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Alte Historische Fotos und Bilder Wedel, Schleswig-Holstein

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Wappen Wedel

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Geschichte von Wedel, Schleswig-Holstein in Fotos

Eine kleine historische Referenz

Geographie:

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 33 547

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten: Wedel bietet zahlreiche touristische Anziehungspunkte, wie die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft (für den Hamburger Hafen anlaufende Schiffe), den Hamburger Yachthafen, Norddeutschlands größten Yachthafen, der derzeit 1950 Liegeplätze umfasst, den Roland (Wahrzeichen Wedels) und die Wedeler Marsch, ein Naturschutz- und Feuchtgebiet. Die Stadt wird in nordost-südwestlicher Richtung von der Wedeler Au durchquert, die teilweise zu einem Mühlenteich aufgestaut ist.

Wedel. Elbufer - Hochhaus, 1971
Elbufer - Hochhaus, 1971
Wedel. Genesungsheim, 1933
Genesungsheim, 1933
Wedel. Neues Rathaus, 1940
Neues Rathaus, 1940
Wedel. Der Roland
Der Roland
Wedel. Schulau - Am Hafen, um 1905
Schulau - Am Hafen, um 1905
Wedel. Schulau - Fährhaus
Schulau - Fährhaus
Wedel. Schulau - Raffineriestraße, 1913
Schulau - Raffineriestraße, 1913
Wedel. Schulau - Rathausplatz
Schulau - Rathausplatz

Die lange Geschichte der Stadt Wedel in Kürze erzählt

Vor beinahe 800 Jahren wurde der Name Wedel erstmalig urkundlich erwähnt. Der Name „Wedel“ kommt vom altsächsischen Wort „Wadil“ und bedeutet „Furt“. Diese Furt ist die Querung des Ochsenweges durch die Niederungen Wedeler Aue.

Die schriftlich nachweisbare Geschichte Wedels beginnt im Jahre 1212 mit einer Urkunde. Auf dieser Urkunde werden die Gebrüder von Wedel als Zeugen erwähnt. Es bleibt unklar, ob es bereits einen Ort dieses Namens gegeben hat. Erst 1255 wird in einer weiteren Urkunde ein Ort namens Wedel genannt. Davon dass die Gegend bereits vorher besiedelt war, zeugen die Fundstücke der Vor- und Frühgeschichtlichen Zeit.

Als der Name „Wedel“ aus dem Dunkel der Geschichte auftauchte, waren die Schauenburger Grafen die Landesherren. Dieses niedersächsische Adelsgeschlecht regierte bis in das 17. Jahrhundert hinein. Die 1311 erstmals benannte Hatzburg lag in der Wedeler Marsch. Graf Adolf VI. von Holstein versprach in einer Urkunde, den Hamburgern von der Hatzburg aus keinen Schaden zufügen zu wollen. Das Gebäude der Burg stand bis Anfang des 18. Jahrhunderts.

Der Ochsenmarkt in Wedel entwickelte sich zu einem der wichtigsten Marktplätze für Großvieh in Norddeutschland. Aus ganz Jütland trieben die Viehhändler ihre Tiere auf dem Ochsen- und Heerweg in großen Trecks nach Süden – vor dem Elbübergang war Wedel der Haupthandelsort. Die Ochsen wurden hier an die Westerländischen und Flämischen Händler verkauft. Bis zu 30.000 Ochsen wurden mehrere Wochen im Frühjahr verhandelt. Der Roland auf dem Wedeler Markt steht im direkten Zusammenhang mit dem Ochsenmarkt. Vor ihm als Symbol der Marktgerechtigkeit handelten die Händler und über Streitigkeiten wurde zu Gericht gesessen. Der erste Roland wurde vermutlich zunächst in einfachem Holz um 1450 errichtet. Zu diesem Zeitpunkt ging der bisherige Fährort Lichte unter und wurde von den Schauenburger Grafen durch die Elbe-Fährstelle in Wedel abgelöst.

Mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges begann der Niedergang des Ochsenhandels. Das 17. Jahrhundert war geprägt von kriegerischen Auseinandersetzungen. Dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) folgten die Schwedenkriege und die Nordischen Kriege. Die Region wurde von den Kriegswirren und Auseinandersetzungen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mehrfach gab es Überfälle und Einquartierungen, die den Einwohnern das Leben schwer machten.

Eine detaillierte Beschreibung der schweren Zeiten findet man in den Schriften des Dichters und Pastors Johann Rist. Johann Rist, geboren 1607 in Ottensen, war eine über Wedel hinausragende Persönlichkeit. Der gut ausgebildete Theologe bewarb sich im Jahr 1635 auf die vakante Pfarrei in Wedel. Dort fand er den richtigen Ort, um seine Studien weiterzuführen und seine Kontakte zu führenden Dichtern und Gelehrten fortzusetzen. Er schrieb zahlreiche Bücher mit weltlicher und geistlicher Lyrik, Schauspiele, Andachten und gesellschafts- und literaturkritische Werke. Er prangerte in seinen Werken den Krieg an. Mit anderen führenden deutschen Dichtern gründete er den „Elbschwanenorden“, eine Sprachgesellschaft, die für die Reinhaltung der deutschen Sprache eintrat. Bei seinem Tod 1667 hinterließ er ein großes literarisches Erbe.

1622 starb der Schauenburger Graf Ernst. Der dänische König Christian IV. nutzte die Gunst der Stunde und besetzte die Grafschaft. Es begann die dänische Zeit. Das 17. Und das 18. Jahrhundert waren geprägt durch große Seuchen, Brände und Kriege. Mehrfach grassierte die Pest, und Wedel wurde wiederholt durch Brandkatastrophen verwüstet.

1848 begannen europaweit Erhebungen und Aufstände die den Kampf um Schleswig-Holstein zum Ziel hatten. Die Forderungen waren eine Vereinigung von Schleswig und Holstein in die Aufnahme Schleswigs in den Deutschen Bund. An den daraus folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen haben auch Wedeler teilgenommen. Sie endeten mit der Teilung des Landes nördlich der Eider. Revidiert wurde der Zustand aber bald. Im Jahre 1864 marschierten preußische und österreichische Truppen in Holstein ein. Dänemark verlor die Herzogtümer nach 224 Jahren. In Wedel zog die preußische Verwaltung ein – und das Amt des Bürgermeisters wurde eingeführt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts errichtete Wedel die erste Schule und erbaute ein Pastoratsgebäude.

1864 bildete sich die Keimzelle der optischen Werke durch Johann Diedrich Möller, der für seine Entwicklung mehrfach international ausgezeichnet wurde. Er entwickelte Mikroskope und stellte mikroskopische Präparate her.

1875 hatte Wedel eine Einwohnerzahl von 1.669 Einwohnern, als die Stadtverordnetenversammlung beantragte, den Titel „Stadt“ anzunehmen. Wedel war rein ländlich geprägt. Weitere Industriebetriebe zogen es zunächst in das benachbarte Schulau. Dort entstand 1877 eine Pulverfabrik, die bereits ein Jahr später explodierte. 1883 wurde Wedel ans Eisenbahnnetz angeschlossen. Dadurch siedelte sich verstärkt Industrie an: die Zuckerfabrik und die Deutsche Vakuum, Deutschlands erste Raffinerie. Die Bevölkerungszahl wuchs stetig an. Insbesondere das Schulauer Ortsbild prägten Arbeiter, viele von ihnen kamen aus Polen.

Wedel entwickelte sich auf dem kulturellen Gebiet weiter. Neben mehreren Vereinen wurden kurz nach der Jahrhundertwende die Volksbücherei und ein Museum gegründet. Im Jahre 1909 wurde der bis dato selbständige Ort Schulau in Wedel eingemeindet. Nach der Zusammenlegung beider Orte schritt die Entwicklung der Kleinstadt zügig voran. Es wurde ein Elektrizitätswerk erbaut und 1930 errichtete Wedel ein Krankenhaus.

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise traf auch Wedel hart. Mehrere größere Arbeitgeber stellten den Betrieb ein, allein die Zuckerfabrik entließ mindestens 400 Arbeiter. 1933 lebten etwa 20 Prozent der Bevölkerung von öffentlicher Unterstützung. Das schlug sich auch im politischen Leben in Wedel nieder, seit 1929 stieg die Anzahl der politischen Veranstaltungen an. Mit Aufmärschen und Massentreffen bestimmten auch hier insbesondere die extremen Parteien das Stadtbild, es kam zu einigen gewalttätigen Zwischenfällen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten übernahmen, wie im gesamten Deutschen Reich, auch in Wedel führende Nationalsozialisten wichtige Verwaltungsposten. Die Arbeiterparteien SPD und die KPD, in Wedel recht stark vertreten, wurden verboten und gingen zeitweilig in den Widerstand. Viele ihrer Mitglieder wurden inhaftiert und verbrachten Jahre in Konzentrationslagern.

Zu der wichtigsten baulichen Veränderung des Stadtbildes in den 30er Jahren gehörte der Rathausneubau an der Bahnhofstraße. Daneben entstehen die Wohnsiedlungen am Voßhagen, die sogenannte Nordschleswig-Siedlung und die Milich-Siedlung. Im Jahr 1939 ehrt Wedel den dritten Ehrenbürger Wedels. Nachdem vorher einem langjährigen Bürgermeister und einem engagierten Armenarzt diese Ehre zuteil wurde, ehrte man nun den überregional bekannten Maler Rudolf Höckner. Zeitgleich wollte man für einen anderen berühmten Wedeler eine Plakette an das Geburtshaus anbringen. Aber eine Ehrung Ernst Barlachs war zu diesem Zeitpunkt nicht erwünscht.

Im März 1943 schlugen Wedels allerschlimmste Stunden. Ein massiver Bombenangriff britischer Kräfte legte die kleine Stadt nahezu in Schutt und Asche. 70 Prozent der Wohnbebauung war nur noch ein Trümmerfeld. Die Stadt errichtete große Barackensiedlungen. Die Wohnungsnot erreichte aber den Höhepunkt, als bedingt durch Flucht und Vertreibung im Laufe des zweiten Weltkriegs Hunderte von Evakuierten und Flüchtlingen nach Wedel kamen.

Bei einer Volkszählung 1947 standen 7.902 Einheimische mehr als 6.500 Evakuierten und Flüchtlingen gegenüber. Der Wohnraum wurde so belegt, dass jeder Person 4,9 Quadratmeter zur Verfügung standen. Durch großangelegte Wohnungsbauprogramme förderte die Stadt die Integration dieser Menschen. 1954 begann das größte und landesweit ehrgeizigste Wiederaufbauprojekt: Der Bau der Gartenstadt Elbhochufer. Auf einem 40 ha großen Gelände entstand die größte Baustelle Schleswig-Holsteins. Bis 1962 waren beinahe 1.200 Mietwohnungen und über 500 Reiheneigenheime fertig gestellt.

Wedel entwickelte sich rasch. Neue Wirtschaftsunternehmen siedelten sich an. 1952 erhielt die Stadt mit der Schiffsbegrüßungsanlage eine neue Attraktion. 1960/61 wurde der Hamburger Yachthafen errichtet. Schwere Sturmfluten überfluteten Teile der Stadt 1962 und 1976. Im Jahr 1978 wurde ein neuer Landesschutzdeich errichtet.

Die Gegenwart: Wedel ist eine lebhafte Mittelstadt mit rund 32.000 Einwohnern, prosperierenden Unternehmen insbesondere aus der Pharma-Branche und einem hohen Freizeitwert. In der Metropolregion Hamburg ist Wedel ein beliebter Wohnort – mit großer Vergangenheit und einer spannenden Zukunft.

Quelle: wedel.de



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