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Alte Historische Fotos und Bilder Kastl (Lauterachtal), Bayern
Old historical photos and pictures , Bavaria

Wenn Sie habe Vergessen deine Vergangenheit - Ihr wirst keine Zukunft haben


Wappen Kastl (Lauterachtal)

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Geschichte von Kastl (Lauterachtal), Bayern in Fotos
History of , Bavaria in photos

Eine kleine historische Referenz

Geographie: Kastl hat 37 Ortsteile:

Aicha, Allmannsfeld, Appesloh, Aumühle, Bärnhof, Brünnthal, Deinshof, Dettnach, Drahberg, Flügelsbuch, Freischweibach, Gaishof, Giggelsberg, Guttenberg, Haid, Hainhof, Halbmühle, Hellberg, Hohengrund, Kastl, Lauterach, Mennersberg, Mühlhausen, Oberfeld, Pattershofen, Pfaffenhofen, Reusch, Richt, Sankt Lampert, Saugraben, Schwärz, Umelsdorf, Utzenhofen, Wolfersdorf, Wolfsfeld, Zapfl, Ziegelhütte

Gründungszeitpunkt:

Einwohner: 2 447

Geschichte:

Sehenswürdigkeiten:

Kastl. Panorama von Kloster
Panorama von Kloster
Kastl. Beheiztes Freibad
Beheiztes Freibad
Kastl. Kloster
Kloster
Kastl. Panorama der Stadt
Panorama der Stadt

Geschichte

Altbürgermeister Xaver Mosner verfasste das "Kastler Heimatbücherl". Dieses Heft ist auch bei der Gemeindeverwaltung erhältlich. Die nachfolgende Zusammenfassung der Kastler Geschichte ist größtenteils diesem Heft entnommen.

9. / 10. Jahrhundert

In dieser Zeit entsteht vermutlich unsere Bezeichnung Kastl / Kastel.

1098

Die Grafen von Kastl gründen ein Kloster.

1103

Der Klosterbau wird begonnen und der erste Kastler Abt, Theoderich, berufen.

1129

Fertigstellung und Weihe des Kirchenchores in der Klosterkirche.

1195

Abschluß der Bauarbeiten für die Klosterkirche.

1264

Nach dem Einsturz des Nordturmes findet ein Mönch im Geröll Fragmente der Klostergeschichte

1319

Kaiser Ludwig der Bayer weilt in Kastl. Seine Tochter Anna verstirbt während dieses Aufenthaltes und wird mumienartig.

1321

Zum Todestag seiner Tochter Anna weilt der Kaiser wieder in Kastl.

1323

Kaiser Ludwig der Bayer verleiht Kastl die Marktrechte.

Ende 14. Jahrhundert

Es ist die Zeit des religiösen Umbruchs ( Huß, Luther, Calvin. Zwingli) Der Kastler Reformabt, Nordweiner, versucht durch eine eigene Reform das monastische Leben ( Klosterleben ) nach der Regel des Ordensvaters Benedikt wieder ins rechte Lot zu bringen. Es schließen sich ihm über 20 Klöster an. Die Kastler Reform hatte durchaus beachtliche Erfolge. Sie konnte zwar den Umbruch nicht verhindern aber immerhin verlangsamen.

1412

Eine schreckliche Überschwemmung breitet sich in Kastl aus. Sie droht alles zu vernichten. Um weitere Hochwasser vom Hainthal kommend in ihrer Wucht zu mildern, wurde der heute noch klar ersichtliche Staudamm im Hainthal errichtet ( ca. 500m nach dem heutigen Ortsschild bei der ehemals 1937 geplanten Autobahn (Nürnberg - Regensburg ). Durch öffnen der Schützen konnte das Wasser mit verminderter Gewalt den Marktplatz durchfliegen. Die Bewohner des Marktplatzes hatten zu allen Zeiten mit Hochwasser zu kämpfen.

1433

Abt Kemnather, Nachfolger von Reformabt Nordweiner, war Mitglied der Akademie in Prag und ein hervorragender Wirtschafter. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts hat er die gotischen Gewölbe in die Klosterkirche einziehen lassen. Unter seiner Führung wurde die Kaufkraft und das verfügbare Vermögen des Klosters sehr gefestigt. Er konnte 1433 für 6000 rheinische Gulden Schloß Pfaffenhofen, den Markt Lauterhofen und das Halsgericht ( hohe Gerichtsbarkeit ) in den Bezirken und Gerichten von Litzlohe und Utzenhofen erwerben. Weiterhin erwarb er um 2831 Gulden den Wein - und Getreidezehent von Rödelsee und einen weiteren Weinzehent zu lphofen und Frohstockheim. Das Kloster hatte Hofhaltung, was den Verbrauch an Essen und Trinken erklärt.

1436

Es herrscht das große Sterben. Die Pest rafft eine großen Teil der Bevölkerung weg.

1484

Durch eine große Feuersbrunst werden innerhalb weniger Stunden 53 Wohnhäuser, eine große Anzahl Getreidestädel und Stallungen im Markt eingeäschert. Da die Gebäulichkeiten alle mit Stroh eingedeckt waren, wurde jeder Funkenflug zur Gefahr.

1504-1505

Im Landshuter Erbfolgekrieg hatte Pfalzgraf Ruprecht gegen die Herzöge Albrecht und Wolfgang von Bayern, welche auch von Kaiser Maximilian Unterstützung erhalten hatten, etliche 1 000 Mann Böhmen in die Obere Pfalz zu Hilfe gerufen (Zitat: "Diese verderbten das ganze Land jämmerlich und waren allenthalben viel Raubens und Stehlens und Brennens in der Pfalz und Bayernland"). In diesem greulichen Krieg stand die Reichsstadt Nürnberg auf Seiten der Herzöge Albrecht und Wolfgang von Bayern. Eine Abteilung der kaiserlichen Partei unter Führung von Heinrich Pessler unternahm von Hersbruck aus mit 40 Pferden und 200 Fußknechten einen Überfall auf den Markt und Kloster Kastl. Dieser wurde halb abgebrannt. Der Abt mußte 200 Gulden Brandgeld bezahlen. Verwüstet wurde auch Schloß und Amt Pfaffenhofen. Von weiteren Heimsuchungen in diesem Krieg wird uns von einem Chronisten jener Zeit erzählt. Danach fielen die Sulzbacher Scharen unter Führung der Söhne des Sulzbacher Pflegers Stieber am 16. Juni 1504 morgens in Kastl ein und nahmen 200 Kühe weg. Bei der Verfolgung wurden dann auf beiden Seiten je 3 Mann getötet. 1504 ist die Geburtsstunde der Kastler Bürgerwehr. Sie sollte, der Not gehorchend, den Bürgern Sicherheit und Schutz gewähren. Die heutige Schützengesellschaft 1504 ist das Produkt dieser schlimmen Zeit. Nach diesem Krieg 1505 erhielt die Reichsstadt Nürnberg die pfälzischen Ämter Altdorf, Hersbruck und Lauf und mußte dafür 32.000 rheinische Gulden bezahlen (Besitzwechsel wurde ohne Wissen des Pfalzgrafen von dessen Kanzler rechtswidrig getätigt).

1519

Die Bauarbeiten für die Marktkirche beginnen. Erbauer war Abt Johannes Lang.

1550

Der Blitz schlägt in den Kirchturm des Klosters.

20.07.1542

Die Abtei brennt völlig nieder. So haben neben den religiösen auch äußere Umstände und das Verhalten einiger Äbte( Sittenverfall ) den Verfall des Kloster bedingt. Die Tage des Benedektiner - Stiftes waren damals bereits gezählt und dennoch wurde durch den 29igsten Abt, Johannes Menger, 1552 der Bau des Rathauses auf Kosten des Klosters verwirklicht.

29.11.1556

Eine kurfürstliche Kommission erscheint um Ott - Heinrichs Kirchenordnung (lutherisch) einzufahren. Der letzte Abt des Klosters, Michael Hanauer (1554 - 1560, gebürtiger Amberger) scheint erfolglos Einspruch erhoben zu haben. Kurz vor seinem Tod 1560 gewährte Abt Hanauer den Bürgern zu Kastl noch einen Befreiungsbrief vom Lehengeld, das bei Kauf und Verkauf von Gütern, Häusern und Hofstätten dem Abt erlegt werden mußte. Michael Hanauer war der 30igste und auch letzte Abt des wohl bedeutendsten Nordgauklosters Kastl. Kaspar Euvelstätter wurde Verwalter des Klosters. Der Besitz des Klosters umfaßte damals : 93 ganze Höfe, 26 halbe Höfe und Huben, 2 Höflein, 214 Güter, 51 Güti, 1 1 Mühlen und 156 Häuser (mit denen im Markt), zusammen 443 Mannschaften. Eine kurfürstliche Kommission erscheint um Ott - Heinrchs Kirchenordnung (lutherisch) einzufahren. Der letzte Abt des Klosters, Michael Hanauer (1554 - 1560, gebürtiger Amberger) scheint erfolglos Einspruch erhoben zu haben. Kurz vor seinem Tod 1560 gewährte Abt Hanauer den Bürgern zu Kastl noch einen Befreiungsbrief vom Lehengeld, das bei Kauf und Verkauf von Gütern, Häusern und Hofstätten dem Abt erlegt werden mußte. Michael Hanauer war der 30igste und auch letzte Abt des wohl bedeutendsten Nordgauklosters Kastl. Kaspar Euvelstätter wurde Verwalter des Klosters. Der Besitz des Klosters umfaßte damals : 93 ganze Höfe, 26 halbe Höfe und Huben, 2 Höflein, 214 Güter, 51 Güti, 11 Mühlen und 156 Häuser (mit denen im Markt), zusammen 443 Mannschaften.

05.06.1584

Unter diesem Datum ist eine Urkunde des Pfalzgrafen Johann Casimir vorhanden in welcher es heißt, daß die Bürgerschaft des Marktes Kastl aus ihrer Mitte 4 Bürgermeister und 8 Räte wählen darf. Auch die niedere Gerichtsbarkeit ( vergleichbar dem heutigen Sühneversuch war dem Magistrat ( heute Gemeinderat ) überlassen. Von den Strafgeldern soll die Hälfte das Stift, die andere Hälfte dem Magistrat zufallen.

22.10.1625

Die Pfarrei Pfaffenhofen und zugleich der Markt Kastl werden mit einem katholischen Priester, namens Georg Schwaiger, versehen und die calvinistischen Geistlichen fortgeschafft.

1628

Die Obere Pfalz wird dem bayerischen Kurfürstentum zugeteilt.

(Kriegsentschädigung des Kaisers).

1629

Der Pfarrsitz wird von Pfaffenhofen nach Kastl verlegt, weil der Pfarrhof in Pfaffenhofen abgebrannt war. Der 30jährige Krieg der fürchterliches Unheil über Deutschland und die Oberpfalz brachte hat auch den Markt Kastl nicht verschont.

1632

Der Schwedenkönig Gustav Adolf wird in der Schlacht bei Lützen, welche die Schweden gewannen, tödlich verwundet. Zeitgleich fällt Oberst Kratzenstein in Kastl ein, eroberte es mit der Burg Pfaffenhofen und belegt beide Orte mit 2 Kompanien Kroaten, bei denen plündern und brennen zum Tagesgeschehen gehörten. So war auch St. Peter nicht verschont. Die Altäre wurden größtenteils zerstört oder mitgenommen. Die Burg Pfaffenhofen fast völlig zerstört. Die Wut dieses Krieges beraubte auch den Markt Kastl eines seiner wichtigsten Dokumente, was in einem aufgefundenen "Denkzettel" zu lesen war "Als anno 1632 der Krieg im völligen Schwung war, war dem Martin Kölbl, Ratsbürger, nebst seinen zwei Söhnen im Krieg begeben, weil er alles verderbt und deswegen vom Hause gelassen ist er ein Marketender geworden, hat die vermauerten Privilegien und andere viel Sachen verraten, nachdem der Ort aufgebrochen, die Briefe herausgerissen und sie alsdann vertreten und besudelt wurden, zum anderen war dabei ein großer silberner Becher, auch er wurde fortgenommen".

1633

Im Sommer diesen Jahres, in welchem der schwedische General Horn aus seinem Lager bei Donauwörth nach Eroberung Pappenheims in die Obere Pfalz eindringt, zieht der schwedische Kommandant Haßfeld zu Neumarkt aus und bringt Lauterhofen, Pfaffenhofen, Kastl und Velburg in seine Gewalt.

1636

Nach wiedereingeführter katholischer Religion wird das Stift Kastl den Jesuiten in Amberg durch den bayerischen Kurfürsten Maximilian übergeben. Mit der Regierung der Herren Jesuiten waren Bürgermeister und Rat des Marktes, aber auch alle übrigen Stiftsuntertanen, äußerst unzufrieden. Sie nahmen dem Magistrat seine vom Landesherren verliehenen Privilegien. Ihre Handlungsweise glich der eines morgenländischen Despoten (Gewaltherrscher) gegen seine Sklaven. Um seine Rechte zu erhalten, sah sich der Magistrat gezwungen eine Klage bei der kurfürstlichen Regierung in Amberg zu stellen. Ein langwieriger und kostspieliger Prozeß der, 1682 entschieden wurde und dem Magistrat seine Rechte wieder gab.

1773

Nach Aufhebung des Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV fällt das Stift wieder unter eigene, höchst landesherrliche Administration bis 1781.

März 1782

Das Stift, sowie die übrigen Jesuitengüter in der Oberpfalz, werden dem Johanniter - und Malteserorden von seiner Durchlaucht Karl Theodor übergeben. Bei der vor sich gegangenen Verpflichtung der Untertanen wurden dem Markt Kastl die heiligsten Versprechungen gegeben, daß alles beim Alten bleibe und immer nur das Beste für die Untertanen gegeben werde. Allein dieses schien in der Folge vergessen worden zu sein, da die Herren Malteser - Beamten auch von Zeit zu Zeit in die magistralischen Privilegien Eingriffe unternahmen. Dies ließ sich der Magistrat aus verschiedenen Ursachen gefallen.

1808

Es erfolgt die Säkularisierung des Klosters. Das Vermögen des Stifts, sämtlicher Grundbesitz, alle Gebäulichkeiten mit Ausnahme der Klosterkirche, die jetzt Pfarrkirche wurde, und des Pfarrhofes, wurden Eigentum des Freistaates Bayern. Die Klostergebäude standen öd und leer.

1825

Das bisweilen in der Burg Pfaffenhofen untergebrachte Landgericht (Vorläufer der jetzigen Landratsämter) wird nach umfangreichen Reparaturen der ehemaligen Klostergebäude nach Kastl verlegt. Dadurch war die Burg Pfaffenhofen unbewohnt und dem Verfall bzw. der Zerstörung preisgegeben. Es entstand der sogenannte Kastler Distrikt mit 31 Gemeinden und ca. 11.000 Einwohnern (Einzugsbereich im Westen bei Gnadenberg, im Osten Thonhausen).

12.04.1829

Königin Therese Charlotte von Bayern macht aus Neumarkt kommend Rast in Kastl. Beamte, Geistlichkeit, Schuljugend und viel Volk war herbeigeströmt um die Königin am Posthaus (Wirtshaus zum weißen Rößl, jetzt Haus der Fam. Schöberlein) zu begrüßen. Während der Umspannung an dem Wagen ihrer Majestät trug ein Knabe einen Prolog vor und wurde mit vier Kronentalern beschenkt.

24.05.1830

Nachmittags war der Markt überzogen mit einem großen Donnerwetter, welches sich hier beiweiten nicht so fürchterlich ausgoß als wie über die Waldung "Alte Leite" und dessen Umgebung. Kieselsteine, mitunter so groß wie Hühnereier, zerstörten die Wintersaaten gänzlich. Aus dem Hainthal kam ein gewaltiger und reißender Wasserstrom. Mehrere an der Flußmulde gelegene Häuser waren dem Einsturz nahe. Beim Rathaus war das Wasser ca. 1 0 Schuh (1 Schuh = ca. 28 cm) hoch. Der Marktplatz war so mit Kies und Geröll angeschwemmt, daß vom Rathaus das Posthaus (Wirtshaus zum weißen Rößi) nicht mehr ordentlich zu sehen war. 1 0 Pferdewägen waren mehrere Tage damit beschäftigt das Geröll wegzuschaffen und den Platz wieder gangbarzu machen.

20.06.1830

Nachmittags um 5 Uhr konnte sich der Markt eines Besuches seiner Majestät König Ludwig 1 und Königin Therese Charlotte erfreuen. Triumphbögen wurden aufgestellt, die Bürger - Kompanie stand Parade und schon am ersten Triumphbogen bei der oberen Mühle begrüßten Landrichter und Bürgermeister das Königspaar. Beamte, Geistlichkeit, Magistrat, Schuljugend und eine große Menge Volk begleiteten den hohen Besuch unter immerwährenden und kräftigen "Vivat" - Rufen zum Posthaus. Während der Umspannung des königlichen Wagens trug ein Knabe dem hohen Besuch einen Prolog vor. Ein Mädchen überreichte der Königin einen Blumenstrauß. Die Reise der Majestäten ging weiter nach Amberg. Die Schuljugend und viel Volk begleiteten unter immerwährenden "Vivat" - Rufen das Königspaar bis zur Klosterbergkapelle (1937 durch den geplanten Autobahnbau abgebrochen, Standort oberhalb der jetzigen Gaststätte - Berghof an der B 299).

1835

Magistrat erwirbt ein Anwesen (jetziger Eigentümer Ludwig Berschneider, Neumarkter Straße). Das Haus wird zum Schulhaus mit Lehrerwohnung umgebaut.

1863

Das Landgericht wird aufgelöst. Kastl wurde dem königlich bayerischen Bezirksamt Velburg zugeteilt (ab 1879 Neumarkt). Kastl erhielt als Ausgleich ein Amtsgericht (Zweirichteramt) und ein Rentamt (Finanzamt). Als Einzugsbereich galt der Kastler Distrikt mit 31 Gemeinden. Weite Fußwege hat man von den damaligen Untertanen verlangt. Mußte zum Beispiel ein Kläger oder Beklagter zum örtlichen Gericht und seine Termine lagen ungünstig, so waren oft zwei Tage erforderlich. Auch ein Notariat war in Kastl ansässig. Kastl erhielt dadurch den Charakter einer Kleinstadt. Wirtschaftlich und kulturell erlebte der Markt eine positive Epoche.

1890

Das Rathaus wird aufgestockt. Die Baumaßnahme wird finanziert durch staatliche Zuschüsse und den extra hierfür bewilligtem Bierpfennig.

1898

Krankenhausbau

1903

Eröffnung der Lokalbahn Amberg - Kastl - Lauterhofen

1924

Elektrifizierung durch das Überlandwerk mit 220 Volt.

1927

Der Bau der jetzigen Bundesstraße B 299 wird begonnen und 1929 abgeschlossen.

1929

Es kommt die Hiobsbotschaft, daß beide Ämter einer Verwaltungsreform geopfert werden sollen. Bereits am 31.12.1929 wird das Finanzamt aufgelöst. Das Amtsgericht wird zum Einrichteramt degradiert.

1930

Am 31.12.1930 wird das Amtsgericht aufgelöst. Das war ein schier nicht zu verkraftender Aderlaß. Öd und verlassen stand nun unsere imposante Klosterburg auf der Jurahöhe auf neue Aufgabe wartend. Man bemühte sich wieder eine Ordensgemeinschaft zur Ansiedlung zu gewinnen. Auch das gelang nicht. So errichtete die Stadt Regensburg ein Schullandheim für ihre Schuljugend.

1935

Ein weiblicher Arbeitsdienst gesellt sich dazu. Ca. 50 Mädchen mußten ihren halbjährigen Arbeitsdienst ableisten, wo sie bei kinderreichen Familien und bäuerlichen Betrieben zum Einsatz kamen. Die geschlossene Unterkunft sorgte für nationalsozialistische Erziehung.

1943-1945

In dieser Zeit werden in der Klosterburg in Kastl slowenische Kinder die von ihren Angehörigen getrennt wurden, gefangen gehalten. Diese Kinder sind unter dem Namen "Gestohlene Kinder" bekannt. Man versuchte, sie durch eine militante Erziehung zu germanisieren und von allem abzubringen, was sie an ihr Zuhause und ihre Herkunft erinnern würde. Sie waren häufig Nahrungsmangel, Kälte und Krankheitsepidemien sowie harter Arbeit für die Bedürfnisse der Kriegsindustrie ausgesetzt. Gemäß den nationalsozialistischen Rassentheorien hätten die Kinder der slowenischen Aufständischen, die den Rassenkriterien entsprachen, bei erfolgreicher Umerziehung zu „vollwertigen“ Mitgliedern der deutschen Volksgemeinschaft heranwachsen können. Dabei wurde vor allem auf die kleinen Kinder gezählt, deren Erinnerung an das heimatliche Umfeld und die Eltern noch sehr schwach war.

1945

Für beide Einrichtungen kommt das Ende.

1946-1947

Die Vertreibung der Deutschen aus urdeutschen Landen des Ostens machte die Errichtung eines Flüchtlingslagers innerhalb der historischen Mauern erforderlich. Sechs - bis Achthundert und mehr Heimatvertriebene fanden vorübergehende Notaufnahme.

1951

Verlegung der öffentlichen Wasserleitung

1951-1952

Vom Kirchturm werden fünf Stockwerke abgetragen, weil sich Schäden zeigen. Das Fundament des Turmes wird verstärkt und die fünf Stockwerke originalgetreu wieder aufgebaut. Auch der Südflügel Klosteranlage wird von Grund auf erneuert. Bei den Abbrucharbeiten wird eine Aufzeichnung gefunden. Hierin steht:

"Im Jahr 1752 ist der Süddurchgang erschütter worden, so daß die Maurer und Herren Handlanger schraken". Auf Betreiben des Stadtschulrates Dr. Fingele aus München sollte ein Landschulheim mit sechsklassiger Oberrealschule und Internat errichtet werden. Träger der Baumaßnahmen war der Freistaat Bayern.

1956

Die ungarische Revolution ändert die geplante Nutzung des Dr. Fingele. Hunderttausende junger freiheitsliebender Ungarn hatten ihre Heimat verloren, waren geflohen und in alle Welt zerstreut.

1957

Die ehemalige Klosterschmiede, ein gernbesuchtes Gasthaus im Bereich des Burgareals, wird durch ein großes Feuer eingeäschert.

1958

Circa 200 ungarische Gymnasiasten ziehen in die bereits fertiggestellten Schulräume ein. Für sie wird die Klosterburg ein Stück Heimat. Hier wird ungarische Kultur, Geistesgeschichte, Sprach und Brauchtum gepflegt.

Teerung der öffentlichen Straßen im Markt

1960

Die Ruine der alten Klosterschmiede und ca. zwei Hektar Grund werden von der Gemeinde erworben. Für den dringend erforderlichen Schulhausneubau konnte mit der Planung begonnen werden. Die Chronik berichtet von einer Klosterschule die auch die Kinder des Marktes besuchten. 1567 wird zum ersten Mal ein eigener Schulmeister zu Kastl genannt. Nach Auflösung der Benediktiner - Abtei 1556 scheint es mit dem Schulwesen und Schulbesuch sehr gehapert zu haben. 1626 wird die Schule vom Kloster ins Rathaus verlegt. Als die Oberpfalz 1628 unter bayerisch kurfürstliche Verwaltung gestellt wurde, kam ein strenger Zug in das Schulwesen. Das merkte man sehr bald auch in Kastl. Nach der Säkularisierung 1808 ergaben sich langwierige Verhandlungen mit der Regierung der Oberpfalz, da Kastl ausdrücklich seiner Freischule bestand. Nachdem der Magistrat 1835 das heutige Anwesen des Ludwig Berschneiders erworben hatte, wurde dort die Schule untergebracht. Damit war die Schulraumnot, die im einstöckigen Rathaus geherrscht hatte kurzfristig behoben. Da man dringenst ein zweites Klassenzimmer benötigte, sah sich der Magistrat gezwungen die Schulräume wieder ins Rathaus zu verlegen. Hierzu mußte vorher noch im Jahre 1890 das Rathaus aufgestockt werden. Da Nebenräume, Turn - und Pausenplätze fehlten, konnte diese Lösung nicht voll zufriedenstellend sein.

1961

Die Gendameriestation wird aufgelöst. Sie bestand aus drei Beamten und war bis zu diesem Zeitpunkt in einem Rückgebäude der ehemaligen Klosteranlage (einst auch Amtsgerichtgefängnis, jetzt Mädcheninternat des ungarischen Gymnasiums) untergebracht. Sie beinhaltete auch zwei Dienstwohnungen.

1962

Der Personenverkehr auf der Lokalbahn Amberg - Lauterhofen wird eingestellt.

Der Grundtsein für das neue Schulgebäude wird gelegt.

1963

Das neue Schulhaus wir in Nutzung genommen.

1971

Auf der Lokalbahn Amberg - Lauterhofen wird auch der Güterverkehr eingestellt. 1973 folgt der Abbau der Geleise. Der Freibadbau ist abgeschlossen.

1972

Im Zuge der Landkreisreform wird Kastl sogenannte Großgemeinde und dem Landkreis Amberg - Sulzbach eingegliedert.

1974

Die Schulreform erfordert einen ersten Schulhausanbau und die Errichtung einer Turnhalle.

1975

Festlegung der heute gültigen Straßennamen und Hausnummern.

1978

Auflösung des Kreiskrankenhauses

80iger Jahre

Beginn der Bauarbeiten für die Kanalisation mit vollbiologischem Klärwerk und Erneuerung der 1952 erstellten Wasserleitung. Generalsanierung des Rathauses.

1992

Neugestaltung des Marktplatzes mit Marktbrunnen

1993

An - und Umbau der Volksschule. Das ungarische Gymansium wird zu einem Europäischen (Schülerzahl ca. 260).

Quelle: kastl.de



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