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Alte Historische Fotos und Bilder Westheide, Sachsen-Anhalt

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Wappen Westheide

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Geschichte von Westheide, Sachsen-Anhalt in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Westheide ist eine Gemeinde ohne namengebenden Hauptort im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitglied der Verbandsgemeinde Elbe-Heide.

Die Gemeinde wurde nach der westlichen Colbitz-Letzlinger Heide benannt. Sie besteht aus einem nördlichen Teil mit dem Ortsteil Born sowie einem südlichen mit Hillersleben und Neuenhofe. Beide Teile wurden erst durch einen Gebietstausch mit den Gemeinden Burgstall und Colbitz verbunden. Westheide grenzt an die Gemeinden Burgstall, Colbitz, Niedere Börde, Haldensleben und Calvörde sowie im Norden an die im Altmarkkreis Salzwedel liegende Stadt Gardelegen.

Gründungszeitpunkt:

Einwohner:

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Das Historisches Hillersleben

Das Dorf Hillersleben tritt in den Quellen hinter dem Kloster zurück. Der Name „Hildesleve“ wird erstmalig Anfang des 11. Jahrhunderts mit Bezug auf das Kloster erwähnt. Otto, Sohn der Ludburg und des Grafen Milo von Grieben und Ammensleben nennt sich im 12. Jahrhundert comes de Hildelive (Hildesleve). Mit diesem Geschlecht scheint auch die Burganlage in Zusammenhang zu stehen, die mitte des 12.Jahrhunderts erwähnt wird. Sie wurde abgerissen, um einem Neubau des Klosters Platz zu machen. Mit dem genannten Otto starben aber die Grafen von Hillersleben wieder aus. Ihre Grafschaft scheinen die Markgrafen von Brandenburg in Besitz genommen zu haben. Der Grundbesitz im Ort ging indessen nach und nach an das Kloster über. 1376 erhielt es vom Erzbischof Peter von Magdeburg den ganzen Ort geschenkt.

Am 22.09.1550 fand bei Hillersleben eine Schlacht zwischen Herzog Georg von Mecklenburg und den Bürgern von Magdeburg statt (Schmalkaldischer Krieg), in der die Magdeburger völlig geschlagen wurden. 1564 waren 26 Hauswirte ansässig. 1577 wurde das Dorf als völlig evangelisch bezeichnet. 1685 wohnten in Hillersleben 1 Ackermann, 1 Halbspänner, 25 Kossaten, 3 Hausgenossen, 1 Kuh und 1 Schafhirte. Die Kirche hatte nichts Eigenes und wurde im Baulichen vom Kloster erhalten, dass das ius patronatus hatte. Zur Zeit des Königreichs Westphalen gehörte Hillersleben zum Kanton Neuhaldensleben, Distrikt Neuhaldensleben, Elbdepartement. Zu Hillersleben gehörte Paxförde, dass aus einer Försterei, einer Schäferei und insgesamt 10 Wohnhäusern bestand. Die Entstehungszeit dieser Siedlung ist nicht bekannt. Doch war Paxförde schon im 18. Jahrhundert vorhanden. Im 20. Jahrhundert wurde es zugunsten militärischer Anlagen verlassen.

Im Jahre 1847 wurde in Althaldensleben das Rettungshaus gegründet. Es hatte die Aufgabe sittlich verkommenen oder unter unglücklichen Verhältnissen der Verwahrlosung ausgesetzten Kindern eine Zuflucht zu gewähren und ihnen neben gesunder Lebensweise auch eine christliche Erziehung und Vorbereitung zu einem bürgerlichen Beruf zu ermöglichen. 1854 wurde diese Anstalt von Hillersleben abgetrennt. Die Mädchen blieben in Althaldensleben, während die Knaben nach Hillersleben kamen. 1863 waren in beiden Anstalten 16 Knaben und 13 Mädchen. Danach wurde diese Anstalt in ein Waisenhaus umgewandelt, wo nur noch elternlose Mädchen und Knaben aufgenommen wurden. Der Schulunterricht wurde in der, im Waisenhaus befindlichen Schule durchgeführt. Nach der Schulentlassung konnten sich die Kinder selbst einen Beruf wählen. Im Jahre 1920 ist die Anstalt abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut. Mit der Entstehung der militärischen Anlagen, mitte der 30iger Jahre in der Letzlinger Heide, entstand nordwestlich von Hillersleben der Ortsteil "Siedlung".

Dieser wurde karreeförmig angelegt mit relativ kleinmaßstäblicher Einzel- und Doppelhausbebauung. Eine landwirtschaftliche Nutzung in Form von Bauernhöfen waren hier nicht gegeben. Bis auf 3 Bauernhöfe, die von Paxförde umgesiedelt wurden, weil deren Grundstücke infolge der militärischen Nutzung benötigt wurden. Diese Höfe wurden im nordöstlichen Teil der Siedlung errichtet. In der Siedlung wohnten ausschließlich Arbeiter und Angestellte des sich in der Nähe befindlichen Schießplatzes bzw. der unterhalb der Siedlung entstandenen Kasernen und Militärgebäude .Die südlich der Bahnstrecke liegenden Wohnungen waren fast ausschließlich von Wehrmachtsbeamten und Angestellten bewohnt. Dort lag auch das Geschäftsviertel mit der Post, der Bäckerei, dem Kaufmann, Fleischer, Schneider, Schuhmacher, Friseur, Milchladen, der Bücherei und der Heißmangel. Die nördlich der Bahnstrecke liegende Wohnsiedlung war fast nur von Arbeitern und kleineren Angestellten bewohnt. Heute sind die meisten Häuser um- und ausgebaut, da sich die Wohnansprüche geändert haben.

Entstehung der Heeresversuchsstelle Hillersleben

Am 15. Mai 1935 wurde die bisherige Domäne an die Reichsumsiedlungsgesellschaft übereignet. Eine begreifliche Aufregung bemächtigte sich der Bevölkerung, als gewiss wurde, dass der Bedarf an Land für den Schießplatz mit dem Acker der 1600 Morgen großen Domäne nicht gedeckt war. So war bald klar, dass auch die 1000 große Feldmark der Gemeinde durch den großen Hammer (Wohn- und technisches Munitionsgebiet) in Anspruch genommen werden musste. Somit mussten einige bäuerliche Wirtschaften aufgelöst werden. In zahlreichen Versammlungen wurde die Bevölkerung von amtlicher Stelle aus über die beabsichtigten Maßnahmen unterrichtet, um wilden Gerüchten nicht allzu großen Spielraum zu lassen. Die Stimmung der Einwohner war mehr als bedrückt.

Als dann im Spätsommer die Grenzen des beanspruchten und für den Schießplatz benötigten Landes genau bezeichnet waren, begannen Beauftragte der Reichsumsiedlungsgesellschaft den Wert jedes einzelnen Ackerstücks abzuschätzen. Langwierige Verhandlungen mit jeden einzelnen Besitzer über Verkauf, Tausch, Entschädigungen usw. wurden in großzügiger Weise von den Beauftragten durchgeführt und am Ende des Jahres war fast alles erledigt. Es ergab sich folgendes Bild: Die zu Hillersleben gehörende, am Rande der Staatsforst gelegene Kolonie Paxförde musste vollständig verschwinden, da sie inmitten der Schießbahn lag. Auch Planken wurde vollständig geräumt. Die forstfiskalischen Dienstgebäude sind in Neu-Planken (etwa 1 km weiter westlich) in neuer Weise erbaut worden. Etliche private Landwirtschaften wurden ebenfalls aufgelöst. Der nicht gebrauchte Acker der früheren Domäne wurde an die übrigen Bauern als Ersatz für das abgetretene Land verteilt. Was an dem früheren Besitz fehlte, ist durch Abtretung von der Domäne Groß Ammensleben ergänzt worden.

Von 1936 bis 1939 entstand das sogenannte “Beamtenviertel“, in dem Zivilbeschäftigte des Versuchskomplexes für neue Waffen untergebracht waren. Die faschistische Militärführung hatte das Heereswaffenamt beauftragt, in Hillersleben Geschütze, Handfeuerwaffen und Munition zu testen. Mit der zunehmenden Zerstörung von Versuchsplätzen der Luftwaffe, übernahm Hillersleben auch diese Aufgabe. So den Test von Raketentreibstoffen und zum Ende des Krieges den Bau der „Luftpumpe“, einem Druckluftgeschütz zum Beschuss von Flugzeugen.

Ein weiteres Monstrum war der Mörser „Karl“. Kaliber 60 cm, auf einer eigens konstruierten Selbstfahrlafette. Allein das Geschoss wog 2,2 t. Von Juni 1938 bis 1940 wurden die ersten Versuche durchgeführt. Der Mörser schoss bis 48 km und wog insgesamt 124 t. Um ihn transportieren zu können wurde er zerlegt. Bis Januar 1945 wurde er weiter entwickelt. Die Waffe kam in Polen und in der Sowjetunion zum Einsatz. Die ersten Geschütze kosteten 153600 RM pro Stück. Am Bau beteiligt waren u.a. die Firmen Rheinmetall, Mercedes, Skoda und Krupp. 1943/44 verringerte man das Kaliber des Mörsers auf 54 cm. Rüstungsminister Speer weilte mehrer Male in Hillersleben, denn aus „Karl“ sollte eine Wunderwaffe werden. Auch die Wunderwaffe „Dora“ wurde in der Heeresversuchsstelle Hillersleben getestet. Die bis heute größte Kanone verschoss sieben Tonnen schwere Granaten. Neben Artillerie-Geschützen wurden hier aber auch Fahrzeuge, Panzer und vor allem die mächtigen Bunkeranlagen des Westwalls entwickelt und erprobt. Dies machte die Anlage zu einem der Hauptspionageziele der Alliierten.

Nach dem Krieg übernahm die Sowjetarmee das Gelände am Südrand der Colbitz - Letzlinger Heide und breitete sich aus. So kam es, dass die Bewohner von Hillersleben einen großen Bogen entlang der Kasernenmauer laufen oder fahren mussten, um von einem Teil des Dorfes in den anderen zu gelangen. Durch die Hillersleber Garnison wurde die Gemeinde in zwei Ortsteile gespalten. Hillersleben 1 ist über die Vorwahl von Groß Ammensleben und Hillersleben 2 über die Vorwahl von Haldensleben zu erreichen. Nach dem Abzug der Sowjetarmee hofft die Gemeinde Hillersleben auf eine weitere Nutzung des ehemaligen Geländes, da die Gebäude sonst immer desolater wurden.

Das heutige Hillersleben

Hillersleben ist eine Gemeinde bestehend aus den Ortsteilen Dorf und Siedlung. Zusammen zählt sie 716 Einwohner (Stand 09/2017) und wird kommunalpolitisch von der Verbandsgemeinde „Elbe-Heide“ in Rogätz betreut. Hillersleben liegt im Bördekreis, etwa 6 km südöstlich der Bördekreisstadt Haldensleben und gehört zum Land Sachsen-Anhalt. Hillersleben ist ein Ort an der Straße der Romanik. Hillersleben liegt landschaftlich gut eingebunden in einer strukturreichen Landschaft. Im Süden schließt direkt die Ohreaue an, wobei die Ohre am direkten Ortsrand verläuft. Im Südosten sind ausgedehnte Wiesenflächen zu finden, und nördlich des Ortes beginnen die leichten Erhebungen der Ausläufer der Colbitz – Letzlinger Heide. Umgeben ist der Ort im nordöstlichen Bereich von ehemaligen militärischen Flächen, die zur Zeit ungenutzt sind.

Zu DDR Zeiten war Hillersleben ein zentraler Schulstandort, der in zwei Bauabschnitten entstand. Es entstand ein zweizügiger Schulbau sowie eine Schulsporthalle. Auch heute besitzt Hillersleben eine Grundschule und noch einige Sekundarklassen. Im Dorf entstand Ende der 80er Jahre eine Konsum - Kaufhalle aus Elementen des damaligen Landwirtschaftsbaus. Kurz nach der Wende wurde diese Verkaufseinrichtung für den Konsumnachfolger Optimal - Kauf umgebaut. Jetzt ist sie aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Nach der Wende gab es vor allem auf dem privaten Bausektor Bewegung. Speziell im Ortsteil Siedlung entstanden am Birkenweg und an der Feldstraße Einzel- und Doppelhäuser. Aber auch im Dorf wurden in die noch vorhandenen Baulücken Einfamilienhäuser, z.B. in der Engen Straße, gebaut. Neu erbaut wurde am Ortseingang das „Skoda Autohaus“ mit Werkstatt.

Die Gemeinde Hillersleben wurde 1997 in das Programm für Dorferneuerung des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen. Ziele der Dorferneuerung waren z.B. die Erhaltung des Dorfcharakters und Erhaltung der dörflichen Infrastruktur, Erhaltung und Sanierung ortsbildprägender Gebäude, Ausbau und Gestaltung von Straßen, Wegen und Plätzen. So wurden z.B. die Enge Straße, die Schulstraße, der Einmündungsbereich Krugstraße und der Rad- und Gehwegbau entlang der Breiten Straße ausgebaut. Neue Grünanlagen, z.B. am Küchenteich und am Mühlengraben wurden geschaffen. Außerdem wurden Maßnahmen an den Vereinshäusern und Jugendclubs durchgeführt. Auch eine neue Straßenbeleuchtung erhielt der Ort Hillersleben.

Im Ortsteil Hillersleben - Siedlung erfolgte durch die Telekom eine Erdverkabelung im gesamten Ort. Der Birkenweg wurde ausgebaut und eine neue Straßenbeleuchtung angeschafft. Die Gehwege wurden erneuert und Maßnahmen am Jugendclub und dem Vereinshaus durchgeführt.

Im Mai 2003 wurden die beiden Ortsfeuerwehren aus Dorf und Siedlung zu einer gemeinsamen Feuerwehr zusammen gelegt. Man war der Meinung, dass sich die Aufgaben bei einer gemeinsamen Wehr leichter abstimmen lassen und die notwendigen Austattungsgegenstände können so besser angeschafft und koordiniert werden. Die Einsatzfähigkeit wurde durch die Zusammenlegung nicht beeinträchtigt. Nach wie vor wird es sowohl im Dorf, als auch in der Siedlung einsatzfähige Feuerwehrzüge mit technischen Gerätschaften geben. Im Juni 2003 feierte die Freiwillige Feuerwehr Hillersleben ihr 70jähriges Jubiläum.

Das historische Neuenhofe

Die Gemeinde Neuenhofe liegt in der "Altmärkischen Heide". Die Gemarkungsfläche umfasst ca. 1400 ha. Davon werden ca. 900 ha forstwirtschaftlich genutzt. Seinem Namen nach ist der Ort deutschen Ursprungs. Neuenhofe ist wahrscheinlich von dem Grafen von Grieben oder Hildesleve (Haldensleben) als ein Vorwerk angelegt und zum Schutz gegen die Wenden mit einer Burg versehen worden.

Erstmalige Erwähnung findet Neuenhofe im Jahr 1363 in der Landesfriedensurkunde des Erzbischofes Dietrich. In der darin enthaltenen Aufzählung wird u.a. "von dem Nyenhofe her Henning von Steynforde und Heyse" aufgeführt. Die Burg verfiel und es verliefen sich die letzten Spuren. Neben dieser Burg entstand schon sehr früh das Dorf Neuenhofe. Schon im 14. Jahrhundert war Neuenhofe mit seinen "armen Lüden" ein Zubehör des Klosters Hillersleben. Dies ergibt sich aus den Streitigkeiten wegen der Markscheidung zwischen den Feldern Nienhofe und dem damaligen Dorf Hermesleben (heute wüst). Im Jahre 1364 wurden sie von beiderseitigen Gutsherren, dem Abt Heise von Hillersleben und den Rittern Fritz und Gevert von Wedderde gütlich beigelegt. Das Kloster Hillersleben stiftete zu dieser Zeit eine hölzerne Kapelle in Neuenhofe, "welche mit einer Wiese, einem Ackerstück und einem Garten dotiert" war, und in der ein Mönch zu predigen hatte. Nach der Reformation wurde die Kirche ein Filial der Pfarre Hillersleben.

Die Gemeinde Neuenhofe hatte im Dreißigjährigen Krieg viel zu leiden gehabt. Im Jahre 1682 brach in Neuenhofe die Pest aus, wodurch manche Höfe fast ausstarben. Aus dieser Zeit soll auch die Bezeichnung eines Ackerstückes mit "Sporleders Grabstätte" herrühren. Nachdem die aus Holz erbaute Kapelle baufällig geworden ist, wurde in den Jahren 1686 - 1692 eine kleine steinerne Kirche erbaut. Die Kirche und die Schule standen unter königlichem Patronat. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde die Ortschaft mehrfach durch Feuersbrünste heimgesucht, so z.B. 1725, 1731 und 1778. Im Jahre 1794 wurden sämtliche Gebäude, bestehend aus 14 Ackerhöfen, 2 Kossatenhöfen, der Schule und 2 Hirtenhäuser durch Brand vernichtet.

Dass diese Feuersbrunst solche Ausmaße erreichte, lag an der sehr engen Bauart des Dorfes. Danach ist das Dorf weitläufiger und regelmäßiger aufgebaut worden. Auch die Schule hat ihren früheren Platz nicht wieder erhalten. Sie wurde in unmittelbarer Nähe der Kirche aufgebaut. Vor der Separation musste Neuenhofe ein armes Dorf genannt werden. Danach (1850) haben sich die Verhältnisse gebessert. Bedeutende Flächen, die mit Holz bestanden waren, wurden geschlagen und gefällt. Der Erlös wurde unter den Ackerleuten (hier Nachbarn genannt) verteilt. Im Jahr 1888 wurde die neue Schule, die teilweise auf dem Kirchhof und Garten errichtet wurde, eingeweiht. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde die 2. Lehrerstelle beschlossen und besetzt.

1896 wurde von 12 Besitzern hiesiger Gemeinde der Bau einer Brennerei beschlossen und im November in Betrieb gesetzt. 1899 erbaute der Mauerer Heinrich Luthe auf seinem Grundstück eine Kiefernsamendarre. Sie bestand bis 1935. Im Laufe des Sommers wurden zum Zwecke der Erschließung unterirdischer Mineralien Tiefenbohrungen auch bei Neuenhofe durchgeführt. Im Dezember wurde in einer Tiefe von 330 m ein Kalisalz-Lager angebohrt, welches nach Angabe des Bohrmeisters 80 - 100 m stark sein soll. Im März 1900 wurden die Bohrungen eingestellt. Am 24. April 1906 beschloss die Gemeindevertretung die Errichtung einer elektrischen Straßenbeleuchtung, die an das zu Magdeburg gehörige Elektrizitätswerk in Hillersleben angeschlossen werden soll. Die größeren Besitzer erhalten von der Zentrale in Hillersleben elektrisches Licht auf ihren Gehöften. Entbehrungen und Einschränkungen im täglichen Leben brachte der Erste Weltkrieg. Viele junge Männer aus Neuenhofe sind im Krieg geblieben. Die feierliche Einweihung des Denkmals der Toten aus dem Weltkrieg fand am Totensonntag 1921 statt. Der Gedenkstein wurde durch freiwillige Gaben gestiftet.

Im Sommer 1932 wurde auf dem Friedhof eine Kapelle erbaut. Zum 1. Oktober wurde die Trennung von Kirchen und Schulamt vollzogen. Zugleich wurde die Trennung des Vermögens angeordnet. Ostern 1934 wurde am Abend des 1. Ostertages auf dem Mühlberg die alte Sitte, ein Osterfeuer abzubrennen, wieder erneuert. Die Freiwillige Feuerwehr, die erst in diesem Jahr gegründet wurde, löschte den Rest des Feuers. Seit 1934 wird in der Letzlinger Heide ein Artillerieschießplatz gebaut. Bei Hillersleben sind große umfangreiche Bauten entstanden. Viele Bauern haben einen großen Teil ihrer Ackerflächen an die Heeresverwaltung abtreten müssen. Damit ergab sich für einige Bauern die Notwendigkeit, Neuenhofe zu verlassen. Der Bauer Heinrich Wolkenhaar, dessen Geschlecht hier am längsten ansässig gewesen war, verließ am 15. November 1934 Neuenhofe. (Grundstück in der Brennereistraße, jetzt Heimatsstube "Kornhaus") Einige Einwohner Neuenhofes sind in den Dienst der Heeresverwaltung getreten. In den Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges 1939 - 1945 sind 54 Neuenhofer gefallen.

Das heutige Neuenhofe

Früher war Neuenhofe ein landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich strukturiertes Dorf mit Handwerk. Heute ist es vor allem Wohn-, und im kleinen Umfang, Arbeitsstandort. Das heutige Bild von Neuenhofe, mit seinen 753 Einwohnern (Stand 09/2017), wird durch die Entwicklung über einen Zeitraum von ca. 150 Jahren bestimmt. Im Ortskern entlang der Hauptstraße und Brennereistraße können Gebäude ehemaliger größerer landwirtschaftlicher Betriebe als ortsprägend eingestuft werden.

Die Gebäude bilden aber kein geschlossenes Ensemble, sodass zahlreiche neue Häuser innerhalb der Ortslage entstanden sind. Daneben ist die Wohnfläche "Tecken" entstanden und das Baugebiet "Krugbergstücken" ist erschlossen wurden.

Schwerpunkte in den letzten Jahren im Rahmen der Dorferneuerung waren die Sanierung der Gebäudefassaden, die Einrichtung des Dorfmuseums, die Begrünung und Freiflächengestaltung (insbesondere des Dorfteiches), Sanierung der Kirche (einschließlich der umgebenden Einfriedung und des Gittertores am Eingang), die Platzgestaltung an der Bushaltestelle mit Wartehäuschen, die Umgestaltung der Poststraße, die Sanierung der ehemaligen Molkerei, die attraktivere Freiflächengestaltung des "Dorfwäldchens", Ausbau des gemeinsamen Freizeitzentrums am Sportplatz und die Sanierung des Kindergartens.

Im Bördekreis hat sich in den letzten Jahren eine touristische Infrastruktur entwickelt. Für Neuenhofe bieten sich aus dieser großräumigen Entwicklung vielfältige Möglichkeiten. Am Rande der Colbitz- Letzlinger Heide und in unmittelbarer Nähe zur Kreisstadt Haldensleben sind günstige natürliche Voraussetzungen gegeben, um den sportlichen Tourismus wie Reiten, Wandern und Radfahren weiterzuentwickeln.

Das historische Born

Born wurde zum ersten Mal 1187 urkundlich erwähnt. Der Name Born stammt vermutlich vom Rittersitz Burne, einer Familie gleichen Namens in Born. Ebenso wird vermutet, dass der Name Born vom plattdeutschen Wort "Born" für Brunnen abgeleitet ist. 1698 wurde an der belebten Lüneburger Straße ein Krug angelegt, neben dem allmählich das jetzige Dorf entstanden ist. Born war einst Vorwerk des Amtes Alvensleben und Wohnort eines preußischen und eines braunschweigischen Forstbediensteten, da ein Teil des Dorfes als Enklave Braunschweigs im alten Preußen lag. Die Bewohner lebten sehr ärmlich, vorwiegend vom Land- und Waldbau. Um 1800 hatte der Ort gerade 80 Einwohner. Ein Teil des Dorfes lag als Enklave Braunschweigs im alten Preußen.

Bedeutsam für die Entwicklung des Ortes war die Alte Handelsstraße, die im Wesentlichen mit der heutigen B 71 identisch ist. Born hatte auch eine Poststation. 1934 wurde der größte Teil der Colbitz-Letzlinger Heide, einst bedeutendes kaiserliches Jagdgebiet, zu militärischen Zwecken umgewandelt. Es wurde ein Artillerieschießplatz gebaut. Die Siedlung Paxförde und das Dorf Salchau mussten von den Einwohnern geräumt werden. Die Oberförsterei Planken entstand als Neuplanken in der Nähe von Hütten. Ende der 40er Jahre wurde der Schießplatz durch die russische Armee übernommen, die diesen dann bis 1989 auf 600 km² erweiterte. Born rückte an den Rand des militärischen Sperrgebietes, welches den Ort von seinen östlichen Nachbarn abschnitt.

Das Bild eines Dorfes wird in entscheidendem Maße von den geologischen und geographischen Gegebenheiten beeinflusst. Es ist geprägt von seiner über die Jahrhunderte oftmals wechselnde Geschichte. In jedem Dorf finden sich Zeugnisse vergangener Baukunst, die heute mehr denn je einer Erhaltung bedürfen.

Zu den häufigsten Siedlungsformen der Altmark gehören die Anger- und Gutsdörfer. Born ist seinem Ursprung nach ein Angerdorf. In der gesamten Ortslage sind Einzelgebäude und Höfe anzutreffen, deren Alter sich mit Bestimmtheit auf die Zeit vor 1870 datieren lassen. Es kann davon ausgegangen werden, dass abgesehen von den Großbauten der Landwirtschaft, die heutige Siedlungsausdehnung seit etwa 150 Jahren besteht. Der größte Anteil der heutigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude entstand etwa zwischen 1890 und 1930. In der Ortslage Born wurden das Haus "Hüttsche Straße 13" und die Denkmäler für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 und des Ersten Weltkrieges unter Denkmalschutz gestellt.

Das heutige Born

Mit der Wende 1990 wandelte sich die hier wirtschaftende LPG in eine in eine Agrargenossenschaft (AG Süplingen e.G.) um. Im Oktober 1993 übernahmen nicht im Ort ansässige Wiedereinrichter in Form einer GbR den Stallkomplex von der Agrargenossenschaft. Kurze Zeit später wurde auch der ehemalige Technikstützpunkt einschließlich der ehemaligen Tabakhalle von der GbR käuflich erworben. Born hat heute 231 Einwohner (Stand 09/2017).

In der Gemeinde existieren eine Feuerwehr- und ein Sportverein. Sie zeichnen sich durch ein aktives Vereinsleben aus, sind Mitorganisatoren von Feierlichkeiten im Ort und bieten vor allem für die Jugendlichen von Born Möglichkeiten für eine aktive und sinnvolle Freizeitgestaltung. Sportplatz mit Sportlerheim und ein Spielplatz mit moderner Skaterbahn.

Die Ortslage Born ist verkehrstechnisch günstig an die Bundesstraße B 71 Haldensleben - Gardelegen angebunden. Es wurde die K 1142 (Heidestraße) eröffnet und ermöglicht den Einwohnern von Born eine direkte Zufahrt zur B 189 (Magdeburg - Stendal). Somit wird der Weg nach Colbitz erheblich abgekürzt.

Da Born nicht über eine Kirche verfügt, finden in einem Raum im ehemaligen Kindergarten Gottesdienste statt. Born gehört zum Pfarrbereich Letzlingen. Obwohl die Gemarkung Born Bestandteil der natur- und landschaftlich reizvollen Colbitz-Letzlinger Heide ist, kann durch die Nutzung als militärischer Truppenübungsplatz der Bundeswehr, die „touristische Verwertbarkeit“ der Gemeinde, besonders des Umlandes, nicht im vollen Umfang erfolgen.

Ca. 100 m nordöstlich der Ortslage Born, im Schnittpunkt mehrerer Waldwege, befindet sich das Naturdenkmal „Alte Eichen“, dass entsprechend des Naturschutzgesetztes des Landes Sachsen-Anhalt ausgewiesen ist.

Im Ort selber hat sich einiges getan. Viele Grundstücksbesitzer haben ihre Häuser und Gehöfte instand gesetzt. Straßen und Häuser wurden saniert, und Grünanlagen wurden im Rahmen der Dorferneuerung angelegt. Die Gemeinde Born bietet dem Besucher ein gepflegtes Aussehen. Der nahe Wald bietet Erholung pur. Großen Anteil am aktiven Gemeindeleben haben die Freiwillige Feuerwehr und der VfB Born. Die Freiwillige Feuerwehr konnte im vergangenen Jahr ihren 70. Geburtstag feiern. Viele Gäste waren zu diesem Jubiläum erschienen. Das Feuerwehrgerätehaus wurde saniert und vergrößert. Im Jahr 2002 hat der VfB Born es geschafft, mehr als 50 % der Gemeindeeinwohner im Sportverein zu organisieren. Der VfB hat 125 Mitglieder in insgesamt 4 Abteilungen. Dazu gehören Kegeln, Gymnastik, Fußball und Tischtennis. Durch den Neubau der Sporthalle und Kegelbahn hat sich das Engagement der Bevölkerung im sportlichen Bereich enorm erhöht. Die Sport- und Kegelhalle ist montags bis freitags ständig für Übungs- und Punktspiele besetzt. Der Landrat Thomas Webel wurde zum Ehrenbürger Borns ernannt, da er sich persönlich für den Bau der neuen Sporthalle eingesetzt hat. Die Kindertagesstätte musste leider geschlossen werden.

Quelle: elbe-heide.de



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