur Stadt erhoben. "Castrum Vehingen", die Burg auf dem Kaltenstein, wurde 1096 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Mit dem Stadtrecht und der Lage an der mittelalterlichen Fernhandelsstraße von Vehingen nach Flandern zog der Wohlstand ein; Wochenmärkte lockten die Handelsleute an. Um ihre Macht zu festigen, verboten die mittelalterlichen Herren Handel und Gewerbe außerhalb der Stadt. Den Erben Gottfrieds reichten die Einnahmen trotz alledem nicht aus. Durch den Brand von 1291 litt die Stadt Not; Misswirtschaft endete um1330 mit dem Verkauf von Stadt und Burg Vaihingen an die Markgrafen von Baden, ehe sie 1334 an die Grafen von Öttingen und 1339 an den Württemberger Grafen Ulrich III. übergingen. Vaihingen wurde damit ein Teil Alt- Württembergs. Es wurde zur Amtsstadt, später zur Oberamtsstadt bestimmt.

Im 15. Jahrhundert ging es den Vaihingern besonders gut. Sie lebten in einer gut ausgebauten, wohlhabenden Stadt; ein neues Stadttor, ein Spital und ein Armenhaus wurden errichtet, die Stadtkirche ausgebaut. Und immer ragte über der Stadt Schloss Kaltenstein empor, das Anfang des 18. Jahrhunderts zu einer mächtigen Festung ausgebaut wurde. Auch Napoleons Truppen lagerten in ihrem Schatten.

Von 1530 stammt das Wappen Vaihingens: Ein roter Löwe mit blauer Krone und Zunge steht auf blauem Vierberg, im goldenen Feld eine liegende Hirschstange.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts, nach Missernte, Hungersnot und Viehseuche, begann allmählich ein wirtschaftlicher Aufschwung: Heinrich Franck baute ab 1828 seine Zichorienkaffee-Fabrik auf, Gottlieb Conradt begann in Vaihingen eine Poststation, lag die Stadt doch am Wege von Stuttgart nach Karlsruhe. 1816 gab es den ersten Vaihinger Poststempel, ab 1863 konnten die Bürger telegrafieren und ab 1889 telefonieren.

Allerdings erfolgte erst 1904 ein Anschluss an die Eisenbahnverbindung Bietigheim- Mühlacker; für viele zu spät, manche Industriebetriebe waren bereits eingegangen. Dennoch zog auch hier langsam, aber sicher, der industrielle Fortschritt ein und half, die Armut zu lindern. Neue Arbeit, neuer Wohlstand gedieh, aber Kriegszeiten machten in unserem Jahrhundert vieles wieder zunichte. Auch hat Vaihingen ein Mahnmal aus dem Zweiten Weltkrieg behalten. Ein Ehrenfriedhof erinnert an die Opfer des Konzentrationslagers, die hier 1944/45 starben.

Bis Ende 1972 war die Stadt Mittelpunkt des gleichnamigen Kreises, der im Zuge der Kreisreform 1973 aufgelöst wurde. Als Große Kreisstadt im Landkreis Ludwigsburg hat die Stadt neue Aufgaben erhalten. Acht umliegende Gemeinden wurden zu Teilorten eines neuen Stadtverbundes, der heute für das Umland als Mittelzentrum wichtige Dienste leistet. Als 1986 die neue Stadtbücherei in der Marktgasse ihrer Bestimmung übergeben wurde, sahen die Bürger mit Stolz, wie sich Vergangenheit und Modernes vereinen lassen. Aus dem ehemaligen Lagerhaus, nach Plänen Heinrich Schickhardts rekonstruiert, war ein Bücherhaus und Kommunikationszentrum geworden. Vom nahem Marktplatz aus kann der Besucher auf einen Blick die für Vaihingen charakteristischen Bauwerke erfassen: Das Rathaus im Barockstil, das 1901 seine bis heute erhaltene Bemalung erhielt; die Stadtkirche von 1513, die nach dem Stadtbrand von 1693 neu aufgebaut wurde und über allem auf steilem Felsen Schloss Kaltenstein, dessen Bauteile zum Teil noch aus dem 13. Jahrhundert stammen und früher Sitz der Vaihinger Grafen war. Heute ist dort ein Christliches Jugenddorf untergebracht. Der Marktplatz selbst wird vom Löwenbrunnen beherrscht. Das Wappentier steht hier erst seit 1947, im Stadtwappen aber sieht man den Löwen bereits seit 1530, auf vier Hügeln stehend, die Krone auf stolz erhobenem Haupt. Rund um Rathaus und Marktplatz entstand die Vaihinger Fußgängerzone. Teile der Stadtmauer sind heute noch sichtbar und teilweise auch begehbar.

Im Haspelturm, einem ehemaligen Eckturm der Stadtmauer, wurden Übeltäter mit einer Winde (=Haspel) in ein acht Meter tiefes Verließ abgeseilt. Auch der Pulverturm mit seinen drei Meter dicken Mauern war Teil der Stadtbefestigung.

Weitere Zeugen der Geschichte befinden sich in unmittelbarer Nähe: Die Peterskirche, Vaihingens ältestes Gotteshaus, die heute einen Raum für kulturelle Veranstaltungen und das Städtische Museum beherbergt, das Stadtarchiv in einer ehemaligen Scheuer, nicht weit davon das frühere Armenhaus und das Stammhaus des ersten Vaihinger Großbetriebs, der Zichorienkaffe-Fabrik Franck. Wer früher den Gerbern am Mühlkanal bei der Arbeit zusehen wollte, brauchte nur der Nase nachzugehen: Der unangenehme Geruch nach Abfällen der Gerberei, das "Vaihinger G'schmäckle", wies ihm den Weg. Aus den Resten der Gerberrinde wurde der Lohkäs, ein brennbarer Brikettersatz, geformt und zum Trocknen ausgelegt. Heute wird das Gerberhandwerk hier nicht mehr ausgeübt.

In der Mühlstraße steht ein altes Herrschaftshaus, das einst eine für die Vaihinger recht unangenehme Aufgabe hatte: Im ehemaligen Pfleghof des Klosters Herrenalb saßen Herren mit einnehmenden Wesen. Sie zogen die Abgaben aus den Klosterbesitztümern ein, lagerten und verwalteten sie. Später diente das Haus als Finanzamt.

Vaihingens Geschichte lässt sich noch heute an seinen historischen Spuren ablesen. Bei einem Rundgang durch den historischen Stadtkern erfährt man auf Mauern und Wegen vom Auf und Ab der Entwicklung.

Gewachsenes Miteinander

Zwischen 1972 und 1975 wurden im Zuge der Kreisreform der Landkreis Vaihingen aufgelöst und die Kreisstadt Vaihingen kam zum Landkreis Ludwigsburg. Acht Teilorte, bisher eigenständige Gemeinden rund um Vaihingen, wurden in die Stadtstruktur integriert. Vaihingen ist durch den Zusammenschluss mit den Teilorten Aurich, Ensingen, Enzweihingen, Gündelbach, Horrheim, Kleinglattbach, Riet und Roßwag zur Flächenstadt gewachsen. Ein Ortschaftsrat, ein Ortsvorsteher und die Vertreter im Gemeinderat sorgen jedoch dafür, dass die Belange ihres Teilortes im Stadtverbund Gehör finden.

Bis heute ist es gelungen, das Stadtgebiet frei von Wohnsilos und anderer ausufernder Betonarchitektur zu halten. Hierauf wird bei jedem Baugebiet geachtet. Im Stadtkern entstand im Bereich der Stuttgarter Straße eine Fußgängerzone, in der die Passanten bummeln und einkaufen können. Die städtischen Aktivitäten erstrecken sich jedoch weit über die Markierungsgrenzen: Für die ehemals sudetendeutsche Stadt Jauernig hat Vaihingen seit 1955 eine Patenschaft übernommen; die einstige Lateinschule beherbergt heute ein Jauerniger Museum. Und nach Ungarn reisen immer mehr Vaihinger, denn dort liegt die Stadt Köszeg, mit der 1989 eine Städtepartnerschaft abgeschlossen wurde. In beiden Städten kommt es regelmäßig zu Begegnungen zwischen Sportlern, Musikern, Weingärtnern und Schülern, fanden Kunstausstellungen statt, bildete Kultur den Rahmen für ein gegenseitiges Kennenlernen, für Geselligkeit und Gespräche.

Quelle: vaihingen.de



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